Sporen zu groß

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 388 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Schrumz.

  • Hallo zusammen,

    Diese traumhaften Phlegmacien finde ich alljährlich bei mir im Kalknadelwald. Begleitbaum ist hier sehr wahrscheinlich Tanne; es sind zwar auch junge Fichten in der Nähe aber das Myzel ist riesig, an alten Bäumen stehen da ausschließlich Weißtannen und die umgebenden Pilze sind auch Begleiter von Weißtannen auf Kalk.


    Hier noch ein paar Bilder aus vorangegangenen Jahren, dieses Jahr kommt die Hauptzeit der Art hoffentlich noch:

    Ich habe die immer Phlegmacium terpsichores genannt und glaube da auch immer noch dran, habe aber heute mal unters Mikro geschaut. Die Sporen sind zwar schön ellipsoid wie sie sein sollen, sind aber mit regelmäßig 11um und mit Ausreißern bis 11,5um ziemlich lang.

    Für P. terpsichores werden je nach Literatur Sporenlängen bis 9,5 oder 10 um angegeben, außerdem soll die Art nach Literatur hauptsächlich bei Buche und Eiche wachsen. Vielleicht können sich die Mykollege_Günter und Cortinarius mal anschauen, glaubt ihr da auch trotzdem an P. terpsichores?

    Viele Grüße

  • Hallo


    Im FAN08 wird 9 bis 10.5 μm und im Ludwig 8 bis 10.5 (12) μm angegeben. Als Vorkommen schreibt Ludwig "Unter Laub- und Nadelbäumen auf Kalkböden" und Ädelspindlingar (übersetzt): "Ein wärmeliebender Pilz, der bei uns an kalkreichen Standorten wächst, vorzugsweise auf frischen, sandigen Böden, wo sich ein grösserer Kalkgehalt im Boden findet. In Mitteleuropa auch unter Laubbäumen angegeben."


    LG
    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Ich gehe mit Deiner Diagnose mit.

    C. terpsichores kann mit Buche, Tanne und Fichte Mykorrhiza bilden und kommt auf basischen Böden vor.

    C. eucaeruleus ist m.W. eine reiner Laubwaldart.

    Ebenso können die Sporen von terpsichores im Ausnahmefall bis 11 µ groß werden und in der Breite auch mal 6,5 µ erreichen, die von eucaeruleus bis 12,5 x 7µ. Das heißt, es gibt einen großen Überlappungsbereich und die Sporen sind nicht gut zur Trennung der beiden Arten geeignet.

    Besser ist der Geruch. C. terpsichores riecht jung fruchtig angenehm und nie erdig, was eucaeruleus - besonders im älteren Zustand - mit Hingabe macht!

    LG Günter

  • Hallo

    Funde von C.terpsichores im Nadelwald sind keine Seltenheit, das kommt wohl immer mal wieder vor ( siehe Pilze BW, Band 5)

    Ich kenne die Art bisher nur bei Laubbäumen , Buche, Eiche und Hasel

    Für die Sporengrösse wäre eine Messung von min. 30 Sporen mit statistischer Auswertung hilfreich. Das herauspicken von (zu) langen Sporen macht wenig Sinn.

    Gruss

    Uwe

  • Danke,

    für mich ist der Geruch nicht unbedingt fruchtig aber süßlich parfümiert, was wohl hinkommt. Eine tolle Art, die 2025 wohl ein extrem gutes Jahr hatte.

    Viele Grüße

    Du hast echt ein tolles Sammelgebiet, Schrumz. Da kann man dich schon ein bisschen beneiden! 😊


    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Ja es gibt da einen wirklich außergewöhnlichen Abschnitt Kalknadelwald im Schwäbischen Wald wo die Artenvielfalt extrem hoch ist. Das schöne ist, dass es dort durch Tallage und viel Feuchtigkeit auch in schlechteren Pilzjahren meist was zu finden gibt. Ich habe übrigens kein Problem damit, da mal jemanden mitzunehmen, falls jemand in der Gegend (Ostalb) sein sollte.

    Viele Grüße

  • Leider wohne ich nicht gerade in dieser Ecke, aber vielleicht klappt es ja dennoch mal mit einem gemeinsamen Waldgang, wäre sicher sehr spannend. :) Danke jedenfalls für das Angebot. :thumbup:


    Wünsche noch spannende Funde und LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Ja es gibt da einen wirklich außergewöhnlichen Abschnitt Kalknadelwald im Schwäbischen Wald wo die Artenvielfalt extrem hoch ist. Das schöne ist, dass es dort durch Tallage und viel Feuchtigkeit auch in schlechteren Pilzjahren meist was zu finden gibt. Ich habe übrigens kein Problem damit, da mal jemanden mitzunehmen, falls jemand in der Gegend (Ostalb) sein sollte.

    Für Cortinarien kann man auch mal ein paar km fahren. Thüringen --> Ostalb... hmm.. :/ :)

  • In guten Jahren lohnt das auf jeden Fall, dieses Jahr steht das leider noch ein wenig in den Sternen.

    Das

    Ist samt und sonders aus dem Gebiet, sehr gut in einer Tour machbar. Wenn man dann noch mehr sehen will, gibts 15 Fahrtminuten weiter nochmal ein tolles Gebiet.

    Viele Grüße