Beiträge von Isarschwammerl

    Ja, Hera ist eine Berner Senn-Hündin. Berner Senn sind Hütehunde ohne jegliche Jagdtrieb. Außerdem hört sie auch angesichts von Rehen und Wildschweinen auf Pfiff. Also ein e sehr entspannte und entspannende Begleiterin (zumindest, wenn ich mit ihr allein unterwegs bin. Sonst versucht sie immer ihre "Herde" zusammenzuhalten. :):):).
    Liebe Grüße aus München

    Servus,

    Myxos sind ja salopp gesagt so Zwitterwesen. Drum sprich man ja auch von Mycetozoa (phylum = Stamm) und Myxomyceten (Ordnung) oder Amoebozoa. Schleimpilze sind zu Beginn ihres Lebenszyklus amöboid (vielkernig). In diesem auch plasmoid genannten Zustand können sie sich als sog. Plasmodium fortbewegen. Hier brauchen sie ein feuchtes Milieu. In der nächsten Phase ähneln sie mehr den Pilzen. Jetzt suchen sich die Plasmodien helle und trockene Orte zur Reifung und Sporenbildung aus.
    Das heißt unsere bestimmbaren Myxomyceten sind ohnehin schon zumindest vorgetrocknet. Im Myxo-Kurs bei Lothar Krieglsteiner habe ich gelernt, sie samt Holzstückchen in eine Schachtel zu kleben. Das ist dann der Herbarbeleg, der sich jahrzehntelang halten kann. Solche Schachteln bekommst Du im Internet, wenn du nach "Zündholzschachtel" googelst.
    Liebe Grüße Schorsch

    Unter dem Titel „Die Pilze Deutschlands“ von J. Gutmann und Ch. Hahn ist die 2. Auflage des „Taschenlexikons der Pilze Deutschlands“ erschienen. Allerdings ist ein Co-Autor der Vorauflage – R. Reichel – nur mehr als Bildautor mit von der Partie.

    Nachdem ich die erste Auflage für meine Pilzberater (BMG)- bzw. PSV(DGfM)-Prüfungen vielleicht fünf Mal gelesen hatte, habe ich mich natürlich gefragt, ob ich mir eine zweite leisten sollte. Um es gleich vorwegzunehmen: Ja. Unbedingt!

    Im Taschenlexikon bestand die Einführung gerade mal aus 11 unbebilderten Seiten. Daraus sind jetzt 30 geworden mit Bildern, die den Text anschaulich unterstützen. Es wird erklärt, was ein Pilz überhaupt ist, wie man ihn bestimmt, was die wichtigsten Bestimmungs­merkmale sind und wie diese aussehen. Besonders beeindruckt war ich, wie es den Autoren gelungen ist, das klassische Velumkonzept mit dem von Clémençon auf einfache Weise unter einen Hut zu bringen. Diese Hüllen erleichtern ja in vielen Fällen Pilze bestimmten Gattungen zuzuordnen. Das Erkennen und die Interpretation von Teil- und Gesamthülle machen so einen wichtigen Baustein in der Pilzbestimmung aus. Ebenso wichtig sind die Art der Fruchtschicht, insbesondere Form und Ansatz der Lamellen. Gerade in der Vorbereitung zur Ausbildung zur Pilzberater*in (BMG)- bzw. PSV(DGfM) ist dieser Teil des Buchs von unschätzbarem Wert.

    Regeln für Speisepilzsammler, Verhalten bei Vergiftungen und eine Erklärung und Anleitung zur Verwendung von Bestimmungsschlüsseln schließen die Einführung ab.

    Weitere 63 neu hinzugekommene Seiten sind für einen Gattungsschlüssel für europäische Lamellen- und Röhrenpilze reserviert, der ohne nur mit dem Mikroskop erkennbare Merkmale auskommt, also ein sog. Makro-Schlüssel.

    Im Hauptteil werden anhand von ca. 150 Arten die wichtigsten Gattungen vorgestellt. Zu jeder Gattung werden deren Hauptmerkmale vorangestellt. Es folgt dann in der Regel ein typischer Vertreter dieser Gattung mit genauer Beschreibung, Vorkommen und Verwechslungsmöglichkeiten, kulinarischer Verwendung und Bemerkungen. Bei Letzteren sind oft chemische Bestandteile des Pilzes, z.T. mit Strukturformeln, genannt wie man es kaum in einem anderen Buch dieser Art findet. Es werden die neuesten Namen gebraucht, wodurch - gerade z. B. bei der neu aufgegliederten Gattung der Dickröhrlinge - viele Arten mit ihren neuen Namen dargestellt sind. Das eine oder andere mag diskutabel sein. Probleme hatte ich mit ein paar Punkten, um nur einige Beispiele zu nennen: der Familie Favolaschiaceae statt Mycenaceae, Prunulus für einige der Rettichhelmlinge (Prunulus roseus), Sarcomyxa serotina bei Typhulaceae statt bei Mycenaceae. Das konnte ich in der aktuellen Literatur wie z. B. Læssøe & Petersen’s Fungi of Temperate Europe, Catalogue of Life u.a. nicht nachvollziehen. Aber da ist ohnehin viel im Fluss und es gibt da in verschiedenen Schulen auch unterschiedliche Meinungen.

