​Trockenpilze: Sandröhrlinge vs. Steinpilze und Verkostung weiterer Pilzarten

Es gibt 92 Antworten in diesem Thema, welches 27.441 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Peter.

  • Die finde ich frisch wesentlich besser. In Butter gebraten als Topping für ein Zitronen Risotto der Hammer.


    LG Christopher

    Ich selbst finde sie getrocknet besser, aber frisch finde ich sie auch nicht schlecht. Geschmackssache :)
    Ich glaube, die meisten sind sich einig, dass Stockschwämmchen einfach gute Speisepilze sind.

  • Reifpilz (Cortinarius caperatus)

    Testesser-1: 8- Punkte, Testesser-2: 8 Punkte. Gesamturteil: 8


    Wir (die beiden Testesser) waren uns einig, dass Reifpilze sehr gut zum Trocknen geeignet sind, und die Suppe daraus sehr gut wird, man muss aber den Geschmack mögen. Dieser Reifpilz-Beigeschmack hat uns bereits bei frisch zubereiteten Pilzen gestört, er störte auch bei getrockneten Pilzen, obwohl weniger. Der Grundgeschmack ist aber ziemlich gut und die Konsistenz ebenso. Wir fanden also, dass die Reifpilze durch das Trocknen aus kulinarischer Sicht nur besser werden.


    Den speziellen Eigengeschmack empfanden wir als etwas süßlich, sogar leicht an Fenchel oder Anis erinnernd, vielleicht sogar mit einer Honignote, wie auch bei den anderen Cortinarien. Bei Reifpilzen rieche ich persönlich etwas Süßliches erst beim Erhitzen und nicht bei frischen Fruchtkörpern (wie bspw. bei Cortinarius stillatitius).


    Getrocknete Reifpilze:


    Eingeweichte Reifpilze:


    Pilzpulver aus Reifpilzen:


    Reifpilz-Kartoffel-Suppe:

  • Hallo Alex,


    ist ja krass, dass du auch Reifpilze getrocknet hast.


    Und ja, diesen etwas anderen Geschmack muss man mögen. Wenn wir ihn dann Ende September finden, nehmen wir ihn auch gerne mit. Dann gibt es die u.a. immer mit einer gewürzten Ölmischung bestrichen aus dem Ofen. Man schmeckt ihn klar heraus und ich würde es mal in Richtung honig-kräuterartig beschreiben.


    Wenn sehr frisch, unversehrt und noch leicht geschlossen, ein erstklassiger Speisepilz.


    VG

  • Hallo,


    ich hatte das Vergnügen, den Reifpilz einmal gesondert zuzubereiten. Die Exemplare waren frisch, auch recht klein, 1A-Qualität.


    Nun, was soll ich sagen, die Geschmäcker sind verschieden. g:-)⁣ Diese Pilzart kommt bei mir nie wieder in die Pfanne. Fürchterlich … :gnichttraurig:


    Viele Grüße,

    Steffen

  • 2025 war halt ein sehr gutes Jahr für Reifpilze in unserer Region. Sie sind gefühlt an allen Stellen sehr gut gewachsen, wo ich sie je gesehen habe und an neuen Stellen auch! Da müsste ich etwas zum Trocknen einsammeln, die Reifpilze haben mich praktisch darum gebeten ^^
    "Honig-Kräuterartig" beschreibt meiner Meinung nach den Geschmack (und vor allem den Geruch!) ganz gut.

  • Die Geschmäcker sind tatschlich verschieden.

    Da hilft nur alles selber zu probieren.

  • Eichen-Rotkappe (Leccinum aurantiacum, Syn. Leccinum quercinum)


    Wir fanden Eichen-Rotkappen geschmacklich ähnlich wie andere Rotkappen die wir zuvor getestet haben (u.a. Birken-Rotkappen).

    Allerdings gibt es gerade bei Rotkappen einen riesigen Unterschied in Bewertung von meiner Frau und von mir. Ich finde getrocknete Rotkappen zwar bei weitem nicht so lecker wie Birkenpilze, aber durchaus OK. Sie schmeckt aber irgendwas bei Rotkappen heraus was sie total stört, und zwar bei allen drei Verkostungen mit diversen Rotkappen-Arten. Diesmal habe ich ihr nicht mal vorher gesagt, dasss es Rotkappen sind, so ist Experiment am saubersten. Wir sind uns nur einig, dass Rotkappen eine tolle Konsistenz und ordentlich Eigengeschmack haben.

    Meine Wertung: 9 Punkte, ihre Wertung: 6 Punkte. Durchschnitt: 7+


    Wie schaut's bei euch aus mit getrockneten Rotkappen? Gibt es noch jemanden wer etwas störendes an Rotkappen empfindet?


    Getrocknete Eichen-Rotkappen:


    Eichenrotkappen fertig gemacht um die Suppe daraus zu kochen: als Pilzpulver und eingeweicht


    Suppe aus Eichen-Rotkappen:

  • Mich stört bei allen Arten von Raufüßen etwas, wenn die getrocknet werden. Friere sie nur noch vakuumiert ein, wenn sie haltbar sein sollen. Bevorzugt ist aber frisch angebraten bei sehr hoher Hitze. Der beste Raufuß ist für mich der Gelbporige von Geschmack und Konsistenz her. Da Rotkappen bei mir selten sind (und wenn sie mal auftauchen sind es auch oft die ohnehin seltenen Fichtenrotkappen), lasse ich sie in der Regel stehen.


