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letzter Beitrag von Tricholomopsis am

Nelken-Schwindling, Dachpilz, Trichterling, Lorchel und ???

  • 4) Elastische Lorchel?

    Am Wegesrand im Buchenwald, gut unter Laub versteckt

    Schwacher Geruch, für mich nicht einzuordnen

    Stiel glatt, nicht gefurcht

    tatsächlich sehr "elastisch" und zäh - hatte Probleme beim Durchschneiden^^

    Stiel hohl

    Fleisch brüchig

    Hutrand nicht mit Stiel verwachsen

    Hutinnenseite mit weißlich-körniger Schicht überzogen

  • Hallo,


    bei Nr. 1 und 2 passt deine Bestimmung. Den Trichterling (3) würde ich vorsichtig als Clitocybe costata bezeichnen und die Lorchel als Helvella latispora. Ich habe aber mit Lorcheln sehr wenig Erfahrung.


    VG Jörg

  • Servus Lubeca,


    ich wäre auch wie Hannes bei Infundibulicybe costata (Nr. 3), wobei es da mehr Arten in der Gattung gibt. Laut Fungi of Temperate Europe reagiert der getrocknete Hut auf der Huthaut mit KOH schwarz, was mir neu war und was ich noch nicht versucht habe.


    Dein Dachpilz (Nr. 2) ist in der Tat aus der Artengruppe rund um den Rehbraunen. Rein makroskopisch sieht er aus wie Pluteus rangifer, wobei der bordisch verbreitet ist. Vielleicht ist SH ja schon skandinavisch genug?! Man kann die beiden im Moment aber nur geneitsch trennen. Pluteus rangifer hat kräftigere, schwarze Stielfasern, was man auf deinem Foto schön sieht. Würde man sagen, der sei aus Lappland, würde er blind als Pl. rangifer durchgehen. Aufgrund des Vorkommens in Deutschland wird es dann wohl doch nur Pluteus cervinus sein (das Aggregat besteht insgesamt aus mehr als 30 Arten, wobei nicht alle in Europa vorkommen - es ist aber sehr schwierig).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Lubeca, für Vegetarier sind Deine Nelkenschwindlinge jedenfalls nichts==Gnolm7.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo,


    Also diese Lorchel interessiert mich sehr.

    Nur die Fotos verwirren mich etwas. Auf den ersten Fotos (am Standort) scheinen Kopfteil und Stiel fast die gleiche Farbe zu haben.

    Nachher ist der Hut deutlich kräftiger braun. Welche Farbe stimmt?


    Helvella latispora ist eine seltene Art, die immer wieder anders interpretiert wurde.

    Mal wurde sie mit H. stevensii gleichgesetzt (so auch auf verschiedenen Webseiten, wo die Bilder m.E. nicht immer H. latispora zeigen), mal mit H. elastica.

    Eigentlich ist es aber eine eigenständige, gute Art, die sich durch ungewöhnlich breite Sporen in der Gattung auszeichnet.

    Nach neusten Untersuchungen wird sie mit H. levis gleichgesetzt, dieser Name ist älter und hat damit Vorrang.


    Gemäss Original-Beschreibung von Boudier sollte der Kopfteil bei Helvella latispora ziemlich regelmässig sattelförmig sein, auf keinen Fall (oder nur sehr jung) "hutförmig" wie im Bild oben.

    Ich habe sie letzten November einmal gefunden:


    Sporen oft über 14 µm breit und im Verhältnis sehr kurz:



    Bei H. elastica ist der Kopfteil viel variabler und auch eher mal hutförmig:



    Makroskopisch hätte ich es deshalb auch Helvella elastica genannt, Sicherheit bringt da nur das Mikroskop.

    Es könnte auch eine ihr nahestehende Art sein, die sich kaum irgendwo in der Literatur findet.

    Ein paar Mikrobilder würden Licht ins Dunkel bringen...


    Viele Grüsse

    Raphael

  • Hallo, Raphael!


    Ich habe den ersten Beitrag wieder hergestellt.

    Daß du was falsch machst, glaube ich nicht - das Problem ist in den letzten Tagen bei anderen Mitgliedern auch aufgetreten. Es ist nur leider noch unbekannt, warum. Unser Admin ist dran, und geht dem nach.



    LG, Pablo.

  • Servus,

    eigentlich wollt ich mich ja aus der Lorchelsache raushalten da ich verm. nicht mehr auf dem neuesten Stand bin, aber:

    1. Lubeca, du schreibst die Aussenseite ist körnig; sind das Auflagerungen oder Madenauscheidungen?

    Bei H. elastica sollte die Aussenseite (fast) glatt sein (also keine haarigen Auswüchse), die Ränder zum Stiel hin gebogen, und die Hymeniumfarbe so wie auf deinen Bildern.

