In der Heide gibt es immer noch etwas zu finden...

Es gibt 23 Antworten in diesem Thema, welches 1.694 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Rainer M..

  • Hallo, eigentlich wollte ich nur kurz in Heide um ein paar bessere Bilder von dem unbekannten Weißsporer und der Peltigera mit Gamundia xerophila machen.


    Gefunden habe ich noch paar FK die ich euch zeigen möchte. Die Bestimmung ist mal wieder nur Makroskopisch, daher immer etwas unsicher.


    1. Clitocybe/Rhizocybe: Nach wenigen Meter wurde diese Gruppe Trichterlingsartiger FK unter einem Nadelbaum im Moos gefunden. Der Hut ist innen braun und zum Hutrand gelb.

    Die Lamellen sind für Clitocybe dicht stehend und ausgeprägt herablaufend. Der Stiel ist braun und nach meiner Ansicht sind die Rizomorphen ausgeprägt, so das vielleicht

    von Rhizocybe auszugehen ist. Aufgrund der Färbung vielleicht sogar Rhizocybe vermicularis? Wie schätzt Ihr meine Bestimmung ein?



    Edit: Bei diesen FK`er habe ich ordentlich danebengelegen. Hygrophoropsis ist mit sicherheit die beste Option.


    Fundort/Begleitbäume



    FK






    2. Clavulinopsis corniculata: Diese Art habe ich schon mal so spät in Jahr in diesem Areal gefunden. Eine größer Gruppe in Hanglage.






    3. Ein kleiner Teuerling der Kiefernzapfen gut findet




    4. Auf diesem Zapfen wurde zwei gelbe Becherförmige FK mit gezacktem und gelappten Rand gefunden. Größe Vielleicht 1-2 mm max.

    Vielleicht kann jemand einen Hinweis für die Gattung geben?


    Edit: Das sieht nach einem Kugelschneller aus (Danke Matthias)






    5. Wieder diese sehr ungewöhnliche Helvella sp. mit Schwarzen Hut und braunem gekammertem Stiel.



    6. Große Mengen an Moosbecherlingen auf der ganzen Fläche.





    Der unbekannte Weißsporer und die Gamundia xerophila mit Wirt wurden ja schon bei den Flechten vorgestellt



    Ich hoffe, es hat gefallen und über Hinweise und Ergänzungen freue ich mich natürlich


    lg Rainer

  • magicman

    Hat den Titel des Themas von „In der Heide gibt immer noch etwas zu finden...“ zu „In der Heide gibt es immer noch etwas zu finden...“ geändert.
  • Ist nr. 3 ein Tiegelteuerling? :)
    Tolle Funde, - besonders der Kugelschneller den habe ich noch nie gesehen vorher.

    VG, Moosfreundin :)


    Meine Pilzbestimmungen sind wie Wettervorhersagen: manchmal richtig, manchmal nicht. Wer seinen Fund essen möchte geht zum PSV.

  • Hallo allerseits, aus dem Funden von heute ist mir folgender FK aufgefallen den ich euch zeigen möchte.


    Bei erster Betrachtung der Lamellenseite habe ich sofort an einem Düngerling, denken müssen. Diese schwarz gecheckten Lamellen, heller Schneide

    und mit Zahn herablaufend.


    Bei der späteren Betrachtung sind mir aber 2 Dinge aufgefallen die gegen diese Gattung sprechen und aus meiner Sicht für einen

    Faserling, Psathrella sp. sprechen. Erstens der Hut hat beim älteren Semester eine gut erkennbare Riefung

    und zweitens der Stiel zeigt eine gut kennliche Pseudoringzone mit einer rot/braunen SPP farbe!


    Der Junge zweite FK ist auffällig hell.


    SPP Bestimmung ist in Arbeit.


    Das Habitat ist Heide mit viel Dung und kalkhaltigem Boden.


