Ah ok Stefan- ich komm wohl nicht daran vorbei den mal anzuschaffen..
Ist ja bald Weihnachten ![]()
Lg Ingo
Ah ok Stefan- ich komm wohl nicht daran vorbei den mal anzuschaffen..
Ist ja bald Weihnachten ![]()
Lg Ingo
Danke Jürgen, ja manche Roste sehen ganz hübsch aus unter dem Mikroskop.
Dafür sind die Makros durchs Stemi diesmal nichts geworden. Nach dem Stacken nur Brei. Muss nochmal überprüfen woran das lag.
Gruß Ingo
Hallo zusammen,
beim gestrigen Abendspaziergang durch das Nürnberger Knoblauchsland stellte ich an nicht wenigen Spargelpflanzen den Rostpilz Puccinia asparagi fest- für die Bauern vermutlich ein Dilemma, setzen sie die Pflanzen zu früh auf den Stock (wenn sie noch grün sind) schwächen sie den Austrieb und damit die Ernte im nächsten Jahr; warten sie lange, haben die Rostsporen viel Zeit andere Pflanzen zu infizieren. Vielleicht ist es ihnen aber auch egal und es wird eh im nächsten Frühjahr alles wieder mit entsprechenden Fungiziden platt gemacht.
Immerhin waren die Rostlager im Feld offensichtlich auch von mindestens einem Hyperparasiten befallen. Unter dem Mikroskop stellte sich aber dann doch alles als das Gleiche heraus.
Die Bestimmung gestaltete sich nicht ganz so einfach. Zunächst gelangte ich aufgrund der dunkel olivbraunen Lager und der ornamentierten Sporen zur ubiquitär zu findenden, zumeist saprotrophen Gattung Cladosporium. Nachdem es aber bereits makroskopisch und mikroskopisch offensichtlich war, dass die Uredien von dessen Hyphen regelrecht ummantelt waren und nur dort auftraten, suchte ich weiter und fand heraus, dass auch fungicole Arten in dieser Gattung beschrieben wurden.
Schließlich landete ich nach dem Schlüssel von Heuchert, Braun & Schubert (2005) mit den feinwarzigen Sporen, den terminal etwas geschwollenen Konidiophoren, dem ausschliesslichen Befall der Uredosporen, nicht aber der Teliosporen bei Cladosporium urednicola.
Ich konnte zwar keinen dokumentierten Nachweis der Art an Puccinia asparagi im Netz finden, doch nachdem es Nachweise für viele andere Puccinaceae gibt, halte ich die Bestimmung dennoch für plausibel.
Uredosporen (rechts) von Cladosporium befallen, Teliosporen (links) ohne Hyphen (Bild nicht arrangiert)
Die Uredosporen scheinen durch den Befall schliesslich zu kollabieren
Konidiosporen zumeist 0-2 fach septiert, feinwarzig: (6.1) 9 - 21.2 (24.4) × (3.3) 4.9 - 6.9 (7.3) µm Q = (1.3) 1.8 - 3.6 (3.9) ; N = 43 Me = 15.3 × 5.9 µm ; Qe = 2.6
viele Grüße,
Ingo
Hallo zusammen,
auf einem Spaziergang freute ich mich heute über ein Vorkommen von Augentrost am Wegrand. Bei genauerem Hinsehen freute ich mich noch mehr, denn es waren sogar Pilze dran. Bei noch genauerem Hinsehen mit der Lupe fand ich an den Pilzen noch mehr Pilze. Nachdem Euphrasia bereits ein Parasit an Gräsern ist handelt es sich hier also um einen Hyper-Hyper- Parasiten.
Den Augentrost bestimmte ich aufgrund des Fehlens von Grannen an den Tragblättern sowie der kleinen Blüten (5-6mm) als Euphrasia nemorosa. Der Rost ist Coleosporium euphrasiae.
An diesem wiederum schmarotzt, wenn ich mit Sun et al. (2017) vergleiche, wohl Ramularia coleosporii.
Konidien:
(9.3) 9.8 - 20.5 (21.9) × (3.2) 3.7 - 5.2 (5.5) µm
Q = (2.2) 2.23 - 5.3 (6) ; N = 12
Viele Grüße
Ingo
…doch natürlich ![]()
oder Böhmischer W…
… ich hör besser auf und ändere den Titel.
Danke für deine Einschätzung zur Dermatocarpon. Ich werd sie bei Gelegenheit noch mal ordentlich iodieren.
LG!
