Beiträge von ogni volta

    Servus Stefan, Jörg und André, danke für eure Meinungen.


    Stefan: der Ring ist recht dick bei den meisten Exemplaren und daher schwer zu beurteilen aber ich meine auch eher hängend. Ich dachte aber irgendwo gelesen zu haben dass er bei A. subperonatus hängend sein kann, finde das aber jetzt natürlich nicht mehr. Vielleicht hab ich mich auch getäuscht. Dann wäre der also raus.


    Jörg: der Ring ist schon gerieft oberseits, das kommt vielleicht auf den Fotos nicht gut raus. Ich war heute nochmal da und hab bessere Fotos gemacht:








    Die Verschieblichkeit des Rings ließ sich nicht valide testen. Bei jungen Exemplaren war gar keine Verschiebung möglich, bei alten wie den heute abgebildeten hatte sich der Ring vollständig gelöst und war folglich nach oben unten verschieblich.


    André: A. bohusii kommt von der Hutoptik gut hin, würde ich aber wegen der fehlenden Anis Note ausschließen.


    A. vaporarius scheint mir eine gute Option. Zumindest konnte ich bisher nichts entdecken was dagegen spräche.


    Viele Grüße

    Ingo

    Servus zusammen, auf einer Wiese neben dem Spielplatz bzw am Wegrand unter Douglasie und Hainbuche auf Humus wuchsen in Massen diese Champis. Die meisten mittelgroß bis groß ca bis 10-15cm Hutdurchmesser und sehr gedrungen. Ring jung dicklich unregelmäßig, alt hängend und oberseits gerieft. Die meisten am Stiel nicht bis kaum rötend, am Hut keine Verfäbung. Im Schnitt nicht verfärbend. Geruch wie A.bisporus, keinerlei Aniskomponente (bei mehreren geprüft). Hut mit dunkelbraunen nicht abwischbaren zottigen Schuppen (Typ fettige Haare). Ich habe mich bisher bei Champis fein raus gehalten, die hier empfand ich als recht auffällig, vielleicht geht ja makroskopisch doch was? Leider diesmal nur miese Handybilder.




    das sind keine Maulwurfshügel...




    jung Stielrinde leicht gilbend alt leicht rötend


    viele Grüße,

    Ingo

    Ich weiß zwar was ein Broiler ist, kenne den Pilz aber nicht. Hilfst Du mir?

    Hallo PDAP, entschuldige, eigentlich versuche ich alles zu beschriften und nichts vorauszusetzen damit jeder was davon hat. Da hab ich nicht aufgepasst, ich hab’s oben schon ergänzt.

    Broiler deswegen weil der Pilz im angelsächsischen Raum auch „chicken of the woods“ genannt wird. Er trägt wissenschaftlich den schönen Namen Laetiporus sulphureus - ich muss immer schmunzeln wenn ich einen seh: stümperhaft übersetzt heißt er für mich „der fröhliche Porling in Schwefelgelb“. Aber mein Latinum ist lange her und du bist vermutlich Altphilologe (schließe ich aus deinem Nick) und ich hätt die Übersetzung besser lassen sollen. Im Sinne von „si tacuisses.. philosophus mansisses

    herzliche Grüße

    Ingo

    Der diesjährige Sommer war in meiner Heimat pilztechnisch ein Totalausfall - ich weinte gar um die Straßen und Parkvegetation die teils bereits Anfang August blattlos war. Irgenwann kam den für Grünflächen Verantwortlichen die Idee das Wasser der Nürnberger Hallenbäder, die zum Energiesparen geschlossen worden waren, zur Bewässerung zu verwenden- endlich mal eine gute Idee! Leider viel zu spät. Die alten Ahörner im Park vor unserem Haus kamen letztes und dieses Jahr gerade eben noch in einer Notkrone, nächstes fürchte ich werden sie kahl bleiben.

