Beiträge von Mykollege_Günter

    Dann wäre da noch die Ökologie: An wärmeren Standorten wie Waldrand, Alleen, am Straßenrand hast Du eigentlich nur G. adspersum. G. applanatum wächst im kühleren Waldesinnern.

    So ist es zumindest hier im Südwesten.

    Passt! Ich habe schon Fruchtkörper von Gan. adspersum bis in 3 m Höhe am Stamm gesehen. Bei uns im SW der Republik ist die Art sehr häufig und an fast allen Baumarten, auch an Nadelholz, zu finden.

    LG in den Norden

    Günter

    Hallo in die Runde,

    unsere lieben kleinen Braunen ...bleiben tatsächlich schwierig! Die Erfahrung haben Hias und ich gerade in der Sektion decipiens/castanei erleben dürfen.

    Bzgl. C. vernus, so habe ich sequenzierte Kollektionen aus dem Frühjahr und dem Herbst, mit und ohne Petersilien- (dafür mit krautigen, würzigen bis neutralem) Geruch. Dieser Geruch ist im Wald oft nicht wahrnehmbar und entwickelt sich - und auch nicht immer - dann eher später in einem Gefäß im Warmen. Man braucht dazu etwas Geduld.


    In dieser Sektion tummeln sich mindestens noch 2 weitere Arten: C. galerinoides und C. psammocola und ob man den C. suberythrinus von C. inops auf Artebene getrennt halten mag, gerne, wenn sich wie Christoph schreibt, gute Merkmale hat, die sie unterscheiden. Ich persönlich habe da noch zu wenig Material gesehen, um das abschließend beurteilen zu können.


    Der FAN 8 sollte man zugute halten, dass sich die Autoren auf das Gebiet der Niederlande und Flandern beschränkt haben und wenig Material von außerhalb selbst gesammelt haben, also auch keine erschöpfende Auskunft über alle möglichen Mykorrhiza-Partner geben können. Sie stellt also keine monographische Bearbeitung der Gattung Cortinarius dar!


    Es gibt übrigens noch weitere Cortinarius-Arten mit diesem flüchtigen Geruch: C. repertus (großsporig) und C. phaeosmus sowie C. suboxytoneus (beide kleinsporig), 3 Arten, die früher unter dem Namen C. rheubarbarinus ! kartiert worden sind. Und dann die beiden phlegmacioiden Arten C. sulfurinus und ihre Schwesternart C,. koldingensis.


    Liebe Grüße

    Günter

    Ich würde trotzdem nicht den Oxyporus ravidus aus der Betrachtung raus lassen. Anbei ein Foto meines von Leif Ryvarden bestätigten Fundes. Hier ist das Hymenophor eher daedaloid, während dieses bei meinen cervina-Funden eher großprig-eckig war.

    Aber über die Sporen sollte man die Identität klären können: cervina hat Sporen mit einem Q>2, ravidus unter 1,5.

    LG Günter

    Hi, Grüße von Uwe und mir zurück, wir sind gerade zusammen in Ligurien.

    Es kann natürlich so sein wie von Dir vermutet, aber einmal fehlen die KOH-Reaktionen am Hut und darüber hinaus sieht man am jungen Exemplar weder die Lamellenfarbe noch die Stielknolle richtig gut.

    Die Nummer 2 können wir durchwinken.

    Ciao

    Diese bescheidene "Kollektion" kann so leider nicht bestimmt werden!

    Zu einer Telamoniabestimmung braucht man heutzutage auch die Angabe zur Dextrinoidität der Sporen, sowie als Basis eine Gruppe von jüngeren, mittelalten und älteren Exemplaren. Und selbst dann wird es schwierig bei ein paar hundert LBM's, wenn nicht irgendwelche auffälligen Merkmale (z.B. unter Pappel, Sporen rund, gelbes Velum, etc.) ins Auge stechen.

    Sorry, aber so ist das!
    Günter

    Das machst Du schon richtig, dass Du die Sporen von der Cortina nimmst, schließlich ist das ein Abwurfpräparat. Das funktioniert übrigens bei allen Pilzen, auch bei Weißsporern. Aber man wählt da nicht aus, sondern nimmt querbeet größere und kleinere.

    Und die Blautöne bei Cortinarien sind bisweilen ein gutes Merkmal, manchmal variieren sie aber stark und können täuschen.

    Günter

    Ich denke da eher nicht an vesterholtii, der müsste einen dunkler braunen Hut haben. Es käme auch noch lilacinovelatus infrage, falls die KOH-Reaktion tatsächlich überall negativ war.

    Aber leider ist das nur Spekulation und von hier aus nicht abschließend zu beurteilen.

    LG Günter

    Glatte Sporen gibt es eigentlich fast nicht in der Gattung. hast Du Dir die Sporen auch in verdünnter KOH angesehen? Wasser ist hier völlig ungeeignet.

    Einen Sporenabwurf zu machen ist meistens unnötig. Oft hängen ausreichen viele in der Cortina am Stiel. Die zu nehmen hat auch den Vorteil, dass sie beim Mikroskopieren nicht herumschwimmen sondern fest in der Cortina-Matrix eingebunden sind.

    Günter

    Björn hat absolut recht, da kommt aufgrund der vielen Merkmale eigentlich nur sinapizans infrage. Aber ich würde zur Sicherheit noch die Dextrinoidität der Sporen (D4!!) und die Cheilobreite prüfen, um bulbiferum sicher ausschließen zu können.
    Übrigens, der bulbiferum in GropiBW ist nicht der echte H. bulbiferum!

    Und: Hebeloma kann man nur mit FE 14 einigermaßen sicher bestimmen. Der Weg dorthin ist zwar mühsam aber meistens zielführend. Alle ältere Hebeloma-Literatur kann man als überholt ansehen.

    LG Günter