Hallo zusammen,
auf den Exkursionen der diesjährigen BMG Tagung in Tännesberg sind mir als "Beifang" auch ein paar Flechten untergekommen, die nicht untergehen sollen (bis auf die letze, die darf das, aber dazu später)
Auf einem im Moor liegenden vermutlich Pappelstamm wuchsen diese hübschen Schirmchen:
Lichenomphalia umbellifera/ericetorum, man sieht hier schön den Thallus aus kugeligen Algenzellen
und daneben eine wunderbar orchestrierte Truppe von
Multiclavula mucida
beides Flechten mit Basidiopartner, was nicht allzu häufig vorkommt.
In einem Bachtal fielen mir auf den hübschen Granitsteinen kurz oberhalb der Wasseroberfläche neben den Lebermoosen eine auffallend stabile, hübsch grün gefärbte Flechte auf:
Lugol
Pyknidien
und offenbar ein Parasit, denn diese Ascosporen sind 3fach septiert, die Gattung Dermatocarpon sollte jedoch unseptierte (max 1x septierte) Ascosporen haben.
Es dürfte sich um Dermatocarpon luridum handeln, eine Flechte, die gerne in der Sprizwasserzone von sauberen Bächen auf saurem Silikatgestein wächst.
Diese Flechte überlebt es bei Hochwasser auch mal einige Zeit unterwasser zu sein.
Leider habe ich nur Lugol's zu Hause, damit reagiert das Mark nicht. Mit Melzers sollte es rot reagieren.
Für D. leptophyllodes, die I- ist, sind mir die Loben zu groß und sie scheinen mir auch polylobär.
Aber vielleicht hat ja jemand von euch eine Meinung dazu?
Viele Grüße
Ingo
Hallo Jörg,
Es gibt für mich nur wenige Coverversionen die ich bevorzuge
da stimme ich dir zu. Aber auch wenn viele Coverversionen musikalisch langweiliger erscheinen, waren sie bisweilen kommerziell erfolgreicher..
Ein Musiker bei dem mir Cover nicht selten besser gefallen ist Bob Dylan. Ein genialer Songwriter- die Ausgestaltung oder Verfeinerung haben dann andere übernommen.
Gruß Ingo
Hallo Martin, ja hat sich alles ein bisschen gezogen.. aber das schöne ist ja, dass man sich mit den Flechten Zeit lassen kann ![]()
Danke für den Hinweis auf S. candicans. Die ist allerdings so unauffällig im Vergleich, dass sie wohl deutlich schwerer zu entdecken sein wird.
Zu den Hidden Tracks - ja Hilmi, genau, manche Bands haben auf ihren Alben nach dem letzten Stück noch eine Zugabe versteckt, die man nur entdeckt hat wenn man die LP/CD noch ein paar Minuten weiterlaufen hat lassen. Dann ging plötzlich wieder was los. Das haben viele Grunge Bands gerne gemacht, aber auch schon Pink Floyd oder The Clash vorher.
Lieben Gruß,
Ingo
Liebe Flechteninteressierte,
ich möchte euch einige wenige Funde aus der Toskana vorstellen, die ich dort im Mai machen konnte. Da es für mich alles Erstfunde sind, freue ich mich natürlich über Kommentare.
(I)
Ich beginne mit einer schwierigen Diploschistes. Fundort war ein Gesteinsaufschluss an einem Hohlweg. Schwierig, da sie nicht eindeutig auf Moos/Flechten oder eindeutig auf reinem Fels wächst. Das Gestein dort ist überwiegend silikatisch, sodass ich zunächst von D. scruposus ausgegangen bin. Offenbar gibt es dort aber auch Kalkadern im Gestein und an einigen Stellen scheint es, dass diese Flechte epiphytisch wächst, sodass ich mittlerweile doch D. muscorum vermute. U.a. C. symphycarpa könnte ein Wirt sein.
Hier in Nachbarschaft zu Cladonia symphycarpa
K Reaktion: erst gelblich, dann rasch rotbraun. Die Rx scheint leider kein valides Trennkriterium bei Diploschistes zu sein.
(II)
An einer Hafenmole fand ich auf Kunststein diese adrette "Schriftflechte" i.w. S. (nicht verwandt mit Graphis). Es handelt sich um Arthonia calcarea, eine Flechte, die auch gelegentliche Salzwassergischt erträgt.
Von dort startete ich eine kleine Wanderung zu einem Kap. Dort fand ich auf einem ins Meer ragenden Felsen eine bunte Vielfalt von halotoleranten maritimen Flechten.
