Hallo Leute,
noch vor einiger Zeit schien mir KI ziemlich ungeeignet, um ernsthaft damit zu arbeiten. Ein Hauptproblem war das sogenannte Halluzinieren, also das Erfinden von Inhalten, was natürlich gerade im Zusammenhang mit Lernen und Wissensvermittlung problematisch ist.
In den letzten ein bis zwei Jahren hat diese Technik aber einen rasanten Fortschritt gemacht, wie mir scheint. Nicht zuletzt deshalb, weil KI heute auch auf aktuelle Inhalte im Internet zugreifen und verschiedene Quellen und Informationen besser miteinander abgleichen kann.
Daher habe ich ein kleines Mini-Projekt gestartet und ChatGPT mit den Pilzen gefüttert, die aktuell bei der DGfM auf den Listen für Speise- und Giftpilze sowie auf der Liste der Pilze mit uneinheitlich beurteiltem Speisewert stehen. Das sind derzeit 327 Arten bzw. Artenaggregate.
Für jede davon habe ich ChatGPT die fünf wichtigsten makroskopischen Merkmale heraussuchen lassen, mit denen sich die jeweilige Art von ihren typischen Verwechslungspartnern unterscheiden lässt. Anschließend habe ich die fünf Merkmale noch einmal nach ihrer Bedeutung sortieren lassen, sodass das zuerst genannte Merkmal jeweils das wichtigste sein soll, das zweite das zweitwichtigste usw.
Zum Schluss habe ich bei allen Giftpilzen – soweit bekannt – noch das jeweilige Toxin bzw. die verantwortlichen Giftstoffe und das entsprechende Vergiftungssyndrom ergänzen lassen.
Herausgekommen ist ein knapp 60-seitiges Dokument, das für meinen Kenntnisstand zunächst ziemlich sinnvoll aussieht. Bei einer ersten Durchsicht sind mir keine offensichtlichen Fehler aufgefallen. Natürlich sind viele von euch aber sehr viel besser in der Lage, die Angaben fachlich zu beurteilen.
Daher würde ich mich sehr freuen, wenn der eine oder die andere Zeit und Lust hätte, einmal darüberzuschauen und etwas dazu zu sagen. Besonders interessieren würden mich natürlich Fehler, problematische Merkmale, falsche Gewichtungen oder Dinge, die für die praktische Unterscheidung anders dargestellt werden sollten.
Das Ganze ist selbstverständlich nicht als Ersatz für Bestimmungsliteratur oder als Grundlage für Verzehrentscheidungen gedacht. Mich interessiert vor allem, wie brauchbar KI inzwischen für die strukturierte Aufbereitung solchen Wissens sein kann.
Und wenn ihr das ganze Projekt doof findet, ist das natürlich auch völlig in Ordnung – es muss sich ja niemand daran beteiligen. Über jedes konstruktive Feedback würde ich mich aber sehr freuen.
Ich stelle die Datei als mal als pdf hier hinein.
Vielen Dank und beste Grüße vom
Stefan
