Beiträge von Suillus B.

    Hallo liebes Forum,


    vor ein paar Tagen fand ich bei strömendem Regen am Wegrand einer Parkanlage in Hannover folgende Champignons. Wie so oft konnte ich sie nicht bestimmen und hatte auch erstmal keine Idee. In der Basis gilbte zunächst ein Exemplar recht stark, den Stiel aufsteigend schwach. Im Hutfleisch rötete der FK direkt. Trotz stömenden Regens untersuchte ich weitere FK am Standort recht ausgiebig, die tw. ein ähnliches, aber schwächeres Färbemuster zeigten. Intensives Beschnuppern erbrachte keinen auffälligen Geruch und als ich ein wenig umhergegangen war und vielleicht zwei Minuten vergangen waren, wendete ich mich wieder dem Exemplar mit dem starken Basisgilben zu, das sich jetzt orange verfärbt hatte. Binnen der folgenden 5min schlug das vormalige Gelb in kräftiges Rot um. Die gesamte Trama des FK rötete jetzt mehr oder weniger.

    Ich habe dieses Färbungsmuster bislang nur bzgl. des mysteriösen pseudopratensis gelesen, der zumindest hierzulande doch eher als Phantom zu existieren scheint. Gibt es denn noch was anderes, das da in Frage kommen könnte?


    Und ich habe gestern die Stelle nochmal besucht und weitere FK gefunden, die diesmal an der Basis nach Phenol riechen, dieses Muster aber nicht zeigen, sondern entweder in der Basis safrangelb gilben oder nur röten. Und auch nicht alle FK zeigen Karbolgeruch, sondern genau genommen nur der größte der Kollektion, da meine ich aber deutlich.




    Jetzt kommt ihr wieder: Ohne Scharfes Glas geht da nichts.


    Ist das denn wenigstens etwas Interessantes?


    Beste Grüße


    Lukas

    Hallo Haufen ,

    deine finde ich typisch für campestris s.str.. Ich kann nichts erkennen, was dagegen sprechen würde. Marginal röten dürfen die m.E. auch mal. Bei diesem Habitus und entsprechendem Geruch habe ich kein Problem damit, den als campestris zu benennen. Aber so typische habe ich auch lange nicht gesehn.


    Grüße

    Viele wollen es leider nicht verstehen. Es gibt leider einen Typus von Pilzsammlern, die zwar zur Beratung kommen (ich verstehe nicht warum!), aber dann eine unglaubliche Beratungsresistenz an den Tag legen. Z.B. habe ich nach der Einschränkung "akut ungiftig, aber EXTREM ungesund wegen Schwermetallen" noch nicht erlebt, dass die FK nicht wieder ins Körbchen zurückgerafft wurden. Das passiert einfach nicht. Wenn man einen Wiesenchampignon anzweifeln, wird einem nicht geglaubt, bestimmt man aber irgendeinen Champignon als "essbar", hat man sofort das ganze Vertrauen und auch Erklärungen oder Einschränkungen werden gar nicht mehr wahrgenommen.


    Natürlich gibt es auch tolle Gegenbeispiele von Ratsuchenden, die diese Bezeichnung verdienen, die sich wirklich interessieren, denen man nicht jeden einzelnen FK aus dem Korb verhandeln muss und die mehr wahrnehmen als nur "essbar" oder "giftig". Sonst würde das auch gar keinen Spaß machen. Momentan sind die Geier aber leider wieder in der Mehrzahl...


    Im Netz, besonders auf Facebook hat das ganze aber eine wirklich erschreckende Qualität. Im persönlichen Kontakt haben selbst die schwierigen Fälle dann meist doch noch eine Schamgrenze, wenn man sie bei der Ehre packt. Auf Facebook existiert die einfach nicht. Da wird man nicht selten auch einfach beschimpft und beleidigt, wenn den Fragestellern die Bestimmung nicht passt. Es entwickeln sich irre Koalitionen aus etlichen Usern, die sich gegenseitig ihre Fehlbestimmungen gegen jeden guten Rat bestätigen, etc. und man schiebt sich einfach jeden Gammel rein...

    Da zeigen sich Verhaltensweisen, die mich manchmal an meinem Menschenbild zweifeln lassen.

