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letzter Beitrag von Felli am

BMG-Tagung auf der Burg Rothenfels - Insiderbericht

  • Hallo ihr lieben,


    nachdem Maria einen offiziellen Bericht zur BMG-Tagung gepostet hat,


    Reportage zur Bayerischen Mykologischen Tagung in Rothenfels


    kommt nun der inoffizielle. ==Gnolm7==Gnolm3


    Über die Tagung habe ich mit Christoph 76 letztes Jahr schon gesprochen und habe ihm meine Teilnahme und einen Vortrag zugesagt. Ebenso konnte ich Toffel überzeugen mitzukommen und seinen Filzröhrlingsvortrag zu halten. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer, denn ich wusste, dass bei der BMG-Tagung Gemütlichkeit groß geschrieben wird. Ok, genau genommen wird Gemütlichkeit immer groß geschrieben (da Substantiv), aber davon mal abgesehen. ==Gnolm10==Gnolm13

    Es haben sich außerdem sehr viele Experten angemeldet, u.a. auch Ditte, Günter Saar, Bernd Oertel, Harald Ostrow, Josef Christan, Tricholomopsis-Christoph sowieso und wenn Christoph76 und Rudi eine Tagung organisieren, dann richtig. Die Wiedersehensfreude war entsprechend groß. Die Exkursionstage liefen so ab: Nach dem Frühstück die Exkursionen, Mittag dann Rückkehr zur Burg mit Zeit zur Fundbestimmung, 17 Uhr Fundbesprechung; erst stellte Christoph ein paar Sachen vor und dann die Experten. Irgendwie konnte ich mich dem auch nicht entziehen. ==Pilz26


    Von den ersten 1-2 Tagen habe ich leider nur wenig Bilder gemacht. Immerhin hatten Toffel und ich schon einen Hammerpilz am ersten Tag, den wir sehr ausgiebig Fotografieren mussten. ==Gnolm26Die Trollhand Hypocreopsis lichenoides




    Die entsprechende Tabakbraune Borstenscheibe Hymenochaete tabacina gabs auch reichlich in sehr fotogen.



    Von anderen wurde ein nicht weniger spektakulärer Fund gemacht, den ich hier gerne auch zeige; Psathyrella cotonea, der Schwefelfüßige Mürbling.



    Ein paar schöne braune Ritter (Tricholoma cf populinum) bei Espe für unser Projekt gabs auch noch. ==Gnolm26



    Im Lauf der ersten 1-2 Tage kamen dann alle. Es gab auch sehr viele Überraschungen: Cortinarius-Uwe, Bettina Haberl, Felli, Chorknabe-Thomas und viele weitere.


    Das solls vom ersten Tag gewesen sein. Keine Angst, es kommen noch mehr Knallerpilze. An die anderen: Ihr könnt gerne ergänzen. ==Gnolm8==Gnolm3


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Ahoj, Stefan,


    weiter!


    LG

    Peter

  • weiter!

    Gut, dann weiter; dein Wunsch sei mir Befehl. Womit machen wir weiter? Ach ja Braune Rittterlinge. Hier kommt was ganz schnuckliges. Tricholoma aurantiumder Orangerote Ritterling. Fund von Günter und Uwe.



    Und weil es nicht genug war, gibts noch Tricholoma basirubens gleich hinterher. Da ist Name Programm. ==Gnolm25==Gnolm3



    Am nächsten Tag ging es zum Metzkar; ein toller Wald mit Altbuchenbestand und auch entsprechend totem Eichenholz. Ich war ein wenig frustriert,



    weswegen ich nur den an dem Tag fotografiert habe. ==Gnolm7==Gnolm10 Ansonsten gab es dort für mich wenig spannendes zu entdecken, aber immerhin eine schöne Tour mit Günter, Uwe, Harald Ostrow und Toffel unternommen.


    Die Fundbesprechungen waren super. Christoph fing wie gesagt an, danach kamen Günter, Uwe, Werner Jurkeit und meine Wenigkeit an die Reihe. Wenn Christoph Pilze erklärt, dann sieht das so aus.



    Und alle hören gebannt zu.



    Das war Teil 2. Ab Freitag wurde es dann richtig krass. Da sind Günter, Uwe, Harald, Christoph, Toffel und ich in den Kalkbuchenwald gefahren. Und da gabs dann so was.



    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo, Stefan!


