Hallo, Besucher der Thread wurde 9,1k aufgerufen und enthält 32 Antworten

letzter Beitrag von willy am

Warum sind Pfifferlinge nie, dafür andere fast immer wurmstichig?

  • Liebe Forengemeinde,


    ich konnte nichts konkretes finden, daher wende ich mich an Euch.


    Wie kommt es, dass Cantharellen (z.B. Pfifferlinge) nie vermadet sind?
    Genauso nie z.B. Stockschwämmchen, Birkenpilze, Goldröhrlinge...

    Warum sind Sommersteinpilze fast immer besiedelt, während die Fichtensteinpilze - zumindest bei mir - meist tadellos sind?


    Allmählich glaube ich an eine Art Wirkstoff / Aroma / Geschmack, weshalb manche Pilze verschont bleiben.


    Vielleicht weiß jemand dazu näheres, ich würde mich freuen :)

  • Hallo Kuschel,


    leider nicht. Aber nie madige Goldröhrlinge kann ich aus der Dresdner Ecke nicht bestätigen; ebenso selten madige B. edulis. (Die sind bei mir sehr häufig madig). Dafür so gut wie nie madige B. erythropus. Deine Anfrage wäre ein interessantes Forschungsthema. :alright:


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hi Stefan,


    stimmt, Flockis sind hier auch nie (!) madig. Parasole auch nicht. Goldröhrlinge habe ich ebenfalls noch nie vermadet gefunden und die wachsen hier in rauen Mengen.


    Perlpilze sind auch so herrliche Madenhochburgen :D

  • Hallo Kuschel,
    zumindest zu den Pfifferlingen kann ich etwas sagen.
    Es ist bekannt, dass sie den Darm in der Form/Größe verlassen, wie sie in den Magen gelangt sind. Es bedeutet sogar für Menschen mit Darmverengung, dass sie Pfifferlinge meiden, bzw. sehr bewusst klein kauen sollten. Will heißen - sicherlich für Pilzmücken auch kein optimales Terrain um den Nachwuchs abzulegen, da schwer aufzuschließen.
    Beim Goldröhrling würde ich auf bestimmte Inhaltsstoffe tippen, die hier abschreckend wirken. Bei Sommersteinpilz und Fichtensteinpilz denke ich ist die Witterung entscheidend, da im Herbst naturgemäß das Insektenaufkommen geringer ist als in der warmen Jahreszeit.

  • Hallo liebe Freunde madenfreier Pilze,
    einen madigen Pfifferling habe ich in den letzten 50 Jahren auch noch nicht gefunden! Goldröhrlinge schon eher!
    Bei den Flocki ´s war es in den zurückliegenden Jahres eher selten. In diesem Jahr ist seit ca. drei Wochen fast jeder Flockenstielige Hexenröhrling in meiner Region ( Mittelsachsen) mit mehr oder weniger kleinen "Mädchen" bestückt. Warum das so ist ? Fragen wir doch mal die vielen Arten von Pilzfliegen ! Ich kann ´s nicht erklären.
    Viele Grüße
    Dieter

  • Hallo Kuschel,


    die ersten Flockis, die ich in diesem Jahr gefunden habe, waren alle völlig vermadet. Von den 100 Parasolen, die ich im letzten Jahr gefunden habe, waren auch ca. 85 % leicht im Hut vermadet und daher nicht mehr verwendbar. Bei den Pfifferlingen müsstest du allerdings recht haben. Karl-Heinz' Erklärungen finde ich plausibel.


    Liebe Grüße,


    Jan-Arne

                                                                               
    Im Forum gibt es keine Verzehrfreigaben, nur Hilfestellungen zu eigenständigen Vergleichen!


    Hier findet ihr eine Übersicht über bestimmungsrelevante Informationen!

