Beiträge von Mykollege_Günter

    Hi Beli,

    der Neufund und der untere der 17er Doku (beide mit spindeligem Stiel und trockener Huthaut) erinnern mich an C. vespertinus , aber da muß man unbedingt auf die Sporen schauen!

    Der andere mit dem hygrophanen Hut stammt aus der Sektion Multiformes, wahrscheinlich auch C. multiformis itself, aber ohne tiefergehende Untersuchung mit Fragezeichen!

    Günter

    Also nochmal: balteatus und balteatocumatilis sind trotz großer Ähnlichkeiten 2 verschiedene Arten!

    Aber: Balteatus ist ein montaner und borealer NW-Pilz und kommt gern mit faserig filziger Huthaut und hochstielig daher, balteatocumatilis eher mediterran bis nemoral verbreitet (hauptsächlich in Parks, auf Friedhöfen und offenen Stellen im Wald unter fast allen mykorrhizabildenden Laubbäumen) mit glattem Hut und eher kompakt dickstielig.

    Aber es gibt da noch andere Arten und zumindest folgende Merkmale sollten unbedingt erhoben werden, weil es sonst fast unmöglich ist, die Art genau zu benennen:

    Geruch (frisch und nach einem Tag)

    Sporen - es gibt da tatsächlich Unterschiede.

    Untergrund (sauer/Kalk)

    Grüße Günter

    Hallo Bernd,

    ich bin schon lange auf der Suche nach Tr.biforme, nachdem ich den einmal in Ungarn (an Hainbuche) gefunden hatte.

    Lt Ryvarden soll die Art auch in Deutschland vorkommen. Mir ist allerdings kein Gewährsmann dafür bekannt.

    Kannst Du verraten, wo du fündig geworden bist? Moorbirke hört sich für mich an, als sei das eher ein montanr Standort?

    Günter

    Ebenso wie der Dextrinoidität der Sporen von Cortinarien (besonders bei Telamonen!) mittlerweile ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wird wie bei Hebelomen. Auch Guajak sollte man mit testen. Mehr Chemikalien verwende ich derzeit bei einer Corti-Beschreibung nicht.

    Hallo Uwe,

    wir hatten früher den Namen langei für rhizophorus verwendet. Aber dieser Name war auch für xanthoochraceus in Gebrauch.

    Mit der Phleg-Typus Arbeit hat man sich für aktuelle sichere Namen entschieden.

    Rhizophorus hat ein breites ökologisches Spektrum. Ich kenne die Art vom Kalk-Nadelwald im Ost-Schwarzwald, von Kalk-Buchenwäldern aber auch vom wärmeliebenden Eichen-Hainbuchen-Wald auf Kalk.

    schöne Grüße Günter

    Eine Beobachtung bei meinen obscuris (Linde, Eiche, Parkgelände) und validi (Espe, Waldrand) in Lahr und Umgebung:

    Validus hat am Stielansatz deutlich stärker anastomosierende Lamellen als obscurisporus.

    Dafür hat obscurisporus mehr zitronengelb in den jungen Lamellen.

    Könnt Ihr diese Beobachtung teilen, Andreas und Christoph?

    Hilft irgendwie nicht wirklich weiter.

    Die Ammoniakreaktion ist meistens irgendwie banal (außer bei ammoniavirescens) aber KOH reagiert im Fleisch bei den beiden Großen und bei involutus mit einem Purpurton, bei cuprinus eher rot (allerdings erst bei einem molekular abgesicherten Fund beobachtet.). Diesen Rotton habe ich auf dem Hut mit KOH nur bei involutus festgestellt.

    Ob diese Reaktionen konstant sind, überprüfe ich dieses Jahr.

    lG Günter

    Hallo in die Runde,

    die großen Paxilli treiben mich auch gerade wieder um, gerade ist der erste Obscure unter Linden "geschlüpft".

    Wenn mich nicht alles täuscht sehe ich auch einen rotbraunen Farbton in Deinem Sporenabdruck. Cave: die Farbe ändert sich im Laufe der Zeit (Stunden).

    Für mich ist der Farbunterschied im Sporenabdruck von validus und obscurisporus ähnlich dem von Ganoderma applanatum und G. adspersum (auch rotbraun!) . Makroskopisch sind die beiden sich allerdings zum Verwechseln ähnlich.

    Ich hab mittlerweile feste Standorte in Lahr: validus unter Zitterpappel und obscurisporus unter Eichen und Linden, auch einen cuprinus im Garten.

    An einen Standort im Auwald unter alten Pappeln und jungen Eichen am Wegrand, hatte ich mal eine Gruppe eher kleinerer Fruchtkörper ( kleiner als meine validi und obscurispori), deren Huthaut diese schöne türkise Verfärbung mit Ammoniak zeigten, die allerdings nach 10/15 Sekunden wieder verschwunden war. So ein Verhalten habe ich bei meinen Validi noch nie beobachtet.


