3 Pilze

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 751 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Konstantin Plump.

  • Frohes Fest miteinander,


    Ostern bedeutet arbeitsfrei und damit etwas Zeit für dies und das. Ich konnte gestern im Park ein paar bekannte Pilze finden, die ich wenigstens auf Gattungsebene einordnen kann. Eine gute Gelegenheit, um das Mikroskop nochmal auszupacken. Mögliche Färbemittel und Grundchemikalien stehen noch im Mykoshop, sind aber bestellt. Einen flüchtigen Blick in die Literatur zur Mikroskopie konnte ich werfen. Ich habe mich zunächst auf die Lamellenschneiden in Wasser beschränkt. Tipps zur Einstellung der Blende habe ich versucht umzusetzen.


    1. Gemeines Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis)







    2. Erdritterling (Tricholoma sp.)








    Dann noch 3.

    ein Rasling, wahrscheinlich ein Büschelrasling (Lyophyllum sp.)








    Weder beim Ritterling noch beim Rasling konnte ich ich reife Sporen finden. Ich glaube, die Präparate hätte ich noch besser zerzutzeln können. Es ist alles immer noch etwas zu kompakt. boccaccio würde sagen: da liegt gefühlt der halbe Pilz unter dem Mikro :) .


    LG Michael


  • Weder beim Ritterling noch beim Rasling konnte ich ich reife Sporen finden. Ich glaube, die Präparate hätte ich noch besser zerzutzeln können. Es ist alles immer noch etwas zu kompakt. boccaccio würde sagen: da liegt gefühlt der halbe Pilz unter dem Mikro :) .

    Hi,


    ich schwöre auf Zupfpräparate bei Lamellenpilzen. Mit einer feinen Pinzette ein Stückchen Lamelle (mit Schneide) abzupfen und dann gut quetschen. Reicht für die meisten Fälle aus.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Suku,


    das erste Bild (Sporen) ist schon ganz gut.

    Bei den anderen ist zu viel Material unter dem Deckglas und zu wenig gequetscht.

    Wahrscheinlich ist auch zuviel Flüssigkeit darunter.

    Und wenn du die Blende noch deutlich weiter öffnest, werden die Bilder schärfer.


    Aber genau so geht Mikroskopie! :daumen:


    Gruß

    Peter

  • ich schwöre auf Zupfpräparate bei Lamellenpilzen. Mit einer feinen Pinzette ein Stückchen Lamelle (mit Schneide) abzupfen und dann gut quetschen. Reicht für die meisten Fälle aus.

    Danke Stefan, das habe ich auch so ähnlich probiert: ein kleines Stück abgezupft, dann mit zwei Nadeln auseinandergezutzelt, einen Tropfen Wasser drauf, Deckglas drauf, dann gequetscht. Allerdings hätte ich wohl mehr quetschen sollen, wie Peter schreibt. Zuviel Material hatte ich ja selbst auch schon vermutet.


    das erste Bild (Sporen) ist schon ganz gut.

    Bei den anderen ist zu viel Material unter dem Deckglas und zu wenig gequetscht.

    Wahrscheinlich ist auch zuviel Flüssigkeit darunter.

    Und wenn du die Blende noch deutlich weiter öffnest, werden die Bilder schärfer.


    Aber genau so geht Mikroskopie! :daumen:

    Danke auch dir, Peter. Ja, zu wenig gequetscht habe ich wohl wirklich. Das erste Bild (Sporen vom Stockschwämmchen) ist vom gleichen Präparat, wie auch die nächsten drei. Mit der Blende habe ich experimentiert und hatte das Gefühl, dass die Kontraste zu sehr verloren gehen, wenn ich sie viel weiter öffne. Und zuviel Wasser? Werde ich auch mal drauf achten. Ich werde weiter probieren und die Versuche ins Forum stellen. Die Rückmeldungen sind sehr hilfreich für mich.


    Liebe Ostergrüße


    Michael

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


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  • Hi,


    ich hatte das Glück, dass ich in Schule (Bio-Leistungskurs) und Studium schon ein bisschen Mikro-Erfahrung im allgemeinen Umgang darin hatte. Somit musste ich mich dann nur nochvauf das Erkennen pilzlicher Strukturen konzentrieren.


    l.g.

