Val de Nendaz 08.08.2026

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 409 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Ditte.

  • Hallo zusammen


    Letztes Wochenende habe ich eine Wanderung im Val de Nendaz gemacht. Ab etwa 2500m Höhe zeigten sich reichlich Pilze.

    Weiter unten nur wenige an feuchten, schattigen Stellen.


    Lac du Grand Desert auf 2650m


    Zunächst zwei Sachen, die weiter unten in den Grünerlen wuchsen:


    1:

    Ein winziger, weisser Rötling. Bisher war das einfach Entoloma sericellum, jetzt ist es nicht mehr so einfach.

    Mit FE5c wird die Bestimmung vielliecht einfacher, im Moment ist die Gruppe enorm schwierig.

    Mein Arbeitsname ist Entoloma nix.


    Die Sporen sind für E. sericellum s.str. etwas zu klein.


    Die Zystiden sind bei der sericellum-Gruppe unauffällig und oft schwierig zu finden.



    2:

    Lactarius obscuratus


    Sporen schön netzig


    HDS zellig



    3:

    EIne winzige Arrhenia mit seitlich eingeschnittenem Hut. Im acerosa-Aggregat wurden einige neue Arten beschrieben.

    Trotzdem ist da noch vieles offen, und die Bestimmung ist eher ein Ratespiel.


    Diese hier hat fast kugelige Sporen, 5.0-6.0 x 4.8-5.7 µm, Q = 1.0-1.15

    Schnallen sind vorhanden, keine Zystiden.


    Die Basidien sind bunt gemischt 1, 2 oder 4-sporig.


    Die einzige halbwegs passende Art scheint Arrhenia similis zu sein, keine Ahnung ob das stimmt.



    4:

    Dieser Pilz mit seinem flaumigen Stiel ist viel einfacher: Arrhenia velutipes.


    Sporen typisch für die Gattung.


    HDS mit braunen, inkrustierten Haaren


    Stiel ähnlich, aber Haare weniger inkrustiert.



    5:

    Die einzige Telamonia auf der Wandung passt sehr gut zu dem, was Armada et al. Cortinarius ferrugineifolius nennen.


    Sporen klein und stark warzig, stark dextrinoid.


    HDS simplex, Subkutis nicht differenziert.



    6:

    Ein kniffliger Rötling bei Salix herbacea und Salix serpyllifolia.

    Auch hier brauche ich erstmal das neue Buch, bis dahin nenne ich ihn Entoloma cf. majaloides.


    Sporen isodiametrisch, Ecken teils abgerundet, teils betont.


    Basidien viersporig, Zystiden nicht vorhanden. Schnallen überall vorhanden.



    7:

    Ein auffallend dunkler Häubling im feuchten Moos. Hier kam ich auf keine wirklich gute Bestimmung.

    Vielleicht Galerina atkinsoniana f. quadrispora.


    Sporen sehr hell und grob warzig, schwach dextrinoid.


    Cheilozystiden lageniform, und dummerweise viele deutlich kopfig, was irgendwie zu keiner Art passen will.


    Pleurozystiden hat er auch.


    Pileozystiden auch...


    ... und Kaulozystiden auch, im unteren Drittel auch, aber nur wenige.



    8:

    Hygrocybe coccineocrenata am Rand eines Sumpfes.


    Sporen unauffällig.



    9:

    Protostropharia semiglobata. Es gibt ja einige ähnliche Arten, die man nur mikroskopisch unterscheiden kann.


    .Sporen mit zentralem Keimporus.


    Cheilozystiden


    Pleurochrysozystiden


    Kaulozystiden ebenfalls als Chrysozystiden.


    Im Anschluss folgen noch ein paar Risspilze.


    LG Raphael

  • also, nun die Risspilze ( Ditte ) . Bei den Mallocyben wie immer ohne Hoffnung auf eine Bestimmung.


    Habitat: Mehrheitlich wohl Kalkboden. Begleiter: Salix herbacea, serpyllifolia, reticulata. Höhe zwischen 2550 und 2700 Meter.


    10:

    Das hier könnte Mallocybe granulosa sein.


    Stielbasis chromgelb, was es leider bei mindestens vier Arten geben kann oder auch nicht.

    Geruch nach Pelargonium.


    Sporen: 8.6-9.8-10.9 x 5.2-5.8-6.2 µm, Q = 1.56-1.71-1.98


    Cheilozystiden reichlich vorhanden, keulig, 18-27 x 9-12 µm.



    11:

    Die hier konnte ich nicht bestimmen. Das plüschige Aussehen erinner ans M. arthrocystis, aber sie ist zu hell, und die Sporen sind zu klein.


    Geruchlos.


    Sporen: 8.6-9.8-10.9 x 5.2-5.8-6.2 µm, Q = 1.56-1.71-1.98


    Cheilozystiden schlank, zylindrisch oder etwas keulig, 23-59 x 7-12 µm.



    12:

    Noch eine dunkle, aber viel schlankere Mallocybe.