  • bei hexen war ich bis letzte woche auch überzeugt, 95% madenfrei
    die ersten 3 hexen dieses jahr.... oh gott, ein einziges tunnelsystem
    parasol auch öfters vermadet gefunden
    pfifferlinge waren immer sauber

    gruß *jürgen*


    Chipcounter: 99
    ---------------
    eine bestimmung im internet stellt niemals eine essensfreigabe dar!


  • ... hab ich auch noch nie madig gefunden. ..


    Ich werfe mal die Krause Glucke in den Ring.
    Außerdem meine ich, dass die Semmelstoppel auch madenfrei waren, aber die habe ich erst selten gefunden.
    Täublinge sind auch häufig madenfrei.

    Schönen Gruß,
    Hans aus Bremen
    ------------------
    "Es gibt Gottsucher, Ichsucher und Schwammerlsucher" (G. Polt)


  • Moin,


    vermadete Parasole, ich staune :eek:
    Vielleicht stehen Eure Maden auf eine gute Aussicht von so weit oben?! :hmmm: :D


    Ich freue mich immer, wenn ich Flockis oder Birkenpilze finde, die für mich ein Garant an Madenfreiheit sind.


    Stimmt, Hans, ich vermute bei den Semmelstopplern ist die Erklärung die Gleiche wie bei den Pfifferlingen. Schließlich sind beide verwandt. Habe auch noch nie vermadete Semmelstoppler gefunden und letztes Jahr gab es ganz viele davon *mjam*

  • Mit der Madenfreiheit ist es bestimmt eine Frage der näheren Umgebung, des Zeitraums und des Wetters.
    Besonders bei Perlpilz und Birkenpilz habe ich eine Häufung der Extreme beobachten können, auch an identischen Fundstellen aber eben zu gewissen Zeiten! Alle Pilze dort waren zeitweise madenfrei, die andere Zeit aber sehr vermadet. Es muß also mit näheren Umständen des Umfeldes zusammenhängen.


    Für alle Pilzarten wird das sicherlich so nicht gelten.
    Pfifferlinge und Semmelstoppelpilze waren bei mir auch immer frei von Befall, meine ich.
    Das wäre doch mal ein Thema bei dem eine Umfrage nützlich wäre. Ich werde mal eine machen mit vielen Speisepilzen. Vielleicht schaffe ich es aber erst morgen abend. Aber sie kommt.

  • Erstaunlich, welche Pilzarten hier genannt werden, die angeblich nie vermadet sein sollen. Sammelt einfach noch ein bisschen öfter, und dann werdet ihr auch mal vermadete Birkies, Flockies, Stockies, Täuberl und Pfiffies finden. Was ich euch natürlich nicht wünsche, ist ja klar ;)

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

    Einmal editiert, zuletzt von Oehrling ()


  • Gehe da mit Mausmann konform...z.B. sind bei mir die Steinpilze im Spätherbst immer völlig madenfrei..und auch vom Wuchs her meist die Schönsten..immer sehr kompakt und kräftig :)


    Ich habe jetzt gerade (am Montag) 4 Steinis im Radius von weniger als 50m gefunden. Drei kleine und ein mittelgroßer. der Mittelgroße und ein Kleiner waren perfekt, ein weiterer Kleiner ganz gering betroffen und der andere Kleine völlig vermadet. Außerdem sind zwei alte und eine mittelgroße Ruine im Wald geblieben.


    ...für mich war da kein System erkennbar :eek::hmmm::worm::snail:

    Schönen Gruß,
    Hans aus Bremen
    ------------------
    "Es gibt Gottsucher, Ichsucher und Schwammerlsucher" (G. Polt)


    Einmal editiert, zuletzt von nochn Pilz ()

  • Dann möchte ich doch auch mal meine Erfahrungen teilen.


    Semmelstoppel und Pfifferling habe ich auch noch nie vermadet gefunden.


    Bei Steinpilzen, egal ob B. edulis oder aestivalis, habe ich die Erfahrung gemacht, je später im Jahr, desto weniger Maden. An einer meiner Lieblingsstellen sind selbst jüngste Exemplare im Frühsommer bis Anfang Herbst fast immer bewohnt, Ende Oktober, Anfang November eigentlich nie. Diese Beobachtung habe ich jetzt schon über mehrere Jahre gemacht. Hier glaube ich, das könnte mit der Insektenflugzeit zusammenhängen.


