Ein kleines KI Projekt

Es gibt 34 Antworten in diesem Thema, welches 1.096 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Ria.

  • Hallo,


    ja, KI muss lernen dürfen. Hier genau sehe ich das Problem. KI lernt viel aus/von Wikipedia. Doch vieles dort ist vollkommen veraltet, teilweise falsch. Beiträge seit mehr als 10 Jahren nicht überarbeitet worden, vollkommen veraltet alles. Bei Wikipedia arbeitet kaum noch jemand mit. Die Zahl derer, welche Beiträge erstellen und aktuell halten, sinkt permanent.

    Und das lernt dann die KI. Leider. Falsch verstandener Datenschutz, Copyright etc. sind hier hinderlich.


    Pilze: Eines Tages müssen doch einmal alle Merkmale einer Pilzart feststehen. Dann kann die KI das lernen. Die KI müsste einmal Zugriff auf alle Pilzbücher der letzten Jahre bekommen. Aber so, wie das jetzt ist, wird das wohl nichts werden.

    Die einzelnen Pilzarten müssten Nummern bekommen. Dann spielt der aktuell gültige lat. Name keine Rolle mehr. # 2412 bleibt immer diese Nummer. Bei Fischen wird das teilweise schon so gehandhabt.


    Medizin: Hier ist die KI bereits sehr hilfreich. Eine Freundin arbeitet in einem Krankenhaus. Ein Patient hatte eine unklare Krankheit. Die KI wurde mit den Symptomen gefüttert und fand heraus, dass weltweit einige Patienten ähnliche Symptome hatten, und in der Tat konnte die Ursache gefunden werden. Ohne KI hätten die Ärzte wohl niemals die Ursache gefunden. Weil aber Krankheiten, Symptome, Verlauf, etc. in die Datenbanken kommen, konnte dem Patienten geholfen werden. Finde ich super.



    Viele Grüße,

    Steffen

  • Hallo zusammen,


    natürlich ist bei Wikipedia auch veraltetes und falsches Wissen enthalten. Das ist aber in Büchern nicht anders. Denn einerseits macht jeder Fehler und andererseits wird unser Wissen immer größer und neue Erkenntnisse sorgen dafür, daß Dinge die früher mal als richtig galten, mittlerweile als falsch gelten. Einfaches Beispiel: Speisewerte von diversen Pilzen. Insofern würde ich da mit der Wikipedia nicht so hart ins Gericht gehen wollen. Andererseits muß man sich aber auch im Klaren sein, daß die Wikipedia eine Enzyklopädie und keine Gattungsmonographie ist, d.h. der Anspruch der Wikipedia ist auch nicht wirklich von jedem Pilz sämtliche Merkmale zu präsentieren.


    Zu den Pilznamen: Auch wenn immer wieder gerne vom aktuell gültigen Namen gesprochen wird: Es gibt keine aktuell gültigen Namen! Wenn jemand einen Pilz z.B. in eine andere Gattung umkombiniert und das publiziert, heißt das nicht, das der Pilz jetzt offiziell einen neuem Namen hat. Das ganze muß man als Vorschlag der entsprechenden Wissenschaftler:innen lesen und dann muß man abwarten, ob die Community sich entschließt, diesem Vorschlag zu folgen oder nicht. Christoph Hahn hat hier vor einiger Zeit mal einen längeren Beitrag zu Sinn und Zweck von Index Fungorum und MycoBank geschrieben, den würde ich da dringend als Lektüre empfehlen! Entsprechend gibt es eben auch nicht dieses absolute Wissen, von dem du, Steffen, träumst und mit dem man die KI füttern könnte. Davon abgesehen: Wenn es dieses Wissen gäbe, warum bräuchte es dann eine KI, bei der man dann trotzdem nie weiß, ob das, was sie mit dieser Datenbank fabriziert, richtig ist? Man könnte doch einfach die Datenbank (mit entsprechend hinterlegten Quellen, denn wir machen ja schließlich Wissenschaft) ganz klassisch abfragen.


    Björn

  • Als Nachtrag und konkretes Beispiel zur Pilznomenklatur: Es gibt bei den Rostpilzen die Gattung Coleosporium, die im Frühling auf Pinus ihre sackförmigen Aecien bildet und dann einen Wirtswechsel zu diversen anderen Pflanzen vollzieht, wo sie orangefarbene, pulverige Uredien und orangerote, wachsartige Telien bildet. Sowohl auf Pinus als auch auf dem Hauptwirt kann man keine makroskopischen und mikroskopischen Unterschiede zwischen den Pilzen feststellen. Auch wenn man die Pilze sequenziert, läßt sich nur schwerlich bis kaum eine Trennung herausarbeiten. Entsprechend werden in den Niederlanden alle diese Roste als eine Art, Coleosporium tussilaginis geführt.