    Famos. :thumbup:
    So schöne Funde... Die Erdritterlinge echt basirubens? Sensu welcher Autoren?

    Die Stiele sind da so glatt irgendwie...


    Auf mehr Kalkbuchenwaldkrimskrams freue ich mich jetzt schon, bei dem Preview.
    The owls are not what they seem? Oder doch?



    LG; Pablo.


  • The owls are not what they seem? Oder doch?

    Hi,


    Basirubens sensu FNE4; bestimmt allerdings von Günter. Orirubens hatten wir an den anderen Tagen massenhaft, der ist es nicht.


    Und ja die das sind Schleiereulen; Cortinarius praestans. Es kommen aber noch mehr tolle Funde; keine Angst. Stay tunend oder wie das heißt. ==Gnolm7==Gnolm3


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo; Stefan!


    Von orirubens habe ich jetzt auch einige Kollektionen gesichtet, der ist recht variabel, wäre aber bei eurem Fund auch nicht mein erster Gedanke gewesen.
    Den basirubens konnte ich in diesem Jahr auch erstmals finden, sieht dann hier so aus:






    Kann aber ja gut sein, daß eurer auch in die Variationsbreite passt.
    Eine weitere Art mit schuppigem Hut aber ganz glattem Stiel sollte ja atrosquamosum sein, der wohl auch komisch bunt verfärben darf, wenn ich das im Text bei FNE4 richtig vestanden habe. Der kerle fehlt mir allerdings noch in der Sammlung...



    LG; Pablo.

  • Den basirubens konnte ich in diesem Jahr auch erstmals finden, sieht dann hier so aus:

    [..]

    Kann aber ja gut sein, daß eurer auch in die Variationsbreite passt.
    Eine weitere Art mit schuppigem Hut aber ganz glattem Stiel sollte ja atrosquamosum sein, der wohl auch komisch bunt verfärben darf, wenn ich das im Text bei FNE4 richtig vestanden habe. Der kerle fehlt mir allerdings noch in der Sammlung...

    Hallo Pablo, an welchen Merkmalen Deines Fundes machst Du T. basirubens fest? Bei Stefans Fund war die Stielbasis ja bereits im Feld schön rot/pink, was ihn ganz gut von T. orirubens abgrenzt, der zwar auch bläuliche bis pinke Verfärbungen an der Stielbasis haben kann, aber nicht so flächig sondern eher punktuell; außerdem erst nach vielen Stunden im Warmen liegend.


    T. atrosquamosum unterscheidet sich nach der FNE4 im Grunde nur durch die Farbe des Basismycels von T. orirubens. Das ist als Unterscheidungsmerkmal etwas dünn, zumal sich die Farbe des Basismycels nach dem ernten ändern kann. Dass hier die Arten sauber auseinander getüftelt sind, kann ich nicht so recht glauben.

  • Wie Stefan schon schrieb war ich auch einige Tage bei BMG Tagung zugegen; zusammen mit Angela Günther (Mitautorin und Verlegerin der in diesem Jahr erschienenen Großpilze Jenas) bildeten wir eine Thüringer Abordnung :-) . Bei der Donnerstags-Exkursion war ich nicht wie Stefan im Buchenwald mit viel Totholz, sondern etwas unterhalb davon im sauren Mischwald mit Fichten und Buchen unterwegs. Viel habe ich an diesem Tag nicht fotografiert, aber über den folgenden Fund habe ich mich gefreut weil ein Erstfund für mich:


    Dunkelschuppiger Seifenritterling (Tricholoma saponaceum var. ardosiacum)




    Hier nochmal in jung mit einer noch deutlicher hervortretenden Stielschuppung:




    Weitere Fotos von unseren Exkursionen auf Kalk folgen, aber ich möchte Stefan nicht vorweg greifen ;-)

  • Hallo, Thomas!

    Da die Verfärbungen wohl recht variabel sein können (mit oder ohne rote Flecken an der Stielbasis, mit oder ohne blau, mit oder ohne deutlich rötende Lamellen), das Basismycel bei Tricholoma orirubens zwar schon gelblich, aber mitunter recht blass ausfallen kann, orientiere ich mich momentan vor allem an den Strukturen von Hut- und Stieloberflächen.
    Mit Bilder Vergrößern sehe ich bei eurem Fund übrigens auch jetzt so feine, dunkle Schüppchen und Fasern an einigen Stielen.
    Bei den Pilzen, die ich jetzt so (mit gelblichem Basismycel auch) als Tricholoma orirubens angesprochen habe, sind die Stiele völlig glatt und einheitlich silbrig-weiß.
    Der Unterschied zur oben geziegten Kollektion ist da schon ziemlcih offensichtlich.
    Wenn demnach also das hier Tricholoma orirubens ist:





    (und ja, wie bei vielen Gelbtönen bekommt meine Kamera auch da das gelbb nicht gebacken!)