    Nachdem ich dann von den Waldbränden in Brandenburg kurz vor unserem Urlaub gelesen hatte, war mein klein Bisschen Hoffnung dahin, dass zumindest dort etwas gehen könnte. Doch der Niederschlag kann wie wir im Forum immer wieder sehen regional oft sehr verschieden sein und so war tatsächlich in Südbrandenburg offenbar eine kleine Oase inmitten der übrigen Steppe. Mir fiel gleich auf wie grün die Straßenrandstreifen dort waren und so konnte ich sogar ein paar Funde machen. Insgesamt sind ungefähr ein Dutzend Arten bei täglichen Ausflügen über zwei Wochen natürlich nicht gerade üppig, aber für mich waren doch einige Neufunde dabei. Insbesondere Stielporlinge verschiedenster Arten waren oft zu finden- ich finde sie eine der ästhetisch ansprechendsten Gattungen - und in meinen heimatlichen Kiefernwälder eine Rarität. Auch wenn der lang ersehnte Regen mittlerweile eingetroffen ist und die Hoffnung auf eine passable Herbstsaison besteht möchte ich euch wenn ihr wollt nochmal auf einen Ausflug in die letzen Spätsommertage mitnehmen.



    Eine Besonderheit der Gegend sind die postglazialen Klarwassersehen rund um Rheinsberg. Sie sind noch immer nährstoffarm und daher selbst im Hochsommer nicht von Algen getrübt


    Darin lebt eine an die kargen Bedingungen angepasste Flora und Fauna- vielleicht vergleichbar mit der spezialisierten Funga der Magerwiesen..


    Zum Beispiel diese wunderschön gezeichneten Kahnschnecken (Theodoxus fluviatilis). Mein Sohn hat sie gesammelt und ich habe sie selbstverständlich nach dem Fototermin wieder schwimmen- oder besser kriechen lassen.


    Der neugieriege (amerikanische) Kamberkrebs hoffte wohl auf leichte Beute, er kroch unter dem Ast hervor während ich die Schnecken drapierte. Da er immun gegen die Krebstpest ist, sie aber dennoch übertragen kann, hat er einen Selektionsvorteil gegenüber den einheimischen Arten.


    Achso es soll ja um Pilze gehen;) na dann:



    In den Buchenwäldern um die Seen häufig anzutreffen waren Sklerotienporlinge (Polyporus tuberaster). Ich hätte sie ja gerne mal verkostet, aber als ich ein paar Tage später bewusst einige fürs Abendessen sammeln wollte waren sie schon zu alt und es kamen auch keine frischen mehr nach.


    Einige Sonderlinge habe ich letztendlich auch unter Sklerotionporling abgelegt weil mir nichts Passenderes eingefallen ist:

    zB hier fast stiellos und mit geschlitzen Poren (Durchmesser ca 2-3cm), die Schuppen vermutlich abgewaschen:



    Oder diese Winzlinge (Durchmesser <1cm siehe Fingerkuppe)



    Aber es gab nicht nur Sklerotienporlinge- diese weitlöchrigen Stielporlinge (Lentinus arcularius) waren ein Erstfund für mich


    In meinem Kopf waren sie immer viel größer, vielleicht weil die Fotografen so gerne Bilder der Poren machen..


    Daher hier einmal mit Größenvergleich:


    Der Löwengelbe Stielporling (Cerioporus leptocephalus) fühlte sich auf abgestorbenen Buchenästen auch wohl und macht seinem Namen alle Ehre



    Den großen Bruder, den kastanienbraunen Stielporling (Picipes badius, daran muss ich mich erst gewöhnen) konnte ich auch einmal finden



    Doch auch nicht gestielte Porlinge gabs:

    Broiler mit toller Färbung an Robinie (Laetiporus sulfureus)


    ein paar Bäume weiter ebenfalls an Robinie ein Schillerporling, evtl Inonotus cuticularis


    Den habe ich aus der Fahrt gesehen und musste kurz anhalten:

    ein Riesenporling (Merupilus giganteus), man beachte die Kornflasche zum Größenvergleich


    Etwas zierlicher dagegen dieser Saftporling an Birke (ob man den ohne näher reinzulinsen guten Gewissens Postia lactea nennen kann?)