    Andererseits weiß man aus Infektionsversuchen, daß Material von Campanula, nachdem es auf Pinus übertragen wurde, anschließend wieder nur Campanula, nicht aber Senecio, Petasites oder Tussilago befallen kann. Gleiches gilt für Material von diesen drei Gattungen, die auch wieder nur die eigene Gattung befallen können. Entsprechend unterscheidet man im deutschsprachigen Raum mehrere Arten: Coleosporium tussilaginis auf Tussilago, Coleosporium senecionis auf Senecio, Coleosporium petasites auf Petasites, Coleosporium campanulae auf Campanula etc. Mir selber erscheint dieses Konzept der eng abgegrenzten Arten deutlich sinnvoller und näher an der Wirklichkeit zu sein. Aber das heißt ja nicht, daß die Wirklichkeit auch wirklich so ist.


    Björn

  • Hi, kleiner Nachtrag, dass die KI hauptsächlich Wikipedia verwendet, ist nicht mehr der Fall. Ich habe mal nach den Quellen für meinen Auftrag gefragt. Hier die Liste:


    Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM)

    Index Fungorum

    Species Fungorum

    Studies in Mycology

    Springer / IMA Fungus

    PubMed Central (PMC)

    USDA Forest Service

    British Mycological Society

    ZOBODAT

    Boletales.com

    Fungi.fr

    Funghi Italiani

    ResearchGate

    University of Florida IFAS

    First Nature

    MushroomExpert

    UBC E-Flora Atlas

    Beaty Biodiversity Museum

    Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)

    Fédération Mycologique et Botanique Dauphiné-Savoie (FMBDS)

    South Vancouver Island Mycological Society (SVIMS)

    Giftinformationszentrum Bonn

    Natur in NRW

    Stadt Wien – Pilzberatung

    MushroomIdentification.com

    Mushroom-Toxin.de

    Rote-Liste-Zentrum

    NatureServe Explorer

    North American Mycological Association (NAMA)

    Interhias

    Psilosybiini.info

    BioAcad

    TuberID / CNR

    Semantic Scholar

    Healing-Mushrooms.net

    Out-Grow

    Forage Around Us

    Wikipedia


    Was auch immer das aussagt.


    Beste Grüße vom Stefan

  • Hi, kleiner Nachtrag, dass die KI hauptsächlich Wikipedia verwendet, ist nicht mehr der Fall. I...

    Hallo Stefan,


    so meinte ich das nicht. Ich meinte allgemein, dass KI u. a. viel von Wikipedia lernt. Und genau in den veralteten und schlecht gepflegten Sachen von Wikipedia sehe ich ein Problem.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Zitat

    Und genau in den veralteten und schlecht gepflegten Sachen von Wikipedia sehe ich ein Problem.

    Nein, das Problem ist, wenn man Wissen ohne Quellenangabe und ohne kritisches Hinterfragen benutzt. So wie es die KI tut.


    Björn

  • Hi Björn, ich habe mal nachgefragt, woher die Einschätzung zu Amanita phalloides stammt. Nach genauerem hinsehen hat die KI festgestellt, dass die Einschätzung falsch ist. Der Punkt ist, dass sie die Bewertung "makroskopisch schwer bestimmbar" nicht einzeln geprüft, sondern gruppenweise vergeben hat. Dadurch die vielen Arten mit dieser Kennzeichnung. Das ist natürlich sehr unintelligent. Oder ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt beim Auftrag. Genau solche Punkte waren es, die ich heraus finden wollte, also nochmal danke fürs Feedback!


    Beste Grüße Stefan

  • Zitat

    Der Punkt ist, dass sie die Bewertung "makroskopisch schwer bestimmbar" nicht einzeln geprüft, sondern gruppenweise vergeben hat. Dadurch die vielen Arten mit dieser Kennzeichnung. Das ist natürlich sehr unintelligent. Oder ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt beim Auftrag. Genau solche Punkte waren es, die ich heraus finden wollte, also nochmal danke fürs Feedback!

    Hallo Stefan,


    das ist aber ja ein Kernpunkt meiner Kritik. Die KI macht erstmal irgendetwas, was und wie genau bleibt im Verborgenen. Und dann versucht man anschließend in mühevoller Kleinarbeit Fehler zu finden und zu korrigieren - ohne, daß man am Ende sicher sein kann, fast alle Fehler gefunden zu haben. Das wirkt für mich sehr ineffizient als grundsätzliche Arbeitsmethode. Wenn man sich vorher klar überlegt, was man will, wie man herangeht und es dann entsprechend (kontrollierbar) umsetzt, erspart man sich viel Frust.


    Björn

  • Hallo in die Runde,


    die „Kunst“ des Promptens sollte nicht unterschätzt werden, denn die Qualität KI-generierter Lernhilfen hängt stark von der Qualität des Auftrags ab. Der professionelle Umgang mit KI ist erlernbar.


    Anfänger wissen häufig noch nicht, welche Inhalte wichtig sind und was sie überprüfen müssen. Von KI-erfahrenen Fachleuten erstellt, können KI-Lernhilfen dagegen sehr effektiv sein: Die Fachperson wählt Inhalte, wissenschaftliche Standards und geeignete Quellen aus, während die KI sie strukturiert und didaktisch aufbereitet. Das Ergebnis ist nicht automatisch weniger verlässlich, weil es mithilfe von KI entstanden ist. Entscheidend sind "hochwertiges" promten und die abschließende gründliche Kontrolle der Inhalte.

    Warum nicht gleich selber machen? -> Geschwindigkeit.


    Liebe Grüße

    Ria