Pyrenomycet

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 335 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Beflockter Kaiserling.

  • Hallo,


    ich habe heute mal versucht einen Pyrenomyceten mit dem Schlüssel den boccaccio dankenswerter Weise übersetzt hatte (Ascomyceten Project) zu schlüsseln. Leider tue ich mich damit aber noch schwer, da ich Pyrenomyceten selten geschlüsselt habe. Daher dachte ich, ich frage mal hier nach.

    Das Substrat war berindetes Totholz, Ahorn oder Esche könnte ich mir vorstellen. So sieht der aus:



    Das hat mich erst mal an Bertia moriformis oder Lasiosphaeria erinnert, allerdings waren die Sporen dafür deutlich zu klein (9-10 x 3,5-5,5). Die Asci waren ca. 8-sporig und einreihig (also damit meine ich, dass nicht mehrere Sporen nebeneinander waren.



    Mit dem Schlüssel komme ich nicht so richtig auf was, vielleicht höchstens Richtung Lasiosphaeria, wegen der dunklen Sporen, wobei ich auch wegen der krummen Sporen schon vorher Richtung Schlüssel A1 abbiegen könnte. Es fällt also auf, dass ich noch nicht so ganz einschätzen kann, wann ich an einem richtigen Punkt angekommen bin und wann ich wieder zurück gehen muss. Kann mir jemand helfen? Ich würde sehr gerne zu Übungszwecken nochmal schlüsseln und bräuchte aber dafür eine Richtung oder eine Art von der ausgehend ich rückwärts schlüsseln kann, um die Merkmale zu lernen. Das wäre super. Vielen Dank!

  • Hallo Kaiserling,


    wenn man sich mit Pyrenos beschäftigt, sollte man schon etwas Arbeit in die Substratbestimmung investieren oder aber nur solche Funde näher untersuchen, bei denen man das Substrat sicher bestimmen kann. Ich tippe hier mal auf Buche.

    Was den Schlüssel angeht, solltest du dir die Sporen noch mal ganz genau anschauen und prüfen, ob eine Keimspalte oder Keimpore vorhanden ist.


    Björn

  • GriasDi,

    das schaut makroskopisch stark nach Hypoxylon/Jackrogersella cohaerens, der Zusammengedrängten Kohlenbeere auf Buche aus.

    Die Sporen sollten auch passen.

    An liabn Gruaß

    Werner

  • Hallo und danke für die Antworten!

    Ja Jackrogersella cohaerens war auch mein erster Gedanke, ich war aber verwirrt, wegen der "Ausbuchtungen"..ärgerlich, das hätte man ja doch bestimmen können. Ich sehe auch auf Bildern, das die das ja auch hat :haue: .


    Danke auch für den Hinweis zum Substrat, im Schlüssel wurde das nicht so betont, daher wusste ich das nicht. Würde ich aber das nächste mal mit berücksichtigen.


    Beste Grüße!

  • Hallo boccaccio,


    ja auf jeden Fall, das ist der Plan :) ich hab auch schon nach Keimspalten gesucht, kann aber keine finden. Auf Fungiversum (https://fungiversum.de/jackrog…aerens/#jp-carousel-18060) finde ich auch ein Bild, welches eine Keimspalte zeigen soll. Das kann ich bei mir gerade auch nach längerer Suche nicht finden, ich schaue aber morgen nochmal. Ich frage mich aktuell nur, ob ich das einfach chronisch übersehe oder die Sporen vielleicht reifer sein müssen?


    Hier noch ein paar Bilder, aber auf keinem finde ich eine entsprechende Spalte:



    Ich bin noch am Üben gute Fotos durchs Mikroskop aufzunehmen, daher verstehe ich, wenn das so keiner einschätzen kann. Ich hab aber das Mikroskop vor mir und kann mit der Schärfe spielen, finde aber trotzdem nichts. Naja, manchmal braucht ja auch einfach etwas Zeit, um die entsprechenden Merkmale wahrzunehmen. Ich schaue mal, ob ich sie noch finde :) ^^

    Nochmal vielen Dank.

  • Servus,

    Die Keimspalten sitzen an den Biegungen der Spore, erst wenn die Spore richtig liegt, kann man die KS erkennen.

    Hier zeigt auf Bild Nr.3 (die rechte Spore) m.E. eine Keimspalte.

    Manchmal hilft auch KOH oder Kongorot zum besseren Erkennen. Und die Sporen sollten reif sein.

    Grüße

    Felli

  • Hallo,


    ja, danke, ich sehe was du meinst Felli. Ich hab nochmal in KOH 3% und Kongorot geschaut. Wenn ich nach solch unauffälligen Strukturen schaue, wie bei der Spore in Bild 3 finde ich tatsächlich was. Allerdings ist das schon sehr unauffällig. Ist das immer so schwer zu finden oder liegts an mir? Der Schlüssel nennt ja auch "auffällige Keimspalten" als Merkmal. Auffällig würde ich die aber nicht nennen. Vielleicht liegt das ja an der Erfahrung, ich werde mal schauen, ob mir das bei zukünftig häufigerer Beschäftigung mit Pyrenos mehr einleuchtet..

    Immerhin kam ich innerhalb des Unterschlüssels ganz gut auf Jackrogersella, auch das in KOH 10 % aufreißende Perispor konnte ich beobachten :). Auch wenn die Bilder schon sehr unscharf sind :D


    Danke für eure Hilfe.

    Beste Grüße!

  • Hi Kaiserling,


    du kannst zukünftig, auch diesen online Schlüssel benutzen.

    Pyrenomycetes from southwestern France

    Dort kannst du speziell Xylariaceae Schlüsseln.

    VG : Thorben