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letzter Beitrag von MarionS am

Ömm... Kornblumen-Birki?

  • Moin!


    Ich schieb mal wieder mein Rad durch den Greune Stee. Pilze sind im Moment eher spärlich gesät, es war die letzten Tage sonnig und trocken... aber jetzt regnets grad wieder mal, also sollte sich die nächsten Tage wieder was tun.


    Am Wegesrand sitzt ein weißer Birki, den ich mir anschaue, aber stehen lasse und belächele. Von den normalen hatte ich bis dato auch nur zwei-drei gesehen, und jetzt schon ein weißer.
    Dreißig Meter weiter hocken dann deren drei am Wegesrand.
    Drei weiße Birkis? Holla! Naja, erinnere ich mich, vielleicht sind die verwandt miteinander. Die Pilze, die ich mit meinen Eichen verheiratet hatte, dufteten ja auch immer zur selben Zeit (bildeten aber keine Fruchtkörper): nämlich genau, als auch der Mutterpilz gesprossen war. Nun, da es ja mehrere davon gab, pflückte ich mir mal einen und schaute ihn mir näher an.
    Die Hutoberfläche war mehr so schmutzig weiß und regennass fast schon schleimig.





    Öh - Moment mal??


    Der blaut?
    Und wie der blaut!
    Am Fuß des Pilzes zeigt sich ein lebhaftes Cyan, (das man hier leider im Schnitt nicht so stark sieht, fürchte, meine Handycam ersetzt nicht wirklich meine Digi)...


    Aber abgesehen von der Farbe sah der ganz normal aus von Form und rauem Stiel.
    Und am nächsten Tag fand ich ein paar hundert Meter weg gleich wieder zwei.


    Hier blaute gerade mal ein Fraßkanal in der Mitte. Eigentlich grünte er fast schon, als ich den Stiel weiter aufbrach. Hier waren die Spitzen auf dem rauen Stiel fast schwarz, und auch die Hüte zeigten sich fast ein wenig geschwärzt (auch wenns hier auf dem Foto bei dem alten Schlappen fast wie blau ausschaut, oder ist das mein Laptop?)



    Was hab ich denn da erwischt?


  • vergleiche doch mal mit Leccinum variicolor.



    Au ja, das sieht gut aus. Das Bild auf Wikipedia ist sehr ähnlich, und sumpfig/moorig (natürlich mit Birken) passt bestens.
    Da noch kein Pilzportrait besteht, sollte ich vielleicht dann nochmal Ausschau halten, ob ich ein paar weitere Fotos beitragen kann.

  • Hallo,
    außer Leccinum variicolor gibt es mindestens noch einen anderen Birkenpilz mit blauer Stielbasis, z. B. Leccinum cyanobasileucum/brunneogriseolum. Den zweiten sehe ich auch als L. variicolor an, der erste dagegen könnte was anderes sein. Diese Birkenpilzarten wachsen gerne miteinander vergesellschaftet.
    FG
    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Drei weiße Birkis?


    Da gibt es doch das Lied:





    Drei weiße Birkis



    In meiner Heimat steh'n.



    Drei weiße Birkis,



    Die möcht' ich wiederseh'n.

    Grüßle ... und so :)


    Meine, meist falschen und dilettantischen, oft auch einfach so hingeworfenen, Bestimmungsversuche stellen in keinem Fall und niemals eine Essensfreigabe dar!


    Schwammerl! Es heißt Schwammerl!
    94 Chipse. 2 x 3 verloren für Porlingswette.

    Einmal editiert, zuletzt von silbergrau ()

  • Also, ich stelle mal ganz kühn die These in den Raum, dass die Pilze alle von derselben Art sind.
    Warum? Weil sie da sind.


    Ich fahre seit Jahren hierher in Urlaub und da ich ja nur zwei Wochen hier bin, bekomme ich je nach Witterung immer nur so einen kurzen Ausschnitt des Pilzjahres mit. Es waren in der Regel immer mehr oder weniger viele Birkenpilze da - einmal auch ein weißer - aber so viele weiße Birkis und dagegen die abwesenden "normalen" Birkis habe ich noch nicht erlebt.


