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letzter Beitrag von beli 1 am

Beim Wiese mähen ...

  • Hallo allerseits,

    ... habe ich den hier gefunden, oberseits beigefarbener Lamellenpilz in dicht bestandenen Hexenringen. 4-9 cm Hutgröße. Der hier ist 8 cm. Standort mäßig fette, seit mind. 30 Jahren bestehende ungedüngte Wiese. Geruch unangenehm, ranzig. Kein Plan was die Identität angeht.

    Danke für's Anschauen und für Vorschläge,

    LG, Bernd

  • Hallo, ich hatte gehofft, dass Wuchsort, Zeit und die Wuchsweise in Hexenringen vielleicht die Auswahl deutlich einschränken könnten. Denn das ist derzeit der einzige Pilz auf mehreren ha Wiese. Bäume gibt es da nicht, soweit Entoloma sinuatum (und die anderen aus dem Cluster) sonst passt, finde ich in der Literatur den als Wald- oder wenigstens Parkpilz, wo es Symbiosepartner gibt. Das ist aber immerhin erstmal ein Ausgangspunkt, danke für den Vorschlag beli,

    LG, Bernd

  • Also keine Baum in nähe , dann E. sinuatum ist ausschließen . Ich bleibe bei Entoloma sp.


    Wuchsort für E. sinuatum , auch Wachszeit besonderes Hexenring ist nicht ungewöhnlich oder unmöglich . In Kroatien vorkommen in Mai aber nicht so viel wie im Herbst , Hexenring an Wiese , Wiese mit Entwässerungskanal und bei Kanal immer stehen ab und zu irgendwelche Bäume , bei Jasika ( Espe ) ca 10 und mehr Meter von Espe an Wiese man kann E. sinuatum finden .

    Hab wegen stinkende geruch an E. sinuatum getypt aber wenn keine Bäume dann bleibe bei Entoloma sp.

  • Hallo an alle,

    so richtig überzeugt mich die Bestimmung als Entoloma nicht. Die vielen anheftenden Gräser deuten auf eine feucht klebrige Huthaut, der Stiel sieht so deutlich längsfaserig aus,wie ich es von Entoloma nicht kenne, das Vorkommen als Ring auf der Wiese.... irgendwie passt es halt nicht.


    Andererseits habe ich auch keine wirklich überzeugende Alternative. Ich hätte den Pilz erstmal in der Nähe von Pholiota gummosa gesucht, da gibt es Formen ganz ohne sichtbare Schüppchen am Hut. Dazu passen die im Querschnitt gut sichtbar gelben Lamellen.


    Gibt es auch ein Foto von einem ganz jungen Fruchtkörper? Wie ist der Hut, wenn er nass ist?


    Mit einem Mikro könnte man diese Alternative in 30 sek. entscheiden...


    Gruß,


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang, schon klar, aber ein Mikroskop hab ich nicht und die Pilzsammlung liegt jetzt mit im Gras um Heu zu werden. Der gezeigte Pilz war noch einer der ansehnlichsten. Junge habe ich nicht gesehen, kleinere schon. Viele aber verschrumpelt. Der Hexenring war etwas eiförmig, so 3*6 m groß vielleicht. die Pilze standen teilweise dicht an dicht, einander überlappend im Zehnerpack. Bäume sind 150 m im Umkreis nicht vorhanden. Ich nehme prinzipiell kein Fotogerät mit zum Treckern - da kommt man sonst zu nichts, allein schon der Schreiadler, der mir gern Gesellschaft leistet, auch heute wieder, würde dann erheblich ablenken. Wenn ich jetzt weiß, dass es dort einen unbekannten Pilz gibt, kann ich den im Auge behalten, notfalls im nächsten Frühling. Das Gras ist dort farblich deutlich abgesetzt, sodass der Hexenring auch ohne Pilze zu sehen sein müsste.


    Danke und Gruß, Bernd

  • Hallo Wolfgang,


    ja, das Sporenpulver ist schon sehr dunkel, aber die Lamellen sind zu hell für einen echten Braunsporer, finde ich.

    Aber ich gebe zu dass Pholiota lenta auch was hat, der hat auch lange helle Lamellen ....


    LG, Andreas

  • Hallo, nach einem Bad, bleibt die Huthaut fest, sie wird etwas glänzend, ledrig, aber kein bisschen schleimig. Das Fleisch wird aber deutlich dunkel. Ach ja, die Huthaut lässt sich ganz gut abziehen, das hatte ich vorm Bad probiert, ist auch auf dem Foto zu sehen.

    LG, Bernd

  • Hallo


    Wenn Weißsporer dann am besten passt an Wiesen ohne Bäumen Tricholomella ( ex Calocybe ) constricta . Hat abziehbare Huthaut ( Mairitterling ned ) .