    An Holz gehts weiter mit gallertfleischigen Stummelfüßchen (Crepidotus cf mollis)



    Aber auch Nadelholz gabs- wenn auch Laubholzpilze daran wuchsen:


    Lungenseitlinge (Pleurotus pulmonarius) an Fichte


    Diese interessanten gelblichen Knubbel an Föhre wollen vermutlich mal nordische Porlinge (Climacocystus borrealis) werden. Ich konnte es nicht mehr herausfinden, es wäre aber ein weiterer Erstfund für mich. Die Konsistenz war entgegen des fluffigen Aussehens recht fest.




    Und hierüber habe ich mich damisch gefreut, um mal ein Wort meiner oberpfälzer Heimat zu verwenden.:



    Nach einem Regenguss fand ich diese Schmutzbecherlinge auf einem Holzlagerplatz. Sie sollen ja sonst überall häufig sein- für mich aber auch ein Erstfund.


    Um die pilzlichen Geschmacksknospen wieder frei zu bekommen noch ein paar Impressionen:


    Ein Grasfrosch- er ist auf den Klimawandel gut vorbereitet, seine Farbe passt besser zu verdorrtem Gras.



    Die Wellen eines Motorboots spülten eine halbtote Gelbrandkäferlarve (Dytiscus marginalis) an den Strand. Sie hat ordentliche Kneifer mit denen sie sogar kleine Fische erbeuten kann.


    Die alte Buche hatte einen Feenbrunnen


    Und in dessen Inneren wuchs, wie sich das für die Feen gehört eine Erle


    Die Fee hatte für den Pilzer einen kleinen Schatz versteckt:


    Eine Scutellinia und noch ein Grauer darüber, den ich schon gern mal näher betrachtet hätte

    Aber ich lies ihm sein Geheimnis



    Nachdem es in der ersten Woche ordentlich geregnet hatte gab es nach und nach auch anderes als Baumpilze:


    Für diese Sommersteinpilze kam ich aber schon wieder zu spät. Der erste war nur noch Fassade, beim zweiten fehlte auch die schon weitgehend.


    Wo wir gerade bei Löchern sind- kennt jemand die Verursacher dieser glatt berandeten ovalen Löcher in den Buchenblättern?


    Der böse Zwilling (Gallenröhrling, Tylopilus felleus) durfte auch nicht fehlen. Ich habe ihn mal gekostet um herauszufinden ob ich den Bitterstoff schmecke- es soll ja Menschen geben die ihn nicht schmecken. Interessanterweise fand ich ihn zunächst eher scharf, erst mehrere Minuten nach dem Ausspucken kam ein bitterer Nachgeschmack dazu.


    Da ist auch die Hexe (Suillellus luridus) nicht weit und lacht sich ins Fäustchen (Coprinellus spec.)


    Das stinkt doch zum Himmel dachte sich der Tintling und reckte den Hals so hoch es ging- oder ist das gar ein UFO?


    Den spindeligen Rübling (Gymnopus fusipes) mag ich auch, er sieht aus wie ein Märchenpilz


    Leider war es schon recht dunkel, daher kommt die Farbe des Feuerschüpplings (Pholiota flammans) nicht mehr richtig raus, dennoch immer wieder ein Highlight


    Diese hier haben mich recht genarrt. Ich fand mehrere, aber jeweils einzeln im Detritus. Die Farben kräftig, vergleichbar mit dem Pufi Hori*. Der stark bereifte fast filzige, dicke Stiel lässt mich allerdings glauben dass es einfach der brennende Rübling (Gymnopus peronatus) ist. Leider hatte ich die Idee im Wald noch nicht sonst hätte ich mal probiert.

    *(Tricholomopsis rutilans)


    Am Parkplatz gabs noch einen Ackerling oder was aus der Richtung, damit kenne ich mich gar nicht aus. Auffällig war das deutliche Rhizom.


    Und sogar im Garten der Ferienwohnung gab es nun was zu finden: ich hätte sie wegen ihres aufdringlichen Geruchs für Knoblauchschwindlinge (Mycetinis scorodonius) gehalten. Hutdurchmesser bis 10mm, neben einer Koniferenhecke.


    Im Sommerflieder landeten dort immer wieder diese hübschen Falter, vielleicht was aus der Gruppe der Perlmuttfalter. Nachdem sie sich für mich als Unkundigen nur marginal unterscheiden habe ich die Bestimmung aufgegeben.