    Meine Bonsai habe ich teilweise mit Pilzen vergesellschaftet und dabei die Beobachtung gemacht, dass die Pflanzkörbe genau ein Jahr nach dem Zeitpunkt des "einpflanzens" eines Pilzes einen starken Duft nach dem Pilz verströmten, und in den Folgejahren ebenso. Ich gehe deswegen davon aus, dass Pilze ihre festen Zeiten haben, wann sie fruchten und sich das ggf. auch innerhalb der Art myzelweise unterscheidet bzw ein Individuum es an seine Kinder vererbt (und natürlich auch beibehält, wenn man es klont wie in meinem Fall).


    Ich habe heute weitere Exemplare gefunden und sie diesmal mit der Digitalkamera aufgenommen.


    Ein ganz weißer


    Eine Gruppe von drei Pilzen in verschiedenem Alter. Hier ist der älteste Schlappen wirklich so blau wie alte Füllertinte. Wobei ich mich gerade frage, ob das dann auf dem Bild im ersten Beitrag wirklich ein Kamerafehler ist, den so blau abzubilden oder die Digi mehr gesehen hat als ich.


    Und der dritte, ganz junge, hatte eine hellbraune Kappe.


    Der letzte war so vermadet, dass er knisterte. Aber nur in den Röhren... das Fleisch war schön, wenn auch schwammig.


    Bis zum Farbumschlag verging ein Weilchen nach dem Anschnitt.

  • Grüß Dich Marion,



    ein absolut interessanter Pilz. Ich weiß auch nicht............ Birkenpilze haben mich die Jahre vorher nicht soooo brennend interessiert. Aber dieses Jahr schon. Und was Du uns da zeigst, das ist eher neu für mich. Ich hatte auch mal drei weiße Birkis gehabt. Es hat sich aber heraus gestellt, dass es Albinos waren. Außerdem hat bei meinen die Stielbasis nicht im mindestens geblaut.


    Du kennst also dieses Gebiet gut? Und weißt demzufolge, was sich da an Pilzen alles zeigt. Hattest Du ihn schon mal vorher gehabt? Oder ist das jetzt das erste mal?


    Ich bin gaaaaanz gespannt, was da wohl rauskommen wird. Hältst Du uns auf dem Laufenden? Danke Dir.





    Liebe Grüße




    Heidi

    Jeder Tag an dem Du nicht gelacht hast, ist ein verlorener Tag.
    Auch von mir gibt es keine Essensfreigabe.



    95 Chips, da Islandwette verloren = 95 Chips
    95-2 Chips für Jan-Arnes Rätsel = 93 Chips
    93-5 Chips für Grünis Grauen Wulstling= 88 Chips
    88-10 Chips für APR 2017
    78 + 10 (APR 2017 als erste über die Hälfte der Gesamtpunkte gekommen) = 88

    88-3 Chipse für OPR = 85

  • Hallo, Heidi,


    es müsste tatsächlich das Gebiet sein, das ich am besten kenne (abgesehen von Garagenhof), weil ich im Urlaub endlos Zeit habe und x-mal durch diesen Wald laufe und schaue, was da so alles wächst. Wie gesagt sehe ich da immer so ein Zeitfenster von 14 Tagen im Herbst.
    Normalerweise wimmelt es dort von Birkis. Sie werden bestenfalls noch von den Gelben Knollis übertroffen, es gibt Fuchsige Scheidenstreiflinge und alle möglichen Täublinge und etliche Milchlinge. Einen Steini und einen Galli konnte ich auch schon finden und laut anderen Sammlern gibt es Maronen... oder "Maronen".


    Einen reinweißen habe ich schon mal in einem Gestrüpp sitzen sehen. Ganz klar die charakteristische Birki-Form. Aber ich wollte nicht gerade in eine Hagebuttenhecke krabbeln (und auch sonst niemand) und so blieb der Birki ein "Albino" bis er umfiel.


    Bis dato habe ich aber die variicolor noch nie dort gesehen. Die wären mir doch aufgefallen.
    Weiß nicht mehr, an wievielen Stellen ich sie jetzt schon gepflückt und untersucht habe. 6 dürften es schon sein.
    Eine Weile war das Wetter jetzt schön und dann hat es sich Dienstag eingeregnet und schauert zwischendurch immer wieder. Aber die Pilze warten wohl nicht gerade darauf, an keiner der einschlägigen Stellen kommt groß was, nur so kleinere Einzelstücke hier und da. Auch außerhalb der Greune Stee in den Dünen, Wiesen und Wegesränder wächst sonst allerlei Zeug wie Parasole, Boviste, Fliegen und Perlis, Saftlinge, Butterpilze und was-weiß-ich. Aber nix. Milchlinge fallen vielleicht noch auf. Und hexenkreisweise Schwindlinge.