    ...dann sind die arg schwarzschuppigen Pilze oben was Anderes.
    Tricholoma atrosquamosum soll ebenfalls einen glatten Stiel haben, Tricholoma squarrulosum dürfte nochmal eine ganz andere Hausnummer sein:


    Stiel- und Hutoberflächenstrukturen könnten dann ein recht zuverlässiges Merkmal bei den Rötern sein.

    Wobei es auch da Kollektionen mit komischen Übergängen geben wird. Ist halt wie in vielen Gruppen in der Gattung: Die Pilze sind "merkmalsarm", bzw. die Merkmale oft nicht konstant ausgeprägt.



    LG; Pablo.

  • Hallo ihr lieben,


    die nächsten Tage sind sehr voll mit Terminen, so dass ich nur kleckerweise was posten kann. Aber gut. Fangen wir an.


    Die hatte ich ja schon vorgestellt. Waren allerdings noch Jungeulen. Ist auch besser so. Wer weiß, was die Schleiereulen so mit Bergfinken anstellen.



    Nur ein paar Meter weiter die nächsten Phlegmacien; Cortinarius rhizophorus.




    Direkt daneben Cortinarius magicus, der Elfenreihenklumpfuß in alt. Leider fehlen die schönen metallisch glänzenden Farben bei den alten Fruchtkörpern.



    Spannend wird es immer, wenn Günter und Uwe eine Kollektion zur Bestimmung mitnehmen.



    Igel kurz vor dem Winterschlaf...



    Daneben ein sehr spannender Fund; das Wurzelnde Graublatt; Tephrocybe rancida neu wohl Lyophyllum rancidum. Name ist Programm. Der Pilz riecht wirklich ranzig.



    Fund von Günter: Strophariaceae war sofort klar (an Laubholz); nur welche Gattung?



    Ich dachte sofort an einen Flämmling. Wir alle haben ein bisschen hin und her überlegt; nur kam nix schlüssiges bei rum. Im Quartier haben wir dem dann Christoph gezeigt. Er meinte sofort ein Schüppling. Klar auf dem Foto sind die Stielschuppen gut zu erkennen. Im Feld war uns das nicht aufgefallen. Mit der Info war der Pilz schnell bestimmt.==Gnolm7 Die fehlenden Pleurozystiden waren auffällig (ja manchmal ist auch ein fehlendes Merkmal auffällig); die Cheilos sahen aus, die Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spielfiguren ("auf schlau" tibiform). Damit war der Fall klar. Pholiota tuberculosa; Krummstieliger Schüppling. Hatte den letzes Jahr übrigens in gradstielig. Aber gut, deutsche Namen halt. Die muss man nicht verstehen. *kopfschüttel*


    So das wars erstmal. Teil 2 des Kalkbuchenwaldes dann morgen oder übermorgen.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Ich möchte nun doch Stefan etwas vorweg greifen. Während sich die Experten auf die Phlegamtien etc. gestürzt haben (die ich auch toll fand, zu denen ich aber wenig sagen konnte), habe ich mich mit den Ritterlingen befasst. Die "guten Sachen" bleiben also für Stefan reserviert :-)



    Zunächst ein Ritterling, der sich von oben betrachtet als Amanita phalloides tarnt: grüner Hut, radialfaserig eingewachsene Hutzeichnung. Der Blick unter den Hut entlarvt ihn dann aber als den Grüngelben Ritterling (Tricholoma sejunctum).


      



    Der nächste Fund war ein im Feld häufiger anzutreffen: ein Erdritterling mit auffällig grob geschupptem, grauem Hut und weißen Stiel. Der Geruch des unverletzten Fruchtkörpers ist etwas süßlich (nicht mehlig!), die Schnittfläche riecht jedoch kräftig nach Mehl. Nach einem halben Tag im Warmen liegend entwickeln sich an der Stielbasis teils flächige türkisblaue Flecken. Vertrocknete Lamellen (vor allem am Hutrand) verfärben sich schnell rötlich. Wir haben ihn als Rötenden Erdritterling (Tricholoma orirubens) bestimmt. Zugegeben - auf die Farbe des Basismycels habe ich nicht geachtet.