    Stielbasis wieder gelb.


    Sporen: 7.9-9.1-10.7 x 4.9-5.4-5.8 µm, Q = 1.46-1.68-1.90


    Cheilozystiden leicht keulig, 19-27 x 10-13 µm.



    13:

    Schwierig, mein Arbeitsname ist Inocybe humilis.


    Stielbasis mit gerandeter Knolle. Geruch schwach, aber nicht spermatisch.


    Sporen: 9.6-10.7-11.8 x 6.6-7.3-8.3 µm, Q = 1.31-1.47-1.67


    Pleurozystiden dickwandig, gelb in KOH, 52-72 x 11-16 µm.


    Cheilozystiden ähnlich, etwas kürzer, 48-61 x 13-18 µm.


    Kaulozystiden überall am Stiel reichlich vorhanden.



    14:

    Der hier ist sehr ähnlich, hat aber diese eher zwiebelförmige, weniger gerandete Knolle, und der Hut ist dauerhaft stark gewölbt.

    Ich meine, den hatte ich dieses Jahr schon: Inocybe obtusiuscula.


    Geruch schwach, nicht spermatisch.


    Sporen ähnlich geformt, aber grösser: 10.0-11.4-12.3 x 6.9-7.3-7.9 µm, Q = 1.36-1.56-1.67


    Pleurozystiden etwas weniger dickwandig und auch weniger reagierend auf KOH, 54-70 x 18-21 µm.


    Cheilozystiden bauchiger mit wenig ausgeprägtem Hals, 51-75 x 16-23 µm.


    Kaulozystiden überall am Stiel vorhanden.



    15:

    Eine ganz hübsche Gruppe, die ich leider nicht bestimmen konnte. Es gehört wohl in die Nähe von Inocybe rupestris.


    Geruch spermatisch.


    Sporen klein, 7.1-8.3-9.5 x 4.4-4.9-5.7 µm, Q = 1.45-1.68-1.86


    Pleurozystiden: 49-70 x 11-18 µm


    Cheilozystiden: 43-64 x 11-15 µm


    Kaulozystiden nur im oberen Drittel vorhanden, fast keine metuloid, nur keulig.



    16:

    Das hier könnte Inocybe substellata sein.


    Geruch spermatisch.


    Die Sporen sind sehr stark höckerig, 10.3-11.4-13.1 x 7.9-8.6-9.9 µm, Q = 1.11-1.33-1.52


    Pleurozystiden mit etwas welligen Wänden, 67-74 x 16-22 µm.


    Cheilozystiden 65-92 x 14-20 µm.


    Kaulozystiden überall vorhanden.



    17:

    Diese hier wuchsen in einem riesigen Feld von Salix reticulata.

    Ich finde, es passt gut zu der ungültig beschriebenen Inocybe tenerella.


    Geruch spermatisch.


    Die Basis ist manchmal gerandet knollig, aber nicht immer.


    Sporen 7.2-8.6-10.0 x 4.7-5.3-5.9 µm, Q = 1.46-1.64-1.82


    Pleurozystiden 49-67 x 13-16 µm.


    Cheilozystiden 43-62 x 14-16 µm.


    Stiel auf ganzer Länge bereift und sehr variablen Kaulozystiden.



    18:

    Der hier ist problematisch. Vielleicht Inocybe undatolacera? Aber die Sporen sind deutlich zu breit dafür.


    Geruch spermatisch.


    Die Sporen sind laceroid und riesig: 12.7-14.0-15.6 x 5.8-6.6-7.4 µm, Q = 1.84-2.13-2.39


    Pleurozystiden 54-65 x 17-24 µm


    Cheilozystiden 50-73 x 15-27 µm.


    Kaulozystiden nur am obersten Apex vorhanden.



    So, das war's.


    LG Raphael

  • Zitat

    Ein winziger, weisser Rötling. Bisher war das einfach Entoloma sericellum, jetzt ist es nicht mehr so einfach.

    Mit FE5c wird die Bestimmung vielliecht einfacher, im Moment ist die Gruppe enorm schwierig.

    Ja, schon etwas schockierend, wie viele Arten Noordeloos et al. (2026) in der Untergattung Alboleptonia aufgedröselt haben. Ich hatte kürzlich 3 Aufsammlungen E. sericellum, die nicht wirklich zusammenpassten, sequenzieren lassen, Ergebnis war 1x E. eborinum 1x cuboidoalbum und eine noch unbeschriebene Art.

    Grüße Matthias

  • Grüß dich, Raphael, also ich hab mir das zumindest kurz angeschaut, hier meine Gedanken dazu, aber bitte: das ist das, was mir dazu einfiel, nicht mehr.

    Zu 10: M. fibrillosa? (sicher nicht M. granulosa)

    11: M. leucoloma?

    12. I. favrei? (nicht humilis)

    13. dito ?

    14. rupestris würde ich auch sagen

    15. substellata, ja, möglich

    Herzlich, Ditte