Eisensulfat-Kristall gesucht

Es gibt 70 Antworten in diesem Thema, welches 2.506 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Grüni/Kagi.

  • Das ist ist bestimmt das Richtige: Tablettenpresse bei A. für 10 Euro.

    Das ist bestimmt nur die Tablettenform für die Presse, und nicht die (meist hydraulische) Presse selbst. Da müsste man dann mit einem Wagenheber im Türrahmen oder so experimentieren - mit einem Schraubstock wird man nicht genug Druck aufbauen können.


    Bernd Miggel : gibt dem Schmelzen doch nochmal eine Chance und schmelze es möglichst vollständig auf und lasse es gaaaanz langsam abkühlen - vielleicht auch wieder im Wasserbad, die hohe Wärmekapazität des Wassers verlangsamt die Abkühlungsgeschwindigkeit.


    Gruß,


    Wolfgang


  • Hallo Wolfgang,


    ja, ich dachte auch schon an einen Hydraulischen Wagenheber. Ich habe so etwas. Einen normalen Türrahmen zerdrückt es allerdings.


    Ich würde jedoch erst einmal mit einem kräftigen Schlag & Schraubstock beginnen; einfach mal testen. Was soll schon passieren.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Zitat

    welche Literatur meinst Du?

    Die bezieht sich vermutlich auf FeSO4 wasserfrei und nicht auf käufliches FeSO4-Heptahydrat. Das hat einen "Schmelz"-Punkt von 64°C.

    Hallo Wolfgang,


    ich hatte das in der GESTIS-Stoffdatenbank nachgeschaut, siehe hier. Aber offenbar ist Chemie viel komplizierter als Theoretische Physik ;)


    Björn

  • Hallo,


    ich habe eben die kleine 3-teilige Tablettenpresse vom großen A bestellt, kommt nächste Woche an.

    Dann kann ich testen und berichten.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Hallo!

    Aber das ist doch dann einfach kein Schmelzen. Hier [1] sind TGA-Untersuchungen am Heptahydrat und das sind definitiv Dehydratationsschritte (wenn auch unter N2 und nicht unter Luft, aber Sauerstoff wird am Schmelzverhalten doch wenig ändern). Wenn dann genug Wasser da ist, mag es vielleicht sein, dass es aussieht wie eine Lösung.

    Und man sieht schon sehr deutlich an den Bildern, dass bei erhöhter Temperatur einiges an Oxidation zu Fe(III) stattfindet, so gelb wie das geworden ist. Ich dachte, das wäre nicht der Zweck (sonst könnte man vielleicht auch Fe(III)-sulfat oder gar Ammoniumeisen(III)sulfat-Kristalle nutzen, aber das geht ja scheinbar nicht (hat das mal wer an Täublingen ausprobiert?)).


    Und dass es mit Teelöffeln nicht zusammen-bappt wundert mich auch nicht.

    Was etwas helfen könnte, sind i.d.R. vorheriges Mahlen und Bindemittel (bei denen aber wieder geklärt werden müsste, ob das die Anwendbarkeit an z.b. Täublingen beeinträchtigt).


    [1] https://www.sciencedirect.com/…abs/pii/S0040603107002687

  • Und man sieht schon sehr deutlich an den Bildern, dass bei erhöhter Temperatur einiges an Oxidation zu Fe(III) stattfindet, so gelb wie das geworden ist. Ich dachte, das wäre nicht der Zweck (sonst könnte man vielleicht auch Fe(III)-sulfat oder gar Ammoniumeisen(III)sulfat-Kristalle nutzen, aber das geht ja scheinbar nicht (hat das mal wer an Täublingen ausprobiert?)).

    bei Täublingen habe ich es nicht probiert, aber bei anderen Pilzen gibt es definitiv Unterschiede zwischen Fe(II) und Fe(III). Das ist auch logisch, weil die organischen Metallkomplexe unterschiedliche Geometrie haben.


    Ein paar Prozent Fe(III) werden die Reaktion nicht stören, besonders wenn sie in Form von unlöslichem Oxid vorkommen, außer dass die Rostfarbe die rosa Komplexbildung verfälscht.


    Im Haushalt könnte man vielleicht etwas Vitamin-C-Pulver zusetzen, das ist in jedem Drogeriemarkt zu kaufen und ein starkes Reduktionsmittel und gleichzeitig eine schwache Säure, beides wird die Oxidation zu Fe(III) verlangsamen. Und in der Erkältungszeit eh nicht schlecht im Haus zu haben ;)


    Gruß,


    Wolfgang

  • Hallo Steffen,


    so eine Presse kaufe ich, sollten die anderen Versuche nichts bringen. Danke für den Tipp!


    Viele Grüße

    Bernd

  • Hier das Ergebnis meines 6. Versuchs: Mischung mit PEG1500 als Bindemittel (25% PEG, 75% FeSO4-Pulver). Ich habe mit dem Gemisch eine halbe Streichholzschachtel gefüllt und das Ganze auf einem Kaffewärmer erhitzt, bis das PEG völlig verflüssigt und ins FeSO4 eingezogen war. Nach dem Erkalten ist der Block völlig fest und meiner Meinung nach gut anwendbar.

    Es fehlen nur die Testobjekte = Täublinge. Ob die Farbreaktion auch bei Exsikkaten funktioniert?


  • Jetzt wüßte ich nur noch gern, was PEG ist.

    Gnolmige Gnüße,

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  • Kostet nicht viel, im Internet zu bekommen, wird für Handschnitte von Flechten und Pilzen gerne benutzt.