Als erstes fallen natürlich die bizarren Strauchflechten der Gattung Roccella auf. Im Altertum waren diese Flechten gesuchte Rohstoffe für den roten Farbstoff Orseille (Orcein). Sie wachsten auf Vertikalflächen von wassernahen Felsen, die zumindest zeitweise Meeresgischt abbekommen.
(III)
Aufgrund der überwiegend rundlichen Arme und blaugrünen Farbe handelt es sich hier um Rocella phycopsis.
C+ rot
(IV)
In etwas geschützterer Lage fand sich eine Flechte, die mich stark an Squamarina cartilaginea erinnert hat.
Ist es aber nicht
es ist natürlich ebenfalls eine halotolerante Art: Solenospora holophaea.
Dazwischen die am Meer allgegenwärtige Xanthoria aureola und Buellia subdisciformis.
trocken
feucht
IKI
(V)
Dann gab es noch eine unscheinbare Flechte mit schwarzen Apothecien. Sowas ist ja gerne mal Tephromela atra- aber hier war ich aufgrund des Standorts gespannt was die Mikroskopie ergibt. Und siehe da, diesmal wars eine Rinodina, aufgrund C-K- wohl gennarii.
(VI)
Zum Schluss noch ein Fund einer Krustenflechte von einer Wanderung auf einen kleinen küstennahen Berg (sicher ohne Salzeinfluss;)
Der Untergrund silikatisch (getestet). Sonnen und Wind-exponier auf Vertikalfläche. Mit dieser Flechte habe ich mich wirklich lange herumgeschlagen. Sporen fand ich nicht. Dafür eigenartige schwarze Strukturen, deren Identität ich bisher noch nicht klären konnte.
Makroskopisch und vom Standort her passt Pertuaria rupicola forma coralloidea sehr gut, siehe hier.
Allerdings sollte sie C+ und P- negativ sein. Sie reagiert aber C negativ und K sowie P+ (gelb-gelborange), was über Italic zu Lepra (corallina) führt, die makroskopisch aber doch anders daher kommt. Ich schrieb also Alain Gerault an, der sie am ehesten für eine mediterrane Form von Lepra corallina hält.
K
P
C
Querschnitt
Phtobiont chloroccoid
leider keine Sporen
unbekannte Strukturen, Parasit?
Falls jemand von euch dazu noch was einfällt- ich bin für Hinweise dankbar.
So das wars, ich hoffe es war was für euch dabei,
viele Grüße, Ingo
Kennt jemand noch die hidden Tracks auf den alten Scheiben? ;D
unbestimmte aber dekorative Flechte auf einem Felsen an der Hafenmole
Hallo zusammen,
ich möchte euch einen Stacheling zeigen, den ich letzte Woche in Westschweden finden konnte. Er stand in einem sumpfigen (aber derzeit fast ausgetrockneten) Bachtal in Sphagnum bei Fichte, Erle, Birke, Weide und Kiefern (Reihenfolge=Distanz). Leider ein Einzelfruchtkörper. Was gleich meine Aufmerksamkeit aufsich zog war der glatte Hut. Er war leicht wildlederartig, sehr fein weisslich bereift, aber ohne Schuppen und Risse. Die Farbe war dunkel graubraun mit einem Stich violett. Bei Berührung dunkelte/schwärzte er sofort. Der Rand war heller und etwas eingerollt. Der gesamte Fruchtkörper maß etwa 5x8cm, war also (noch) recht klein. Das stachelige Hymenium war beige, die Stacheln etwa bis 5mm und am Stiel herablaufend. Der Stiel war unangetastet hell, etwa hymeniumfarben, bekam bei Berührung jedoch sofort eine braunrote Farbe. Das an der Stielbasis anhaftende Mycel war weisslich mit einem Blaustich. Im Schnitt kam es teilweise zu einer schwachen braunroten Verfärbung, in der Stielbasis leicht blaugrün. Der Fruchtkörper ließ sich leicht schneiden, das Fleisch war weich, nicht korkig oder verholzt. Der Geruch war im Wald sehr angenehm würzig, fruchtig. Beim Herausnehmen aus der provisorischen Tupperbox strömte mir dann ein stark maggiartiger, angenehmer Geruch entgegen. Die Kostprobe war nach 2min leicht schärflich, aber (für mich) nicht bitter. Mit diesen Merkmalen sollte es Sarcodon leucopus sein. Aus welchem Grund er den deutschen Namen "Widerlicher Stacheling" verpasst bekam kann ich nicht nachvollziehen - für mich war es einer der angenehmsten Pilzgerüche bisher. Aber gut, ich habe ihn auch nicht verspeist..