    LG Christopher

  • Mich stört bei allen Arten von Raufüßen etwas, wenn die getrocknet werden. Friere sie nur noch vakuumiert ein, wenn sie haltbar sein sollen. Bevorzugt ist aber frisch angebraten bei sehr hoher Hitze. Der beste Raufuß ist für mich der Gelbporige von Geschmack und Konsistenz her. Da Rotkappen bei mir selten sind (und wenn sie mal auftauchen sind es auch oft die ohnehin seltenen Fichtenrotkappen), lasse ich sie in der Regel stehen.


    LG Christopher

    Hallo Christopher, sehr interessant!


    Wie findest du den gemeinen Birkenpilz - L. scabrum? Interessanterweise hat diese Art sowohl bei mir als auch bei meiner Frau (die die Rotkappen überhaupt nicht mag) die höchste Bewertung unter getrockneten Pilzen. Sowohl was sein Geschmack als auch was die Konsistentz angeht. Frisch dagegen wird er in der Pfanne schnell zur weichen Pilzpampe.


    Den Gelbporigen Raufuss habe ich noch nie bewusst gefunden, würde natürlich gerne finden und probieren.

  • Den habe ich noch nie probiert, weil der in meinen Wäldern so gut wie nicht vorkommt. Meine Funde an Raufüßen decken bisher ab:
    - Gelbporiger Raufuß (in nahezu jedem Laubwald, zuverlässiger Massenpilz)
    - Hainbuchen Raufuß (in nahezu jedem Laubwald, in manchen Jahren Massenpilz)

    - Pappel Raufuß (eine Stelle, tauchen zuverlässig in größerer Anzahl mehrfach pro Jahr auf wenn Witterung passt)
    - Fichtenrotkappe (selten, drei Stellen, tauchen nicht jedes Jahr auf)
    - Laubwald Rotkappe (selten, eine Stelle, tauchen nicht jedes Jahr auf)


    Probiert habe ich sie alle schon frisch und getrocknet. Getrocknet haben alle Raufüße etwas Komisches. Bitterlich, metallisch? Schwer zu beschreiben.


    Bei frischer Zubereitung von knackigen Fruchtkörpern auf sehr hoher Hitze (nicht tot braten aber kräftige Röstaromen):
    - Gelbporiger Raufuß mit schöner, fester Konsistenz und tollem herzhaften Geschmack (dezente Anklänge von gegrilltem Fisch / knuspriger Fischhaut), sehr lecker

    - Hainbuchen Raufuß mit deutlich weicherer Konsistenz aber ähnlichem Geschmacksprofil
    - Pappel Raufuß mit schöner, fester Konsistenz wie der Gelbporige, auch bei größeren Exemplaren noch (solange sie knackig sind), zurückhaltenderes Aroma als bei den vorigen Arten

    - Fichtenrotkappe mit relativ weicher Konsistenz, Geschmacklich dezent pilzig, röstig, trotzdem relativ belanglos --> Keine große Bereicherung

    - Laubwaldrotkappe mit etwas festerer Konsistenz als Fichtenrotkappe. Geschmacklich für mich ebenfalls relativ belanglos


    LG Christopher

  • Oh, sehr interessant. Bei uns (Rhein-Neckar) ist nach meiner Erfahrung der gemeine Birkenpilz (L. scabrum) wahrscheinlich der häufigste, gefolgt vom Wollstieligen Raufuß (L. cyaneobasileucum). Man findet ab und zu wenige Rotkappen (L. aurantiacum, L. leucopodium und L. versipelle die ich hier verkostet habe), Hainbuchenraufüße und Vielverfärbende Birkenpilze (L. variicolor). Der Gelbporige sollte auch in der Umgebung wachsen, ich habe ihn aber selbst noch nicht gefunden.

  • Der Gelbporige ist auch eine Rote Liste Art aber eigentlich eher regional selten. Wenn es der Art gefällt, wachsen die wie Unkraut. Mag es wohl auch eher wärmebegünstigt, weil er am häufigsten in Habitaten zu finden ist, wo sich auch Sommersteinpilz und Bronzeröhrling wohl fühlen. Eventuell hilft dir das, mal welche zu finden.


    LG Christopher

  • Hallo Alex,


    die Geschmäcker sind eben verschieden. Was die Rotkappen angeht, schließe ich mich Deiner Frau an. Mir schmecken die nicht und kommen bei mir auch nicht in den Korb.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Hallo zusammen,


    jetzt mal eine kleine Extra-Verkostung einer gewissen Tricholoma-Art, die inzwischen nicht mehr zum Verzehr empfohlen bzw. sogar als giftig eingestuft wird. Es gibt dazu dokumentierte letale Vergiftungsfälle, die allesamt mit einem übermäßigen Konsum zusammenhängen – also etwa über mehrere Tage hinweg bei jeder Mahlzeit.

    Daher an alle Neulinge, die hier mitlesen, meine Empfehlung: nicht nachmachen und sich an die DGFM Positivliste der essbaren Pilzarten orientieren! Ich erwähne die Art deshalb auch ganz bewusst nicht explizit – das Thema hier soll friedlich bleiben 😉 Vollständigkeitshalber will ich die Geschmackswertung dennoch teilen.


    Unsere Wertung: Testperson 1: 7+, Testperson 2: 7−, Durchschnitt: 7.

    Die Pilze lagen allerdings schon mehrere Jahre getrocknet im Glas. Vielleicht wären frisch getrocknete Pilze geschmacklich etwas besser gewesen.


    Getrocknet:


    Eingeweicht und als Pilzpulver:


    Suppe:


  • Hallo,


    ich will nicht klugscheißen oder in der Art: Erwähnenswert wäre hier noch die Bundesartenschutzverordnung.


    Zum Thema, diesen Pilz hier überhaupt als Speisepilz vorzustellen, äußere ich mich lieber nicht.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Nur für mich zur Einordnung ;)

    Nadelwald oder Pappelbegleiter?

    Nadelwald