    Vermadete Goldröhrlinge habe ich nun seit Jahren nicht mehr gefunden, aber das war einmal anders. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich in den 80ern mit meinem Vater im Wald war, damals war dar ein madenfreier eher selten. Warum das so ist, kann ich mir allerdings nicht erklären.


    Parasol und Birkenpilz sind hin und wieder vermadet.


    Zu den Hexenröhrlingen: Netzhexen sind fast immer bewohnt, glattstielige nicht ganz so oft, aber dann mit besonders dicken Madengängen, Flockies selten und wenn nur die älteren weicheren Fruchtkörper, häufig in der Röhrenschicht zuerst.


    Dass Täublinge meist nicht vermadet sind, kann ich allerdings nicht bestätigen.


    Lieben Gruß
    Christoph

  • Die Viecher die in die Pilze gehen haben halt auch ihre Zeiten und brauchen bestimmte Bedingungen.
    2012 war es z.B. im Frühjahr auf dem Friedhof hier so - ihr wißt wie riesig der ist - daß ich die ersten Perlpilze die da kamen alle madenfrei waren. Auf dem gesamten Areal. Das war so für ca. eine Woche.
    Ich nehme an da war der Winter etwas mit schuldig und die kleinen Fresssäcke noch nicht bereit in die Welt auszuziehen. Das war dieses Jahr anders. Da habe ich noch keinen madenfreien entdeckt.


  • ... Das war dieses Jahr anders. Da habe ich noch keinen madenfreien entdeckt.


    Dieses :worm: Jahr :worm: sind :worm: sie :worm: ganz :worm: besonders :worm: stark :worm: vermadet, finde ich.

    Schönen Gruß,
    Hans aus Bremen
    ------------------
    "Es gibt Gottsucher, Ichsucher und Schwammerlsucher" (G. Polt)


  • Ja, selbst die Flockies, welche bisher sehr selten bewohnt waren, sind dieses Jahr bisher alle stark befallen gewesen. :(


    Vielleicht hat das aber auch den Effekt das die Viecher dieses Jahr früher fertig sind mit ihrem Vermehrungskreislauf und die schönen Herbstpilze früher TOP aussehen. Mal abwarten.

  • Hallo zusammen,


    also die Sommersteinpilze, die ich finde, sind fast immer bewohnt. Die Edulis fast nie. Pilze generell in Laubwälder sind ebenfalls fast immer mit Maden - besonders wenn es feucht ist. Ebenso stark befallen sind die Perlpilze (egal wo sie wachsen).


    Steinpilze aus dem Kiefernwald sind eigentlich fast immer ohne.


    Ebenfalls haben selten Einwohner: Semmelstoppelpilze, flockenstielige Hexenröhrlinge.


    Parasolpilze, Pfifferlinge, Schopftintlinge und Hallimasch habe ich immer im einwandfreien Zustand gefunden.


    Was mir immer aufgefallen ist, ist dass Steinpilze die von den Schnecken angeknabbert worden sind, so gut wie nie Maden haben.


    LG
    Dodo

    Die Welt ist schön, weil sie bunt ist==Gnolm16

    "Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück. Es kommt nicht darauf an, wie lang es ist, sondern wie bunt"

    (Lucius Annaeus Seneca)

  • Hört sich jetzt etwas komisch an, aber ich hab so das Gefühl, dass es darauf ankommt wie gut die Pilzmücken den Pilz "finden".


    Mir ist das bei einer Stelle im Wald besonders aufgefallen: alle Pilze (ich glaub es waren Perlpilze) in einem Umkreis von 10m vermadet nur einer nicht weil er unter dem Graß/Moos versteckt war (nicht zu sehen!/nicht zu riechen!?). Die anderen standen relativ frei.