    Grüße

    Hi Wutzi ,

    das ist nicht immer ganz einfach, stimmt...

    Im Prinzip wäre es an den Mykologen, Spezis und Korbsortierern, den Champimythos mit aller Kraft aus der Welt zu fegen, der sich unabhängig von der Realität und befeuert von der Tatsache, dass Zuchtchampis zu unseren Grundnahrungsmitteln gehören entwickelt hat, denn...
    mal ehrlich für die Korbsortierer und Internetbestimmer ... Da hat sich in den letzten 30 Jahren einfach einiges verschoben. Damals war campestris wahrscheinlich der häufigste Egerling und wurde daher massenhaft ohne großes Augenmerk gesammelt und meist ohne Probleme verarbeitet. Ich bin selbst zu jung, kenne aber die Berichte, wo vor 30 Jahren überall Wiesenchampis standen, die in Waschwannen vom Feld geholt wurden. Jetzt höre ich von älteren Semestern, die sich einigermaßen auskennen, der Wiesenchampignon sei ausgestorben, man habe ihn seit vielen Jahren nicht mehr gesehn. Die Nitratbelastung unserer Böden, auf denen hektoliterweise Gülle verklappt wird, hat campestris ja tatsächlich weit zurückgedrängt. Tw. werden Wiesen zur Heuproduktion mineralisch gedüngt usw. "Der Wiesenchampignon" mit den rosafarbenen Lamellen mag vor 30 Jahren so für die meisten Sammler praktikabel gewesen sein. Jetzt ist der Wiesenchampignon eher eine Ausnahmeerscheinung. Ich kenne selbst ganze zwei Wiesen, auf denen er verlässlich erscheint und die sind 200km von meinem aktuellen Wohnort entfernt. Für Karbolis kann ich vor Ort etliche Stellen nennen. Dazu kommt Agaritin und die krasse Schwermetallbelastung der Arvenses. Kann man einen eindeutigen A. urinascens guten Gewissens zum Verzehr freigeben, wenn man weiss, dass der 400mg/kg Cadmium enthalten kann? Mit Einschränkung "der ist extrem ungesund wg. Schwermetallen, aber akut ungiftig" ist bisher meine Praxis. Champi muss für den Laien eigentlich von der Sammelliste gestrichen werden. Ich halte auch Bestimmungen ohne entsprechende Bemerkung über die Komplexität der Gattung an sich und die Unwägbarkeiten der Bestimmung durch einen einfachen Korbsortierer/Makroskopierer zumal in Internetforen für fahrlässig.


    Grüße


    Lukas (mit Champis überforderter Korbsortierer)

    Hallo Stefan!


    Vielen Dank für deine Antwort. Mit "Velumsocke meinst du diesen "gezonten" Stiel? Bleibt da quasi das V. universale an Stiel und Hut kleben und reißt dort auf?


    Grüße


    Lukas

    Come on! Da muss doch auch makroskopisch noch was gehen... Kann man nicht nochmal über besondere Merkmale gehen? Ich finde z.B. das Velum partiale hier schon außergewöhnlich. Man sieht hier wie es sich gewissermaßen beim aufschirmen "auflöst" bzw. zum größeren Teil am Hutrand zurückbleibt. Es wird nicht allzu viele Arten geben, die quasi keinen Ring besitzen...

    Oder der gezonte Stiel?


    LG Lukas

    Mangels Schaeffer-Reagenzien habe ich die Dinger jetzt gekocht. Dabei kein Gilben, kein Phenolgeruch.

    Bin immernoch ratlos.

    Oehrling Wie meintest du das oben? Findest du die Stielform nicht tendentiell untypisch für campestris? Wobei der ja sowieso raus ist wegen KOH=gelb.

    Hallo allerseits,


    ich stehe vor einem Champignonproblem. Habe zum zweiten Mal eine Kollektion vor mir liegen, die mich völlig stutzig macht.

    Alle aus einem Hexenring auf einer kalkreichen jahrelang unbestellten und auch nicht gedüngten Wiese in NDS, die nur durch Mahd gepflegt wird. Vieles an den FK erinnert an stinknormale Wiesenchampignons:

    - absolut kein Phenolgeruch, kein deutlicher Anisgeruch

    - kein oder höchstens sehr unauffälliges Gilben in der Basis oder in anderen Teilen

    - absolut vergänglicher Ring (kaum jemals vorhanden)

    - jung noch geschlossen hübschrosa Lamellen ohne jede Grautöne, etc.