    Auch nicht selten anzutreffen war ein weiterer Erdritterling mit noch kräftiger geschupptem Hut. Der Stiel war nie rein weiß sondern schwarz überfasert, mitunter auch leicht schwarz-schuppig. Der Geruch des unverletzten Fruchtkörpers war weder mehlig noch süßlich sondern irgendwie staubig mit einer kräftigen Note nach gemahlenem Pfeffer (Zitat: "Ein Geruch wie wenn man den Pfefferstreuer auffüllt."). Damit ist er mit der FNE3 FNE3 gut bestimmbar: der Schuppenstielige Erdritterling (Tricholoma squarrulosum).



    Dann stießen wir auf einen Ritterling mit grauem Hut, dessen Hutoberfläche jedoch nicht samtigig oder schuppig sondern vielmehr völlig glatt war. Außerdem wies er eine eingewachsene radial-faserige Hutzeichnung auf. Der Stiel verfärbte sich an intensiver angefassen Stellen grüngelblich. Wir haben ihm den Namen Schwarzfaseriger Ritterling (Tricholoma portentosum) gegeben.

    Christoph (Tricholomopsis) bezweifelte diese Bestimmung spontan, konnte allerdings keine andere Art zu unserem Fund in die Runde werfen. Sein Argument war das falsche Habit - T. portentosum ist eigentlich ein Pilz der Nadelwälder. Wir fanden diese Art jedoch einen Tag später erneut im Kalklaubwald, aber auch aus Jena ist mir die Art im Kalklaubwald bekannt. Christoph regte dazu eine tiefergehende Untersuchung (Sequenzierung) an. Eventuell ist uns bei der Bestimmung eine Verwechslung mit T. scioides unterlaufen. Eine Kostprobe hätte diese schnell zutage gefördert, leider habe ich dies unterlassen. T. scioides kenne ich allerdings mit deutlich metallischerer Hutoberfläche und stärker spitzgebuckelt.


      



    Zum Schluss fanden wir noch nach längerer gezielter Suche in einem Kiefernwäldchen auf Kalk eine hier typische braune Ritterlingsart: den Fastberingten Ritterling (Tricholoma batschii).




    Soweit von unseren Ritterlingsfunden an diesem Tag, weitere spannende Funde wird dann wieder Stefan vorstellen :-)

  • Hallöle!


    Ui, was für schöne Pilze!

    Pholiota tuberculosa wird ja mit unter auch "Bitterster Schüppling" genannt. Der Name ist da in der Tat programm nach meienr Erfahrung.
    Kann man durchaus mal reinbeißen, da fliegt einem unter Umständen regelrecht das Blech weg.


    Wunderschöne Fruchtkörper auch von Tricholoma squarrulosum! Würde ich auch gerne mal so finden, und nicht als halb aufgegessenes Einzelexemplar. :thumbup:

    Die Hutoberfläche von Tricholoma sciodes ist "offen" radialfaserig, also in der Haptik faserfilzig, teils sogar etwas faserschuppig. Wenn das nicht so war bei eurem Fund (mal abgesehen vom Geschmack, der etwas braucht aber dann irgendwann wirklich rasant wird), dann wird es der schon mal nicht sein.

    Nur wegen der Ökologie würde ich Tricholoma portentosum nicht ausschließen wollen, der scheint recht variabel in seinen Ansprüchen zu sein - und klar, daß man sich dann fragen muss, ob's wirklich nur eine Art ist.



    LG, Pablo.

  • Ja da hat der Thomas schon mal gut vorgelegt. Die Ritterlinge hätte ich dann auch noch vorgestellt. Macht aber nix. Dafür kommt bei mir was schönes.


    Zunächst möchte ich mich bei Günter und Uwe bedanken für die nachträglichen Bildbestimmungen. ==12Steffen und ich wurden von Namen zugeschüttet, wir konnten uns das nicht alles merken; erst recht nicht, was wir da eigentlich fotografiert hatten.


    Gut, weiter gehts mit Cortinarius magicus in jung.



