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letzter Beitrag von Maria am

Leberreischling (Fistulina hepatica)?

  • Hallo Ihr Lieben,


    Leberreischlinge habe ich zwar schon oft gefunden, die sahen nur immer doch etwas anders aus. Bei meinem heutigen Fund fällt mir nur nichts anderes ein, bzw. ich finde nichts anderes was passen könnte. Vorsichtshalber, liege ich mit meiner Annahme richtig?


    Vielen Dank schon einmal und liebe Grüße


    Maria


    P.S.: Keine Ahnung welcher Baum dies einmal war, der liegt da schon Jahrelang und ist soweit ich mich erinnere das "Telefon" innerhalb eines Wald-Lehrpfades.. Der Wald an sich ist ein kompletter Mischwald, unter anderem auch mit Eichen.


  • GriasDi Maria,

    klarer Fall von "bestimme keine Kinder, keine Leichen"...

    Das ist höchstwahrscheinlich das Initialstadium von Ischnoderma resinosum.

    Ich hab bisher Fistulina hepatica auch immer nur an vitalen Eichen als Schwächeparasit gefunden. Ein Fund an einem liegenden entrindeten Stamm wäre sehr unwahrscheinlich.

    War das ein Buchenstamm?

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Hallo Werner,


    erst einmal vielen Dank. Ja, die Babys, die laufen mir halt öfter einmal über den Weg - die Senioren hingegen lasse ich mittlerweile links liegen nachdem ich selbst gefährlich nahe ans Seniorenalter rücke ;) .


    Ich habe keine Ahnung was dies für ein Baum war. Allerdings wuchsen dort etliche Pilze und vielleicht kann man über diese Rückschlüsse ziehen, ich befürchte allerdings eher nicht. Allerdings fand ich diese ganzen Pilze auf meinem heutigen Rückweg kurz vor 20 Uhr, also kurz vor Einbruch der Dunkelheit, und leider leider ist kein einziges Foto scharf geworden - vor lauter Frust hatte ich die Fotos bereits im Papierkorb, nun aber doch noch einmal hervorgekramt.


    Liebe Grüße


    Maria


  • GriasDi Maria,

    das ist ja interessant.

    Den ersten würd ich für Chondrostereum purpureum halten, der meines Wissens nur an Laubholz vorkommt.

    Der zweite ist ein Trichaptum. T. abietinum soll zwar auch an Laubholz vorkommen können, hab ich aber nur an Nadelholz gehabt. Außerdem scheint das Hymenium eher plattig-stachelig zu sein, was für T. fuscoviolaceum typisch wäre. Der wächst aber nur an Kiefer. T. biforme ist eine südöiche wärmeliebende Art auf Laubholz, die aber wie T. abietinum ein poriges Hymenophor hat. Ichvweiß nicht, ob die da bei Dir im Altmühltal wachsen kann.

    Und der Dritte schaut sehr nach einer Leucogyrophana mollusca aus, die auch hpts an Kiefer und anderen Nadelhölzern wächst.

    Evtl ist Nr. 1 auch ein junges Trichaptum und der Stamm ein Kiefernstamm.

    Dann müsste Dein "Leberreischling" aber Ischnoderma benzoinum sein.

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Hallo


    Unglaublich wie junge Ischnoderma resinosum und Fistulina hepatica ähnlich sind


    Bild 1 besonderes 2 zu sehen ist Dunkle Tropfen , das Passt nach Ischnoderma resinosum aber auch an Fistulina hepatica


    F. hepatica muss nicht unbedingt an lebendgge baum parasitieren


    F. hepatica geschnittene Stamm


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    Schnitt -


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    Hab kein Schnittbild von junge Uschnoderma bensionum , nur alte Frk


    Ischnoderma bensionum


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    Vergleichen sie jetzt Fleisch - Schnittbilder


    Marias Fund Schnittbild


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    Fistulina hepatica mein Fund Schnittbild


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    Ischnoderma bensionum Schorsch Fund Schnittbild


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    LG beli !

  • Hallo Werner,


    T. biforme habe ich hier schon gefunden - er wächst hier. Und bei meinem nächsten Spaziergang ins Moor werde ich einfach versuchen vor Einbruch der Dunkelheit bei diesem Baumstamm zu sein um einigermaßen gute Fotos der Pilze, an dem Stamm wuchsen noch mehr, andere Pilze, zu machen.




