🍄❓Was hab ich hier gefunden? Gewöhnlicher ButterrĂŒbling?❓

Es gibt 15 Antworten in diesem Thema, welches 3.642 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von King Stropharia.

  • Guten Morgen, liebe Fories,


    wieder mal ein Gartenfund, aber diesmal nicht im eigenen: Diese Kerlchen klaubte ich "ĂŒbern Zaun" aus einem Beet mit altem Rindenmulch bei Frau Nachbarin.

    Nachdem ich ihn angeschaut, aufgeschnitten, berochen und recherchiert habe, lande ich beim ButterrĂŒbling (Rhodocollybia butyracea).

    In den BĂŒchern steht, daß er ein Mycorrhiza-Pilz ist. Dort in der NĂ€he standen aber nur ein Zwergahorn und ein Rhododendron, etwas weiter ein Flieder, also eher nicht geeignet. In ca. 20m Entfernung kommt dann eine Kiefer...oder könnte das Holz der Hackschnitzel schon ausreichen?


    Pilzbeschreibung (Fruchtkörper)


    WUCHSORT: Garten

    WUCHSFORM: Einzeln oder Zweierfruchtkörper

    WUCHSZEIT: November

    SUBSTRAT: Gartenboden mit Hackschnitzeln/Rindenmulch

    GEHÖLZE IN DER NÄHE: Zwergahorn, Rhododendron, Flieder, Kiefer

    HUTFORM (Dm, BESCHAFFENHEIT): Dm ca. 6cm, flach gerundet, ausgebreitet, Mitte leicht gebuckelt, Hutfleisch eher dĂŒnn

    HUTFARBE: Braun, zum Rand hin blasser, OberflÀche glatt, radialfaserig

    STIEL (LÄNGE, BESCHAFFENHEIT): Lg. ca. 6cm, außen sattbraun, faserig-zĂ€h, innen wattig-gefĂŒllt, weißlich

    STIELBASIS: Keulenförmig verdickt, mit Mycelfilz bedeckt, kleine Mycel"wurzeln"

    BESCHAFFENHEIT DER FRUCHTSCHICHT: Lamellen cremeweiß, dicht, untermischt, gebogt, Schneiden etwas unregelmĂ€ĂŸig geformt, aufsteigend angewachsen/angeheftet

    ANSCHNITT: Stiel innen weißlich, wattig gefĂŒllt, Hutfleisch hell, zwischen Stiel u. Hutfleisch dunkle Schicht, aber dennoch verwachsen

    VERFÄRBUNG: Keine

    SPORENPULVER: Hell (cremeweiß?)

    GERUCH: Angenehm pilzig

    GESCHMACK: Nicht getestet


    So, und hier noch 3 Fotos. Leider wieder nur mit dem ipad, aber ich glaube, man kann ihn erkennen.


    1.: Trotz schlechter BildqualitĂ€t m.E. gut zu erkennen: Der Kontrast zwischen schokobraunem Stiel u hellen Lamellen, die Faserigkeit des Stiels und der Mycelfilz mit "WĂŒrzelchen" an der Stielbasis. Es hĂ€ngen noch Reste der Holzschnitzel dran.


    2.: Der Hut: Radialfaserig, glatt, dunkelbraun in der Mitte u nach außen hellbraun bis beige


    3.: Durchgeschnittene Stiele (ohne Hut, der war schon ab, als ich ihn fand) des einen Doppelfruchtkörpers, dessen schon etwas vertrockneter kaputter Hut von unten (Lamellen!), der komplette zweite FK.


    Die durchschnittenen Stiele sehen aus wie zwei komische SchwĂ€ne...==Gnolm11🩱🩱

    Pilzige GrĂŒĂŸe,

    GrĂŒni/Kagi ==12


    117 Pilzchips


    (120PC Stand 07.01.24 -15PC Einsatz APR 2024 = 105PC +4PC Platz 9 APR 2024 +3PC Gnolmhessisch-Bonus +3PC fĂŒr Sozialphahl= 115PC Stand 05.01.2025 -15PC Einsatz APR 2025 = 100PC +3PC 1. RĂ€tzler ĂŒber die Mitte +3PC Am nĂ€chsten an Schnapspunktzahl 222 +2PC 1500. Beitrag im RĂ€tzelthread +3PC SelbsteinschĂ€tzung +3PC Bonus Bunte Gratulations-Lobhudelei +3PC Sondierungsphahl Salate = 117PC Stand 10.01.2026)


    –––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––


    Meine Zeichnungen und Fotos sind außerhalb dieses Forums
    nicht ohne meine vorherige Genehmigung zu verwenden!