    Dann kam nochmals Regen und mit ihm ein Pilzlein oder besser Pilzleinstlein?

    Ein Rhododendronblatt bildet diese Wand mit Reling


    Jaja ich hör euch ja schon- ohne Schnittbild geht da nix. Also kann ich nur raten er könnte auf den Namen Coprinopsis frisii hören.

    Nach Abziehen der Huthaut in einer Brezenknoblauchpanade übrigens ein Gedicht!



    Damit verabschiede ich mich, vielleicht habt ihr nochmal etwas Sommerduft verspürt.

    Aber keine Zeit nachzutrauern denn die beste Jahreszeit steht ja noch bevor!


    Viele Grüße euer Ingo






    PS: im Abspann noch ein kleines "Making of".

    Disclaimer: Die meisten Pilze wurden nach der Begutachtung wieder fachgerecht "eingepflanzt", bei anderen wurde bei der räumlichen und zeitlichen Sporenverbreitung etwas nachgeholfen sag ich mal :gpfeiffen:

    Servus Hans, ich finde schon dass die "Antennen" etwas Kernkeulenartiges haben- wenn auch sie auffällig symmetrisch sind :/ ich kenne mich mit der Larvenanatomie nicht aus. Waren da noch mehr potentielle Fruchtkörper dran? Du hast nicht zufällig deinen Ekel überwunden und mal eine Antenne abgemacht und unters Mikro gepackt? Damit ließe sich das ja klären.. (evtl musst du dazu die Made vorher etwas runterkühlen damit sie dir nicht entfleucht)

    V.G. Ingo

    Gestern auf dem Spielplatz im Freibad, mit dem leicht defokussierten Blick schlafentzugsgeplagter Eltern, versuchte plötzlich ein Detail einer Gallionsfigur eines Piratenschiffes in mein Bewusstsein zu drängen. "Das blaue Seepferdchen trägt einen Backenbart... hm ja klar warum nicht... es hat ein Maul unter dem Maul.. diese Kinderfiguren werden ja immer dämlicher..."



    Dass Spechte ihre Höhlen unter Porlingen anlegen habe ich schon öfters gesehen, an Buche meist unter Zunder, an Eiche unter Phellinus.

    Aber das ist das erste Mal dass ich eine Höhle unter einem Wirrling sehe. Was daran liegen wird dass ich den Wirrling selbst auch noch nie in solch luftiger Höhe gesehen habe.

    Der Vorteil für den Vogel ist klar: vom Mycel aufgeweichtes Holz spart Arbeit und die Pilz-Pergola hält Regen ab.


    Aber am besten finde ich eigentlich dass Herr Specht diese bunte Figur als Holz erkannt hat und tatsächlich eine Höhle darin angelegt hat.

    Stylischer kann man als Großstadtbirdie doch kaum wohnen. Vielleicht hat die Boho-Butze ja auch mitgeholfen das Herz der Angebeteten zu erobern?

    Wenn ja mussten sie schnell sein mit dem Brüten- im Mai startet die Freibadsaison und dann ists vorbei mit der Ruhe.


    Viele Grüße aus Franken,

    Ingo

    Servus Noah, ich hatte mit beiden hier vorgeschlagenen Mikroskopen gearbeitet und würde das HPM (zB aus dem Mykoshop Service) nicht ausschließen wollen. Ich finde es hat insgesamt für den Preis erstaunlich gute Objektive. Die Motics mit UC Objektiven haben ein hervorragendes (!) 40er jedoch finde ich das 100er beim HPM etwas besser als bei Motic. Wenn es dir um möglichst gute Sporenbilder geht (die mit dem 100er erfolgen) würde ich evtl auch ein anderes in Betracht ziehen. Das ist nur meine subjektive Einschätzung. Vielleicht hast du ja mal eine Möglichkeit Mikroskope zu testen um selbst entscheiden zu können was Dir am besten liegt. Dazu würde ich dir einen Mikroskopierkurs empfehlen, da lernst du auch die Basics ohne die du dich schwer tust. Es ist nämlich durchaus möglich mit einem SuperMikroskop mit den falschen Einstellungen auch grottenschlechte Bilder zu machen;)

