Beiträge von nobi_†

    Schöne neue Aufnahmen, Björn!:thumbup:


    Ich plädiere auch für Hypocopra brefeldii.

    ...Frage zur Zweizelligkeit: Ist das dieser kleine Nupsie an den Sporen, den man bei einigen Arten in den Skizzen an einem Sporenende sieht?

    Genau, es handelt sich um ein winziges hyalines Anhängsel.

    Sehr schön kann man das auf einigen Bildern der Hypocopra merdaria sehen, die Ralf hier eingestellt hat.

    Die Zweizelligkeit der Sporen ist nur schwer, mitunter auch gar nicht feststellbar.

    Was Doveri als H. brefeldii vorstellt (Sporen 27,5-32 x 13-17, KS bis 21) kann nicht diese Art sein!

    Krug & Cain geben die Maße mit 23-27 x (12)13-14 µm an. Das passt doch ausgezeichnet zu Deinem Fund!

    Bei brefeldii können auch mehrere Perithecien in einem Stroma fruktifizieren. Ist Dir das zufällig aufgefallen?


    Liebe Grüße

    Nobi

    Liebe Pilzleckermäulchen,


    unabhängig von Dodos wunderbarem Rezept hatte ich am Montag ebenfalls beschlossen, einige gefrostete Pilzkonserven aufzuarbeiten.

    Beim Aufräumen (was man nicht alles tut in dieser Zeit!:D) war mir ein altes handgeschriebenes Rezept entgegengeflattert, Pilzauflauf genannt.

    Ich erinnerte mich, ihn vor langer Zeit einmal zubereitet zu haben und daran, dass er gut gemundet hatte.


    Also habe ich ihn wieder einmal probiert, den Pilzauflauf.


    Hier die Zutaten. (Die Mengenangaben sind lediglich Richtwerte, kein muss!)

    - 500 g Pilze, kleingeschnitten (in diesem Fall Mischpilze aus meinem Hauswald)

    - 100 g Bauchspeck

    - Petersilie und Schnittlauch, feingehackt

    - 3 Zwiebeln, gewürfelt

    - 250 g altes Weißbrot, ca. 1 cm dicke Scheiben

    - ¼ l Milch

    - 100 g Hartkäse, gerieben

    - 200 g Schlagsahne

    - 1 Ei + 1 Eigelb

    - Schmalz

    - Salz


    Zubereitung

    1. Zwiebeln in dem erhitzten Schmalz glasig dünsten

    2. Speck und Pilze dazugeben und alles garen

    3. Brotscheiben in eine mit Bärlauchbutter gefettete Auflaufform geben und mit aufgekochter Milch übergießen




    4. Speck-Zwiebel-Pilzmischung darauf verteilen



    5. Mit dem Käse überstreuen



    6. Sahne, Eier, Kräuter und eine Prise Salz verquirlen und darüber gießen




    In der vorgeheizten Röhre bei 150° ca. 45 Minuten backen. Fertig!




    Guten Appetit!

    Lasst es Euch schmecken.

    Nobi

    Das Substrat (ich meine, gelesen zu haben, dass Nobi eher ciliatus auf Pferd findet, cuniculi auf Cervidendung) spräche damit für ciliatus.

    Genau so ist das!

    Du zeigst einige Asci mit uniseriater Sporenanordnung - das kann Lasiobolus cuniculi nicht!

    Auch sind die Haare an der Basis zu breit für cuniculi.

    -> Lasiobolus ciliatus passt!


    Liebe Grüße

    Nobi

    Elegant wie eine Gazelle oder wie hießen die grauen Tiere mit dem Rüssel

    Du meinst nicht etwa die grauen Riesen? Die Gafanten?==Gnolm11

    Das wäre wenig schmeichelhaft - aber wo Du Recht hast, hast Du Recht!;)


    Ich arbeite an dem Problem!

    Muss nur mal schnell nach meinem Eisbein mit Kartoffeln und Sauerkraut schauen.:D


    Ich hoffe, dass wir uns im Herbst sehen dürfen, Karl!


