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letzter Beitrag von Mausmann am

Leb(d)erbrauner Ackerling?

  • Liebe Foristen,

    seit meiner kürzlichen Anmeldung hier sind mir noch kaum Rätselpilze und auch nicht besonders viel mehr bekannte Pilze über den Weg gelaufen - weiterhin knochentrocken in Berlin und Umgebung. Jetzt habe ich aber mal was zum Testen der Forumserfahrung:

    Sind nur Handybilder, sorry.


    Standort: Wiese auf Friedhof, dort u.a. Eichen, Birken, Kiefern. Wuchs nicht offensichtlich auf Holz, möglicherweise aber doch auf Wurzeln unter der Oberfläche. Ca. 6 Fruchtkörper recht nahe beieinander.


    Häutiger Ring, hängend, ungerieft.

    Sporenpulver braun

    Lamellen angewachsen und mit Zahn herablaufend

    Hutfleisch dünn, weißlich

    Stiel zur Basis hin dunkler

    Dort keine Schuppen gefunden, aber durchaus faserig und etwas längsgerillt.

    Geruch unauffällig pilzig.


    Ich komme beim Schlüsseln beim Gifthäubling raus, aber wundere mich natürlich über den Standort auf einer Wiese und nicht auf Holz. Außerdem fehlt ein Mehlgeruch und irgendwie sehen die Pilze nicht so aus wie meine bisherigen Gifthäublinge (vielleicht aber auch nur wegen der Trockenheit?).


    Hat jemand eine Idee, was es sonst sein könnte, oder ob ich richtig liege?


    VG Lars

  • Hallo Lars,


    viele Grüße aus dem ebenso vertrockneten Rhein-Main Gebiet. Hier ist Pilztechnisch auch nichts los.

    Gifthäublinge sind das definitiv nicht. Ackerling passt da besser, wie bereits erwähnt.


    Gruß Nosozia

  • Hallo Stefan, Du Frühaufsteher,

    der Leb(d)erbraune Ackerling würde sehr gut passen. In der Tat sind die Lamellenschneiden weißlich, auch der Stiel über dem Ring bereift.

    Alle einverstanden?

    Wie heißt die Art eigentlich richtig, nach Leder oder Leber. Ich vermute letzteres, aber in Büchern findet sich beides.

    VG Lars

  • Matsutake

    Hat den Titel des Themas von „Gift-Häublinge?“ zu „Leb(d)erbrauner Ackerling?“ geändert.
  • Hallo Lars,


    Gut passen ist das Eine. Nun muß gut geprüft werden, ob er es wirklich ist. Ackerlinge sind nicht ganz so leicht, denke ich.


    Beim Namen halten wir uns doch einfach an pilze-deutschland.de


    Lederbrauner Ackerling - Cyclocybe erebia (Fr.) Vizzini & Matheny 2014


    syn. Agrocybe erebia (Fr.) Kühner 1939


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • Morgen!


    Oh, die Frage nach dem "D" oder "B", ganz schwieriger Fall.

    Die Hutfarbe frischer Pilze dieser Art ist oft ein zimelich dunkles Braun, das recht gut zur Farbe einer Leber passt. Und so heißt Agrocybe erebia (= Cyclocybe erebia) auch bei Erhard Ludwig im Pilzkompendium: Leberbrauner Ackerling. Im grunde kann man das aber wohl so halten, wie man will. Wöllte man es auf die Spitze treiben, könnte man den Pilz auch "Braunkappe" nennen. :glol:
    Aber bleiben wir lieber bei Leber oder Leder, das dürfte beides gut zuzuordnen sein.



    LG, Pablo.

  • Hallo Stefan, Du Frühaufsteher,

    Ich wohne ja auch in Sachsen-Anhalt. Die stehen ja wohl laut Werbespruch früher auf. :kaffee:

    :D


    Hi,


    seit einiger Zeit aber nicht mehr. Vielleicht haben sich Werbefachleute überlegt, dass es doch etwas "armselig" wirkt, wenn Sachsen-Anhalt nix anderes zu bieten hat als die früh aufstehende Bevölkerung. ;)


    Bin hier auch bei Agrocybe s.l. Für den Lederbraunen sehen mir die Fruchtkörper etwas untypisch aus. Ich würde den Fund mikroskopisch absichern. Galerina marginata ist das aber keinesfalls.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • ...

    Wie heißt die Art eigentlich richtig, nach Leder oder Leber. Ich vermute letzteres, aber in Büchern findet sich beides. ...

    Meines Wissens ist Leberbrauner Ackerling die ältere Bezeichnung und für mein Verständnis auch "richtiger". Wahrscheinlich wurde das dann irgendwann falsch verstanden und übernommen mit Leder.

    Erebia bezeichnet den Mohren. Das recht dunkle Braun einer gesunden Leber scheint mir doch viel trefflicher die Hautfarbe eines solchen zu beschreiben als das von zumeist hellem Leder. So komme ich folglich zu leberbraun.


    Aber da die heimischen Begriffe für Pilze keiner echten Regelung unterliegen ist das natürlich jedem freigestellt zu wählen wie er es gerne hätte. g:-)

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