    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Hallo Michael,


    hier siehst du den Einfluss von zu stark zugezogener Blende im direkten Vergleich zu korrekt weit geöffneter Blende.



    1. Blende zu stark geschlossen: große Tiefenschärfe, matschiges Bild,

    2. Blende korrekt weit geöffnet: kleine Tiefenschärfe, aber die Spore in der Mitte einwandfrei scharf


    Einen ähnlichen Effekt bekommt man auch, wenn die Kondensorhöhe falsch eingestellt ist. Der Kondensor sollte möglichst weit (fast ganz) oben sein.


    Gruß

    Peter


    PS: Wasser was zu viel ist, tritt beim Quetschen seitlich aus dem Deckglas aus. Das mit Taschentuch absaugen, fertig.

  • Moin Michael,


    ich schneide an liebsten: Holzstück unter die Stereolupe, Lamellenstück auf das Holz und dann, das habe ich für mich festgestellt, mit einer Rasierklinge so viele Abschnitte wie möglich mit machen und in einen Tropfen Wasser geben. Dann den schönsten Abschnitt verwenden. Durch das Anfertigen der vielen Einzelschnitte merkt man jedes Mal wieder, wie fein es eigentlich wirklich geht.


    Ich verwende für die Wassergabe eine Mikropipette. Über die Deckglasfläche und Sporengröße kann man ja ungefähr ausrechnen, wie viel Wasser man benötigt. Für ein Sporenpräparat nehme ich die 3,5 Mikroliter Einstellung... Das ist so ein kleiner Tropfen, den ich anders nicht hinbekomme. Versuch also bei Sporenpräparaten einfach mal so wenig Wasser wie möglich. Das müsste reichen.


    Quick and dirty kann ich aber auch 😉


    Beste Grüße

  • Danke, Konstantin. Ich habe zwar keine Stereolupe, aber mit dem Rasierklingen-Hackebeilchen ganz viele Stückchen hacken und das kleinste/dünnste davon unters Deckglas, das werde ich auch mal versuchen. Das Wasser gebe ich mit einer Spritze mit Nadel dazu, damit lässt sich auch ein feiner Tropfen dosieren.


    LG Michael

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  • Hi Michael


    Zur Köhlerschen Beleuchtung kannst du dir sonst vielleicht auch mal dieses Video anschauen:


    Köhlersche Beleuchtung in 10 Schritten
    Um ein optimal ausgeleuchtetes Bild im Mikroskop zu erzeugen wird es vor jedem Gebrauch geköhlert. Die köhlersche Beleuchtung ist nach Prof. August Köhler (1...
    www.youtube.com


    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Danke, Benjamin, für den Link zum Köhlervideo. Ich hab's mir angesehen. Weil ich nicht verstanden habe, was bei den Arbeitsschritten genau passiert, habe ich bei YouTube zum Thema "Köhlern" gestöbert. Abgesehen davon, dass ich jetzt hochwertige Holzkohle selber herstellen kann, hat mir das Verständnis zur Optik weitergeholfen. Ich habe dazu dieses Video gefunden:


    Externer Inhalt www.youtube.com
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    Vielleicht hilft es ja auch noch jemand anderem. Für mich war gut, das es eine AI-Übersetzung ins Deutsche gibt.


    LG Michael

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  • Hallo zusammen,


    ich möchte noch einmal kurz auf das allererste Bild der Sporen zurückkommen. Da erkennt man zwar alles, was man erkennen muß, ich möchte aber trotzdem dafür werben, daß man Sporen anhand eines Sporenabwurfs untersucht. Da ist man dann wirklich sicher, daß alle Sporen auch richtig reif sind. Und wenn man geschickt ist, schafft man es sogar, eine einzige Monolage an Sporen zu präpararieren, wodurch man ein sehr flaches Präparat hat und dadurch das gesamte Blickfeld in der Fokusebene.


    Da ich offenbar noch nie Stockschwämmchen mikroskopiert habe, hier ein Sporenfoto des giftigen Doppelgängers:


    Björn


  • Hallo Michael, unser Olympus CH2 hat keine Leuchtfeldblende. Somit lässt es sich nicht köhlern und es ist auch nicht notwendig.


    Peter hat hier (siehe Zitat unten) schon alles geschrieben, was du beachten musst. Jetzt brauchst du nur noch gute Präparate.


    Viel Erfolg und vor allem Spaß 🙂


    Konstantin