Russula sardonia ?

Es gibt 15 Antworten in diesem Thema, welches 1.528 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Marcel.

  • Hallo,

    Gestern diesen Täubling fotografiert und schnell mitgenommen (ich war in Gesellschaft)

    Fund : unter Lärchen

    Hut : bis 6,5cm breit , violett , flach , Mitte eingesenkt.

    Huthaut 1/3 abziehbar , darunter violett.

    Lamellen gelblich , dicht , kaum Zwischenlamellen , nicht gegabelt.

    Stiel : bis 6cm lang , 2cm dick , voll , fest , stark violettlich überhaucht.

    Geruch : unauffällig , nicht nach Stachelbeerkompott

    Geschmack : scharf.

    Sporenstaub : IIIa – IIIb.

    Sporen 6,8-7,6 X 5,9-6,6µm

    Chemie :

    Lamellen mit Ammoniak stark rosa.


    Nach der Ammoniakprobe habe ich die Untersuchung abgebrochen , scheint mir ein starkes Indiz für Russula sardonia.

    Was mich stört : Das Fleisch war höchstens schwach gelblich.

    Und da war keine Kiefer.

    Was meint ihr dazu ?

    Grüße

    Norbert



    Soweit es mein Billigmikro hergibt passen auch die Sporen :


    ..und die Cheilozystiden haben den geforderten "Schnuddel" an der Spitze :

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116+5+4 APR2021=125

    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    leider kenne ich die Art nur makroskopisch; die fehlende Kiefer stört mich da schon. Vielleicht schreibt noch ein echter Täublingsfreak noch was dazu.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • R.sardonia kenne ich auch im jungen Zustand mit (für eine Täubling) verhältnismäßig gelben Lamellen - er heißt ja nicht umsonst Zitronenblättriger Täubling ;). Dies sehe ich bei Deinem Fund gar nicht. Die fehlende Kiefer wäre für mich ein weiteres Indiz, dass Du da etwas anderes gefunden hast.

  • Hallo Stefan und Thomas,

    Das Gelb der Lamellen kommt auf dem Bild halt nicht rüber, aber quitschgelb wars wirklich nicht.

    Aber welcher Täubling mit dieser Stielfarbe reagiert mit Ammoniak noch rosarot ?

    Grüße

    Norbert

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  • Aber welcher Täubling mit dieser Stielfarbe reagiert mit Ammoniak noch rosarot ?

    Hallo Norbert,


    ausser R. cavipes wohl keiner, hat aber keinen violetten Stiel und hat nur SpP IIa - IIb

    (ich war in Gesellschaft)

    Fund : unter Lärchen

    oha... ich kenne selbst so Notizen wo jemand dabei war, aber will dir nichts unterstellen. Kiefer ist ein muss für sardonia.


    für mich wäre das mit der NH3 Reaktion und SpP IIIa - b R. sardonia. War edr wirklich nur "scharf" und nicht doch eher "beissend scharf"?

    Mit deinen Sporenmassen komme ich erneut nicht ganz klar. Sind das Min-Max Werte oder durchschnittliche Mittelwerte?


    Grüsse

    claus

  • Hallo Claus,

    Gleich gemacht , Guajak reagiert langsam zu Nato-Oliv.

    In den GPBaWü steht : aus den Nachbarländern wird Mykorrhiza auch mit Larix berichtet.

    -Hessen ist ein Nachbarland von BaWü.

    Gruß

    Norbert

    EDIT : 20 Sporen gemessen , das sind die Min-Max-Werte.

    Und die Eichung des Messprogrammes habe ich nochmal überprüft.

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  • Hallo Norbert,


    Nato-Oliv ist für mich braun-schwachgrünlich, also negativ.

    Eine Verbindung mit Larix Arten habe ich keine Info, da muss ich passen, weiss das jemand anderer?

    Die Massangabe der Sporengrösse würde mich doch schon mal interessieren, da komme ich nicht klar.

    claus

  • Hallo,

    Bin immer noch am Grübeln , deshalb hol ich das nochmal hoch.

    Grüße

    Norbert

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  • Hallo Norbert,

    von mir kommt kein Gegenvorschlag. Ich denke auch, dass das R. sardonia ist, und dass ihr die Kiefer einfach übersehen habt, das ist schnell passiert. Von einer Säufernase, die dezidiert unter Lärche wächst, habe ich noch nicht gehört. Wie gelb die Lamellen letztlich waren, lässt sich an deinem überbelichteten Foto leider nicht erkennen. Aber die Ammoniak-Reaktion ist schon ein starkes Argument.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo Oehrling,

    Na ja , ich war nicht alleine unterwegs , sonst hätte ich fürs Foto abgeschattet.

    Das mit der Lärche ist aus GPBaWü , aber in diesem Wald gibts keine Kiefern.

    Aber ich gehe demnächst nochmal da hin und schau nach oben.

    Danke für deinen Beitrag.

    Gruß

    Norbert

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  • Hallo,

    Ich war tatsächlich nochmal am Fundort , sozusagen in eine Fahrradtour integriert.

    Da gibt es keine Kiefer. Nur Lärchen , als nächstes Fichte und Douglasie.

    Auf meinen Fotos (unbeschnitten) gibts auch nur Lärchennadeln.

    Zum Trost : Botanisch gehört die Lärche zu den Kiefergewächsen.

    Grüße

    Norbert

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  • Hallo Norbert,

    damit wäre dein Fund unbestimmbar, zumindest für mich. Schade, dass ich dir nicht helfen konnte.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo Marcel,

    Zu violacea passen die Nadelbäume schon gar nicht.

    Die Pilze sind inzwischen entsorgt , am Fundort keine nachgewachsen und dieses Jahr wohl auch keine Chance mehr.

    Also geht das unter Zweifelhaft und ich schaue nächstes Jahr da mehrmals vorbei.

    Grüße

    Norbert

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  • Hallo Norbert,

    mir war schon klar, dass der violacea in Laubwäldern vorkommen soll. Ich finde aber keine Quelle, in der jemand sicher behauptet, dass das immer so sein muss.

    Ich kann so etwas bei mir schlecht kontrollieren, denn mindestens irgendeine Birke finde ich bei mir immer, wenn ich gründlich genug suche.

    Aus meinen Bergurlauben weiß ich außerdem, dass viele Täublinge auch mit Pflanzen wie Zwergweiden oder Silberwurz können.

    In den Höhenlagen gibt es nämlich keine Bäume mehr. Mein Rekord für Täublingsfunde ist 2800 Meter auf einer Moräne.

    Sardonia glaube ich zu kennen. Sowohl was die Farben als auch was den Geschmack angeht, sehe ich Unterschiede.

    Der sollte schon auffälliger schmecken als nur scharf.

    Ich versuche immer auch bei den scharfen die Nuancen zu erfassen.

    Die Lärchen gehen bei mir üblicherweise nicht fremd, die sind von Gold- und Hohlfußröhrlingen belegt.

    Wobei es bei den Hohlfüßen noch drei verschiedene Farbvarianten gibt und jedes Myzel seine Farbe hat.

    Dann hoffen wir mal, dass sich das noch irgendwann klären lässt.

    Ich kann das nachfühlen: ich habe da auch noch einen Fall, bei dem ich das seit Jahren nach einer korrekten Bestimmung suche.

    Gruß,

    Marcel