    Es ist auch immer wieder schön, wenn man einen Einblick in bestimmte Pilzruppen bekommt; in dem Fall in die weißen Schnecklinge und Ritterlinge. Davon gab es auf der Tagung reichlich Arten. Der Wald hier stand voll mit Elfenbeinschnecklingen Hygrophorus eburneus. Im Unterschied zu H. discoxanthus verfärbt sich die Art im Alter nicht und dessen KOH-Reaktion ist am ganzen FK positiv; die KOH Reaktion bei unserem Fund ist allerdings nur an der Stielbasis positiv. ==Gnolm19



    Hygrophorus latitabundus der Große Kiefernschneckling hatte ich ja schon zur Boletus-Tagung. War ein schönes Wiedersehen. Ich hoffe nur, dass ich nicht wieder ein paar Jahre warten muss, bis ich den mal wieder sehe.



    Die Fotografie von der Gruppe gestaltete sich als äußerst schwierig. Immerhin 1-2 taugliche Bilder konnte ich machen. Hydnum albidum der Weiße Stoppelpilz (mikroskopisch abgesichert).



    Weil er so schön war und ich nebenbei den zum ersten Mal gesehen habe, zeige ich den gerne auch noch mal; Tricholoma squarrulosum.



    Auch wunderschön; leider nur etwas verblasst Cortinarius caerulescens - Blauer Klumpfuß.



    Dann noch ein Sensationsfund von Christoph: Xerula caussei - Schwarzbrauner Wurzelrübling. Er war darüber ganz aus dem Häuschen.



    Dankenswerterweise durfte ich Christophs Stativ für das Bild verwenden; freihändisch habe ich den nicht scharfgestellt bekommen. Dann ein großer weißer, trockener Schneckling Hygrophorus penarius.



    Abschließen möchte ich noch mit 2 Tintlingen.


    Den ersten hat Toffel gefunden (Bild auch von Toffel); am Wegrand. Sah aus, wie ein kleiner Sprechttintling. Nur der Geruch hatte nicht gepasst. Schon irgendwie streng "chemisch" nach Lösungsmittel, allerdings nicht nach Mottenkugeln.



    Großes Erstaunen überkam mich, als ich mir die Sporen von dem unterm Mikro ansah. Die waren herzförmig. ==Gnolm11==Gnolm11==Gnolm11



    Picacei-Gruppe war anhand der Velumstruktur klar. Herzförmige Sporen? In der Picacei-Gruppe? Mal geschüsselt und schnell kam ich auf Coprinopsis episcopalis. ==Gnolm15 Krass. Toller Fund.


    Den 2. Tintling habe ich von Felli auf Pferdedung bekommen. Ich hatte erst auf Coprinopis nivea getippt. Unterm Mikro war die Sache schnell klar. Sporen von 10-14 µm, stark abgeflacht, "fünfeckig". Die Nivei-Gruppe war klar; da bleibt nur Coprinopsis pseudonivea übrig. Hatte ich auch schon 2-3 Jahre nicht mehr.




    Damit verabschiede ich mich mit meiner bekannt liebenswürdigen Art; fürs erste. ==Gnolm7==Gnolm10


    l.g.

    Stefan

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  • Ganz toll, wie Ihr hier nochmals die BMG-Tagung 2019 präsentiert, Stefan und Thomas!:thumbup:

    In Gedanken war ich oft bei Euch, körperlich allerdings bei der nahezu zeitgleich stattgefundenen Dünen- und Dungpilz-Tagung in Aktion.

    Schade, dass die beiden interessanten Tagungen +/- parallel stattfanden.

    Aber man kann schließlich nur auf einer Hochzeit tanzen!

    Den 2. Tintling habe ich von Felli auf Pferdedung bekommen. Ich hatte erst auf Coprinopis nivea getippt. Unterm Mikro war die Sache schnell klar. Sporen von 10-14 µm, stark abgeflacht, "fünfeckig". Die Nivei-Gruppe war klar; da bleibt nur Coprinopsis pseudonivea übrig. Hatte ich auch schon 2-3 Jahre nicht mehr.

    Schnell klar?:(

    Hättest Du Dir doch lieber etwas mehr Zeit genommen, Stefan!

    Das ist nicht Coprinopsis pseudonivea sondern der von Dir zuerst vermutete Coprinopsis nivea!

    Coprinopsis pseudonivea ist ein völlig anderer Pilz, wie Du leicht feststellen kannst, wenn Du die "Ludwig-Tafeln" vergleichst.

    Oder wenn Du Dir die ehemalige Seite zur Art von A. Melzer anschaust.