    D.h. Habitus und Vorkommen im Buchenwald sieht stark nach H. elastica aus. Was mich ein bisschen stört ist die Erscheinungszeit;

    H. elastica sollte im Herbst wachsen während H. latispora eine "Sommerart" ist/ sein sollte.

    H. latispora ist normalerweise sattelförmig kann aber auch mal anders verbogen sein.


    2. Das was du Craterelle -sorry-Clavaria als H.latispora darstellst wäre für mich eine etwas deformierte, ausgeblaste H. elastica.

    Denn von Sattelform ist da nichts zu sehen, die Ränder sind zum Stiel gebogen und die Aussenseite sieht glatt aus. Auch die Sporengröße und -breite würden zu H.elastica passen.

    So, Das schlimme an der Sache ist, dass sich die Sporenbreite bei H.latispora als und H.elastica überschneiden, wobei H. latispora im Schnitt 1-2µ kürzere Sporen hat.

    H.latispora sollte unregelmässig liegende Sporen in den Asci haben so dass einige fast rund erscheinen, ob das aber ein gutes Merkmal ist weiß ich nicht.

    Fazit:

    Es ist schwierig die richtigen Namen zu vergeben;(


    Grüße

    Felli

  • Morgen zusammen!

    Auf den ersten Fotos (am Standort) scheinen Kopfteil und Stiel fast die gleiche Farbe zu haben.

    Nachher ist der Hut deutlich kräftiger braun. Welche Farbe stimmt?

    Hallo Raphael, hier nochmal ein Bild der Lorchel im Tageslicht, das gibt es ganz gut wieder. Der Kopfteil ging tatsächlich etwas ins Bräunliche, ist möglicherweise durch den Transport etwas dunkler geworden oder erscheint so aufgrund der abendlichen Lichtverhältnisse.

    1. Lubeca, du schreibst die Aussenseite ist körnig; sind das Auflagerungen oder Madenauscheidungen?

    Moin Felli, ich schrieb, dass die Innenseite eine weiß-körnige Struktur hat, das sieht man einigermaßen gut auf dem vorletzten Bild, ich weiß nicht, wie ich es sonst beschreiben kann. Was du mit Auflagerungen meinst, weiß ich nicht, aber jedenfalls stammt das nicht von Maden, sondern gehört so :)

    Dein Dachpilz (Nr. 2) ist in der Tat aus der Artengruppe rund um den Rehbraunen. Rein makroskopisch sieht er aus wie Pluteus rangifer, wobei der bordisch verbreitet ist. Vielleicht ist SH ja schon skandinavisch genug?! Man kann die beiden im Moment aber nur geneitsch trennen. Pluteus rangifer hat kräftigere, schwarze Stielfasern, was man auf deinem Foto schön sieht. Würde man sagen, der sei aus Lappland, würde er blind als Pl. rangifer durchgehen. Aufgrund des Vorkommens in Deutschland wird es dann wohl doch nur Pluteus cervinus sein (das Aggregat besteht insgesamt aus mehr als 30 Arten, wobei nicht alle in Europa vorkommen - es ist aber sehr schwierig).

    Morgen Christoph, so skandinavisch kam es mir hier wettertechnisch letzte Woche nicht vor^^

    Zu Speisezwecken ist es aber unerheblich, welche Form aus der Artengruppe ich erwische?


    Schönen Sonntag und vielen Dank euch allen!

  • Zu Speisezwecken ist es aber unerheblich, welche Form aus der Artengruppe ich erwische?

    Servus lubeca,


    speisetechnisch müsste es egal sein, denn die schmecken ja alle grauenhaft. Jedenfalls die nach Radi (Rettich) riechenden. Wenn du sowas mal allein probierst, nur als Geschmackstest, wird deine Lust, die auch nur als Mischpilz mit reinzuschneiden, schnell vergehen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,

    speisetechnisch müsste es egal sein, denn die schmecken ja alle grauenhaft.

    so unterschidlich sind die Geschmäcker. Ich finde sie gar nicht so schlecht, ganz im Gegenteil von Amanita excelsa und Russula ochroleuca. Die finde ich grauenhaft.


    VG Jörg

  • @Admins: Kann mir jemand meinen Beitrag wiederherstellen? Er löscht sich immer selber. Danke... ;)

    Woran liegt das eigentlich? Mache ich irgendwas falsch?


    Hi, dass hatte ich auch mal, jedes Mal wenn ich auf antworten/abschicken geklickt habe, würde mein Beitrag sofort gelöscht. Dass lag glaube ich daran, dass ich quasi externe Smileys vom Handy benutzt habe und nicht hier aus'm Forum. :kaffee:


    Liebe Grüße, gena

  • so unterschidlich sind die Geschmäcker. Ich finde sie gar nicht so schlecht, ganz im Gegenteil von Amanita excelsa und Russula ochroleuca. Die finde ich grauenhaft.

