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letzter Beitrag von mollisia am

Neoboletus xanthopus ?

  • Hallo zusammen,


    Folgende Kollektion von Hexenröhrlingen habe ich in einem lichten Mischwald mit Buche, Birke und Kiefer auf sandigen Boden im Sommer gefunden. In unmittelbarer Nähe zu Neoboletus pseudosulphereus (Gelber Hexenröhrling - Bild 2). Aufgrund der rein gelben Stiele ohne rote Flocken auch die Poren waren gelblich, sowie die samtige, hellbraune Kappe die in der Mitte dunkler und zum Rand heller war, würde ich zu Neoboletus xanthopus tendieren. Was meint ihr ?



    Bild 2 Neoboletus pseudosulphereus (Gelber Hexenröhrling) in fast direkter Nachbarschaft.


    Schöne Grüße,

    Andreas

  • Hi,


    ich würde das für einen normalen Flocki halten, der noch nicht genug Sonne abbekommen hat...


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo,


    ich halte diese Farbspielarten für einfach albinotische Formen, wie sie es bei vielen Pilzen gibt. Hier ist eben das rote und braune Pigment ausgefallen (= pseudosulphureus) oder nur das rote (= xanthopus). Man findet aber immer mal auch Fruchtkörper die noch an manchen Stellen Reste dieser Pigment aufweisen. Diese Formen gibt es auch bei Suillellus queletii und luridus, bei letzterem aber recht selten. Selbst bei Rubroboletus satanas kommt Fehlen des roten Pigments (selten) vor.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    so richtig weiterhelfen kann ich Dir hier nicht. Mein vermeindlicher Fund Neoboletus xanthopus hatte rote Poren (auf dem Bild leider nicht zu sehen) und eine gelbflockige Stieloberfläche ohne jegliche Rottöne. Ob das welche waren weiß ich aber auch nicht.



    VG Jörg

  • Hallo,


    ich kenne N. xanthopus von deutlich thermophilem, trockenem Standort und im Sommer fruktifizierend. Nur weil ein Flocki mal einen gelben Stiel hat, heißt das nicht "automatisch", dass N. xanthopus vorliegt.


    Von N. junquilleus (bzw. pseudosulphureus) haben wir in unserer Region einen seit 50 (!) Jahren bekannten Wuchsort. Und hier kam es auch schon vor, dass zwischen den gelbhütigen gelegentlich auch braunhütige (oder zweifarbig gefleckte) Exemplare dabei waren, Poren und Stiel aber trotzdem rein gelb waren.



    Grüße Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    ich kenne N. xanthopus von deutlich thermophilem, trockenem Standort und im Sommer fruktifizierend. Nur weil ein Flocki mal einen gelben Stiel hat, heißt das nicht "automatisch", dass N. xanthopus vorliegt.

    ich habe auch nicht behauptet, dass es sich bei meinem Fund um N. xanthopus handelt aber ich finde solch ungewöhnlich gefärbeten Hexen häufig in meinen eher sonnenüberfluteten Parks und niemals in Wäldern. Dieser Fund stammt von einem sehr trockenen Standort unter Hainbuchen, an dem nicht einmal Moos wächst. Ungewöhnlich wäre da nur, dass dieser Anfang November war.


    VG Jörg

  • Morgen!


    Also was beide hier besprochenen Funde (der von Andreas und der von Jörg) ja auch haben, ist so eine verhältnismäßig glatt wirkende, teils glänzige Hutoberfläche, was ja zumindest laut Originalbeschreibung auch eines der Merkmale von xanthopus sein soll. Nur ist halt die Struktur der Hutoberfläche auch beim "normalen" erythropus stark abhängig von Witterungseinflüssen und Alter der Fruchtkörper, kann also auch in die Richtung variieren. Bei feuchter Witterung hatte ich auch schon ältere "Flockis" in Nadelwäldern mit richtig schön fetter, roter Stielbeflockung und glatten, glänzig-braunen Hüten, die von oben schon so ähnlich wie Steinpilzhüte aussahen.

    Also ja, ok, es gibt schon genetische Unterschiede, aber wie sich das morphologisch wirklich konstant nachvollziehen lässt, ist mir bislang auch noch icht wirklich klar.



    LG; Pablo.

  • ich halte diese Farbspielarten für einfach albinotische Formen, wie sie es bei vielen Pilzen gibt. Hier ist eben das rote und braune Pigment ausgefallen (= pseudosulphureus) oder nur das rote (= xanthopus). Man findet aber immer mal auch Fruchtkörper die noch an manchen Stellen Reste dieser Pigment aufweisen. Diese Formen gibt es auch bei Suillellus queletii und luridus, bei letzterem aber recht selten. Selbst bei Rubroboletus satanas kommt Fehlen des roten Pigments (selten) vor.

    Lieber Andreas,


    wenn es nur Farbspielarten wären (bei N. xanthopus), wie erklärst du dann, dass N. xanthopus genetisch abtrennbar ist? Zudem kann offnabr N. xanthopus auch rötliche Stielschüppchen haben und die Poren sind eh rot. Klar, es gibt sicher Farbvarianten - es wäre aber ein Umkehrschluss, deshalb alles, was makroskopisch anders aussieht, als Farbvariante zu deuten.


    Die feineren Stielschüppchen, die glattere Huthaut, das Auftreten nur bei Laubbäumen an wärmebegünstigten und thermophilen Standorten stützen die genetische Abtrennbarkeit. Dass es makroskopisch Überschneidungen gibt und N. erythropus eben auch bei Laubbäumen vorkommt, ist für den Bestimmer sehr unpraktisch. Das heißt aber nicht, dass es keine eigene Art sein kann. Auch ist unpraktisch, dass es N. erythropus mit gelbem Stiel gibt - farblich wie gesagt variabel. Die Kombination mehrere Merkmale machts aber, inklusive der ITS. (Sequenzieren ist mittlerweile erschwinglich geworden.)


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo,


    das hast Du natürlich recht, Christoph. Ich hatte keine Namen dahinterschreiben sollen, sondern nur schreiben, dass es Farbspielarten gibt. Und da es die gibt, ist eine Bestimmung ohne Sequenzierung kaum möglich.


    beste Grüße,

    Andreas

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