Beiträge von King Stropharia

    Moin Norbert,

    natürlich erwarte ich nicht die ganz große Ausbeute. Das einzige, was ich mir wünsche (und sonst auch jedes Jahr hatte), sind ein paar kulinarisch irrelevante Bestimmlinge: Irgendwelche LBMs oder von mir aus auch Helmlinge oder Schwindlinge. Hauptsache etwas, um Spaß am Bestimmen zu haben. Aber nichtmal das gibt es.

    Man kann auch hierzulande Präparate kaufen, die professionell aus Schnetterlingstrameten hergestellt worden sind. Einfach mal in der Apotheke fragen…

    Dieser "professionelle" Verkauf ist ethisch sehr fragwürdig. Da werden Kranken Menschen, die sich Heilung erhoffen, für viel Geld unwirksame Mittelchen angedreht. Sowas würde ich nicht unterstützen. Außerdem: Was wirklich hilft ist die Bewegung im Wald und die wäre dann ja auch noch gestrichen. Johanniskraut induziert übrigens bestimmte Enzyme in der Leber, was zu einem ungewollten Wirkungsverlust von Medikamenten führen kann, falls die über diese Enzyme abgebaut werden. Also Vorsicht mit Johanniskraut bei Einnahme anderer Medikamente.

    Alles was ich sagen wollte ist, dass man das Zeug auch kaufen kann, wenn man aus irgend einem Grund nur am Konsum und nicht primär an der Suche interessiert ist. Unethisch ist es auch nicht, den Extrakt bestimmter Pilze oder Pflanzen anzubieten, solange man keine unrealistischen Versprechen macht. Was sich Konsumenten selbst versprechen ist den Anbietern nicht direkt anzulasten.

    Hallo Zusammen,

    ich wollte mal eine Abfrage zu Eurem bisherige Pilzjahr in Waldhabitaten starten. Denn bei mir sieht es in diesem Jahr bisher echt mau aus: Obwohl ich in der Region Hamburg nicht in einer Trockenheitsgeplagten Gegend wohne, sind die Wälder und meine sonst lebhaft bepilzten Habitate in diesem Jahr sprichwörtlich tot. Es wächst einfach nix. Meine besten Funde sind ein paar alte Schmertterlingstrameten und Birkenporlinge vom letzten Jahr.


    Ist es bei euch auch so mau, oder habe ich einfach nur den guten Blick verloren?


    Viele Grüße

    Stropharia

    Mich lässt das Thema noch nicht los. Ich möchte noch einmal dafür plädieren, dass ich die Klassifikation okay finde:


    Tödlich giftige Pilze sind Pilze, die auch in geringer Menge verzehrt bei völlig gesunden Menschen regelhaft den Tod verursachen, oder regelhaft zu irreversiblen Schäden lebenswichtiger Organe führen.


    Stark giftige Pilze ( wozu ich A. Muscaria und Pantherina zählen würde) sind Pilze, die zu heftigen Vergiftungen führen, die in Abhängigkeit von der Verzehrmenge und der individuellen gesundheitlichen Konstitution des Verzehrenden tödlich oder in nachhhaltigen Schäden enden können, es aber nicht zwingend tun.


    Mäßig giftige Pilze sind Pilze, die zum Teil heftige Vergiftungssymptome nach sich ziehen, die in der Regel aber folgenlos abklingen und nur in Einzelfällen gefährlich werden können.


    Leicht giftige Pilze sind Pilze, die nur zu leichten, meist gastroenterialen Vergiftungen führen, die in der Regel folgenlos abheilen.


    Dann gibt es noch die Kategorien:


    Für manche unverträglich

    Mit Alkohol giftig


    und vielleicht noch ein paar.

    So hätte ich es nie gelesen, also als Entwarnung. Einen kapitalen Fehler sehe ich auch nicht. Das Buch setzt einfach auch ein Stück gesunden Menschenverstand voraus und kennzeichnet den Pilz keineswegs als risikofrei verzehrbar.

    Viel kritischer ist es, dass man in diversen neueren Pilzbüchern liest, dass bestimmte Pilze „nur abgebrüht“ verzehrt werden sollten, was als Rohverzehr Freigabe für alle anderen (wo es nicht extra steht) verstanden werden kann.