    Coprinopsis pseudonivea.pdf


    C. nivea ist DIE klassische Pferdedung-Art, während die nie weiße, sondern immer isabellfarbene C. pseudonivea DIE Rinderdung-Art ist!

    OK. Die Sporen sind für nivea schon arg klein, ich selber hatte aber auch schon Funde mit Sporen von 12-15 x 10-12 x 8 µm.

    Die von pseudonivea fand ich stets etwas kleiner als in der Literatur genannt, nämlich 12-13 x 10 x 8 µm.

    Auch Matthias gibt bei seiner schönen Vorstellung der Art die Sporengröße mit 10-12 x 8-10 x 6-8 µm an.


    Liebe Grüße

    Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

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  • Hi Nobi,


    danke für deinen Hinweis.==Gnolm8 Ich habe gerade selber nochmals bei C. nivea nachgeschlagen. Mir war gar nicht bewusst, dass C. nivea auch solche eckigen Sporen haben kann. Bisher kannte ich das "nur" von C. pseudonivea. Für mich waren die Mikromerkmale ausschlaggebender: Sporen eckig, abgeflacht und die Länge von 10-14 µm. Ich hatte C. nivea auch schon 1-2 Mal und bei den Kollektionen waren die Sporen eindeutig ellipsoid.


    Wir hatten übrigens auch genau solche weißen Tintlinge (auf Kuhdung) auf der "Goaßlweide" 2016 in Bernried, die Peter Karasch und ich als C. pseudonivea ansprachen. (Gut, Peter hat die angesprochen; ich hab nachmikroskopiert). Ich war ja damals noch nicht so tintlingsaffin. Ich muss mal das Bild raussuchen.


    l.g.

    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Servus,

    Nach dem ich jetzt meine Tintlingsbilder umbenennen darf --> Danke Nobi;)

    werde ich dem Aufruf


    Ihr könnt gerne ergänzen.

    jetzt mit ein paar lamellenfreien Pilzen folgen.

    Sicher bestimmt sind die meiner Meinung nach aber nicht und deshalb wäre ich für eure Unterstützung dankbar!

    Das Exkursionsgebiet war am 3.Tag eine "Wachholder-Heide"über Kalk


    Als erstes trat ich beinahe auf sehr kleine, 1,5-2 cm Erdesterne.


    ein kegelförmiges, gefurchtes Peristom auf einer napfförmigen-stiellosen Endoperidie die auf einer inversen Exoperidie sitzt lassen mich an Geastrum elegans = Geastrum badia ? denken


    Kristallauflagerung auf der Endoperidie


    Sporen 4-5,5µ, braun und deutlich warzig stachlig


    nochmal in Kongorot



    Etwas weiter oben gabs ein paar vorstehend Kalkfelsen.

    Dazwischen standen dann die Tulostoma`s

    Kolektion 1:

    bis 4 cm hoch mit sparrigschuppigen Stielen

    Hier noch deutlicher


    Das Peristom eigentlich so wie man es sich bei T. brumale vorstellt, zylindrisch mit runder Öffnung auf bräunlicher Kugel, man könnte meinen einen dunklen Hof um das Peristom erkennen zu können


    Mikroskopisch Sporen so um 4 µ nicht deutlich Ornamentiert ( schwer zu erkennen)


    Das Capillitium teilw. stark wellig, mit deutlicher Septen verdickung

    hier mit CRB eingefärbt


    Tulostoma brumale ?



    2 Kollektion:

    ca.: 5 m neben Kol 1

    Fruchtkörper etwas größer/ länger,

    Stiel nur wenig geschuppt und dünner ( als Kol. 1)

    Das Köpfchen war mehr oder weniger weissbestäubt und ein brauner Hof um das Peristom war nicht erkennbar!

    Peristom

    Stielspitze sparrig schuppig

    darunter längsrillig, braun

    Sporen 3,5-5µ mit deutlicheren Warzen gegenüber Kol 1

    Sporen

    Capillitium teilw. stark wellig, ebenfalls mit deutlich verdickten Septen( hier in Melzers Reagenz)


    In meinem jugendlichen Leichtsinn geh ich trotz leichtet Unterschiede der beiden Kollektionen davon aus , dass es sich um eine Art - T. brumale - handelt.


    Aber es gibt ja Kenner der Arten hier im Forum, die mich vielleicht eines Besseren belehren können .

    Bin auf die Meinungen gespannt.


