Hallo Björn,
gern versuche ich mich mal wieder an Deinen Dungpilzen.
Fangen wir mit dem einfachen an.
Nr. 3 ist, wie von Dir richtig erkannt, Schizothecium conicum. Die Art ist sehr häufig und extrem variabel.
Du zeigst eine kleinsporige Form, die einst als Schizothecium hispidulum beschrieben wurde, mittlerweile aber längst mit conicum synonymisiert ist.
Nr. 1 und 2 halte ich für übereinstimmende Arten.
Für Schizothecium vesticola sind die Sporen etwas zu groß und zu gedrungen. Diese betragen nach meinen Aufzeichnungen 18-20(22) x 10-11(12) µm.
Doveri gibt sie minimal größer an: 19,5-21,5 x 11,5-12,5.
Das passt zwar annähernd in der Länge, jedoch nicht in der Breite.
Die von Dir festgestellten Maße (Sporen 20-22 x 13-14) lassen diese Art m.M. nach nicht zu und verweisen zu Schizothecium miniglutinans.
Wie Du bereits vermutet hast.
Zum Vergleich die Maße einiger eigenen Kollektionen: 22-23 x 14-15 oder 20-24 x 13-16.
Auf Bild 1 sind viele hyphoide Haare an der Perithecienwand zu sehen. Auch das ist typisch für miniglutinans.
Und letztlich spricht auch das Substrat für miniglutinans. So finde ich die Art nahezu ausschließlich auf Hasenkötteln. Kaninchen passt da natürlich perfekt!
Schizothecium vesticola fruktifiziert dagegen nach meinen Beobachtungen hauptsächlich an Dung von Reh, Pferd und Schaf.
Das ist natürlich nur eine Ferndiagnose.
Liebe Grüße
Nobi
Felli.
Squamufolien sind bei miniglutinans sehr reduziert und conicum fand ich gelegentlich auch schon ohne!