    Hallo Zusammen,

    den folgenden Pilz habe ich als Gemeinen Schwefelporling identifiziert. Er wuchs an einem Stück Totholz, war sehr weich und beim Anfassen "saftig".
    Geruch: Intensiv, fast obstartig (natürlich mit Pilznote, nicht Erdbeeren :)). Poren: Orange. Würdet ihr die Bestimmung mitgehen?


    VG
    Stropharia


    Nochmal eine Erwägung zu S. commune und immungeschwächten Personen: Es gibt Personen, die derart immungeschwächt sind, dass auch andere ansonsten völlig harmlose Mikroorganismen zur lebensbedrohlichen Gefahr werden können. Mit anderen Worten: Unsere gesamte menschliche Umwelt ist voller Organismen, die uns bei Schwäche sofort umbringen oder stark gefährden können. Jedoch: Daraus leiten wir auch keine allgemeine "Toxizität" der Umwelt ab. Dieser Maßstab sollte auch für S. commune gelten. Nur weil einige Personen sich damit infizieren können, ist es noch nicht unbedingt ein "Giftpilz".

    Danke für die interessante Diskussion. Spannend auch, was man daraus schlussfolgern kann:

    1. Die höchste Wahrscheinlichkeit dafür, ein zweites Myzel einer gefunden Art zu finden (z.B. einer seltenen Art oder einer neu eingeschleppten Art), findet sich im unmittelbaren Radius eines Erstfundes


    2. Neu eingeschleppte oder seltene Arten verbreiten sich regional mit sehr niedriger Geschwindigkeit (geht man von einer maximalen Verbreitungsgeschwindigkeit von 200m/Radius p.a. aus und geht man vereinfacht davon aus, dass es 1 Jahr dauert, bis ein neues, fortpflanzungsfähiges Myzel entstanden ist, dann breitet sich eine Art "nur" im Umkreis von 20km innerhalb eines Jahrhunderts aus, vorausgesetzt, das Habitat endet nicht plötzlich. Haben also seltene/vom aussterben bedrohte Arten oder neu eingeschleppte Arten überhaupt reelle Chancen, sich über Habitatsgrenzen hinaus zu verbreiten?

    Hallo Zusammen,


    ich habe zwei Fragen zur Fortpflanzung von Pilzen und hoffe auf freundliche und informative Antwort:


    1. Gibt es Untersuchungen, welche Strecken Pilzsporen nach ihrer Emission durch den Fruchtkörper zurücklegen können? Falls ja, was sind so ein paar Ergebnisse?


    2. Bei vielen Pilzen ist es erforderlich, dass sich nach Sporkeimung zwei Hyphen unterschiedlichen Geschlechts treffen müssen , um ein neues Myzel bilden zu können. Ist es dafür auch erforderlich, dass die beiden (!) Sporen von unterschiedlichen Individuen abstammen, oder können sie auch vom selben „Vater“ stammen, ohne dadurch Überlebensnachteile zu haben?


    Ich freue mich auf euer Wissen!

    Danke und viele Grüße

    stropharia

    Hallo Zusammen,
    ich arbeite gerade so zum Spaß die PSV-Prüfungsfragen anhand des Buches von Guthmann/Hahn durch.
    Bei der Gattungsbeschreibung zu Amanita findet sich dort der Passus: "Sporenpulverfarbe: weiß (Ausnahmen: [...] in Deutschland nur gelb bzw. grünlich).
    Nun nehme ich nicht bei jeder eindeutigen Amanita einen Sporenabdruck, aber gibt es wirklich Arten mit gelben oder grünen Sporen in Deutschland?


    Beste Grüße
    Stropharia

    Danke für die Rückmeldungen, haben mir sehr weitergeholfen.
    Den MykoHunter finde ich ganz unterhaltsam, auch wenn es die berechtigten kritischen Stimmen gibt.
    Die Videoproduktion und Aufbereitung ist schon sehr gut gemacht, wobei ich es auch nicht richtig finde, dass er Drohnenvideos nutzt (kann ziemlich negative Auswirkungen auf die Vögel im Wald und in den Auen haben).

    Hallo Zusammen,

    bei meinen Internetrecherchen zu Pilzen stoße ich immer wieder auf das Filmangebot von pilzschule.de
    Nun meine Frage: Hat jemand schonmal mit diesen Filmen gelernt und helfen sie, von einem fortgeschrittenen Einsteiger zu einem beginnenden Fortgeschrittenen zu werden, also auch trotz erhöhter Erfahrung mit Pilzen noch größere Lernfortschritte zu machen?

    VG
    Tim