    Viele Grüße Ingo


    Edit: wenn du ein älteres gebrauchtes Markenmikroskop (Zeiss, Olympus etc) kaufst hast du die Möglichkeit bessere Wechselobjektive zu besorgen - zu bezahlbaren Preisen. Auf die motics passt nur motic und da kostet ein noch besseres Objektiv richtig Asche. Gebrauchte gibts da noch nicht…

    Der Vorteil der neuen liegt mE darin dass die Einrichtung der Fotographie einfacher ist, da bei modernen Mirkros miteingeplant)

    Die Qual der Wahl..

    Nach kurzer Internet Recherche bin ich mir nicht sicher ob „caca de luna“ als Nahrungsmittel nicht vielleicht nur ein Hoax ist. Ekel zieht halt gut. Dass es irgendjemand gibt der das Ganze schon mal zubereitet hat spricht nicht unbedingt dagegen. Ich denke da bleibt nicht wirklich was übrig in der Pfanne und der „Nährwert“ sollte zu vernachlässigen sein. Zudem wage ich zu bezweifelnd dass da ein über das Substrat hinausgehender Geschmack vorhanden ist.


    Den hispanischen Name - wörtlich übersetzt „Mondkacke“ für einen Schleimpilz halte ich aber für plausibel vergl. „Sternenrotz“ oder „Hexenbutter“ (der hierzulande allerdings für verschiedene Organismen bzw. Phänomene verwendet wird)


    Zur Toxikologie ist mir leider auch nichts bekannt. Interessant aus dem von Kerstin genannten Grund: für Kleinkinder könnte so ein lebhaft gefärbtes Exemplar zB auf dem Waldspielplatz doch verlockend sein.


    Na vielleicht weiß wer noch was genaueres- ich fürchte aber mehr als anekdotische Informationen werden wir nicht bekommen.


    Vg Ingo

    Lieber Nobi, alles Gute zur runden Schnapszahl auch von mir. Schön dass du hier so fleissig herumwerkelst und uns zu Seite stehst wenn wir den Wald vor Sporen nicht mehr sehen. Ein flatternder Bär im Safarianzug zum Gruß, gestern in der Mittagspause an der Tür erwischt.



    Liebe Grüße Ingo

    So eine Sch... seit Wochen ist es hier staubtrocken und selbst die Erbsenstreulinge, die mit diesem Wetter zurecht kommen sollten sind in Kirschgröße bereits auf dem Weg zu Staub.

    Aber zum Glück ist zumindest Sch... anfangs feucht und so kann ich euch einen echten Pilz sogar mit Hut (!) präsentieren. Ich dachte es wär bereits makroskopisch der halbkugelige Träuschling, den ich letztes Jahr schon mal auf Rossknödeln hatte und ließ in im Wald. (Ok nicht ganz richtig, ich hatte es vor ihn mitzunehmen, natürlich, den einzigen Pilz seit Monaten lass... aber dann musste mein Kleiner plötzlich seine Notdurft verrichten und dann hab ich ihn doch liegen gelassen) Nun ja zu Hause bei der Recherche kamen wie so oft dann doch Zweifel. Es kommen noch ein paar andere aus der Gegend wie Protostr. dorsipora infrage. Eigentlich hätte ichs damit auf sich beruhen lassen aber vielleicht freut sich jemand der in einer ähnlichen Wüste wohnt ja auch über einen zwar einzelnen- aber doch richtigen Pilz, auch ohne richtigen Namen. (Außer nobi kann ihn doch an irgendeinem Detail festnageln? mir fehlt da die Erfahrung)




    Das Glück dieser Erde liegt (nicht unbedingt nur) auf dem Rücken der Pferde!

