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letzter Beitrag von Radelfungus am

Wie kommen die Grashalme in den Porling?

  • Guten Abend,


    ich habe so etwas schon öfters gesehen, und finde keine logische Erklärung dafür, jetzt frage ich mal hier:


    Wie kommen die - mittlerweile getrockneten - Grashalme in den Porling?


    In der Wachstumsphase der Gräser sind diese grün und weich, können den Pilz also nicht von unten perforieren.


    Sind sie trocken und härter - oder auch noch grün und weich - wird der Porling sie ja kaum überfallsartig umschlingen.


    Also, wer weiß, wie das so gekommen ist?



  • Ahoj, R.-f.,


    ich schätze, der Porling hat sie umwachsen bzw. integriert.


    LG

    Malone

  • ==11 Cool Jan, gefühlvolle Porlinge.... kann ich nachvollziehen... Sie kommen vielleicht auch völlig unbeobachtet und unerkannt von hinten völlig überraschend und plötzlich ist man umschlungen, wie ein Überraschungsbesuch. .... Oder sie lieben Akupunktur und sind deshalb so sanft ... manchmal.

  • Hallo,

    Ist eigentlich einfach erklärt :

    Solche Porlinge vergrößern beim Wachsen den Körper nicht von innen , sondern an der Kante entstehen immer wieder neue Zellen.

    Stossen die an ein Hindernis (Grashalm) , dann bilden sich neue Zellen nur rechts und links davon. Hinter dem Grashalm wachsen sie dann wieder zusammen.

    Der Grashalm wird dabei nicht mal gebogen.

    Bei Pflanzen geht das anders : Die Struktur wird in Knospen oder Stiel festgelegt , danach erfolgt Ausdehnung.

    Extrembeispiel : Bambus.

    Da sind alle Stielsegmente schon bei dem Ausbrechen des Triebes aus der Erde festgelegt. Danach folgt inneres Wachstum und Ausdehnung. da wird das , was im Wege steht , weggedrückt (wenns geht).

    Gruß

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hm,


    das klingt plausibel, aber jetzt habe ich Kopfkino.


    Das wäre ja mal ein ambitioniertes Projekt für eine Fotodokumentation, jede Woche bei einem wuchsfreudigen Porling vorbeischauen, unter dem Wiesengräser wachsen.

  • Ahoj,

    Das wäre ja mal ein ambitioniertes Projekt für eine Fotodokumentation

    Jepp!

    Bin gespannt, was Du daraus machst...

    Gibst Du mir Fotos, mache ich daraus kleine Gif-Animation...


    LG

    Malone

  • Da wäre ja ein definierter unverrückbarer Fixpunkt von Nöten, von dem aus dann die Bilder geknipst werden.


    Ich kann doch nicht ein Stativ in den Wald betonieren :/.

  • Ich kann doch nicht ein Stativ in den Wald betonieren :/ .

    Stimmpt.


    Aber vlt. ' ne Wildkamera?...

    ...nur so ein Gedanke unter vielen...


    LG

    Malone

  • Das mit den Bäumen, die Verkehrsschilder fressen, war nicht nur son Scherz.


    Es gibt etliche Fotos im Netz, auf denen Gehölze Gegenstände, die ihnen im Weg sind, einfach überwallen. Wenn sich ein Strauch durch einen Zaun streckt zum Beispiel. Der Zaun wird umwachsen.

    Auch an einem Baum befestigte Gegenstände wie ein Jesuskreuz oder ein Verkehrsschild werden im Laufe der Jahre mit Holz umschlossen. Ein bekanntes, vor einiger Zeit viral gegangenes Beispiel ist ein an einen Baum gelehntes Fahrrad, das ein kleiner Junge vor Jahren vergaß und nicht mehr wiederfand, und das jetzt, Dekaden später, aus einem Baum ragend wiederentdeckt wurde. Der Rahmen befand sich zentimetertief unter der Rinde und war durch das Längenwachstum des Baumes auch ein ganzes Stück vom Erdboden abgehoben worden.