    Das Einzige, was da jetzt wirklich raussticht, sind diese weißen Birkis, die auch in Glockenform, wenn also die Röhrenschicht nicht schon rausguckt wie bei einem Berliner Ballen, schon pappig sind und mit dem Messer zu schneiden sind wie ein feuchtes Brötchen. Stand ja auch in Wikipedia so, dass sie bei Regen schnell schwammig und wasserhaltig werden.
    Nur garen kann ich sie hier nicht, um zu gucken, ob sie dann schwarz werden :D (Oder täte es da ein Wasserbad? Wasserkocher hab ich auf dem Zimmer.)

  • Hallo Marion,
    ich freue mich mit dir gerade voll mit über deine Funde. Jetzt könntest du mehr daraus machen, indem du dir ein gutes Pilzbuch (z. B. BON/Pareys Buch der Pilze, da sind immerhin vier Arten beschrieben, drei davon bebildert; im GERHARDT sind's sogar fünf) schnappst und dir mal eine Übersicht verschaffst, welche Birkenpilz-Arten es überhaupt gibt und wie die jeweiligen Artmerkmale sind (die Leccinum-Cracks behalten jetzt bitte ihren Hinweis, dass die Artkonzepte veraltet wären, für sich). Genau so betreibst du Pilzforschung, und dieses Wissen über Birkenpilze - das du den meisten anderen voraus hast - bleibt dir ewig im Gedächtnis.
    FG
    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

    Einmal editiert, zuletzt von Oehrling ()

  • Es geht weiter :D


    Es gibt weiterhin immer wieder mal Regen. Die anderen Pilze rühren sich auch so langsam wieder, und so finde ich frische Gelbe Knollis und fand ich gestern an den entsprechenden Spots eine Handvoll Butterpilze (nebst einem roten Saftling) und auf einer der Saftlingswiesen sind die Blümchen nicht mehr die einzigen gelben Tupfen. An einem Wegesrand bescheren mir vorhin zwei junge Espen-/Birkenrotkappen einen neuen Erstfund, auf einer weißfauligen Birkenleiche sinds ein paar Blutmilchpilze (Ich seh schon, ich muss noch einen Thread aufmachen ;) )
    Normale Birkis aber nur einen (zumindest Verdächtigen, da er mir leider entkommen ist. Ich erinnerte mich unversehens an einen Termin und verließ den Wald etwas fluchtartig, hielt mich nur kurz auf, um den typisch dunkel gefärbten recht groß gewachsenen Prachts-Schlappen zu bewundern. Den hätte ich auch nicht der Wissenschaft geopfert, nur fotografiert :D Leider fand den wohl noch einer essbar und so war er spurlos verschwunden, als ich wiederkam. Also, nachdem ich jetzt tagelang weitaus kleinere, schon ziemlich schleimige pappige Brötchen begutachtet habe, dachte ich nur noch :eek: :sick: ).


    Die aufgefundenen Raufüße sind bis auf wenige Ausnahmen immer noch brötchen-pappig und schmierig, zumeist schmutzig weiß oder mit hellbraunem Hut. Irgendwie wollen sie heut aber nicht so recht deutlich blauen... komisch...


    Der hier machts interessant: dem Aussehen nach zunächst wie auf dem Wikipediafoto. Ein Bild von einem Birki!


    Wie ich schon mehrfach bemerkt habe, scheint diese Schwarzfärbung wohl mit dem Licht zusammenzuhängen. Der Hut hat deutliche Striemen von Grashalmen. Sowas habe ich schon mehrfach bei den Funden benmerkt.
    Der Hut war übrigens vergleichsweise trocken.


    Er färbt auch blau, allerdings nicht sehr deutlich. Er grünt fast eher.



    Dafür wartete er aber mit einer anderen Überraschung auf. Nachdem ich ihn aufgeschnitten hatte, legte ich ihn weg und suchte in meinem Smartphone nach dem Diktiergerät, quasselte hinein, was mir duch den Kopf ging... und sah dann, dass der Pilz derweil eine Rotfärbung angenommen hatte!