    Servus, Ingo

    Servus Bernd, schöne Sachen wie immer! Eine Leimflechte in feuchtem Zustand?! :gkopfkratz:

    Moin, es regnet ausnahmsweise mal nicht, was aber nicht lange anhalten wird ...

    ich hatte das glatt für einen Scherz gehalten! hier hat die Stadt das Gießen in manchen Parks und Grünstreifen aufgegeben weil die Anpflanzungen zweifelslos tot sind (verbrannt)... aber dann habe ich doch gerade nochmal das Wetter für Litauen/Vilnius nachgeschaut und tatsächlich: die nächsten 7 Tage nur Regen. Ich glaube darum beneidet dich so mancher hier... nur damit du es auch zu schätzen weißt ;) LG Ingo

    Danke Nobi dass du trotz Pilzflaute hier für Stimmung sorgst!

    Voller Hoffnung war ich nach dem Regen letzte Woche gestern mal wieder im Wald- pilzmäßig totaler Reinfall. Aber ich habe ein ulkiges Insekt wiederentdeckt, über das ich mich vor Jahren schon mal amüsiert habe. Es sieht einfach aus wie eine Comicfigur! Das ist jetzt nicht negativ gemeint gegen die Skorpionsfliege, immerhin war mein Tag gerettet und ich bin fröhlich aus dem Wald:)


    Eine weibliche Skorpionsfliege (Panorpa spec.; wegen des sich über mehrere Segmente erstreckenden basalen Flügelfleckes wohl P. vulgaris)

    Vorne befindet sich ein starrer flötenförmiger Rüssel der ganz an der Spitze auch ein kleines bewegliches Mündchen besitzt. Das Männchen hätte hinten noch einen namensgebenden, nach oben gekrümmten "Stachel", der jedoch nur eine getarnte Pheromondrüse ist.

    Viele Grüße Ingo

    Da schließe ich mich an, irre Fotos Sandra! Sicherlich sind deine Objektive auch nicht ganz unschuldig, aber ohne richtige Einstellung bekommt man sowas nicht hin- insofern auch von mir ein Kompliment. Ich hatte letztes Jahr mal Picolay getestet an ein paar Täublingen und Sommertrüffeln aus dem Glas, habe es aber enttäuscht wieder sein lassen weil alles irgendwie super künstlich augesehen hat. Ich habe viel rumprobiert mit Tutorials aber ich habe nix überzeugendes hinbekommen. Helicon ist mir für die 3x im Jahr die ich es nutzen würde zu teuer. Aber vielleicht lad ich mal ein Demo wenn ich was lohnendes finde..

    Liebe Grüße Ingo


    PS: wer versteckt sich denn hinter deinem 2. Bild mit den Spikes?

    Hallo Andreas, danke für deinen Kommentar! Bei der Orobanche (2. Orobanchen Bild) möchte ich nochmal nachfragen weil es mich verwirrt dass du O. minor wegen der violetten Töne ausschließt- ich hatte eigentlich auch gerade wegen der violetten Adern auf der Oberlippe/ Krone O. minor in Betracht gezogen? Nicht dass ich eine Ahnung hätte.. aber D. Aichele schreibt: „Oberlippe rötlich oder violett gestreift“ auch Wiki schreibt von “violetten Nerven“ und ich finde diese sieht meiner recht ähnlich (falls sie richtig bestimmt ist). Allerdings schreibt Aichele auch weiter unten „mehrere sehr schwer unterscheidbare Arten“ :gpfeiffen: Und wenn man mal eine Bildersuche zu O minor anstrengt fällt auf dass alle möglichen Farbvarianten so bezeichnet werden :/ also entweder ist sie sehr variabel oder kaum einer erkennt sie richtig oder es könnte wie in manch anderem Bereich… ein Agg sein? :D

    Viele Grüße Ingo

    Hey Nobi, Danke für deine wunderbaren Bilder und Ergänzungen! Da im Nordwesten sieht es ja auch sehr schön aus. Die verschachtelte Architektur mancher alter italienischer Dörfer und Städtchen wie auf deinem Bild von Santa Lussurgiu ist eine Augenweide. Sie hat fast etwas organisches- oft stören mich menschliche Bebauungen und ich würde sie mir aus dem Blick wünschen aber hier fügt sie sich harmonisch in die Hügellandschaft ein.


    Und du konntest einen Malteserschwamm finden- irre!!! als ich über die Wurzen und Würger nachlas stolperte ich auch über Abbildungen dieses außergewöhnlichen Kolbens und es setzte sofort dieses "den will ich auch mal finden- ich muss los.." Gefühl ein, das ich sonst nur von Pilzen kenne. Aber gut er wurde ja wohl auch Jahrhundertelang für einen Pilz gehalten..


