Praxisanleitung Bestimmung Dumontinia tuberosa vs Sclerotinia binucleata

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 1.226 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Schupfnudel.

  • Hi,


    aufgrund der Trockenheit machen sich die Sklerotienbecherlinge bei mir sehr rar. Heute am feuchten Bachlauf wurde ich endlich fündig. Am Fundort wuchsen Buschwindröschen und Scharbockskraut.




    Zur Mikroskopie ein Stückchen von den Bechern in Karminessigsäure legen, einwirken lassen und quetschen.



    Wenn die Sporen reif genug sind, dann sieht man die Zellkerne mit dem Färbereagenz sehr gut.







    Die meisten Sporen haben vier Kerne und damit handelt es sich um Domontinia tuberosa, dem Anemonenbecherling.


    So sähe es bei Sclerotinia binucleata, dem Scharbockskrautsklerotienbecherling aus. Der hat zwei Zellkerne pro Spore.



    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • ja danke; habe ich korrigiert. :)

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Danke für die tolle Erklärung!

    LG Sandra

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (100 - 10 fürs APR 2020 = 90 - 15 APR 21 = 75)

  • Hallo Stefan,


    jetzt hatte ich vor lauter Sporen ganz vergessen, meine Frage zum Thema zu stellen.


    Ein kurzes Eindippen und Auswaschen wie bei Kongorot genügt hier wohl nicht, wenn du schreibst "einwirken lassen"...

    Wie lange lässt du denn die KES einwirken?


    LG, Martin

  • Hi,


    na ja 2-3 min schon. Ich mikroskopiere auch gleich im Färbereagenz. Das Auswaschen ist hier nicht so wichtig, da die Eigenfärbung des Reagenzes nicht so stark ist.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Hallo Stefan!


    2-3 Minuten ist viel länger als ich erwartet hätte!

    Wieder was gelernt. Ich muss mal recherchieren, was da bei der Reaktion passiert.


    Danke schön! :thumbup:


    LG, Martin

  • Hi.


    Danke für die Anleitung! Ich habe leider keine Karminessigsäure da und in Wasser kriege ich die Kerne mit meinem Mikro scheinbar nicht wirklich sichtbar. Geht das noch mit einer anderen Chemikalie oder braucht's die Karminessigsäure schon?


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hallo Schupfnudel,


    in meinem Mirkoskopierbuch wird zur Kernfärbung noch Kresylechtviolett erwähnt; ferner die Carbolfuchsin-Färbung, die Feulgensche Nuclealreaktion, die Giemsa-Lösung etc. etc.

    Ich hoffe, ich habe mich nicht verschrieben. Jedenfalls scheint es schon mehrere Möglichkeiten zu geben, ich habe allerdings noch keine davon angewendet!

    Karmesinessigsäure habe ich zuhause, muss es nur noch in der Praxis richtig verwenden lernen: Erklärt bekommen haben wir das von Stefan ja ganz wunderbar!

    Ob ich nun aber die Sklerodienbecher dafür finde, weiß ich nicht...


    LG, Martin

  • Hi!


    Danke euch.

    Für die genannten Alternativen habe ich das Laboratorium leider auch nicht.


    Ich habe nun ganz schön gewurschtelt, aber es ist in Wasser bei meinem Einsteiger-Mikro echt megaschwierig die Zellkerne zu sehen. Ich glaube, dass ich immer mal wieder mehr als 2 Zellkerne erahnt habe, aber ich verstehe warum man das lieber anfärbt.


    Auch mit Fotos und Bildbearbeitung habe ich da nicht mehr Details rausholen können, wobei meine Mikro-Kamera ja sowieso eher so Micky Maus Heftbeilagenqualität hat.


    Hier mal ein Bild wo ich meine drei Zellkerne zu erkennen:


    Nach einer Spore wo man das überhaupt erkennt habe ich aber ewig gesucht. Bei den Sporen im Ascus war gar nix zu machen mit den Zellkernen. Mit Melzers wurde es auch nicht einfacher. Werde mir da denke ich mal Karminessigsäure bestellen in der Hoffnung, dass das weniger Krampf wird bei zukünftigen Funden. Bei Stefan sind die Zellkerne ja echt gut zu erkennen, so würde ich mir das auch wünschen. :saint:


    LG,

    Schupfi

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hi,


    bei Phil sieht man die Kerne in Wasser sehr gut auf dem Bild. Ich bin sehr überrascht, dass das si gut zu sehen ist. Mit ein bisschen Übung und Routine sieht man die Kerne gut in Wasser in der Direktmikroskopie. Dafür braucht es aber Zeit und einige Mikroskopiedurchgänge. Das allerdings fotografisch festzuhalten, habe ich auch noch nicht hinbekommen.


    Ansonsten hat Martin zur Kerngärbung schon alles relevante gesagt.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


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  • Hi Stefan,


    wie gesagt, ich habe schon ein Weilchen am Mikro gerödelt und diverse Einstellungen durchprobiert - gut zu sehen war da bei keiner Einstellung was, auch nicht direkt durchs Okular leider. Ich trockne mir das Teil mal und versuch's dann bei Gelegenheit nochmal mit Karminessigsäure am gleichen Pilz. Mal schauen ob's hilft oder ob mein Mikro da einfach an seine Grenzen stößt.


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hi Stefan,


    wie gesagt, ich habe schon ein Weilchen am Mikro gerödelt und diverse Einstellungen durchprobiert - gut zu sehen war da bei keiner Einstellung was, auch nicht direkt durchs Okular leider. Ich trockne mir das Teil mal und versuch's dann bei Gelegenheit nochmal mit Karminessigsäure am gleichen Pilz. Mal schauen ob's hilft oder ob mein Mikro da einfach an seine Grenzen stößt.


    LG.

    Hi,


    Christoph meinte letztes Jahr in einem Tread, dass die Kerne nur in Frischmaterial (gut) zu sehen sind.



    Mir ist keines bekannt. Ich denke aber schon, dass die praktischen Erfarungen von Cristoph Hahn und Mathias Reul für sich sprechen.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


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  • echte Zellkerne handelt oder sehen wir nur 4 oder 2 kernähnliche Strukturen

    Hallo Stefan, Karminessigsäure färbt Chromatin an, also „kompaktisierte“ DNA, diese findet sich in einer eukariontischen Zelle nur im Zellkern in solcher Menge, daher gehe ich davon aus dass das auch die Zellkerne sind. Warum die allerdings bei nicht in aktiver Teilung befindlichen Zellen zu mehreren (2-4) vorliegen würde mich auch interessieren.

    Lg Ingo

  • Hi.

    Christoph meinte letztes Jahr in einem Tread, dass die Kerne nur in Frischmaterial (gut) zu sehen sind.

    Ich hatte ja im Forum schon ein wenig gespickt zur Abgrenzung und da konnte Sebastian das mit Karminessigsäure auch am Exsikkat noch nachweisen, daher meine Überlegung. Naja, Versuch macht kluch, ich werd's einfach probieren bei Gelegenheit. :)


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
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