Hallo zusammen
Letztes Wochenende habe ich eine Wanderung im Val de Nendaz gemacht. Ab etwa 2500m Höhe zeigten sich reichlich Pilze.
Weiter unten nur wenige an feuchten, schattigen Stellen.
Lac du Grand Desert auf 2650m
Zunächst zwei Sachen, die weiter unten in den Grünerlen wuchsen:
1:
Ein winziger, weisser Rötling. Bisher war das einfach Entoloma sericellum, jetzt ist es nicht mehr so einfach.
Mit FE5c wird die Bestimmung vielliecht einfacher, im Moment ist die Gruppe enorm schwierig.
Mein Arbeitsname ist Entoloma nix.
Die Sporen sind für E. sericellum s.str. etwas zu klein.
Die Zystiden sind bei der sericellum-Gruppe unauffällig und oft schwierig zu finden.
2:
Lactarius obscuratus
Sporen schön netzig
HDS zellig
3:
EIne winzige Arrhenia mit seitlich eingeschnittenem Hut. Im acerosa-Aggregat wurden einige neue Arten beschrieben.
Trotzdem ist da noch vieles offen, und die Bestimmung ist eher ein Ratespiel.
Diese hier hat fast kugelige Sporen, 5.0-6.0 x 4.8-5.7 µm, Q = 1.0-1.15
Schnallen sind vorhanden, keine Zystiden.
Die Basidien sind bunt gemischt 1, 2 oder 4-sporig.
Die einzige halbwegs passende Art scheint Arrhenia similis zu sein, keine Ahnung ob das stimmt.
4:
Dieser Pilz mit seinem flaumigen Stiel ist viel einfacher: Arrhenia velutipes.
Sporen typisch für die Gattung.
HDS mit braunen, inkrustierten Haaren
Stiel ähnlich, aber Haare weniger inkrustiert.
5:
Die einzige Telamonia auf der Wandung passt sehr gut zu dem, was Armada et al. Cortinarius ferrugineifolius nennen.
Sporen klein und stark warzig, stark dextrinoid.
HDS simplex, Subkutis nicht differenziert.
6:
Ein kniffliger Rötling bei Salix herbacea und Salix serpyllifolia.
Auch hier brauche ich erstmal das neue Buch, bis dahin nenne ich ihn Entoloma cf. majaloides.
Sporen isodiametrisch, Ecken teils abgerundet, teils betont.
Basidien viersporig, Zystiden nicht vorhanden. Schnallen überall vorhanden.
7:
Ein auffallend dunkler Häubling im feuchten Moos. Hier kam ich auf keine wirklich gute Bestimmung.
Vielleicht Galerina atkinsoniana f. quadrispora.
Sporen sehr hell und grob warzig, schwach dextrinoid.
Cheilozystiden lageniform, und dummerweise viele deutlich kopfig, was irgendwie zu keiner Art passen will.
Pleurozystiden hat er auch.
Pileozystiden auch...
... und Kaulozystiden auch, im unteren Drittel auch, aber nur wenige.
8:
Hygrocybe coccineocrenata am Rand eines Sumpfes.
Sporen unauffällig.
9:
Protostropharia semiglobata. Es gibt ja einige ähnliche Arten, die man nur mikroskopisch unterscheiden kann.
.Sporen mit zentralem Keimporus.
Cheilozystiden
Pleurochrysozystiden
Kaulozystiden ebenfalls als Chrysozystiden.
Im Anschluss folgen noch ein paar Risspilze.
LG Raphael