    Grüße

    Felli

  • [..] Dann ein großer weißer, trockener Schneckling Hygrophorus penarius.

    Ich denke allerdings dass es Hygrophorus penarioides war - mit dem eigentümlichem Geruch nach Maracuja, aber mit milchiger Note. Hier mal noch ein Bild:



    Außerdem - weil er einfach so schön aussieht - noch ein Bild von Cortinarius caerulescens. Gut dass ich direkt beim Parkplatz nochmal den Hang hochgekraxelt bin, sonst hätten wir diese Schönheit (und Erstfund für mich) verpasst:


    Wir haben ihm den Namen Schwarzfaseriger Ritterling (Tricholoma portentosum) gegeben.

    bei dem habe ich auch meine Zweifel. Die kenne ich nur mit kompakterer Wuchsform.

    Der Kerl musst sich durch eine dicke Laubschicht durchkämpfen, daher ist der Stiel wohl etwas länger geraten. Aber nehmen wir Deine Zweifel beim Wort - was könnte es sonst sein?!

  • Ahoj, Felli,


    bei den Tustoloma, Kollektion1

    ist recht i.d. oberen Bildhälfte Etwas Becherförmiges zu erkennen,

    vielleicht auch eine Geopora.

    Hast Du die untersucht?


    LG

    Malone

  • Das Köpfchen war mehr oder weniger weissbestäubt und ein brauner Hof um das Peristom war nicht erkennbar!

    Hallo Felli,


    bei Deiner Tulostoma 2 ist der schwarze Hof noch von der weißen, häutigen Exoperidie überdeckt. Bei einem Fruchtkörper (der rechts unten) blättert diese ab und zeigt die darunter liegende schwarzbraune Färbung.


    Mit dieser Merkmalskombination landest Du mit den bisherigen Schlüsseln bei brumale agg. . In wieviele Arten dieses Aggregat aufgespalten werden müsste und welche taxonomische Relevanz die mal mehr, mal weniger stark schuppigen Stiele haben, ist wohl noch ungeklärt.


    Grüße,

    Wolfgang

  • Hi,


    so letzter Tag. :) Zunächst noch mal 2 Schnappschüsse von Christoph und Günter bei der Fundvorstellung.




    Dann ein paar Funde von Samstag. Viel habe ich an diesem Tag nicht fotografiert.


    Ein Fund, den wir auch schon am Vortag hatten. Hohenbuehelia petaloides der Spatelförmige Muscheling.



    Tricholoma orirubens mit richtig kräftig blauer Stielbasis.



    Einen tollen Fund hatten Toffel und ich an dem Tag: Tricholoma sulphurescens - Gelbweißer Ritterling, ein Pilz der thermophilen Kalklaubwälder; weißer Ritterling, der recht schnell gilbt. Die entferntstehenden Lamellen sind auch ein gutes Erkennungsmerkmal.



    Zu guter Letzt noch einen tollen Risspilz. Markant war die Bräunung, der total bereifte Stiel und die kurzen Hymenialzystiden. Eine Art der Nadelbäume (Kiefer), die gerne in ehemaligen Steinbrüchen, Tongruben oder Sandkieferwälder mit Kalkeinfluss kommt. Inocybe tjallingjorum, der Bereiftknollige Risspilz; wer kommt bloß auf solche bescheuerten Namen? :grolleyes:



    Ein Teilnehmer hat den Pilz Ditte auf den Platz gelegt und wir haben mal zusammen mal aus Übungszwecken den mal geschlüsselt. Hat mich sehr gefreut, denn ich wollte die Art schon lange mal haben. Nun hab ich den in meiner Exsiccatensammlung. ==Gnolm25


    So das wars von meiner Seite zu dem offiziellen Teil. Ein kleiner Beitrag von einer kleinen Privatexkursion von Steffen und mir wird die Tage separat kommen. Da hatten wir auch so einges.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Einige Bilder habe ich auch noch, die ich hier gern zeigen möchte. Zunächst möchte ich den Bericht mit etwas Farbe beginnen :-).


    Zitronengelbes Reisigbecherchen (Bisporella citrina)




    Weiter geht es mit dem bereits gezeigten Eflenringklumpfuß (Cortinarius magicus) - für mich ein Erstfund Am Samstag durften wir ihn noch einmal finden, diesmal konnte man den grünen Hutrand noch etwas besser ausmachen als am Vortag:


       



    Ein weiterer Schleierling fiel durch seine ausgesprochen düsteren Lamellen auf. Er wurde spontan in die Ecke vom Bitteren Schleimkopf (Cortinarius infractus) vermutet, zur weiteren Untersuchung aber mitgenommen.




