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letzter Beitrag von Hassi am

Pilze fotografieren Hilfestellung

  • Hallo Pilzfreunde, ich möchte mir demnächst eine neue Vollformat-Kamera mit Objektiven zulegen. Welche Brennweite und Blende (oder Objektiv) empfehlt ihr zum Pilze fotografieren?


    Viele Grüße


    Lars

    Viele Grüße, Lars


    Meine Angaben sind immer ohne Gewähr und können keinesfalls die Bestimmung eines erfahrenen Pilzsachverständigen ersetzen.

  • Hallo Lars,

    schwieriges Thema.

    Grob gesagt, jeder macht es anders, jeder empfindet etwas anderes ansprechend.

    Bei 1000 Pilz-Fotografen gibt es vermutlich 1000 verschiedene Arbeitsweisen.

    Ich kann dir aber sagen, die meisten meiner Pilzfotos mache ich mit zwei völlig verschiedenen Kameras.

    Die Erste ist eine kleine Kompakte von Sony, mit den Bildern bin ich sehr zufrieden, man kommt auch schön dicht an die Pilze ran, denn im Wald ist oft störendes Beiwerk im Weg.

    Die Zweite ist eine Nikon, da benutze ich im Normalfall ein 105mm Makro. Das klingt im ersten Moment viel besser, empfinde ich aber nicht so. Der Nachteil ist die Tiefenunschärfe, die Tiefenunschärfe macht im Makrobereich viele Bilder schön, bei Pilzen ist das Motiv oft doch nicht so klein, da stört die Tiefenunschärfe weil sie nur einen kleinen Bereich des Pilzes scharf abbildet. Außerdem kommt man mit den 105mm nicht so dicht ran wie mit einer Kompakten.

    Hast du schon Fotoerfahrung? Dann wirst du wissen was du machst.

    Bist du neu auf dem Gebiet, fange einfach an und steigere dich.

    Und dann noch Pilze, welche Pilze? Die können zwischen super klein bis sehr groß sein.

    Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Spaß dabei.

    Mich jedenfalls begeistert die Pilzfotografie.

    Gruß André

  • Hallo André, danke erstmal für die Antwort. Ich fotografiere nur die großen Pilze, wie zum Beispiel Röhrlinge.

    Viele Grüße, Lars


    Meine Angaben sind immer ohne Gewähr und können keinesfalls die Bestimmung eines erfahrenen Pilzsachverständigen ersetzen.

  • Hi Lars,

    als erstes würde ich darauf achten, dass die Kamera bracketing beherrscht, damit wäre das Problem der Tiefenschärfe schonmal erl.

    Für Pilze ala Steinpilz oder Fliegenpilz reicht ein normales lichtstarkes 50mm, geht natürlich auch mit einem Tele mit Zwischring, wenn man eigentlich nicht auf Pilztour ist. Es gibt aber auch sehr gut Makroobjektiv mit 50mm Brennweite. Ein Makro im 100er Bereich ist für Insekten und Schmetterling besser einsetzbar, kann aber auch natürlich für Pilzfotografie verwendet werden. Zwischenringe und Vorsatzlinsen gehören auch zur Ausrüstung, Beleuchtungspanelen oder Taschenlampe zur Ergänzung.


    Zur Blende - Wie immer je lichtstärker um so besser, besonders wenn man outdoor fotografiert.


    PS Falls es rein für die Pilzfotografie ist würde ich pers - und viel andere auch - eher MFT emfehlen. Weniger zu schleppen und eine andere Preisklasse, besonders bei den Objektiven....


    Eine Option wäre auch Ausrüstung vorab zu leihen, um zu sehen womit man besser zurecht kommt (50-100mm)


    VG Jo

  • Hi,


    ich bin mit meiner Sony alpha sehr zufrieden mit der Qualität der Bilder usw. Inwieweit die allerdings nun als Profi-Equipment zählt oder nicht, dazu stecke ich zu wenig in der Materie.