    Eine Anregung noch zum Schluß: Testet doch auch mal KOH (30/40%) auf Hut und im Fleisch. Ich glaube da kleine Unterschiede zwischen den 5 großen Paxillus-Arten erkennen zu können. Würde mich freuen, wenn Ihr das bestätigen könntet.

    Günter

    Aber trotzdem, Glückwunsch, lieber Karl. Nur wer so einen Aspekt mal live erlebt hat, kann das Glücksgefühl nachempfinden, das man dabei verspürt. Kommt leider immer seltener (in meinem Sprengel) vor, Gottseidank gibt es noch solche Standorte bei uns.

    Nix mit balteato.... :-) , das passt ganz gut zu C. squamosocephalus: die Sporen, der spindelige, rübenförmig verdickte Stiel, das büschelige Wachstum, gerne unter Eiche. Allerdings sollte sich schon noch ein starker erdiger Geruch entwickeln. Cave: einige wenige Mykollegen können diesen Geruch wahrnehmen, aber die meisten erschlägt er mit zunehmendem Alter der Frkrp.

    Norbert, wie ist der Untergrund dort beschaffen? Und, kannst Du mal einen Blick auf die Huthaut werfen? Bei meinen Funden hatte ich dort immer auffällig große Schnallen (zT über 10µ Durchmesser) gefunden.

    schönes WE

    Günter

    Das mag gut der (jetzt) echte C. hinnuleus sein, nicht das, was wir früher davon gehalten haben. Denn das war ein Aggregat von 5 mittlerweile einigermaßen unterscheidbaren Arten!

    Bei vielen eigenen Funden aus diesem Komplex ist mir früher schon aufgefallen, dass die Sporen von 5,5-10µ Länge variieren und dieser "typische" Erdgeruch nicht immer (auch nicht nach 2 Tagen in einem geschlossenen Behältnis) vorhanden war. Dazu gab es Funde aus dem Nadelwald! Dank der Typus-Arbeit sieht man hier klarer.

    Die Finnen haben aber nun in ihrer Telamonia-Typus-Arbeit (2020) den Fries'schen hinnuleus epitypisiert und die Fotoflora-Kollektion CFP332 dazu ausgewählt. Nun sind aber ausgerechnet alle Kollektionen, die mit diesem Typus molekulargenetisch übereinstimmen, kleinsporig und haben keinen Erd-Geruch (Rote Beete, Scheunenstaub...). So dass das, was wir von Geruchs wegen immer als hinnuleus bestimmt haben, heute C. roseonudipes, C. luridus, C. semiodoratus oder C. fulvo-isabellinus genannt werden muß. Vorausgesetzt, dass das Velum weiß ist.

    Es gibt nämlich auch 3 Arten mit blaß gelbem bis orange Velum: C. hinnuleoarmillatus, C. radicosissimus und C. lacustris, allesamt einigermaßen gut unterscheidbar.

    Was diese Anastomosen zu bedeuten haben, kann ich derzeit nicht sagen, ebenso kann in dieser Sektion auch mal eine keulige Stielbasis ausgebildet werden.

    Ich hoffe, ich hab Euch nun genug verwirrt.

    Grüße

    Günter

    Cort. balteatus ist, wie Pablo schreibt, ein NW-Pilz. Wieso soll der Ring unter der Linde nicht auch ein balteatocumatilis sein?

    Der darf auch - vornehmlich im alten Zustand - stinkig sein.

    Und was die Lamellenfarbe anbetrifft, so ist die sicher bei vielen Phlegmacioides-Arten jung blau/violett, aber bei balteatocumatilis und chromataphilus/sabuletorum eben nicht.

    Grüße

    Hm, das könnte schon largus sein, man ist auch versucht in der äußersten Stielbasis das dahingehörende Blau zu vermuten. Und wenn sich kein erdiger Geruch nach 1-2 Tagen einstellt, bleiben auch nicht mehr viele Arten als Option übrig.

    Gruß Günter

    Sorry für den späten Einsatz.

    Also erstens sollte man mit konzentrierter KOH testen. Trotzdem sieht man auf einem Foto eine leicht gelbe Reaktion auf der Stieloberfläche. Ich denke, es handelt sich im ein Vertreter der Phlegmacioides (Variecolores).

    Mit diesen großen Sporen und der filzigen Hutoberfläche kommen da nur noch ca 5 Taxa infrage: variecolor, balteatus, durus, clarobaltoides var. longispermus und pseudonaevosus.

    Vom Habitus und der Hutoberfläche her und der möglicherweise doch schwachen KOH-Reaktion tendiere ich zu C. balteatus.

    schöne Grüße in die Runde

    Günter