    Ich meine das Bernds Fund hat etwas als Ringreste oder ? wie bei Tricholomella constricta


    -


    Ich bin gespannt an Bernds Sporentest

    LG

  • Hallo beli,

    Tricholomella constricta ist ein nitrophiler Pilz, der würde nicht auf einer ungedüngten Wiese wachsen, außer dass dort immer Hunde Gassi geführt werden. Außerdem passt die Größe nicht (T. constricta ist ein kleiner Pilz) und das Wachstum "in dichtem Hexenring" auch nicht.


    Das Sporenpulver hilft da nicht wirklich weiter, denn es wäre auch weiß, und ich bin ziemlich sicher dass es weißes Sporenpulver sein wird.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Moin allerseits, der Sporenabdruck bringt ein solides Weiß zu Tage. Da ich mit dem Mähen noch nicht fertig bin, findet sich ja heute vielleicht noch ein anderer Ring der Art mit jüngeren Exemplaren. Mein erster Gedanke ging auch in Richtung Ritterlinge, und da hatte ich mir den Mairitterling angeschaut, aber alles was von dem im Forum letztens gezeigt wurde, hatte dicke, knubbelige Stiele, und das passte hier gar nicht.


    LG, Bernd

  • Hallo, Bernd!


    Manche Pilze haben die Fähigkeit, ihre Fruchtkörper in der Form den äußeren Bedingungen anzupassen. Siehe zB Maronenröhrlinge, die sind dabei auch ganz schön erfinderisch. Wenn diese Maipilze im dichten, +/- hohen Gras wuchsen, können die durchaus mit der für den Stiel zur Verfügung stehenden Zellmasse mehr in die Höhe gehen als in die Breite, um die Hüte über dem Gras besser aufschirmen zu können.



    Lg; Pablo.

  • Hallo allerseits, erst mal vielen Dank für Eure Versuche dem fraglichen Pilz zu einer Identität zu verhelfen. Heute habe ich noch mindestens weitere 4 Hexenringe ähnlicher Größe und dichter Bestückung weggemäht, teils müffelt der schon ziemlich stark, sodass man das sogar deutlich im Trecker riecht (bei offenem Fenster). Sollte der Mairitterling nicht eine eher angenehme Duftnote haben?

    Dicht und hoch ist das Gras an den fraglichen Stellen, offensichtlich befördert der Hexenring das Wachstum der Gräser.

    Und jetzt ist Sauna ...

    LG, Bernd

  • Hallo zusammen,


    im Grunde kann ich nichts direkt zur Klärung des Fundes beitragen.

    Aber eine Frage bewegt mich doch, seit eine Tendenz in Richtung Maipilz erkennbar ist.

    Für mich war beim Maipilz immer ein wichtiges Kriterium, dass das Fruchtfleisch dick ist im Vergleich zu den Lamellen.

    Dies kann ich nun in Bernds Bilder gar nicht erkennen, siehe Beitrag #1 und #12 jeweils letztes Bild.

    Oder denkt ihr, dass dies noch im Toleranzbereich ist oder durch das Alter erklärt wird ?

    Der von Bernd beschriebene Geruch "unangenehm, ranzig" (Beitrag #1) könnte ein Zeichen der Verwesung sein ?


    Liebe Grüße

    Günter

    Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben. (A. Gide)

  • Hallo Günther,

    ich kenne Maipilze mit und ohne dieses Merkmal der schmalen Lamellen.


    Insofern ist es wohl eher eine Hilfe für Speisepilzsammler: weiße Lamellenpilze im Zweifelsfall lieber stehen lassen, wenn sie nicht auch dieses Merkmal haben.

    Denn besser einen Maipilz zuwenig im Korb als einen Riesenrötling oder Trichterling zuviel.


    Grüße,


    Wolfgang

  • Morgen!


    Auch die Lamellenform dürfte auf das Alter der Fruchtkörper und die Wuchsform zurückzuführen sein.

    Wobei ich jetzt nicht ausschließen würde, daß es auch innerhalb von "Calocybe gambosa" noch die eine oder andere Satellitenart geben könnte, also Entwicklungslinien, die man theoretisch auch als getrennt betrachten könnte.


    Was den Geruch betrifft, habe ich ohnehin die Erfahrung gemacht, daß bei Maipilzen mit zunehmendem Alter der fruchtkörper (und die hier sind schon ganz ordentlich verwittert) der Geruch immer stechender wird, und der gewürzgurkige Geruch irgendwann umschlagen kann in unangenehmere Gerüche.



    Lg; Pablo.

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