    Servus Jörg,


    stimmt - wobei ich Amanita excelsa ebenfalls widerlich finde. Russula ochroleuca hingegen schmeckt mir scharf (heiß) angebraten ziemlich gut. Sie dürfen nur nicht verwässert sein, denn durch die Hitze (heißes Fett) gehen die unangenehm schmeckenden Geschmacksstoffe weg. Kochen sie im eigen Saft, ist da der Geschmack nicht prickelnd, das gebe ich zu.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,

    speisetechnisch müsste es egal sein, denn die schmecken ja alle grauenhaft.

    so unterschidlich sind die Geschmäcker. Ich finde sie gar nicht so schlecht, ganz im Gegenteil von Amanita excelsa und Russula ochroleuca. Die finde ich grauenhaft.


    VG Jörg

    Das sehe ich auch so, zumindest probiere ich gerne, ob es mir schmeckt, auch wenn der Speisewert als wenig überragend angegeben wird. :)

  • Hallo zusammen,

    wobei ich Amanita excelsa ebenfalls widerlich finde

    Dafür kommt er bei dir mit 3 Punkten aber noch gut weg. Das ist innerhalb der bisher abgegebenen Wertungen für den sogar die Höchstpunktzahl.


    Das sehe ich auch so, zumindest probiere ich gerne, ob es mir schmeckt, auch wenn der Speisewert als wenig überragend angegeben wird.

    Falls du Lust dazu hast, wären auch deine Bewertungen in der gemeinsamen Tabelle sehr willkommen:

    Gemeinsame Küchenmykologische Liste


    LG, Craterelle

  • Hallo zusammen,

    wobei ich Amanita excelsa ebenfalls widerlich finde

    Dafür kommt er bei dir mit 3 Punkten aber noch gut weg. Das ist innerhalb der bisher abgegebenen Wertungen für den sogar die Höchstpunktzahl.

    Servus Craterelle,


    nein, finde ich nicht. Da man ja nur ab 1 bewerten kann und auch wirklich ungenießbare Arten wie der Gallenröhrling bewertet werden sollen, dann sind 3 Punkte richtig. Schmeiße ich einen Gallenröhrling in ein Mischpilzgericht, schmeiße ich das Gericht weg. Schmeiße ich einen Grauen Wulstling in ein Mischgericht, fällt das kaum auf. Man kann ihn essen, er schmeckt nur widerlich im Reingericht.


    Das ist eins der Probleme einer rein subjektiven Skala. Der Galenröhrling wöre bei mir eine Null oder minus eins. Dann kann ich dem Grauen weniger Punkte geben. Die Skala ist aber festgelegt. Und vermutlich wird sie von den wenigsten linear verwendet, sondern logarithmisch.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,

    Schmeiße ich einen Grauen Wulstling in ein Mischgericht, fällt das kaum auf. Man kann ihn essen, er schmeckt nur widerlich im Reingericht.

    in der Liste sollte eigentlich, wenn ich das richtig verstanden habe, der reine Geschmack im Sologericht bewertet werden. In einem größeren Mischgericht fällt sogar Porphyrellus porphyrosporus nicht besonder negativ auf ^^ .


    VG Jörg

  • Servus Jörg,


    klar, aber wenn man selbst Gallenröhrlinge eine 1 geben muss, dann kann ich einem Grauen Wulstling nicht auch eine 1 geben. Und das mit dem Gericht wegwerfen soll nur zeigen, ob ein Geschmack sehr nachhaltig ist oder schnell weg ist.

    Wenn ich den Grauen essen soll (habe bei der letzten BMG-Tagung einen ohne Gewürz probieren "dürfen"), dann kann ich den schon runterschlucken, sogar kauen. Der Geschmack ist nicht sehr stark, aber eben nicht gut, unangenehm und mit einer widerlichen Komponente. Müsste ich davon einen ganzen Teller voll essen, würde es mir vielleicht nach dem x-ten Bissen hochkommen wegen des Geschmacks. Aber nicht beim ersten/zweiten wie beim Gallenröhrling.


    Über subjektive Zahlen kann man eh nicht diskutieren. Ich sehe nur, dass jeder eine andere Schwelle hat. Manche nehmen die 1 vielleicht für alles, was gar nicht schmeckt - egal, wie stark das "Nichtschmecken" ist. Andere wie ich differenzieren auch hier. So auch die meisten Pilzbuchautoren, die eben die galle absolut ungenießbar nennen, den Grauen "nur" als minderwertig. Und dem stimme ich subjektiv zu.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Halo Christoph,


    die Geschmäcker sind halt verschieden. Meine leider schon viel zu früh verstorbene ehemalige Lebensgefährtin war ein richtiger Fan vom Grauen Wulstling. Das konnte ich nie nachvollziehen da sich unsere Geschmäcker sonst kaum unterschieden.


    VG Jörg

  • Aufgrund des Vorkommens in Deutschland wird es dann wohl doch nur Pluteus cervinus sein (das Aggregat besteht insgesamt aus mehr als 30 Arten, wobei nicht alle in Europa vorkommen - es ist aber sehr schwierig).


    Hallo Christoph,


    das ist ja sehr viel. Wie viele davon sind in Deutschland zu erwarten und wo kann man das nachlesen?

    Viele Grüße,

    Emil

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