    GrĂŒnis/Kagis verrĂŒckte Pilzwerkstatt

    Pilze an ungewöhnlichen Orten finden!

    Einmal editiert, zuletzt von GrĂŒni/Kagi ()

  • Hallo GrĂŒni,

    das sollte der Horngraue RĂŒbling (Rhodocollybia asema) sein, ein typischer Massenpilz des SpĂ€therbstes, der buchstĂ€blich ĂŒberall auftauchen kann. Von manchen Autoren wird er nur als VarietĂ€t des ButterrĂŒblings angesehen, andere fĂŒhren ihn als eigenstĂ€ndige Art.

    Sehr schöne Dokumentation ĂŒbrigens.

    FG

    Oehrling

    PSVs dĂŒrfen weder ĂŒber I-Net noch ĂŒbers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo GrĂŒni,

    das sollte der Horngraue RĂŒbling (Rhodocollybia asema) sein, ein typischer Massenpilz des SpĂ€therbstes, der buchstĂ€blich ĂŒberall auftauchen kann. Von manchen Autoren wird er nur als VarietĂ€t des ButterrĂŒblings angesehen, andere fĂŒhren ihn als eigenstĂ€ndige Art.

    Sehr schöne Dokumentation ĂŒbrigens.

    FG

    Oehrling

    Hallo Oehrling,

    danke fĂŒr deine EinschĂ€tzung und fĂŒrs Lob! Ich schwankte auch zwischen dem "normalen" ButterrĂŒbling und dem horngrauen, fand ihn dann farblich eher als R. butyracea. Ich lasse mich da natĂŒrlich gerne eines Besseren belehren, wĂŒĂŸte aber gerne, woran genau du R. asema festmachst - immer vorausgesetzt, daß es eben zwei Arten sind. (Ok, die Fotos sind nicht so der KnĂŒller, ich weiß...) MĂŒĂŸte er als butyracea satter und rötlicher braun auf dem Hut sein?


    Servus beinand',

    seh ich auch so.

    Ich hÀtte aber auch gedacht, dass das ein Mykorrhizapilz ist.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Hallo Werner,

    ja, das mit der Mykorrhiza ist so 'ne Frage...woran die sich in dem Falle wohl festgesetzt hat?

    Pilzige GrĂŒĂŸe,

    GrĂŒni/Kagi ==12


    117 Pilzchips


    (120PC Stand 07.01.24 -15PC Einsatz APR 2024 = 105PC +4PC Platz 9 APR 2024 +3PC Gnolmhessisch-Bonus +3PC fĂŒr Sozialphahl= 115PC Stand 05.01.2025 -15PC Einsatz APR 2025 = 100PC +3PC 1. RĂ€tzler ĂŒber die Mitte +3PC Am nĂ€chsten an Schnapspunktzahl 222 +2PC 1500. Beitrag im RĂ€tzelthread +3PC SelbsteinschĂ€tzung +3PC Bonus Bunte Gratulations-Lobhudelei +3PC Sondierungsphahl Salate = 117PC Stand 10.01.2026)


    –––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––


    Meine Zeichnungen und Fotos sind außerhalb dieses Forums
    nicht ohne meine vorherige Genehmigung zu verwenden!


    GrĂŒnis/Kagis verrĂŒckte Pilzwerkstatt

    Pilze an ungewöhnlichen Orten finden!

  • Nabend GrĂŒni,

    beeindruckende PrĂ€sentation. Wohl schon im APR Trainingslager... GeschĂŒtze langsam hoch fahren...==Pilz24

    GrĂŒĂŸe aus dem Moseltal

    Marco
    ----------------------------------------------------------------------------
    Wenn das Leben Dir einen Korb gibt... geh Pilze sammeln. ==18

  • Hallo zusammen,

    der typisch aussehende Rhodocollybia butyracea ist ziemlich freudig rotbraun, das kann ich auf den Fotos nicht erkennen. Dass es ein Saprobiont und kein Mykorrhizapilz ist, habe ich aus der großen Menge Streu geschlossen, die ĂŒblicherweise der Stielbasis anhaftet (hier gut zu sehen!). Das ist mMn ein typisches Merkmal von Streuzersetzern.