    Der Anhang besteht aus einem Glossar, einem Literaturverzeichnis, je einem Register mit englischen und französischen Pilznamen, einer Tabelle mit Inhaltsstoffen von Pilzen, Bezugsquellenverzeichnis und ein mehrsprachiges Register.

    Dem Lektor sind nur wenige Fehler entgangen. So ist auf S. 38 von einem Autorentrio die Rede, was sich wohl auf die Vorauflage bezieht. Auch die Trennung Wiese-negerling (S.16) ist mehr ein witziges Versehen als ein rassistisches Problem. Vom Verlag hätte man sich bei dem Preis (34,95 € ) vielleicht eine etwas bessere Druckqualität gewünscht, was das eine oder andere Detail noch besser erkennbar gemacht hätte.

    Fazit: Die wenigen Kritikpunkte sind Jammern auf extrem hohen Niveau. Dieses Werk ist ein absolutes Muss für ambitionierte Amateurmykologen und Personen, die sich auf Pilzberater (BMG)- bzw. PSV(DGfM)-Prüfungen vorbereiten. Aber auch für jeden anderen Pilzfreund, ob Anfänger oder schon fortgeschrittener Mykologe, wird dieses Buch viele neue und wertvolle Informationen bieten.

    Servus,

    die Gattung Lepista kann man nicht nur per Sporenabwurf (rosa bis cremegelblich im Gegensatz zum rostbraunen bei Cortinarien) sondern auch durch die leicht ablösbaren Lamellen schnell und leicht erkennen.
    LG Schorsch

    Im November 2019 hatte Maria hat unter Pilz? auf Eichenwirrling? eine Diskussion um die violetten Verfärbungen von Eichenwirrlingen fortgesetzt. Ich würde sie gerne hier auf breiterer und wissenschaftlicher Basis weiterführen. Folgende Hypothesen wurden angeführt:

    • Tulasnella violea. Weder Harald Ostrow (wurde mir berichtet) noch ich haben bei vielfachem Mikroskopieren von solchem lila verfärbtem Tomentum die entsprechenden Strukturen gefunden. Tulasnella hat blasige Sterigmen, die an Mickey Mouse-Ohren erinnern und weist dickschichtige und höckerige Formen auf.
    • In DELATTINIA 38: 5 – 94; 2012 „Pilzfloristische Untersuchung und Bewertung von Probeflächen und Gesamtareal des FFH-Gebietes „Dollberge und Eisener Wald“ im nördlichen Saarland“ postuliert Johannes A. Schmitt eine Daedalea quercina var. rubroviolacea: Neue Varietät mit weinrot-violetten Färbungen in der Hut-Deckschicht. Dem kann ich mich nicht anschließen, da ich auch Exemplare mit nur unregelmäßigen violetten Flecken gefunden habe.
    • Möglicherweise könnte der Pilz bei einer bestimmten Temperatur solche Farbstoffe produzieren, um mehr Licht zu resorbieren. Tatsächlich habe ich solche Exemplare an feuchten, nicht sonnenexponierten Stellen gefunden. Allerdings könnten an sonnenexponierten Stellen das Lila ausgebleicht sein. Und auch da wo man lila Fruchtkörper findet, sind am selben Substrat und in unmittelbarer Nähe, solche ohne Verfärbung zu finden.
    • Morteriella isabellina, ein Jochpilz, könnte für die Verfärbung verantwortlich sein. Im „Der Tintling, Ausgabe 2/2020 wurde ein solcher von Wilhelm Schulz abgebildet und mit der Unterschrift „Eichenwirrling (Daedalea quercina), der von Mortierella isabellina befallen ist und sich dadurch violett zu verfärben beginnt“. Leider war kein begleitender Text und / oder Beleg beigefügt wie er oder Karin Montag auf diese Diagnose gekommen sind.
    • Wenn an dem Pilz rosa- bis rosaviolette Farbverfärbung auftreten so könnte dies durch Cyanobakterien verursacht worden sein; oft auch in Verbindung (Symbiose) mit Algen. Meist tritt dies nur im Spätherbst oder bei sehr feuchten Witterungsverhältnissen auf.
      Möglicherweise verantwortlich Laccase.
    • Ganz was anderes

    Ich füge mal einige Bilder bei. Bei meiner Mikroskopie habe ich violette Substanzen in und außerhalb der Hyphen gefunden. Bei einem war schon das Primordium entsprechend gefärbt. Soweit ich sehe keine Fremdhyphen, nur Skelett- und Bindehyphen. Daedalea quercina ist trimitisch, Bernicchia schreibt in Polypores of the Mediteranean Region, dass die generativen Hyphen nur schwer zu finden sein.