    Das Komische: ne Färbung sowohl von blau am Rand als auch rot in der Mitte hatte der alte Schlappen hier auch, den ich danach fand:


    Und hier wurde es dann wirklich komisch und grenzwertig.
    Hellbrauner Pilz, pappig wien Brötchen, dieser lange gebogene Stiel, der mir schon mehrfach aufgefallen ist...


    ...und dann wird die Stielbasis rot-gelb.


    Ich frage mich, ob diese Veränderung möglicherweise mit der zunehmenden Feuchtigkeit zu tun hat?

  • Es bleibt regnerisch.
    Ab und an findet sich ein knackiger normaler Birki, den die Sammler wohl übersehen haben.
    Ein paar Variicolor sind mir aber auch noch über den Weg gelaufen: gewohnt pappig, glitschig, praktisch leichenfahl. Ein untersuchter hellbrauner mit dunkel geflocktem Stiel hatte in der Stielbasis zwar einen deutlich abgesetzten blauenden Bereich, aber das Blau war durchaus grünstichig statt cyan, und auch in den Stiel zog ein leichtes Grün.

  • Ich blättere mal wieder WebFail durch und stolpere dabei über dieses Exemplar...

    Hier sehen wir ein seltenes Exemplar eines männlichen Pilzes | Webfail - Fail Bilder und Fail Videos


    Während ich noch über eine BLÖD-Schlagzeile nachsann und darüber, ob ich ein fremdes Bild benutzen darf, fiel mit die auffällig blaue Stielbasis auf...

  • Hallo, Marion!


    Schön, daß du das Thema noch mal hochgeholt hast.
    Das sind ein paar ganz interessante Funde, und ich bin da ziemlich überzeugt, daß du mindestens zwei, wahrscheinlich eher aber drei verschiedene Arten da am Fundort hast.
    Leccinum ist alles andere als eine einfache Gattung, und es ist wie bei so cielen anderen Pilzen auch: Da stehen gerne mal unterschiedlcihe, aber ähnlcihe Arten durcheinander am selben Platz.


    Was man schon mal sicher sagen kann: Die mit den bunt - scheckigen, gefleckten Hüten sind schon mal zumindest im weiteren Sinne Vielfärbende Birkenpilze (Leccinum variicolor s.l.).
    dann hast du aber auch welche, mit ziemlich einheitlich hellgraubraunen Hüten und relativ weißlichen, wollig geschuppten Stielen. Das ist dann Leccinum cyaneobasileucum (Wollstieliger Raufuß). Eine ziemlich häufige, und für die Gattung relativ einfach bestimmbare Art, aber auch da bin ich nicht sicher, ob sich da nicht mehrere "kryptische" Arten drin verstecken. Das lassen wir aber hier mal außen vor.

    Zuletzt hast du da noch Pilze, die einen relativ einheitlich gefärbten Hut haben (interessant: stellenweise leicht olivbraun überlaufen, kann das sein?), aber ziemlcih grobe, unwollige und deutlich pigmentierte Stielschuppen. Das müsste die dritte Art sein, die wäre aber ziemlich kompliziert. Kollektionen mit solchen Merkmalskombinationen wurden schon irgendwie in die Ecke um Leccinum holopus, aber auch in die Umgebung von Leccinum variicolor gestellt. Persönlich denke ich, es müsste was Eigenes sein, weil ich einigermaßen skeptisch bin, ob Leccinum holopus sensu stricto wirklich an der Stielbasis blauen darf.

    Und ich bin skeptisch, ob sich solche Hutoberflächen wirklich mit Leccinum veriicolor sensu stricto in Einklang bringen lassen. Insofern wüsste ich für diese Pilze (also die ominöse "dritte Art" hier) keinen sinnvollen Namen.



    LG, Pablo.

  • Hallo Marion,


    du schriebst weiter oben:

    Meine Bonsai habe ich teilweise mit Pilzen vergesellschaftet und dabei die Beobachtung gemacht, dass die Pflanzkörbe genau ein Jahr nach dem Zeitpunkt des "einpflanzens" eines Pilzes einen starken Duft nach dem Pilz verströmten, und in den Folgejahren ebenso.

    Das interessiert mich nun sehr!

    Wir (bzw. mein Schwiegervater) haben auch seit Jahrzehnten Bonsais, hauptsächlich einheimische Wildlinge. Daß sie besser wachsen, wenn sie mit Mycorrhizapilzen vergesellschaftet sind, ist klar, aber wir haben uns bis jetzt auf die Hoffnung verlassen, daß schon was mit in der Erde ist, wenn man sie ausgräbt.