    Bis dahin, Nobi

    Fantastisch, Florian!:thumbup:

    Die Prachtbecher habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen!

    Das Haartragende Frauenhaar-Moos, Polytrichum piliferum, ist aber auch nicht zu verachten.

    Genau!

    Und mit etwas Glück findest Du in diesen Moosbeständen später im Jahr noch Neottiella vivida, auch ein hübsches Becherchen.



    Liebe Grüße

    Nobi

    Das ist schlichtweg atemberaubend, Herbert!:thumbup:

    Bastelst Du die Modelle selbst oder gibt es da einen Markt, wo man so etwas kaufen kann?

    Ich habe da echt keine Ahnung.

    Aber als nächstes werde ich ein Diorama mit Pilzen machen.....versprochen!

    Na, darauf bin sicher nicht nur ich gespannt!


    Liebe Grüße

    Nobi

    Damit haben wir eine neue Extremsportart kreiert: 🌳 "Lying-Tree-Crouching" 🌲!

    Die ersten Meisterschaften finden während des nächsten Pilztreffens im Nebenprogramm statt...

    Ich bin dabei! Mit den Trainingseinheiten sind wir beide ja schon mal Favoriten fürs Treppchen!==Gnolm8 Mit einem weiteren Bild habe ich soeben ergänzt.

    Mich fotografiert dabei niemand, bin meist alleine unterwegs

    Mich hat auch niemand fotografiert, sondern während dieser Tortur gefilmt!;) Ich habe die Bilder aus dem Film geschnitten.


    LG, Nobi

    Nur, um euch etwas zu unterhalten, habe ich es auf mich genommen, diese peinlichen Bilder zu veröffentlichen!

    Ich find's klasse, Grüni! Und Du hast das ganz entspannt gemeistert!:thumbup:

    Das sah bei mir vor zwei Jahren in der Champagne ähnlich aus, nur bei weitem nicht so relaxt.

    Ich hoffe, Du hast nichts dagegen, wenn ich Deinen Thread mit ein paar Bildern ergänze.

    Im erwähnten Champagne-Beitrag würden sie chronologisch zwischen Bild 5 und 6 stehen.


    Bei ca. 35°C und einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von nahezu 100% nach einem Gewitterguss galt es diese Bodenhindernisse zu überwinden.



    Fast geschafft!



    Völlig durchgeschwitzt und voller Vorfreude auf eine eiskalte Dusche und ein Bad im nahe gelegenen See.



    Doch vorher gilt es, noch eine letzte Hürde zu überwinden!



    Ich finde, in dieser schwierigen Zeit sollten wir den Humor nicht verlieren! Er war und ist eine gute Medizin!==Gnolm8

    Liebe Grüße

    Nobi

    Sehe ich das richtig, dass die H. ornitophila wesentlich größere Sporen haben sollte (40 x 22 µm)?

    Nein, definitiv nicht! Ich weiß nicht, wieso die Dänen auf so große Werte kommen. Vielleicht nur an der Skala abgelesen und nicht umgerechnet?

    Mit den Maßen wäre das jedenfalls nicht Hypocopra ornithophila was sie abbilden. Soviel zum Thema Internet-Recherche.:(

    Krug & Cain (New species of Hypocopra, 1974) geben folgende Sporenmaße an: (22)23-29 x (11)12-14.

    Doveri übernimmt diese Maße in seinen Schlüssel: 23-29 x 12-14.

    Nun habe ich mir soeben die Originalbeschreibung von Spegazzini (in: Fungi Patagonici, 1887) herausgesucht. Dort sogar etwas kleiner: 22-24 x 11-12.

    Also die Sporen haben tatsächlich nahezu die gleiche Größe wie die von brefeldii! Nur eben eine andere Form und einen vermutlich durchgehenden Keimspalt.


    Demnach scheint nichts gegen Hypocopra cf. ornithophila zu sprechen, es sei denn Du findest noch zweizellige Sporen.;)


    Liebe Grüße

    Nobi

    Wie nicht anders zu erwarten, ist das mal wieder eines der schwierigen Hypocopra-Probleme, Florian.