    Wer Substantielles beizutragen hat, möchte dies hier bitte vortragen.


    Liebe Grüße Schorsch



    unterschiedlich gefärbte Fruchtkörper innerhalb einer Gruppe



    Verfärbungen schon an einem Primordium


    Mikrobilder 1000-fache Vergrößerung










    Servus Stefan,
    das kann ich bestätigen. Ich hatte eine M. metata zu bestimmen. Im Norweger-Schlüssel war schon ziemlich bald nach einem Jodoform-Geruch gefragt.
    Weder im Wald und auch nicht zuhause konnte ich ihn auch nur ansatzweise wahrnehmen. Erst als ich einen FK in ein altes Diafilm-Döschen gesperrt hatte, hat einen der Jodoform-Geruch fast erschlagen.
    LG Schorsch

    Servus Karl,
    also das was Du oben abbildest ist höchstwahrscheinlich ein (giftiger) Schönfußröhrling. Beachte: auf dem einen Bild sieht man die gelben Poren. Deshalb bitte immer auch Fotos von der Hutunterseite mitschicken. Gelbe Poren, grauer Hut, roter Stiel mit Netzzeichnung -> (meist) Schönfußröhrling, wenn dann auch die Ökologie eines sauren Boden dazu passt. Hexenröhrlinge haben orangebraunen bis dunkelbraunen Hut, schnell und stark blauendes Fleisch. Dann gibt es einen Netzstieligen und einen Flockenstieligen. (siehe Stielzeichnung bei Röhrlingen: Steinpilz – Gallenröhrling – Hexenröhrlinge – Isarschwammerl – Pilze des Isartals). Also einfach mal welche einem Pilzberater / Pilzsachverständigen vorlegen. Den Pilz von allen Seiten anschauen, beschreiben und das Ganze dann mit einem guten Pilzbuch nachvollziehen. Dann klappt es schon irgendwann mit den Hexenröhrlingen.
    Ich finde, beide sind gute Speisepilze, vor allem der Flockenstielige ist gut verträglich und meist madenfrei. Beide sollte man ausreichend lang kochen /braten (roh giftig!). Und generell: wenn man Pilze sicher bestimmt hat, erst mal mit einer kleinen Portion anfangen, ob man sie verträgt, weil es auch individuelle Unverträglichkeiten gibt.
    Liebe Grüße und viel Erfolg
    Schorsch


    Alle per Foto erklärten Pilze sind nur Hinweise und stellen auf gar keinen Fall eine Essensfreigabe dar. Für Speisezwecke gesammelte Pilze legen Sie bitte der nächsten Pilzberatungsstelle oder dem nächsten Pilzberater vor. Nur ein geprüfter Pilzsachverständiger ist in der Lage 100% einen Pilz für Speisezwecke per Geruch, Konsistenz und Aussehen zu bestimmen. Pilzberatungen bezüglich des Speisewertes von Pilzen sind nur dann sicher ausführbar, wenn der Pilzsachverständige das Pilzmaterial vorliegen hat.

    Servus Karl,
    also das was Du oben abbildest ist höchstwahrscheinlich ein Schönfußröhrling. Beachte: auf dem einen Bild sieht man die gelben Poren. Deshalb immer auch Fotos von der Hutunterseite mitschicken. Gelbe Poren, grauer Hut, roter Stiel mit Netzzeichnung -> (meist) Schönfußröhrling, wenn dann auch die Ökologie eines sauren Boden dazu passt. Hexenröhrlinge haben orangebraunen bis dunkelbraunen Hut, schnell und stark blauendes Fleisch. Dann gibt es einen Netzstieligen und einen Flockenstieligen. (siehe Stielzeichnung bei Röhrlingen: Steinpilz – Gallenröhrling – Hexenröhrlinge – Isarschwammerl – Pilze des Isartals). Also einfach mal welche einem Pilzberater /Pilzsachverständigen vorlegen. Den Pilz von allen Seiten anschauen, beschreiben und das Ganze dann mit einem guten Pilzbuch nachvollziehen. Dann klappt es schon irgendwann mit den Hexenröhrlingen.
    Liebe Grüße und viel Erfolg
    Schorsch


    Alle per Foto erklärten Pilze sind nur Hinweise und stellen auf gar keinen Fall eine Essensfreigabe dar. Für Speisezwecke gesammelte Pilze legen Sie bitte der nächsten Pilzberatungsstelle oder dem nächsten Pilzberater vor. Nur ein geprüfter Pilzsachverständiger ist in der Lage 100% einen Pilz für Speisezwecke per Geruch, Konsistenz und Aussehen zu bestimmen. Pilzberatungen bezüglich des Speisewertes von Pilzen sind nur dann sicher ausführbar, wenn der Pilzsachverständige das Pilzmaterial vorliegen hat.