    Neben den Klumpfüßen gab es auch schleimigere Cortinarien. Hier mal ein Schleierling der sich auch von Laien wie mir schnell bestimmen lässt, so man ihn denn nicht bereits kennt: der Natterstielige Schleimfuß (Cortinarius trivialis):




    Vom Trichterförmigen Muscheling (Hohenbuehelia petaloides) hatte Stefan bereits berichtet. Ich hatte parallel auch ein Exemplar gefunden und wäre wohl mit der Bestimmung ohne Hilfe nicht weit gekommen.


       



    Im Kalklaubwald zeigte sich als einer der wenigen Milchlinge der Blasse Milchling (Lactarius pallidus):




    Alte Mönchsköpfe (Infundibulicybe geotropa) durften zur späten Jahreszeit auch nicht fehlen:




    Bei der Samstagstour war Lepioten im Kalklaubwald extrem häufig vertreten. Mit dieser Gattung habe ich mich noch kaum befasst; für diesen Fund habe ich mir Gelbstieliger Wollstielschirmling (Lepiota magnispora) aufgeschrieben.




    Ebenfalls ein Erstfund für mich war dieser Stäubling mit der auffälligen Oberfläche: der Flockenstäubling (Lycoperdon mammaformae). Ich wäre glatt daran vorbei gelaufen, hatte aber glücklicherweise aufmerksamere Begleiter an meiner Seite :-)




    Dieser Fund bereitete mir bei der Bestimmung einige Kopfschmerzen: ein kleiner in Massen auftretender Pilz auf Blättern und Ästen mit einer auffälligen radialen Hutzeichnung und zudem kräftigem Geruch nach verfaulendem Kohl. Klar, da gab es doch einige Rüblinge die genau so riechen. Beim Bücherwälzen und Schlüsseln kam ich aber einfach nicht zurande - bis ich irgendwo einen Hinweis las dass einige Arten von Gymnopus zu Marasmiellus sortiert wurden. Also hab ich mal bei Marasmiellus geschlüsselt und bin schnell zum Gemeinen Stinkschwindling (Marasmiellus foetidus) gekommen. Christoph klärte mich dann noch über die inzwischen auseinandergflückte Gattung Micromphale auf, in der einst diese ganzen kleinen Stinker zu finden waren.




    Der Orangemilchende Helming (Mycena crocata) durfte im Kalklaubwald natürlich auch nicht fehlen.




    Der folgende Helmling blieb gleich ganz unbestimmt im Wald, musste aber unbedingt aufs Bild:




    Ebenfalls häufig konnten wir im Buchenlaub diesen Becherling finden, der von anderen Wissenden im Vorbeigehen den Namen Buchenwaldbecherling (Pezizza Arvenensis) erhielt. Hier ein Bild in jung und in sehr alt (dafür dann Handteller-groß):


      



    Das war es auch von meiner Seite. Es war schön in Rothenfels, und die Bayern haben uns ausgesprochen nett aufgenommen. Ein Besuch einer der kommednen BMG-Tagungen ist daher fest eingeplant :-)

  • Hallo, ein schöner Bericht!

    Was mir noch auffällt: Ähm...wenn nun, vielleicht schaue ich ja zu ungenau hin, der unbekannte aber fotografierte Helmling eigentlich ein gesäter Tintling wäre?

    Schöne Grüße, Eberhard

    Chiprechnerei:
    202 (Leben vor d. APR 2018) - 20 (für selbiges) + 16 (für den 2. dann); +7 (Segmentwette) +9(Treppchenwette) +11 +2 für '0'm\ - und pvalschpvahl, +10(+1Pilzwette) -2 (Top6wette#2), -2 und +10(Top6wette#3)... Sind 243 und davon 20 in den Rachen des APR-'19-Finanzgnolms macht 224 (Unki meint: wohl eher 223) - 10 (Unkis Plan) =213

  • Ahoj, Eberhard,


    das ließe sich in der Tat vermuten -

    indes: es sind ein paar Lamellen zu sehen

    und die sind genauso hell wie Hut und Stiel.

    Damit ist - zumindest für mich - der Tintling raus.


    LG

    Malone

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