Bemerkung: die Bilder sind nicht am ursprünglichen Standort aufgenommen. Für Fotos hatte ich erst später Zeit, ich musste der Meute hinterher...
Viele Grüße aus dem sonst recht pilzarmen Schweden,
Ingo
Hallo Bernd:
„auf rohem Torf immer mal wieder zu sehen„
Vergleich mal mit Lichenomphalina (umbellifera/ericetorum).
Lieben Gruß
Ingo
Seit letzter Woche kann ich das endlich
schon beeindruckend diese kriechenden Würste.. Ich hätte auch nie gedacht, dass die so schnell und hyperaktiv sind. Und: ich hatte den Eindruck sie schnappt nach dem Stöckchen
Wenn man dann die Löcher im Holz sieht, dann möchte man sie nicht in die Hand nehmen…
Grüße Ingo
Hallo Bernd, zur Inocybe kann ich nichts beitragen, aber für mich ist das auch ein Befall. Die Teile auf den Lamellen sind die Konidienträger, die „Bruchstücke“ die Kondidiosporen. VG Ingo
Hallo Tonio, bin grad unterwegs daher nur ganz kurz: schau dirvzu 1) „Bienenkörbe“ mal Helicoon/ Helicodendron an.
Viele Grüße Ingo
Hallo Martin,
nanu wo sind denn da die Algenzellen im Schnittbild? Da hast du dich wohl verguckt? ![]()
...siehst du es gibt hin und wieder auch hübsche nicht-lichenisierte Ascomyceten!
Aber zum Fund: Ich halte ihn eher nicht für M. cornubiensis, dafür sind m.E. die Pusteln zu dick und die Fruchtkörper zu klein.
Hier mal zum Vergleich eine Kollektion von M.c. vom letzen Jahr:
Das waren richtig kräftige Teile, die großen eher über 2cm
M. boudieri scheint mir auch auf den ersten Blick gut zu passen, den hatte ich aber noch nicht.
Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der den schon in der Hand hatte?
Du hast übrigens die Seite meines Namensvetters aus Sonneberg verlinkt, ich ruf ihn auch mal dazu Ingo W
Viele Grüße
Ingo
Hallo MM, danke für die interessante Information. Dass die Linse selbst fluoresziert war mir nicht bekannt. Lichtstreuung kann bisweilen ein Problem sein, insbesondere bei multifokalen Linsen. In Kombination glaube ich dir, dass das unangenehm ist! Schön, dass eine Schutzbrille das Problem löst!
Ingo
Hallo Steffen, ich habe mich unpräzise ausgedrückt, ich meinte die Intraokularlinsen, die bei der Staroperation eingesetzt werden.
Das gilt auch für die monofokalen „Kassenmodelle“. Die obere Filtergrenze liegt in der Regel bei 400nm wie bei Brillen mit UV Filter auch.
VG
Hallo Mikromeister,
Eine Schutzbrille ist sehr sinnvoll und wenn man eine Staroperation hinter sich hat praktisch unvermeidlich
Eine Schutzbrille ist nie verkehrt! Bzgl deiner Star-Linsen kann ich aber vermutlich Entwarnung geben: falls du sie in den letzten 20 Jahren in D bekommen hast, haben sie recht sicher einen UV Schutz drin. VG Ingo
Hallo Thorben, danke, interessant! Auch wenn die Acanthopysen- artigen Hyphen im Detail schon verschieden sind, haben die Gebilde an sich va. bei Hyde & Goh doch Ähnlichkeit! Nun hab ich zumindest einen Anhaltspunkt! Ich werde heute Abend mal etwas weiter schmökern! Sehr schön!
Hallo ihr Lieben, danke für eure Mithilfe!
Stecknadelflechten wie Sclerophora können stabile Stiele ausbilden, hätten aber irgendeine Form von Fortpflanzungszellen auf der Spitze (Mazaedium etc.) und sie kämen an trockenen Standorten vor.
Xylariales hätten stabile Stiele - ein guter Gedanke- sie sollten aber irgendwo Perithecien ausbilden. Oder zumindest irgendwelche Konidien verteilen.
Das Fehlen von jeglichen zur Reproduktion dienenden Zellen ist tatsächlich seltsam.
Tja vielleicht muss ich mal was davon sequenzieren lassen um zumindest eine Idee von der Verwandschaft zu bekommen.
Viele Grüße
Hallo Martin & Bernd, was für schicke Sachen habt ihr denn da gefunden! Und wie immer toll in Szene gesetzt! Danke fürs Teilhaben lassen.