  • ich habe eben die kleine 3-teilige Tablettenpresse vom großen A bestellt, kommt nächste Woche an.

    Dann kann ich testen und berichten.

    Hallo Steffen,

    weißt du eigentlich schon, wie groß die Tabletten werden?

    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    nöö, weiß ich nicht. Abwarten. Wenn die Tabletten wirklich fest werden, kann kann man sich so eine Vorrichtung drehen/anfertigen lassen. Ist ja kein Hexenwerk.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • bis das PEG völlig verflüssigt und ins FeSO4 eingezogen war. Nach dem Erkalten ist der Block völlig fest und meiner Meinung nach gut anwendbar.

    Ist das Eisensalz jetzt nicht von einer PEG-Schutzschicht überzogen, so dass beim Reiben gar kein eisenhaltiger Abrieb entsteht, der mit dem Pilzfleisch reagieren kann? Den Block vor Anwendung kurz anschleifen?

  • Hallo zusammen,


    boccaccio hat recht, Eisensulfat bekommst du (unter Normalbedingungen) nicht geschmolzen und du hast einfach entweichendes Kristallwasser beobachtet.


    Ich denke, einen Kristall zu züchten wäre definitiv am einfachsten. Entweder einen Einkristall größer züchten oder Kristalle an einem Pfeifenreiniger (die zum Basteln) züchten. Warum willst du es dir so schwer machen?


    Ganz andere Idee: nachfüllbare Aquarellpinsel; also Pinsel mit einem Wassertank.


    Klar, hast du das Eisensulfat dann wieder in Lösung, aber da kann auch nichts so richtig verschütten und wenn du den Deckel ab machst, pinselst du kurz über den Pilz. Kannst ja jetzt auch jede Saison eine neue Lösung ansetzen. Ggf. klebt man das Reservoir ab, damit es Licht geschützt ist, aber wenn der Pinsel in Tiefen eines Rucksacks gelagert wird und nur kurz das Tageslicht sieht, wird das ja auch klappen.


    Gruß

    Oliver

  • Diese Pressen funktionieren mit einer Schraubmechanik. Werden anscheinend hauptsächlich für Hasch benutzt. Hatte mich dauernd gewundert, warum da "Pollenpresse" dabei stand. Da ich nie sowas konsumiert habe. mußte ich mich erst mal schlau machen, was in dem Kontext damit gemeint ist...🤔

    Gnolmige Gnüße,

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  • Tolle Ideen, vielen Dank!

    Erstmal will ich sehen, ob ich ein Exsikkat habe, an dem ich mein Produkt testen kann.

    Liebe Grüße - Bernd

  • Hallo,


    ich warte also auf die kleine Tablettenpresse vom großen A, dann teste ich.


    Derweil fand ich eine schöne Seite zum Züchten der Eisensulfatkristalle. Der Browser kann die ggf. ins Deutsche übersetzten.

    Dort wird auch über die Haltbarkeit der Kristalle in Abhängigkeit der Lagerung gesprochen; sehr interessant.


    Es stellt sich die Frage, ob man nicht wirklich besser mit einer Miniflasche mit Pinsel und Lösung beraten ist, auch wenn diese Lösung nur wenige Monate haltbar ist. Denn den Kristall muss man auch verpackt transportieren.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Hallo an alle,


    das Reiben mit einem Eisensulfat-Einkristall hat ja vier Gründe

    1. Verletzung der Stielrinde, um frisches Zellplasma zu exponieren.

    2. Einbringen von Fe(2+)-Ionen,

    3. leichtes Handling, gute Transportierbarkeit

    4. ein gewisser magischer Coolness-Faktor, um Zuschauer zu beeindrucken


    Ein Pinsel mit Lösung leistet eigentlich nur 2.


    Der Klotz aus FeSO4/PEG muss sich gerade bei 2. noch bewähren.


    Insofern lohnen sich doch noch ein paar Umkristallisationsversuche, der Winter ist ja lang genug für die Kristalle zum wachsen.


    Wenn das partout nicht klappen will, wäre m.E. besser als PEG = äußeres Bindemittel, ein inneres Trägermaterial für die mechanische Stabilität.


    Was passiert denn, wenn man einen kleinen Schwamm oder einen Streifen Küchen-Schwammtuch mit der heißen Lösung tränkt und trocknen lässt? Oder, um noch mehr mechanische Reibung zu garantieren, ein Stückchen Bimsstein oder Ytong tränken?


    Gruß,


    Wolfgang


  • Hallo Wolfgang,


    danke für Deine Infos bezüglich der Nutzung des Kristalls.


    Deiner Argumentation stimme ich zu. Der Unterschied zum Pinsel ist schon da.


    Dann werde ich, wenn es meine Zeit und Gesundheit zulässt, auch einmal das Züchten der Kristalle ausprobieren.


    Die Idee mit einem satt getränkten Küchenschwamm ist nicht schlecht... g:-)


    Viele Grüße,

    Steffen

  • https://crystalverse.com/iron-sulfate-crystals/


    Hallo Bernd, schau mal hier rein (falls du die Website nicht sowieso schon kennst)! Der Typ beschreibt genau, wie er die Kristalle züchtet u wie er sie größer hinkriegt etc., und er beantwortet auch Fragen.

    Das ist das, was ich weiter oben verlinkt hatte.

    Gnolmige Gnüße,

    Gnüni/Kagni   ==Gnolm7


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