    Aber wie hast du sie bewußt und absichtlich mit Pilzen vergesellschaftet? Mit welchen? Falls das kein Geheimnis ist, wüßte ich gerne, wie du das machst!

    Interessant auch, daß das Mycel duftet, ohne zu fruktifizieren.

    Liebe Grüße,
    Grüni ("Kagi")
    ==11


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    (118 (Stand Ende APR 2017) - 2 Einsatz OsterBrätzel - 1 an EberhardS für Western-Rätsel - 2 für Nobis verrücktes Wirbelrätsel)


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  • Moin, Grüni,


    ich bin da auch einfach so ohne viel Ahnung drauflos, und es scheint gewirkt zu haben. Das ist sogar überhaupt erst der Grund, warum ich angefangen habe, mich mit Pilzen zu beschäftigen.


    Nachdem ich mich informiert hatte, welche Pilze mit wem wachsen, habe ich entsprechende Pilze gesucht und schlicht einen Pilzhut unters Substrat gehoben. Die "verschwanden" dort mit der Zeit.

    Die Jahre darauf fiel mir teilweise auf, dass zur selben Jahreszeit, wo ich auch die Pilzhüte vergraben hatte, beim Gießen der Geruch aufstieg. Der Steinpilz war sehr intensiv und haut einen um, so gut riecht der, der Fliegenpilz mehr so schwach metallisch ("Hm, da ist doch was??"), der Rotfußröhrling sehr typisch, wenn auch nicht unbedingt angenehm.

    Möglicherweise begünstigt das Substrat den Effekt aber auch. Ich verwende ein Granulatgemisch im Teichpflanzkorb für ein kompakteres Wurzelwachstum. Das ist vielleicht nicht unbedingt myzelfreundlich, allerdings sind einige meiner Bäume zwischenzeitlich so reif, dass der Wurzelballen einen kompakten Kern hat, der nicht mehr bearbeitet wird, und in dem der Pilz seine Ruhe hat.

    Nach einigen Jahren ließ das Duften wieder nach. Das könnte mehrere Ursachen haben: beim Umtopfen ging Masse verloren und ich denke mal, beim duften werden auch auf eine vermutlich urtümliche Weise ebenfalls Sporen o.ä. rausgehauen, was auch Material verbraucht. Ich schätze, die Bäume waren nicht in der Lage, so viel Pilz zu füttern, dass er sich groß vermehren kann. Ich habe hier und da auch schon nachgeimpft.

    Der Effekt aber blieb: eine deutliche Stärkung der Resistenz meiner Stieleichen gegen Mehltau. Sie kriegen ihn immer noch, aber schwächer. Und er kann sogar abheilen.



  • Hallo Marion,

    wow, das klingt gut. Danke, daß du deine Erfahrungen teilst! So ähnlich hab ich es mir vorgestellt. 🌲🌳🌲

    Muß ich unbedingt probieren. Einziges (und leider großes) Problem: die passenden Pilze zu finden! Ich habe da keinerlei Erfahrung und somit auch keine "Stellen"!

    Da muß ich wohl Schwesta Tuppie anhauen...vllt. bringt sie mir mal den einen oder anderen passenden Pilz mit.

    Wir brauchen hauptsächlich was für Buche, Fichte, Lärche und Kiefer. Ein, zwei Eichen sind auch dabei. Ob es Mykorrhiza-Partner für Ahorn gibt, weiß ich nicht. 🍁 Muß ich alles mal recherchieren.

    Liebe Grüße,
    Grüni ("Kagi")
    ==11


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  • Och naja. Es gibt wohl ideale Verbindungen, und dann gibt es auch kompatible, wenn auch nicht ideale Verbindungen und am Ende wohl auch Notgemeinschaften.

    Ein Baum kann mehrere Myko-Partner haben. Die Birke hier im Hof hat mehr als ein halbes Dutzend, und man erlebt da auch so manche Überraschung. Da sind dann "die roten Täublinge" ganz unvermutet zwei verschiedene Arten von Täublingen und "die Rotfüße" schon bis zu vier.


    Bekommt ein Baum mehrere Partner angeboten, setzt sich der beste durch - oder sie teilen sich den Baum auch.

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