Pholiotina?

Es gibt 18 Antworten in diesem Thema, welches 1.712 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Erich T.

  • Liebes Forum,

    diesen Pilz fand ich in einem Moor am Boden. Es scheint, er wuchs auf Blättern und Pflanzenresten.

    Höhe: 6cm, Hut DM 5cm,

    Stiel: hohl, 8x40mm, am Fuß am dicksten, nach oben verjüngend.

    Der Sporenabwurf hell schokoladenbraun

    Sporen nicht skulpturiert, ohne Keimporus aber mit kleinem Anhängsel.

    Schnallen vorhanden.

    Geruch: pilzig.

    Meine Bestimmungsversuche führen in Richtung Pholiotina, ev. Ph. aporos. Dabei bin ich aber äußerst unsicher und bitte um eure Mithilfe.


    Bild 1:

    41282490hg.jpg


    Bild 2:

    41282491lm.jpg


    Bild 3:

    41282492sj.jpg


    Bild 4:

    41282493zr.jpg


    Bild 5:

    41282494ro.jpg


    Bild 6:

    41282497be.jpg


    Bild 7:

    41282499nl.jpg


    Bild 8:

    41282500mf.jpg


    Bild 9: Huthaut

    41282501yk.jpg


    Bild 10: Huthaut

    41282503sc.jpg


    Bild 11: Stiel

    41282504vx.jpg


    Ich freue mich über Eure Rückmeldungen und bin neugierig, wie weit ich danebengelegen bin.

    Liebe Grüße

    Erich

  • Hallo Erich


    Die Zystidenform (Bild 11, oder ist das was anderes?) passt eher zu Hebeloma, die Sporenfarbe würde auch passen. Hast du mal mit Melzer geschaut, ob die Sporen dextrinoid sind?


    Gruss Raphael

  • Hallo


    Gattung Pholiotina passt Makroskopisch nicht gut besonderes nicht aporos . Mich erinnert dein Fund an Pholiota sp kleinschüpplinge , dein Schnittbild erinnert an Pholiota oedipus . Hutfarbe passt ned so gut aber vielleicht Falschverfärbung weil währnscheinlich bei kunstlicht Fotografiert


    LG

  • Vielen Dank für die vielen Anregungen,

    Karl: es war mir klar, dass es nicht ganz zu Pholiotina passt, deshalb auch mein Hilferuf an das Forum. Bild 6 ist mit Ölimmersion aufgenommen. Einen Keimporus kann ich nirgends erkennen.


    raphael: Hebeloma muss ich mir nochmal genauer anschauen ob das in Frage kommt. In Melzer habe ich keine Verfärbung der Sporen erkennen können. Diese eigenartigen Hyphen am Stiel hätte ich auch als Zystiden interpretiert. Wüsste nicht was es sonst sein sollte.


    @Beli: natürlich verfärbt die Aufnahme mit Blitz etwas. Ich glaube aber im Großen und Ganzen ist es sehr ähnlich der echten Farbe. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich den Pilz bei Regen gepflückt habe und er eine eher schleimige Oberfläche hatte. Bis ich zu Hause war, hatte ich den Eindruck, dass er sich bereits etwas verdunkelt hat. Ich werde euch nochmal Richtung Phholiota nachschauen.


    Bin gespannt was sich noch ergibt.


    Liebe Grüße

    Erich

  • Hallo,


    habe vorhin nicht beachtet, dass der Hut deutlich und weit gerieft ist.

    Dann ist es wohl doch kein Hebeloma.


    Zu einem Einzelfruchtkörper sage ich ansonsten lieber nichts...


    Gruss Raphael

  • Habe nochmals alles gecheckt. Einen Keimporus kann ich nicht finden. Ich verwende die Funga nordica für meine Bestimmungsversuche. Wenn ich alles bisher Gesagte zusammenfasse und vergleiche (Sporengröße, Cheilozystidenform, etc,) gelange ich am ehesten zu Philotina tuberculosa. Allerdings finde ich es passt die Farbe des Fruchtkörpers nicht wirklich und auch sollte eine Ringzone vorhanden sein, die ich auch nicht erkenne.


    Cheilozystiden


    Was haltet ihr von diesen Überlegungen, oder helfen die abgebildeten Cheilozystiden weiter?