    FG

    Oehrling

    PSVs dĂŒrfen weder ĂŒber I-Net noch ĂŒbers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Spanende Diskussion zur Ökologie. Ich habe gestern dieselbe Art gefunden und war extrem verwundert, als ich in meiner Fachliteratur las, das sei ein Symbiosepilz. Der Fruchtkörper saß nĂ€mlich wirklich nur Locker in der Streuschicht
aber die BĂŒcher sind sich einig.


    Kann er vielleicht beides? Der Parasitische Röhrling soll doch auch Mykorrhiza können, gell?

  • Hallo Oehrling,

    ==Pilz25

    danke fĂŒr deine AusfĂŒhrungen, dann kann ich es nachvollziehen. Freudig rotbraun gefĂ€rbt war der Hut meines FK definitiv nicht.

    Ja, er lebte dort wohl als Saprobiont. Daß er ein Mykorrhizapilz sein soll, hatte ich in verschiedenen Quellen gefunden. Aber das muß ja net immer alles stimmen...

    Pilzige GrĂŒĂŸe,

    GrĂŒni/Kagi ==12


    117 Pilzchips


    (120PC Stand 07.01.24 -15PC Einsatz APR 2024 = 105PC +4PC Platz 9 APR 2024 +3PC Gnolmhessisch-Bonus +3PC fĂŒr Sozialphahl= 115PC Stand 05.01.2025 -15PC Einsatz APR 2025 = 100PC +3PC 1. RĂ€tzler ĂŒber die Mitte +3PC Am nĂ€chsten an Schnapspunktzahl 222 +2PC 1500. Beitrag im RĂ€tzelthread +3PC SelbsteinschĂ€tzung +3PC Bonus Bunte Gratulations-Lobhudelei +3PC Sondierungsphahl Salate = 117PC Stand 10.01.2026)


    –––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––


    Meine Zeichnungen und Fotos sind außerhalb dieses Forums
    nicht ohne meine vorherige Genehmigung zu verwenden!


    GrĂŒnis/Kagis verrĂŒckte Pilzwerkstatt

    Pilze an ungewöhnlichen Orten finden!

  • Hallo zusammen,

    Also ich kann nur aus Erfahrung berichten aber einige Arten scheinen beides (saprobiont, mykorrhizabildend) zu können. Wenn dieser Trompetenpfifferling rein in Symbiose lebt weiß ich auch nix mehr, dieser Stamm ist schon seit einer weile tot.


    Hier einmal buchstÀblich direkt neben einem Schwefelkopf am Stubben

    Und hier einmal wunderschön rasig, mykorrhizabildend am Waldboden


    Ich denke manche Arten können da einfach fast

    alles, mykorrhiza, Folgezersetzer, 


    Viele GrĂŒĂŸe

  • Moin Schrumz,


    Ich glaube wir mĂŒssen hier zwei Dinge ganz streng voneinander trennen: anderseits diejenigen Symbiose Pilze, die auf so genanntem „falschem Substrat“ Wachsen, weil ihr Myzel durch vermodertes Holz oder Ähnliches Einfach hindurch gewachsen ist.

    Dazu wĂŒrde ich deinen Pfifferling zĂ€hlen. Er frisst nicht, wie der Hallimasch, das Totholz. Diese FĂ€higkeit hat er im Laufe der Evolution lĂ€ngst verloren. Er ist in seinem Dasein völlig abhĂ€ngig von einem Baumpartner.


    Und auf der anderen Seite stehen – so die Theorie hier – eben Pilze, die beides können: Symbiose und Sabrobe Lebensweise. Ich erinnere mich, irgendwo gelesen zu haben, dass der Parasitische Röhling, Nur wahlweise und bei NĂ€hrstoffmangel auf Kartoffelbovisten eParasitiert. Ob das wissenschaftlich gestĂŒtzte ist weiß ich nicht. Vielleicht kann uns das jemand von den erfahreneren Mykologen beantworten.


    VG

    • Offizieller Beitrag

    erledigt

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschÀdigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur BestimmungsvorschlÀge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Schrumz, hallo King!

    ==Pilz25

    danke fĂŒr eure Beispiele und Gedanken zu diesem sehr interessanten Thema, das sich hier aus einer eigentlich simplen Pilzanfrage mit einem eigentlich "gewöhnlichen" Pilz ergeben hat! Bin gespannt, ob sich noch jemand dazu Ă€ußert...