    Und Du machst es noch schwieriger, indem Du bei der Sporenbreite die Maße der Preussia terricola angibst!;(

    Bitte mal korrigieren.

    Die Sporen messen 25 - 27 x 4,5 - 4,8 µm.

    Tatsächlich sieht es so aus, dass einige Keimspalten durchgehend und die Sporen zT deutlich zuspitzend sind.

    Solche Sporen kenne ich nur von der Hypocopra lojkaeana mit allerdings deutlich größeren Sporen.

    Hypocopra brefeldii scheint tatsächlich nicht so recht zu passen.

    Fast identische Sporenmaße mit zuspitzenden Sporen und durchgehenden Keimspalten hat Hypocopra ornithophila, die ich allerdings nicht kenne.

    Ein dänischer Fund wird hier vorgestellt. Ebenfalls an Kaninchen Ich denke, das sieht ganz gut aus!


    Die Sporen dieser Art sind einzellig, die von brefeldii zweizellig, was man allerdings nur bei unreifen Sporen, und das auch nicht immer, sieht.

    Die Jodreaktion des Apikalapparates ist die gleiche.

    Mein Namensvorschlag aus der Ferne: Hypocopra cf. ornithophila.

    Vielleicht kannst Du ja Kontakt mit dem dänischen Finder Thomas Kehlet aufnehmen und direkt mit ihm die Art diskutieren?

    Pilze-Deutschland.de kennt die Art jedenfalls noch nicht.


    Liebe Grüße

    Nobi

    In diesem Fall zeigte sich jedoch, dass es etwas viel Besseres war und zwar meine erste Preussia-Art.

    Na, dann mal Glückwunsch zur neuen Gattung, Florian!

    Eigentlich passt soweit auch alles zu Preussia terricola, alleridngs habe ich keine vernünftigen Bilder zur Septierung finden können und bin mir unsicher, ob die zu terricola passt. Was meint ihr?

    Das passt schon zu Preussia terricola. Ich kenne die Art allerdings mit etwas größeren Sporen, idR 27-32 x 5-5,5(6) µm.

    Nach meinen Beobachtungen ist terricola nach funiculata die zweithäufigste Art der Gattung.

    Vor wenigen Tagen konnte ich erst wieder einige Fruchtkörper an Fuchslosung finden. Zwei aktuelle Bilder zum Vergleichen hänge ich gern an.




    Du schreibst, dass Du keine vernünftigen Bilder zur Septierung finden konntest. Nun, Cain (Studies of coprophilous Ascomycetes. VII.Preussia, 1961) widmet der Art gleich vier Tafeln, wo man u.a. die Septierung sehr schön sieht. Hast Du die Arbeit?


    Liebe Grüße

    Nobi

    Super, der Vergleich zwischen citrinus und minimus, lieber Matthias!:thumbup:

    Fehlt eigentlich nur noch Saccobolus minimoides. Den kann Torsten auch, hatte ich 2012 von ihm!

    Und Felli hatte ihn inzwischen sogar mehrmals. Siehe hier.

    Die schwarzen Dinger sind eine 4-sporige Podospora mit Tuberkeln, die wird auch noch interessant.

    Her damit!^^


    Liebe Grüße

    Nobi

    Lieber Matthias,

    wenn wir dereinst unser Buch schreiben werden, das z.B. "Faszination Dungpilze" heißen könnte, wäre das ein Kandidat für's Titelbild!:)


    Einfach genial! Das ist übrigens eines dieser Wörter, die man nicht steigern kann!


    Bleibe gesund.

    Nobi

    Wieder einmal ein Problempilz, Björn.:/

    Hallo Björn

    ich meine ja allerdings ist Saccobolus ne schwere Gattung

    Das unterschreibe ich zu 100%!

    Für Saccobolus depauperatus sind die Maße grenzwertig groß, für versicolor sind sie grenzwertig klein!

    Die reif braunen Sporen und die relativ großen Asci lassen mich eher an versicolor denken. Auch das Sporenornament, soweit zu erkennen.