    Mit all diesen Parametern wäre aus meiner Sicht Psathrella panaeoloides ein guter Arbeisttitel


    Fundort



    Alt





    Jung und Alt


    Noch ein paar weitere Impessionen


    Unreife Pilobolus




    Unbekannter (Links)




    Und ein passender Nitratzeiger für die Fläche




    lg Rainer

  • Bei der späteren Betrachtung sind mir aber 2 Dinge aufgefallen die gegen diese Gattung sprechen und aus meiner Sicht für einen

    Faserling, Psathrella sp. sprechen. Erstens der Hut hat beim älteren Semester eine gut erkennbare Riefung

    und zweitens der Stiel zeigt eine gut kennliche Pseudoringzone mit einer rot/braunen SPP farbe!

    Hallo, der Sporenabdruck fehlt noch.

    Dieser ist erstaunlich ausgeprägt violett/schwarz mit minimalem Braunanteil.



    Passt dieser zu einem Faserling? Iich denke schon.


    LG Rainer

  • Lieber Rainer,


    ohne sachlichen Beitrag, aber: Der Sporenabdruck sieht ja phantastisch aus, ein richtiges Kunstwerk. Hast du den aufbewahrt?


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Der helle kann auch Pseudostropharia sein.

    Hallo Karl,


    Ich gehe davon aus, dass du Protostropharia meinst?

    Der junge FK hat nicht ausgesport und war 20 cm entfernt zu finden. Eine andere Art möchte ich nicht ausschließen.


    Der Sporenabdruck sieht ja phantastisch aus, ein richtiges Kunstwerk. Hast du den aufbewahrt?

    Liebe Sabine,

    möchtest du ihn haben?

    Der Grund für diesen abstrakten Abdruck dürfte der weiche und ordentlich durchnässt Fk gewesen sein.


    LG Rainer

  • Lieber Rainer,


    total gerne 😃 - schmeißt du den sonst weg?


    Nach durchnässt sieht das aus, aber mir ist es bisher noch nie gelungen, stark durchnässte Fruchtkörper überhaupt zum Absporen zu bewegen. Toll gelungen!


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Unbekannter (Links)



    Moin!


    Da könnte ich mir eine ungewöhnlich gewachsene junge Rickenella swartzii vorstellen. Die etwas dunklere Stielspitze, der Lamellenansatz, die Orangetöne und die irgendwie leicht glasige Optik sprechen dafür. Hier habe ich im Internet einen Hut gefunden, der sehr ähnlich aussieht.


    Beste Grüße

    Jan-Arne


    Im Forum gibt es keine Verzehrfreigaben, nur Hilfestellungen zu eigenständigen Vergleichen!


    Meine Homepage mit Kurzportraits von Pilzen und Tieren: fungaundfauna

  • Da könnte ich mir eine ungewöhnlich gewachsene junge Rickenella swartzii vorstellen. Die etwas dunklere Stielspitze, der Lamellenansatz, die Orangetöne und die irgendwie leicht glasige Optik sprechen dafür. Hier habe ich im Internet einen Hut gefunden, der sehr ähnlich aussieht.

    Hey Jan-Arne, Rickeneller swartzii war vorn oben betrachtet auch meine erste Ersteinschätzung.

    Dieser ist im Gebiet auch schon häufig gefunden worden.

    Aber dieser Habitus mit dem gedrungenen Stiel und die Lamellen laufen so gar nicht Rickenella-artig am Stiel herab. Selbst die Stielänge ist viel zu kurz

    sehr merkwürdig. Daher wurde dieser Gedanke sofort von mir verworfen.


    Ich zeige Dir mal einem typischen Fund zum direkten Vergleich.






    lg Rainer

  • Hallo Rainer,


    klar, der ist untypisch.

    Ich kenne diese häufige Art gut und denke deshalb, dass aus den genannten Gründen der Name dennoch passen könnte.


    Beste Grüße

    Jan-Arne


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  • Der Winter kommt langsam in das warme Rheintal. Die letzten Tage habe aber noch Funde zugelassen.