    Für meine Zwecke (wissenschaftliche Dokus) reicht die.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo,

    Die Sony alpha - Serie geht so von 400 bis 7000 Euro.

    Da sind bestimmt Gute dabei.

    Gruß

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hallo Lars,


    André hatte ja zur Problematik der Pilzfotografie mit Vollformatkameras schon alles gesagt. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen.

    Klar, man kann mit beträchtlichem Schärfentiefegewinn auch bis f32 abblenden, aber dann hat man wieder den unvermeidbaren Auflösungsverlust durch Beugungseffekte, der den ganzen Aufwand ad absurdum führt.

    Ich hab das dann (mit Nikon D750 und dem 105mm-Makro) teilweise so gemacht, daß ich mit der Kamera weiter weg bin und auch einen späteren Crop mit einkalkuliert habe. Da man ja auch gerne Details des Stiels oder gar der Hutunterseite zeigen möchte, soll der Kamerastandort bodennah sein, was dann wieder eine beträchtliche Stöckchenklaub- und Hälmchenzupfaktion nach sich zieht.

    Stacking geht schon auch, aber dann braucht man bei den meisten VF-Knipsen einen zusätzlichen Einstellschlitten.

    Durch solchen Aufwand verringert sich natürlich auch die Anzahl der Pilzarten deutlich, die man während einer Exkursion kennen lernen könnte.


    Zuhause ist das etwas anderes. Es soll zu analogen Kleinbildzeiten ja Pilzfreunde (gegeben haben?) die ganze Standorte samt Pilzen ausgegraben und zuhause im Studio wieder aufgebaut hatten. Das finde ich dann doch etwas pervers, es sei denn, es geht dabei um Winzlinge wie Becherlinge, Pyrenos, etc...


    Diesen fröhlichen Trupp von Dunkelsporern musste man nicht extra holen, sie wuchsen schon bei einem Freund zuhause:

    Nikon D750, 105mm Micro-Nikkor, 1/200s bei f10, Aurora Firefly Softbox, Studioblitz mit Teilleistung von oben.

    Stack aus über 100 Aufnahmen. (Zur Beurteilung der Schärfe solte man vielleicht ins Vollbild klicken) 1 1/2 Stunden Arbeitszeit, aber gemütlich im Sitzen bei einer Flasche Bier, ohne stechendes Viechzeug um einen rumg:D


    Zur Freiland-Pilzfotografie benutze ich mittlerweile eine Fujifilm XT-4 (APS-C) mit einem 2,8/80mm Makroobjektiv oder ein Samsung-Handy, wenn es ganz bequem sein soll. Das 80er ist zwar auch noch etwas zu langbrennweitig (65mm wären definitiv angenehmer), aber man kann gut damit arbeiten. Die Kamera hat Focus-Bracketing mit definierbarer Vorder- und Hintergrenze und einen flotten "AK47-Modus", der die Jagd auf hektische Insekten zum Kinderspiel macht.


    In sterbende Technologien wie MFT würde ich keinen ct mehr investieren, obwohl Leute wie Christian Fischer (Panama-Beitrag im aktuellen Tintling) auch damit hervorragende Aufnahmen zustande brachten.


    Liebe Grüße

    Ralph

  • Wenn es eine Vollformatkamera sein muss, dann würde ich zur Panasonic S5 greifen. Diese hat die schon oben erwähnte, sehr zu empfehlende Bracketing-Funktion für Fokus-Reihen, ebenso wie die Nikon Z-Kameras oder die CanonRP. Für die Makrofotografie auch sehr vorteilhaft ist aber, dass deren Display mit 1,8 Mio Bildp. sehr hochauflösend ist. Hinzu kommt, dass für die Panasonic das neue, sauscharfe Sigma 105mm, f 2,8-Makroobjektiv mit L-Anschluss zur Verfügung steht. Ich besitze das für meine Sony a7R2, mit der ich Fokusreihen allerdings händisch machen muss.

