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letzter Beitrag von Florian1986 am

Hypocopra cf. ornithophila

  • Hallo zusammen,


    auf Kaninchen aus dem Tietlinger Wacholderhain zeigte sich auf einer Probe neben Delitschia didyma ein großes Perithecium einer Art, die sich unter dem Mikroskop als Hypocopra herausstellte. Nun lief es dann ganz blöd, nachdem die Stunde schon fortgeschritten war, hakte ich die Art vorschnell als Hypocopra brefeldii ab. Im Nachhinein kamen mir jedoch Zweifel auf, allerdings hatte ich nicht das volle Bestimmungsprogramm (Zweizelligkeit der Sporen und Reaktion der Asci auf Lugol) geprüft. Nachdem die Sporen jedoch an den Enden zugespitzt sind und die Keimspalten überwiegend über die komplette Länge der Sporen verlaufen denke ich, dass es nicht brefeldii ist und hoffe, dass jemand von euch eine gute Idee dazu hat. Zu allem Überfluss zeigte sich bisher kein weiteres Perithecium... Die Sporen messen 23,5 - 26,7 x 12,6 - 14,1 µm.


    Vielen Dank und liebe Grüße,

    Florian

  • Wie nicht anders zu erwarten, ist das mal wieder eines der schwierigen Hypocopra-Probleme, Florian.

    Und Du machst es noch schwieriger, indem Du bei der Sporenbreite die Maße der Preussia terricola angibst!;(

    Bitte mal korrigieren.

    Die Sporen messen 25 - 27 x 4,5 - 4,8 µm.

    Tatsächlich sieht es so aus, dass einige Keimspalten durchgehend und die Sporen zT deutlich zuspitzend sind.

    Solche Sporen kenne ich nur von der Hypocopra lojkaeana mit allerdings deutlich größeren Sporen.

    Hypocopra brefeldii scheint tatsächlich nicht so recht zu passen.

    Fast identische Sporenmaße mit zuspitzenden Sporen und durchgehenden Keimspalten hat Hypocopra ornithophila, die ich allerdings nicht kenne.

    Ein dänischer Fund wird hier vorgestellt. Ebenfalls an Kaninchen Ich denke, das sieht ganz gut aus!


    Die Sporen dieser Art sind einzellig, die von brefeldii zweizellig, was man allerdings nur bei unreifen Sporen, und das auch nicht immer, sieht.

    Die Jodreaktion des Apikalapparates ist die gleiche.

    Mein Namensvorschlag aus der Ferne: Hypocopra cf. ornithophila.

    Vielleicht kannst Du ja Kontakt mit dem dänischen Finder Thomas Kehlet aufnehmen und direkt mit ihm die Art diskutieren?

    Pilze-Deutschland.de kennt die Art jedenfalls noch nicht.


    Liebe Grüße

    Nobi

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  • Hallo Nobi,


    vielen Dank, das ist ja mal wirklich ein verzwickter Fall! Ich habe die Sporenmaße oben korrigiert (23,5 - 26,7 x 12,6 - 14,1 µm) gut aufgepasst! Die Notizen zur Preussia standen auf der gleichen Seite in meinem Notizbuch;).


    Sehe ich das richtig, dass die H. ornitophila wesentlich größere Sporen haben sollte (40 x 22 µm)? Dann wäre meine Aufsammlung da auf jeden Fall raus. Ich wühle in den nächsten Tagen mal noch etwas herum, vielleicht finde ich die Art ja wieder.


    Liebe Grüße,

    Florian

  • Sehe ich das richtig, dass die H. ornitophila wesentlich größere Sporen haben sollte (40 x 22 µm)?

    Nein, definitiv nicht! Ich weiß nicht, wieso die Dänen auf so große Werte kommen. Vielleicht nur an der Skala abgelesen und nicht umgerechnet?

    Mit den Maßen wäre das jedenfalls nicht Hypocopra ornithophila was sie abbilden. Soviel zum Thema Internet-Recherche.:(

    Krug & Cain (New species of Hypocopra, 1974) geben folgende Sporenmaße an: (22)23-29 x (11)12-14.

    Doveri übernimmt diese Maße in seinen Schlüssel: 23-29 x 12-14.

    Nun habe ich mir soeben die Originalbeschreibung von Spegazzini (in: Fungi Patagonici, 1887) herausgesucht. Dort sogar etwas kleiner: 22-24 x 11-12.

    Also die Sporen haben tatsächlich nahezu die gleiche Größe wie die von brefeldii! Nur eben eine andere Form und einen vermutlich durchgehenden Keimspalt.


    Demnach scheint nichts gegen Hypocopra cf. ornithophila zu sprechen, es sei denn Du findest noch zweizellige Sporen.;)


    Liebe Grüße

    Nobi

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  • Florian1986

    Hat den Titel des Themas von „Hypocopra sp.“ zu „Hypocopra cf. ornithophila“ geändert.