    Hallo Beli,


    als ich den Pilz fand dachte ich nur "Was ist denn jetzt dies schon wieder". Als ich dann aber das Schnittbild sah, dachte ich sofort an den Leberreischling. Ich bin ehrlich gesagt über deinen Beitrag ganz persönlich erleichtert, dass ich nicht so ganz daneben lag - danke :)




    Ich habe ja nur einen kleinen Teil des Pilzes abgeschnitten, der Rest wird ja weiterwachsen, denke ich zumindest. Und an diesem Baumstamm komme ich auf meinem Weg ins Moor welches ich regelmäßig wegen der Pflanzen und Insekten besuche jedes Mal vorbei. Jetzt bin ich echt neugierig, wie sich der Pilz weiter entwickeln wird.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Außerdem scheint das Hymenium eher plattig-stachelig zu sein, was für T. fuscoviolaceum typisch wäre. Der wächst aber nur an Kiefer.

    Hi Werner,


    nö, die Art habe ich schon oft genug an Fichte gehabt. ;) In Pilze Deutschlands heißt sie übrigens (noch) Tr. hollii.


    Ich halte den Stamm auch für Nadelholz. Diese Maserung (erkennbar auf den Detailbildern) passt dazu sehr gut.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • GriasDi Stefan,

    danke, das ist auch sehr interessant für mich.

    In den Fichten-Kiefern-Wäldern des Münchner Nordens, aber auch ein Stück weiter auf sem Tertiär z.B. bei Allershausen sind beide Arten häufig, wobei ich T. fuscoviolaceum/hollii bisher ausnahmslos an Kiefer gefunden habe. T. abietinum besiedelt hingegen überall Fichte und Kiefer. Interessant ist auch, dass T. fuscoviolaceum in manchen Gegenden scheinbar komplett zu fehlen scheint. So konnte ich die Art z.B. in den kiefernreichen Wäldern Oberfrankens noch nicht nachweisen und auch die Gruppe um Harald Ostrow gelang in all den Jahren noch kein Fund in dem Gebiet.

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Morgen!


    Die Fruchtkörper von Inschnoderma (beide Arten) durchlaufen ja verschiedene Phasen, darum ist ihr Aussehen so variabel.
    Im Schnittbild ist das auch verblüffend, wenn man Belis Schnittbild von einem fruchtkörper in der finalen, fomitoiden Phase vergleicht (braunes Fleisch ohne Saftzonen) mit den anderen Schnittbildern von Fruchtkörpern in der leptoporoiden Phase, wo das Schnittbild dem eines Leberreischlings echt ähnliich sieht.


    Tja, und die Ischnoderma an Nadelholz wäre halt Ischnoderma benzoinum (Gebänderter Harzporling) und die an Laubholz Ischnoderma resinosum (Laubholz - Harzporling). Rein morphologisch sind die beiden Arten kaum konstant trennbar, die Nuancen in Fruchtkörperform, Farben (außen und innen im Schnitt) und Wuchsweise sind nach meinen Beobachtung schon bei beiden so variabel, daß es in den Grenzbereichen ineinander über geht.

    Also trenne ich vorwiegend nach Substrat, und das kann natürlich auch mal knifflig sein, bei solchen ganz und gar entrindeten Stämmen wie hier.


    Ich denke aber auch, daß das Kiefer ist, nicht nur wegen den Begleitpilzen, sondern auch wegen der Struktur des Holzes, Form des Stammes, auf längerer Strecke fehlende Astansätze...

    Bei den Begleitpilzen würde ich auch zustimmen, daß auch die ganz jungen Fruchtkörper auf Marias erstem Bild in Beitrag #3 ganz junge Trichaptum - Fruchtkörper sind.
    Mit den älteren darunter ist Trichaptum fuscoviolaceum / hollii (Zahnförmiger Violettporling) dann klar, bei mir kommt der immer an Kiefer, aber das kann sicher variieren, wenn man irgendwo weniger Kiefern und mehr Fichten hätte.

    Der Pilz auf Marias letztem Bild in beitrag #3 ist meiner Ansicht nach aber keine Leucogyrophana, sondern Skeletocutis amorpha (Orangeporiger Knorpelporling). g:-)



    LG, Pablo.

  • Servus, Werner!


    Stimmt, ist nicht so ganz sicher. In der Vergrößerung meine ich schon zumindest beim vorderen Fruchtkörper Poren zu erkennen.
    Aber wenn Maria da tatsächlich noch mal hinkommt, vielleicht kann sie noch das Detail kontrollieren. :thumbup:



    LG, Pablo.

  • Hallo Ihr Lieben,


    wie immer ist die Diskussion nicht nur spannend sondern auch äußerst lehrreich für mich. Danke dafür an Euch alle.


    Und natürlich, sobald ich an diesem Baumstamm wieder vorbei kommen (und dann hoffentlich nicht wieder zwischen "Dunkel und siehst mich nicht" ;) ) mache ich gute Fotos.


    Liebe Grüße


    Maria

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