    Bäume, die Schilder fressen | ADAC Blog

    fahrrad im baum - Google-Suche

    Der Balzer Herrgott bei Gütenbach im Schwarzwald


    Ich kann es mir beim Porling eigentlich gar nicht anders vorstellen: das neue Material quillt vorn aus dem Rand, noch weich wie ganz junger Schwefelporling, und wenn da halt ein Grashalm gegenlehnt, drückt es ihn nicht weg, sondern quillt drumherum und schließt ihn ein.


  • Noch so eine lustige Konstellation, heute morgen gesehen:


    Der Zunderschwamm sitzt auf diesem unterarmdicken Buchenstämmchen auf, das schon längst abgestorben ist und wohl vor Jahren im Zuge von Forstarbeiten gekappt wurde.


    Das Buchenholz ist kein lockerer Ast, den irgendein Witzbold unter den Zunderschwamm geklemmt hat, es ist verwurzelt:



  • Hallo,

    Auch der weiche Nadelholz - Braunporling kann das ganz prima.

    Z.B. Grashalme umwachsen ohne sie zu verbiegen :


    Oder im Notfall auch junge Lärchen .

    Beim Fotografieren Vorsicht , der umwächst bestimmt auch Stative....


    Grüße

    Norbert

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  • Ahoi,


    so, jetzt habe ich mal einen Versuch gestartet und an zwei Porlingen ein dünnes Ästchen in den Boden gesteckt, so dass es drucklos an den Porlingen anliegt. Ich hoffe, dass es niemand wegnimmt oder dass es nicht von einem Tier umgestoßen wird.

    Ich werde da in unregelmäßigen Abständen vorbeischauen und beobachten, was sich da so tut.


    Meint ihr, die Pilze wachsen noch? Oder sind die schon am Ende? Die helle Zone am Rand ist ja ziemlich dünn.



  • Hallo Zusammen,


    das Umwachsen ohne einen Grashalm auch nur wegzudrücken ist schon speziell. Aber was ich schon fast freaky finde, ist daß das Gras, die Blaubeere oder die Lärche weiterwächst ohne mit der Wimper zu zucken! Das erinnert mich an das altmodische Motto "Leben und Leben lassen"!


    Grüßle

    RudiD

  • Habe noch ein FomPin für Kollektion , kein Gras , diesmal Fichtenast

    Wow!
    Es sieht sogar so aus, als ob der Pilz den Ast abgebrochen hätte.
    Kann das sein?

    LG
    Connie

    Hallo Connie


    Gute Beobachtung :daumen:ich habe es nicht gemerkt . Porling hat tatsächlich Ast gebrochen . Fichtenast ist hart und schwer zu brechen . Komisch wie Pilz hart und stark sein


    LG beli !

  • Gute Beobachtung :daumen:ich habe es nicht gemerkt . Porling hat tatsächlich Ast gebrochen . Fichtenast ist hart und schwer zu brechen . Komisch wie Pilz hart und stark sein


    Naja, wenn man bedenkt, dass der Porling ja von dem Holz lebt, dürfte der Ast wohl ziemlich ausgelutscht und damit morsch gewesen sein.

  • Gute Beobachtung :daumen:ich habe es nicht gemerkt . Porling hat tatsächlich Ast gebrochen . Fichtenast ist hart und schwer zu brechen . Komisch wie Pilz hart und stark sein


    Naja, wenn man bedenkt, dass der Porling ja von dem Holz lebt, dürfte der Ast wohl ziemlich ausgelutscht und damit morsch gewesen sein.

    Hm, diese Äste bleiben eigentlich auch im abgestorbenen Zustand eine halbe Ewigkeit stabil, zuerst wird der Stamm seiner Festigkeit beraubt.


    Jetzt fehlt nur noch, dass so ein Porling eine Mauer umwirft.

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