Beiträge von Mykollege_Günter

    Liebe Leute,

    "in der Nähe überwiegend Fichte" ist nicht besonders hilfreich! ALLE Baumarten im Umkreis von 25m sollten erwähnt werden!

    Dann zu den Sporenmaßen. Da sind die Mittelwerte bei Schlüsselfragen bisweilen gewünscht, aber ansonsten bitte die Sporenmaße von ....bis.... angeben.

    Diese Sporen sind übrigens zitriform und das würde auf Cort. olivaceodionysae aus unseren Fichtenwäldern passen. Für glaucopus sind sie definitiv zu groß.

    Übrigens, wenn man den Mehlgeruch bei Pilzen nicht wahrnimmt, was bei kühler Witterung passieren kann, man aber den Verdacht darauf hat, sollte man ein Stück abbeißen. Dann hat man den Mehlgeschmack deutlich!

    C. camptoros ist ein Tannenbegleiter und hat starken Erdgeruch/rote Beete.

    Und bitte beim Cortinarien-schlüsseln die PdS5 unbedingt weglassen. Die FN, die FoTE, CFP, PK4 (incl. Korrekturen) oder Kibby sollten zum Ziel führen.

    sonnige Grüße

    Günter

    Hallo Björn,

    die Sporengröße unterscheidet acutispissipes von alboviolaceus. Makroskopisch sind die beiden kaum zu trennen.

    Die 3. sehr seltene Art paralbocyaneus ist mir unbekannt, sieht aber lt. Protolog anders aus.

    LG Günter

    Genau, Thaxterogaster haben sie sozusagen als "Restmülltonne" genommen und alles reingepackt, was in die sonstigen Gattungs-Konzepte nicht gut passt. Dabei sind viele der dortigen Arten als sogenannte Lone Riders zu betrachten, die zu keiner Sektion gehören bzw. mit evtl. Nicht-Europäischen Arten eine Sektion bilden würden.

    Ich sehe Cortinarius als EINE Gattung mit vielen Sektionen (Anomali, Brunnei, Calochroi, Purpurascentes, Riederi,.....) wie das in anderen Gattungen auch üblich ist. Auch den Begriff Untergattungen ( nur weil das früher zu Moser's Zeiten so gehandhabt wurde) vermeide ich, weil ich nicht einsehe, wieso manche Gruppen/Clades als Untergattung, andere "nur" als Sektion bezeichnet werden.

    Fazit: EINE Gattung mit vielen Sektionen und vielen LoneRiders, so stellt sich mir die Gattung Cortinarius dar.

    Grüße

    Günter

    Ich gehe mit Deiner Diagnose mit.

    C. terpsichores kann mit Buche, Tanne und Fichte Mykorrhiza bilden und kommt auf basischen Böden vor.

    C. eucaeruleus ist m.W. eine reiner Laubwaldart.

    Ebenso können die Sporen von terpsichores im Ausnahmefall bis 11 µ groß werden und in der Breite auch mal 6,5 µ erreichen, die von eucaeruleus bis 12,5 x 7µ. Das heißt, es gibt einen großen Überlappungsbereich und die Sporen sind nicht gut zur Trennung der beiden Arten geeignet.

    Besser ist der Geruch. C. terpsichores riecht jung fruchtig angenehm und nie erdig, was eucaeruleus - besonders im älteren Zustand - mit Hingabe macht!

    LG Günter

    Voilà, Thomas.

    das ist die aktuellste Bearbeitung der Sektion Phlegmacioides.

    Leider sind wir damals kurz auf den "Taming-the beast" Zug aufgesprungen und haben die Arten als Phlegmacium vorgestellt. Mittlerweile sind wir aber der Meinung, dass die Gattung Cortinarius als monophyletische Gattung NICHT aufzuspalten ist.

    In der FAN 8 ist gegenüber unserer Arbeit nur der Name von C. pseudodaulnoyae geändert worden und wird wieder C. nemorensis genannt, was auch sinnvoll ist.

    C. daulnoyae habe ich schon öfter gefunden und war von daher auch der erste Gedanke, als ich Deinen Fund sah.

    LG Günter

    Dann wäre da noch die Ökologie: An wärmeren Standorten wie Waldrand, Alleen, am Straßenrand hast Du eigentlich nur G. adspersum. G. applanatum wächst im kühleren Waldesinnern.

    So ist es zumindest hier im Südwesten.

    Passt! Ich habe schon Fruchtkörper von Gan. adspersum bis in 3 m Höhe am Stamm gesehen. Bei uns im SW der Republik ist die Art sehr häufig und an fast allen Baumarten, auch an Nadelholz, zu finden.

    LG in den Norden

    Günter

    Hallo in die Runde,

    unsere lieben kleinen Braunen ...bleiben tatsächlich schwierig! Die Erfahrung haben Hias und ich gerade in der Sektion decipiens/castanei erleben dürfen.

    Bzgl. C. vernus, so habe ich sequenzierte Kollektionen aus dem Frühjahr und dem Herbst, mit und ohne Petersilien- (dafür mit krautigen, würzigen bis neutralem) Geruch. Dieser Geruch ist im Wald oft nicht wahrnehmbar und entwickelt sich - und auch nicht immer - dann eher später in einem Gefäß im Warmen. Man braucht dazu etwas Geduld.


    In dieser Sektion tummeln sich mindestens noch 2 weitere Arten: C. galerinoides und C. psammocola und ob man den C. suberythrinus von C. inops auf Artebene getrennt halten mag, gerne, wenn sich wie Christoph schreibt, gute Merkmale hat, die sie unterscheiden. Ich persönlich habe da noch zu wenig Material gesehen, um das abschließend beurteilen zu können.


    Der FAN 8 sollte man zugute halten, dass sich die Autoren auf das Gebiet der Niederlande und Flandern beschränkt haben und wenig Material von außerhalb selbst gesammelt haben, also auch keine erschöpfende Auskunft über alle möglichen Mykorrhiza-Partner geben können. Sie stellt also keine monographische Bearbeitung der Gattung Cortinarius dar!


    Es gibt übrigens noch weitere Cortinarius-Arten mit diesem flüchtigen Geruch: C. repertus (großsporig) und C. phaeosmus sowie C. suboxytoneus (beide kleinsporig), 3 Arten, die früher unter dem Namen C. rheubarbarinus ! kartiert worden sind. Und dann die beiden phlegmacioiden Arten C. sulfurinus und ihre Schwesternart C,. koldingensis.


    Liebe Grüße

    Günter

    Ich würde trotzdem nicht den Oxyporus ravidus aus der Betrachtung raus lassen. Anbei ein Foto meines von Leif Ryvarden bestätigten Fundes. Hier ist das Hymenophor eher daedaloid, während dieses bei meinen cervina-Funden eher großprig-eckig war.

    Aber über die Sporen sollte man die Identität klären können: cervina hat Sporen mit einem Q>2, ravidus unter 1,5.

    LG Günter