    Ich dachte mir schon dass du bestimmt auch den tierischen Dungbewohnern etwas abgewinnen kannst.. schön dem Scarabaeus bei der Arbeit zuzusehen.


    Der Gecko hat ja reiche Beute gemacht! ich habe mich schon gewundert warum er so eine riesiges Maul hat wenn er nur Fliegen und Mücken frisst. Jetzt weiss ichs, man freut sich mit ihm. Und deiner hat ja sogar noch den Originalschwanz! die an unserer Wohnung hatten wohl wegen der vielen Katzen ausnahmslos einen farblich und texturmäßig deutlich abgesetzten und kürzeren nachgewachsenen Schwanz.


    LG Ingo

    Toll Ulla! Ein Wetterstern also- wieder was gelernt, von der Gattung Astraeus hatte ich noch nie gehört, ich dachte die Sterne sind alle Geastrum. Da muss ich direkt mal die Augen offen halten - der könnte ja direkt bei mir zu Hause auf den trocken heissen Sandgebieten um Altdorf auch auftreten.

    Danke!


    Und Frank, ja hat gewisse Ähnlichkeit! An Orchideen hab ich mich bisher nicht rangetraut;) Danke für den Link, schöne Seite!

    Servus liebe Fories,

    unser diesjähriger Urlaub führte uns auf die Mittelmeerinsel Sardinien. Früher im Jahr ist es dort erfreulicherweise noch nicht so verdorrt wie ich das aus einem Sommerurlaub in meiner Kindheit in Erinnerung hatte - die Maccia zeigte sich noch in voller Blüte bzw mit reifen Früchten. Zwar waren wir mit der Familie unterwegs und daher entstanden die Fotos meist eben schnell aus der Hüfte geschossen, ich hoffe aber dass trotzdem einige zeigenswert sind. Pilze gabs erwartungsgemäß eher weniger - dafür einige hübsche Pflanzen. Bestimmt habe ich nur mit dem ollen Fitschen und mit Schönfelders Mittelmeerflora - daher seien die Benamsungen bitte nur als Vorschlag zu verstehen. Haltet euch mit Korrekturen nicht zurück, einige von euch sind ja häufiger im Mittelmeerraum anzutreffen oder leben dort...da geht vielleicht noch mehr? Jedenfalls hat es mir Spaß gemacht etwas über die dortige Flora zu schmökern.


    Wenn ihr wollt kommt mit auf einen kurzen Ausfug in die würzig duftende- aber bisweilen auch ganz ordentlich piksende Maccia:


    Blick auf Bonifacio/ Korsika. An der Wasserlinie ist die hell leuchtende Steilküste als Streifen zu erahnen


    im Vordergrund ein wunderbar "arrangierter" Garrigue Aspekt mit verschienen Sträuchern und dem imposanten Riesenfenchel (Ferula communis)


    Spitz gehts weiter- hier enden wirklich alle Pflanzenteile in einem Stachel... hat mich spontan an eine Artischocke erinnert, vielleicht etwas aus der wilden Verwandschaft



    diese kleinen Asketen haben mich fasziniert- zischen Sand und Geröll in der prallen Sonne fühlt sich das Zwergedelweiß (Filago pygmaea) offenbar trotzdem ganz wohl


    aber auch der (hängende) Venusnabel (Umbilicus rupestris) kommt mit Wenig aus und scheint auch die zeitweise Salzdusche auf diesem Küstenfelsen abzukönnen


    dieser sardischen Wolfsmilch (Euphorbia pithyusa) kann man auch nicht wirklich ein ausschweifendes Leben vorwerfen, die Blütenpracht war sicher harte Arbeit


    trozdem gedeiht auch schon mal ne fette Henne (Sedum spec.)