    Pilzige GrĂŒĂŸe,

    GrĂŒni/Kagi ==12


    117 Pilzchips


    (120PC Stand 07.01.24 -15PC Einsatz APR 2024 = 105PC +4PC Platz 9 APR 2024 +3PC Gnolmhessisch-Bonus +3PC fĂŒr Sozialphahl= 115PC Stand 05.01.2025 -15PC Einsatz APR 2025 = 100PC +3PC 1. RĂ€tzler ĂŒber die Mitte +3PC Am nĂ€chsten an Schnapspunktzahl 222 +2PC 1500. Beitrag im RĂ€tzelthread +3PC SelbsteinschĂ€tzung +3PC Bonus Bunte Gratulations-Lobhudelei +3PC Sondierungsphahl Salate = 117PC Stand 10.01.2026)


    –––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––‱~‱–––––


    Meine Zeichnungen und Fotos sind außerhalb dieses Forums
    nicht ohne meine vorherige Genehmigung zu verwenden!


    GrĂŒnis/Kagis verrĂŒckte Pilzwerkstatt

    Pilze an ungewöhnlichen Orten finden!

  • Hallo nochmal,

    Also manche von den Trompetenpfifferlingen wuchsen wirklich direkt auf Stubben, nicht irgendwie durch kleine HolzstĂŒckchen auf dem Boden hindurch, sondern aus einem gut 50 cm hohen Stubben heraus, direkt neben Schwefelköpfen. Um den Stubben herum waren dann auch keine auf dem Boden, also wĂŒrde ich bezweifeln, dass ein Mykorrhizamyzel einen solchen Stubben nur fĂŒr die Fruchtkörperbildung durchwĂ€chst und daneben am Waldboden keine wachsen. Ich bin kein Mykologe und lasse mich auch gern eines besseren belehren aber mich wĂŒrde es wirklich wundern wenn Trompetenpfifferlinge nicht zumindest gewisse saprobiontische Eigenschaften hĂ€tten. Ich hab zwar auch schon die ein oder andere Marone auf Totholz gefunden aber da immer im Wurzelbereich in BodennĂ€he sodass es da wahrscheinlich ist, dass die nur durchgewachsen ist, aber bei den Trompetenpfifferlingen sieht das nicht so aus.


    Viele GrĂŒĂŸe

    Christian

  • Hallo nochmal,

    Also manche von den Trompetenpfifferlingen wuchsen wirklich direkt auf Stubben, nicht irgendwie durch kleine HolzstĂŒckchen auf dem Boden hindurch, sondern aus einem gut 50 cm hohen Stubben heraus, direkt neben Schwefelköpfen. Um den Stubben herum waren dann auch keine auf dem Boden, also wĂŒrde ich bezweifeln, dass ein Mykorrhizamyzel einen solchen Stubben nur fĂŒr die Fruchtkörperbildung durchwĂ€chst und daneben am Waldboden keine wachsen. Ich bin kein Mykologe und lasse mich auch gern eines besseren belehren aber mich wĂŒrde es wirklich wundern wenn Trompetenpfifferlinge nicht zumindest gewisse saprobiontische Eigenschaften hĂ€tten. Ich hab zwar auch schon die ein oder andere Marone auf Totholz gefunden aber da immer im Wurzelbereich in BodennĂ€he sodass es da wahrscheinlich ist, dass die nur durchgewachsen ist, aber bei den Trompetenpfifferlingen sieht das nicht so aus.


    Viele GrĂŒĂŸe

    Christian

    Hallo Schrumz,

    ich habe auch schon diverse Mykorrhiza gesehen, die scheinbar "auf" Totholz wuchsen. Diesen Sommer fand ich sogar Maronen, die auf einem en-erdeten Baumwurzelwerk in ca. 1,2-1,5 Metern höhe direkt auf dem Altholz Wuchsen. Aber das liegt in diesen FĂ€llen wirklich daran, dass das Myzel sich in das Totholz ausdehnt, ohne es jedoch zu verzehren. Ich lege meine Hand dafĂŒr ins Feuer, dass deine Pfiffis da nicht saprobiontisch gelebt haben. Dass sie das nicht können, ist unter anderem auch der Grund dafĂŒr, dass man Pfiffis nicht zĂŒchten kann. Wenn du eine saprobiontischen Pfifferlingsstamm gefunden hĂ€ttest, dann könntest du bald Multi-MillionĂ€r sein...

    VG
    Stropharia