    Liebe Grüße

    Erich

  • Hallo Erich


    Eine Pholiotina ist das sicher nicht, da müsste die Huthaut aus kugeligen oder birnenförmigen Zellen sein, etwa so:


    Falls es die vorgeschlagene Pholiota oedipus ist, müsstest du zumindest bei einigen Sporen einen winzigen Keimporus sehen.

    Den sieht man nur unter Immersion mit etwas Geduld.


    Gruss Raphael

    • Offizieller Beitrag

    MoinMoin!


    Zum Pappelblatt - Scheinschüppling hier mal das >Portrait<.

    Den Keimporus bei den Sporen finde ich nicht leicht zu beobachten, der ist schon manchmal klein und je nach Position undeutlich.

    Mit der Sporenform, Zystidenform und makroskopischem Aussehen kommt das aber schon gut hin. Die HDS wäre durchaus noch interessant, aber soweit würde ich mich hier Belis Idee mal anschließen wollen.



    Lg; Pablo.

  • Super die Porträts, die sind wirklich sehr aussagekräftig. Für die Sporen hab ich nun mein schärfstes Geschütz aufgefahren. Ein PlanApo 63/1,4 Ölimmersion. Aber auch damit konnte ich keine Keimporen erkennen. Trotzdem kommt Ph. oedipus schon sehr nahe an meinen Pilz heran. Was mich stutzig macht ist, dass in der Funga nordica dieser Pilz mit einem Hutdurchmesser von 5-20mm beschrieben ist. Meiner hatte satte 50mm.




    Hier nocheinmal Bilder der Huthaut. Kann man damit etwas anfangen?

    Liebe Grüße

    Erich

  • . Was mich stutzig macht ist, dass in der Funga nordica dieser Pilz mit einem Hutdurchmesser von 5-20mm beschrieben ist. Liebe Grüße

    Erich

    Hallo Erich


    in der Fung nordica P. oedipus Hutdurchmesser Beschreibung 5 - 20 mm ??? Es gibt Exemplaren bis und über 6 cm


    -


    LG

  • Dann vielen Dank an alle für Eure Bemühungen. Damit scheint mir Pholiota oedipus am plausibelsten. Ich habe jetzt auch mit dem Gröger geschlüsselt, dort ist der Hutdurchmesser mit 15-50mm angegeben. Das scheint ein Fehler in der Funga Nordica zu sein. Alle Fakten zusammengenommen und der Vergleich mit euren Daten machen mich jetzt ziemlich sicher.


    Liebe Grüße

    Erich

    • Offizieller Beitrag

    Servus!


    Wobei die Hyphen in den HDS - Bildern jetzt auch nicht unbedingt nach Meottomyces dissimulans (Pholiota oedipus) aussehen. Die oberste Schicht kann da aber auch sehr dünn sein, und wenn dann was verrutscht im Präparat sieht man nur noch die Zellen der Huttrama...


    50mm Hutdurchmesser sind jedenfalls durchaus möglich bei Meottomyces dissimulans, solche Brummer wie auch von beli gezeigt hatte ich auch schon in der hand.



    LG; Pablo.

  • Hallo miteinander,

    jetzt habe ich noch einen Querschnitt der Huthaut gemacht. Hier glaube ich, dass man die Schichtung gut erkennen kann: ganz aussen lockere Hyphen, darunter eine dichtere Schicht, darunter die weitlumigere Tramaschicht.

    Seht ihr das auch so, und bestätigt das die Bestimmung?



    Liebe Grüße

    Erich

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Erich!


    Ja, genau so sollte das aussehen. Schönes Präparat, und das sieht zudem auch so aus, als wären in der obersten, lockeren Schicht auch zumindest einige der Hyphen gelifiziert. :thumbup:
    Ich würde behaupten, da kann man bei Meottomyces dissimulans ein Häkchen setzen.



    LG; Pablo.

  • Großartig, vielen Dank für die vielen hilfreichen Tipps. Ohne sie wäre ich nie zu einer Bestimmung gekommen. Wieder ein Pilz, den ich bei einem nächsten Kontakt hoffentlich besser erkenne. Zumindest habe ich gelernt, worauf ich zu achten habe.


    Liebe Grüße

    Erich