Ingo
Hallo Forum,
im Mai fand ich auf einem teilweise im Morast liegenden vermorschten Laubholzast eine Kolonie kleiner gestielter Objekte mit weißem Puschelkopf.
Die Stiele messen etwa 1-2mm, teilweise entspringen sie gebündelt und erst im ausgewachsenen Stadium schieben sich weiße "Hyphen" oben heraus.
Für Synnemata eines Hyphomyceten sind sie mir eher zu stabil, sie besitzen eine eigene "Cutis" und sind sehr kräftig. Innen laufen glatte, pigmentierte verzweigte "Hyphen", sobald sie oben in die Luft herausschauen werden sie hyalin und sind von feinsten Stachelchen besetzt. Auch sie sind verhältnismäßig extrem stabil.
Die Holzproben wurden nun fast 4 Wochen in der Feuchtkammer inkubiert ohne dass sich Fruchtkörper oder Sporen nachweisen ließen.
Ich habe die Stiele längs geschnitten und auch das Holz aufgeschnitten und konnte keine tierischen Spuren (Larven, Würmer etc.) finden.
Allerdings fielen mir auf der Rückseite des Holzstücks schwarz pigmentierte Demarkationslinien auf, die wiederum für pilzlichen Ursprung sprächen, falls sie dazu gehören.
Außerdem hat sich in der Feuchtkammer auf den frischen Bruchkanten des Holzes ebenfalls ein filziger Überzug, ähnlich der auf den Stielen befindlichen Pinselhaare gebildet.
Von den französischen Pilzfreunden wurden mir Feinwurzeln vorgeschlagen- das möchte ich ausschließen, denn das Holz ist mausetot und nicht von Pflanzen be/durchwachsen.
Meine momentan favorisierte Hypothese ist, dass es sich um Luftmycel eines holzbewohnenden (Basidio?)myceten handeln könnte. Nur warum das dann solche Stiele bildet?
Oder die Stiele sind von einem anderen Lebenwesen übriggeblieben und das Mycel wächst nur zufällig aus den leeren Röhrchen heraus?
Vielleicht hat ja von Euch jemand eine Idee?
Fundort:
Der Ast lag mit einem Ende im Wasser, die UMO's unterwasser hatten nur Stiele, über Wasser kamen dann die Puschelköpfe dazu
entnommenes Stück Holz
nach 3-4 Wochen in der Feuchtkammer zeigt sich auch an den Bruchkanten weissliches "Myzel", im Hintergrund die Stielchen
pigmentierte Demarkationslinien
Längsschnitt des Stieles, Blick auf die Rinde
Der Hyphenschopf lässt sich mit der Pinzette aus dem Stiel herauszupfen
"Hyphen" innerhalb des Stieles pigmentiert, glatt, verzweigt, teils schnallenartige Zellgrenzen
Hyphen mit Luftkontakt mit feinen Härchen/Spikes
keine Anfärbung mit KongoR
Ich schließe mit Spock: Faszinierend.
Aber ich habe keine Ahnung was das sein soll und ob es überhaupt ein Pilz ist.
Ich zähl auf Euch,
Ingo
Hallo Christine, das sind tatsächlich auch „Pilzmücken“ die eben nicht nur Großpilze befallen sondern auch zB Rostpilze. In diesem Fall der Gattung Mycodiplosis. Manche sind wirtsspezifisch (wie oft auch ihr Wirt) andere (wie zB M. coniophaga) fressen offenbar fast alles. Welche Art das nun genau ist kann ich dir nicht sagen. Meine Erfahrung ist aber, dass Rostpilze auch nicht seltener befallen werden als zB Steinpilze…
Viele Grüße
Ingo
Ach ja noch zur Erklärung: der Witz an diesen skurrilen Konidien ist, dass sie quasi "eine Luftblase umwickeln" mit deren Hilfe sie dann auf dem Wasser zu neuen Ufern davonschwimmen
Einen Nachtrag hab ich noch. Wie ich erst später herausfand gabs auf dem Stöckchen mit der Adelphella noch einen Aero-aquatischen Hyphomyceten. Helicoon richonis. Für mich als Lakritzfan (darf ich in Bayern natürlich nicht laut sagen
) ein absolutes Schmankerl:
Sp: (70.4) 70.5 - 81.2 (84.8) × (42.9) 44.2 - 53 (53.3) µm Q = (1.4) 1.43 - 1.78 (1.8) ; N = 10
Lecker, lecker
und ein bisschen scharf ![]()
schöne Pfingsten euch,
Ingo