    Mehr als eine Idee ist das jedoch nicht.


    Liebe Grüße

    Nobi

    Tja, da haben wir uns wohl mal wieder von einem unreifen Pilz irritieren lassen, Hans!

    Hätte ich eigentlich merken müssen!==7

    Asci: jetzt bedeutend größer = 107 x - 33,5 µm

    Das kann Coprotus breviascus definitiv nicht!

    Velenovski gibt in der Originalbeschreibung die Asci mit 50-60 x 25 µm an. Also breitkeulig bis nahezu sackförmig. Wie C. granuliformis.

    Sporen: 16 - 16,5 x 11,1 11,9 µm

    Das könnte zu mehreren Arten passen.

    In wieweit das jetzt noch alles zu Coprotus breviascus passt?

    Meiner Meinung nach nicht mehr.

    Die blasse Lachsfärbung der Apothecien auf den ersten beiden Bildern und die Mikromerkmale der inzwischen reifen Fruchtkörper lassen viel eher den Schluss zu, dass es sich um Coprotus ochraceus handelt, eine häufige Art an Rinderdung, die ich 2012 ebenfalls auf diesem Substrat im Depot fand.

    Also, dieses Mal leider kein Neufund!


    Liebe Grüße

    Nobi

    Lieber Hans,

    das ist ja wieder mal ein schöner Fund!

    Meine freudige Überraschung eine Coprotus mit so vielen Sporen zu sehen, ließ mein Herz höher schlagen.

    Die Art zu finden, ist immer wieder ein Ereignis. Auch ich war total happy, als ich Coprotus winteri erstmals fand, übrigens fast auf den Tag genau vor 20 Jahren!

    Nach kurzem Literetur- Schlüsselstudium kam ich dann zu Coprotus winteri!

    Da gibt es keine Zweifel!

    Schon makroskopisch fallen die weißlichen, tonnenförmigen Apothecien mit den wenigen vorstehenden Asci auf.

    Mikroskopisch ist dann schnell alles klar. Kimbrough et al. geben die Sporen mit 5-6 µm etwas zu schmal an.

    Auch ich kenne sie, wie von Dir festgestellt, mit 6-7,5 µm.

    Die Karte in Pilze-Deutschland.de gibt leider nicht den aktuellen Verbreitungsstand wieder.

    So fand ich die Art bisher 10 Mal (BAY, TH, SN) an folgenden Substraten: je 3x Rind und Reh, sowie je 2x Hirsch und Schaf.


    Glückwunsch zum vermutlichen Erstfund in NRW und damit zu einer weiteren neuen Art im Depot!:thumbup:

    Übrigens fand ich 2012 mit Coprotus niveus einen nicht minder schönen, 64sporigen Vertreter der Gattung im Depot, ebenfalls an Rinderdung.

    Der geht Dir bestimmt auch noch ins Netz!


    Liebe Grüße

    Nobi

    Auch das ist wieder eine interessante Art, die ich nicht kenne, Sigrid!


    Ich vermute ebenfalls Arnium cirriferum.

    Die großen Sporen sowie die breiten Caudae sind jedenfalls ein gutes Argument.


    Michel Delpont hat die Art auf Ascomycete.org kürzlich portraitiert.

    "Arnium cirriferum (Sordariomycetes), une espèce coprophile rare, trouvée dans les Corbières"

    Vol. 11 (6) – 24 Dezember 2019

    doi: 10.25664/art-0270

    Leider habe ich momentan keinen Zugriff auf den Artikel, da ich irgendwie vergaß, meinen Jahresbeitrag zu zahlen.:(


    Lundqvist hat A. cirriferum wohl 1974 in "Studia fungorum fimi II." ebenfalls kurz vorgestellt.

    Habe ich zwar als analoge Kopie, diese allerdings leider verlegt.:rolleyes:


    Liebe Grüße

    Nobi


    PS. Wir haben in Sachsen wegen Covid-19 mittlerweile Ausgangssperre!

    Wie ist die Situation bei Euch?