    Habitat; Kalk; Schotter; Sand; wärmebegünstigte Heidelandschaft


    Psathyrella spec.: Ein gesellig wachsene zwischen Sträuchern. Stark hygrophane Hütte; Jung dunkel mit gut erkennbaren Hüllresten am Rand

    Geschack Mild; Geruch angenehm pilzig; SPP Schwarz/braun ohne weitere Färbung, Fleisch braun Stiel hohl werdend







    2. Deconica: Ein dunkler Kahlkopf (1cm) mit herablaufenden Lamellen auf Stein und Sand. Wahrscheinlich D. Montana aber der Standort ist etwas

    ungewöhnlich Steinig und Sandig. Diese Art finde ich sonst nur im Moos. Das SPP ist schwarz.


    Oberseite ist unscharf, sorry



    Baby





    3. Entoloma Vindobonense

    Ich finde bei jedem Besuch schon seit einem Monat diesen Entoloma. Die dunkle Erscheinung und der Geruch machen ihn aus meiner Sicht unverwechselbar.




    4 Entoloma spec: Der eigentlich besondere Fund des Tages wurde anschliessend gemacht. Ein kleiner Rötling (< 2 cm ) gut versteckt.

    in einem aufgrissenem Erdloch. Dieser richt überhaupt nicht; Er ist leichten rotstichig am Hutrand ; die Lamellen sind schon jung braun.

    Und dieser erscheint offensichtlich sehr spät im Jahr. Auf der Fläche ist sonst nur noch E. Vindobonense zu finden.








    Diese Gruppe wurde getrocknet



    Ein paar Impressionen





    Ein paar besinnliche Tage wünsche ich euch.


    lg Rainer

  • Hallo Rainer,


    ich habe dieser Tage auf ähnlichem Habitat (Kalk, Sand, trockener Magerrasen, mit Moos und Flechten bewachsen) ziemlich viele Fruchtkörper dieses Rötlings gefunden:



    Ich hatte ihn für den Seidigen Rötling, Entoloma sericeum, gehalten. Er ähnelt aber auch sehr deinem E. Vindobonense, wenngleich er etwas dunklere Lamellen hat. Müsste wahrscheinlich das Mikroskop bemüht werden, oder?

    Schöne Feiertage und herzliche Grüße,

    der andere Rainer

  • Hallo Rainer,

    nicht, dass ich Ahnung hätte. Aber von Karl W weiß ich, dass die späte Entoloma die wie sericeum aussieht , meist auf den Namen vindobonense hört.


    Dann wollte ich noch loswerden, dass mir das Foto vom Heide-Kahlkopf ausnehmend gut gefällt.


    Auch dir ein Frohes Fest!

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo Claudia,

    ganz herzlichen Dank für dein großes Lob für das Kahlkopf-Foto - das freut mich natürlich sehr!

    Und danke auch für die Stellungnahme zum Rötling, interessant. Ich frage da jetzt mal in meinem heimischen Pilzverein an, wir haben da eine Koryphäe.

    Ich wünsche dir frohe und schöne Weihnachtstage!

    Liebe Grüße


    Rainer

  • Hallo zusammen,


    ich würde den Rötling von Rainer M. auch als E. vindobonense ansprechen. Wie Claudia schon schrieb sind das sehr späte Erscheinen im Jahr, die dunklen, nicht durchscheinend gerieften Hüte und der polierte, nicht überfaserte Stiel typisch für die Art (daneben natürlich noch Mehlgeruch, aber den hat E. sericeum ja auch). Mikroskopisch tuen sich die beiden Arten nicht viel (sonst wäre ja schon viel früher aufgefallen, daß viele Funde, die man früher als E. sericeum angesprochen hat, in Wahrheit E. vindobonense sind), sehr wahrscheinlich ist das Vorhandensein von Granulen in der frischen Huthaut typisch für E. vindobonense, wobei aber noch unklar ist, ob E. sericeum die nie hat.


    Björn