  • Hi,


    ich hab den Thread mal in das Fotographieforum verschoben, denn da gehört es eigentlich hin. ;)


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Ich fotografiere mit einer Sony RX100 III. Kein Vollformat und kein Wechselobjektiv, dafür sehr kompakt (d.h. immer dabei) bei dennoch sehr hoher Bildqualität (d.h. Reserven für Crops!). Dazu ein kleines GrollaPad als Stativ damit nichts verwackelt. Bracketing nzw. FokusStacking nutze ich nicht, nicht zuletzt weil ich mir den Look übersehen habe und stattdessen "natürlich entstandene" Bilder bevorzuge.

    Überhaupt betreibe ich bei Pilzen die Fotografie nicht besonders ambitioniert; ich bearbeite Bilder kaum und dokumentiere eher als dass ich gestalte. An anderer Stelle ziehe ich hingegen mit meinen diversen analogen Kameras durch die Welt und stecke viel Arbeit in das Thema Bildkomposition, Scannen und Bearbeiten. Bei den Pilzen packt es mich aber einfach nicht; hier steht für mich nicht die Kunst sondern der Zweck im Vordergrund.

  • [...]

    An anderer Stelle ziehe ich hingegen mit meinen diversen analogen Kameras durch die Welt und stecke viel Arbeit in das Thema Bildkomposition, Scannen und Bearbeiten. [...]

    Schön, mal wieder einen Gesinnungsgenossen zu treffen. Mein Lieblingsgerät ist die Rolleiflex 2,8f! Die Lage auf dem Markt für Verbrauchsmaterialien könnte einem aber die Tränen in die Augen treiben.


    Liebe Grüße

    Ralph

  • Schön, mal wieder einen Gesinnungsgenossen zu treffen. Mein Lieblingsgerät ist die Rolleiflex 2,8f! Die Lage auf dem Markt für Verbrauchsmaterialien könnte einem aber die Tränen in die Augen treiben.

    Hallo Ralph,


    ich dachte mir schon bei Deinem Nick, dass Du möglicherweise analoge Hardware aus Schweden magst ;) Ich bin dem Messsucher verfallen (M6, XPan), fotografiere zur Zeit aber fast ausschließlich mit einer Fuji G617 im Format 6x17. Da passen viele Pilze auf ein Bild :-) Die Filmpreise sind in der Tat kräftig angestiegen, gerade in den letzten Jahren.


    Grüße, Thomas.

  • Messsucher gibt's bei mir nur in Form der Mamiya 7II und der alten Zorki3 mit dem versenkbaren Industar. Größere Negative als 6x7 kann ich mit meinem Vergrößerer leider nicht verarbeiten.

    Die Hassi fliegt im November, wenn alle ihr Weihnachtsgeld haben, in die Bucht. Ich benutze sie eigentlich kaum noch und bewege nur halbjährlich die Zentralverschlüsse durch, was aber immerhin ein haptisches Vergnügen ist.


    Viele Grüße

    Ralph

  • Servus beisammen,


    ich habe auch eine Vollformatkamera - die Canon EOS 6D Mark II

    Ich habe dazu das Canon 100mm-Makro-Objektiv


    Ich kann nur sagen: ich bin begeistert. Das Vollformat nutze ich aber auch für die Astrofotografie (habe die Kamera aber nicht modifiziert).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • [...]

    Ich kann nur sagen: ich bin begeistert. Das Vollformat nutze ich aber auch für die Astrofotografie (habe die Kamera aber nicht modifiziert).


    [...]

    Ich hab mit der D750 (Nikon, Vollformat) mal eine Nachtaufnahme einer Stadt gemacht, Spotmessung auf die Lichter. Das Resultat war schwarz und man sah die Lichtquellen und die beleuchteten Gehwege direkt unter den Straßenlaternen. Als ich dann in Lightroom den Helligkeitsregler weit nach rechts schob, sah es aus wie am helllichten Tag aufgenommen, es gab nur wenige abgesoffene Stellen. Faszinierend, was die modernen Sensoren leisten...


    Viele Grüße

    Ralph

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