    im Dünenbereich an den Mittelmeer- und europäischen Atlantikküsten eine ubiquitäre Erscheinung: die essbare Mittagsblume (Carpobrotus edulis) - ist aber aus Südafrika eingeschleppt


    aber auch Einheimische gabs: die Illyrische Trichternarzisse (Pancratium illyricum)


    die Mittagsschwertlilie (Moraea sisyrinchium)


    sogar Orchideengewächse kamen in den Feuchtbereichen hinter den Dünen vor: hier ein Zungenstendel (Serapias spec. cf olbia?)


    und diese Schönheit, der ich keinen Namen geben kann


    die schönen roten Büsche stehen nicht etwa in voller Blüte


    nein sie tragen bereits fertige Früchte und verfärben ihre angrenzenden Blätter ähnlich den verwanden Weihnachtssternen; es sind Baumwolfsmilchgewächse (Euphorbia dendroides)

    besonders angetan haben es mir die Sommerwurzen (Orobanche spec.) chlorophyllfreie Wurzelparasiten


    diese wuchs in unserem Garten- vielleicht Orobanche minor, die an Klee parasitiert?


    hier ein ähnliches Gewächs das sich von den allgegenwärtigen Zistrosen ernährt: der Gelbe Zistrosenwürger (Cytinus hypocistis)


    nette Flechten gabs auch- vielleicht was aus der Lecanora Ecke?


    auch im Gestrüpp


    in einer steppenartigen Gegend fand ich diesen hornbewehrten Käfer, die Bestimmung hat mich etwas Zeit gekostet, denn an einen Nashornkäfer glaubte ich nicht, den kenne ich langgestreckter mit glatten Flügeln- er stellte sich schließlich als ein besonderer Mistkäfer nämlich der Spanische Mondhornkäfer (Copris hispanicus) heraus. Er ernährt sich von Kaninchenkot.

    - ob er die Köttel zum Transport aufspießt? ;)



    g

    und nun die lang ersehnten Schwammerl: in einer Höhle (ca 20m vom Meer entfernt) wie zu erkennen auf Silikatgestein fand ich diese ca 10mm großen Erdsterne die mangels Peristom wohl keinen Namen bekommen werden (außer jemand sagt mir dort kommt eh nur eine Art vor)


    an Eukalyptus fand ich diese Schwämme, die ich zu Hause an Fichte glatt als Fenchelporling angesprochen hätte- hier wird es wohl der rotporige Feuerschwamm (Fuscoporia tolurosa s.l.) sein


    zum Schluss nochmal was tierisches:

    ein Mauergecko hatte sich in unsere Ferienwohnung verirrt und demonstrierte seine Kunst: er lief trotz vorangegangenem Bad in den Spinnweben senkrecht die Fensterscheibe hoch


    das gelingt ihm dank seiner mit mikroskopisch kleinen Auswüchsen besetzten Zehen die dadurch eine riesige Oberfläche erzeugen, sodass die resultierenden Adhäsionskräfte ausreichen um ihn selbst auf Glas zu tragen



    So das wars, es war schön die Zeit nochmal revue passieren zu lassen, ich hoffe ihr hattet auch a weng Freude,

    danke fürs Mitkommen und auf eine hoffentlich bald startende Pilzsaison,

    euer Ingo

    Der bekannteste Fall, der auch den weitesten Weg hinter sich gebracht hat ist wohl der Tintenfischpilz, der von der anderen Seite des Planeten eingeschleppt wurde und sich seit ca. 1914 von den Vogesen aus über Europa verbreitet hat.

    Der Tintenfischpilz ist zwar weit gereist - aber ich vermute eher nicht ohne menschliche Hilfe (sprich mit dem Flugzeug oder Schiff) denn die Sporen werden ja wie bei der Stink“Morchel“ über Fliegen/ Insekten und nicht über den Wind verbreitet. Ich denke der gehört zu Gruppe der Globalisierungsprofiteure.

    LG Ingo

    Servus Radler! Sehr schön! Das beweist wieder einmal das alte Sprichwort: Nicht Du findest sie- sie finden Dich!

    Da hast Du eine Käppchen Morchel und die brauchen wie du richtig bemerkt hast keine Eschen sondern können unter allerlei Gehölzen wie du sie beschreibst florieren- wenn auch ich sie meist bei Weiden oder Pappeln finde.

    Schönes Wochenende,

    Ingo