    Kann natürlich auch nur Zufall sein. Sicher nutzen diese Insekten nicht nur ihren Seh- und Geruchssinn für die Vermehrungsstandortsuche.


    Vielleicht wäre ein anderer Ansatz sinnvoller:
    Nicht welche Pilze werden von welchen Pilzmücken befallen, sondern welche Pilzfliegen suchen sich welche Pilze besonders gern heraus...
    Gibt sicherlich irgendwo Infos über diverse Pilzmücken.



    P.s.:
    Zu dem Thema gibt es Bücher (englisch)
    - http://books.google.de/books/a…=McUWyL0wsh8C&redir_esc=y


    - http://books.google.de/books?h…kZQzClENAq2gLvsbRLgUOASk8


    Sie lassen aber die wesentliche Antwort: warum letztendlich ein Pilz befallen wird und ein anderer nicht, offen. Interessannt fand ich jedoch, dass gewisse Raufußrörlinge von vielen Verschiedenen Pilzmücken befallen wurden andere fast nur von einer Art.

  • Hallo zusammen,
    in der Wikipedia gibt es als Einstieg Artikel zur Familie der Pilzmücken (Mycetophilidae) >LINK< und zu Tummelfliegen (Platypezidae), auch bekannt als Pilzfliegen, Plattfüßer oder Sohlenfliegen >LINK<.


    Von den Pilzmücken gibt es weltweit 3.000 Arten, in Europa ca 1.000 Arten, von den Pilzfliegen weltweit etwa 250 Arten, in Deutschland ca 25 Arten. Wie viele menschliche Spezialisten es jeweils gibt, stand nicht dabei :nana: , ich vermute mal: nicht besonders viele.


    Die meisten Arten sind oligophag, können also einige Arten nutzen, und es gibt Arten, deren "Maden" nicht von den Fruchtkörpern leben sondern vom Myzel.


    Dann gibt es noch Pilzkäfer (Erotylidae), laut Kerbtier.de weltweit 2.500 Arten, Verbreitungsschwerpunkt in den Tropen, in Deutschland nur ca 15 Arten. Sie leben in "Baumschwämmen".


    Was mich immer beeindruckt: die Arten, die ihre Eier in den Fruchtkörpern ablegen, müssen genau zu dem Zeitpunkt ihr Larvendasein und Puppenphase beendet haben, wenn die Fruchtkörper auftreten. Dann müssen sie sich schnell paaren und die Eier ablegen. Im Sommer sind die Fruchtkörper mancher Pilzarten ja nur kurz verfügbar. Das muss genau passen. Und dann müssen die Larven vermutlich im Boden verschwinden?


    Dann wird ein Wald gerodet oder ein Sturm wirft alles um, wie geht es dann weiter? Immerhin sind sie ja mobil.


    Mit der menschlichen Ernährung kann man die der Insekten nicht vergleichen. Da spielt sicher anderes eine Rolle. Eventuell tragen die Pilzmücken sogar zur Verbreitung von Sporen bei?


    Mal schauen, ob ich noch was zur Lebensweise finde.


    Viele Grüße
    Lothar

  • Hallo,
    ich vermute mal, dass es außerdem auch in anderen Insektenfamilien einzelne Arten oder Gattungen gibt, die Pilze für ihren Nachwuchs nutzen.


    Pilzmücken etc zu fangen und zu bestimmen ist schon eine Aufgabe für sich, aber dann noch Details zur Lebensweise herauszufinden - ich denke, da ist noch viel zu tun. Dafür gibt es ja kein Geld, das können nur Hobby-Entomologen machen.


    Das Fangen dürfte noch das Einfachste sein: den Pilz in ein Gaze-Netz packen und warten, was schlüpft. Dann alles abtöten und sortieren. Wichtig ist, dass der Entomologe einen Pilzkundler an der Hand hat, der ihm den Pilz bestimmt.


    Viele Grüße
    Lothar

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.