    - auch fortgeschitten nie irgendwelche Grautöne in den Lamellen

    - Habitus liegt m.E. in der Variationsbreite von campestris


    - etwas Auffällig eine leicht knollig verdickte Basis bei zumindest einigen FK


    Hier mal ein paar Bilder:


    Und dann aber ein FK in der gesamten Kollektion mit einem gelben Fleck mitten auf dem Hut:


    Habe die Kollektion dann deshalb mitgenommen und zu Hause mal mit KOH getestet. Ergebnis... Sie gilben mit KOH alle (wenn auch nicht sehr stark) zentral auf der Hutoberfläche:


    Gehören die jetzt in die Sektion Xanthodermatei? Ganz gewöhnliche A. xanthoderma sind das ja mal nicht, pseudopratensis aber doch auch nicht?


    Bin gespannt was ihr dazu sagen könnt!


    Grüße


    Lukas

    Kommt ihr nicht mit einem abgeschabten Trockenexsikkat hin? Soll der ganze Brocken unters Mikro? Ich sehe kein Problem, warum der Pilz nicht in einen Briefumschlag passen sollte...


    Grüße

    Hallo,


    eine Terana sehe ich da nicht. Gibt es etwas in der Farbe evtl. unter den Cyanobakterien? Wobei unter dem Stein Photosynthese? Wie lag der Stein?


    Grüße


    Edit: Ah, Pablo hat natürlich Ideen:daumen:. Habe ich richtig verstanden, dass du interessiert wärst, den unters Mikro zu packen?

    Hallo,


    Riesenträuschling ist wirklich interessant und zumindest einen eigenen Versuch wert.


    Beim Klapperschwamm bin ich sehr überrascht, dass er von einigen so gut bewertet wird. Ich schmecke da immer etwas camembertartig Käsiges raus. Für mich kein guter Speisepilz.


    Grüße




    Hallo,


    habe teilgenommen und einige Arten ergänzt, allerdings dann erst gelesen, dass ihr sie gerne eine Zeit lang unten behalten wolltet. Sprich: Habe sie bereits einsortiert.


    Ergänzt habe ich:

    Hericium erinaceus

    Pleurotus citrinopileatus

    Pleurotus djamor

    Pleurotus pulmonarius


    Ich würde mir noch wünschen, dass zwischen Wild- und Zuchtpilzen unterschieden würde. Zum Beispiel würde ich Wildaustern höher bewerten als Supermarktaustern.

    Spitzmorcheln und Rindenmulchmorcheln würde ich auch unterscheiden.


    Tolle Liste!


    Grüße Suillus

    Hallo,


    ich verstehe ehrlich die seltsame Geheimniskrämerei nicht. Haben nicht zahlreiche langjährig Aktive, die sich viel intensiver eingebracht haben als ich, ein Recht zu erfahren, warum das Forum jetzt aus heiterem Himmel zur Disposition steht?

    Mir würde es jedenfalls schon sehr fehlen. Es, bzw. eher die hilfsbereiten Mitglieder, haben maßgeblich dazu beigetragen, dass mich das Thema seit meiner Anmeldung nicht mehr losgelassen hat. Im vergangenen Jahr habe ich dann meine PSV-Prüfung gemacht und lerne weiter. Ohne das Forum wäre das sicher so nicht passiert und ich bin mir sicher, dass es anderen auch so geht.


    Vielen Dank dafür auch und besonders an die aktiven oder jetzt ehemaligen Mods! <3


    Grüße


    Lukas

    Hallo Matuph, was genau hat dein Chef mit den Shiitake vor? Will er sie einfach züchten? Welcher Zusammengang zwischen Pilz und Gemüse schwebt deinem Chef vor?


    Grüße

    Gibt es wenigstens einen Schlüssel, mit dem man ohne Mikromerkmale weit eingrenzen kann?

    Wenn die zweite Frage direkt nach Mikromerkmalen sucht, dann kann ich natürlich nichts mit anfangen..

    Hallo Jörg,


    das kann ich jetzt leider nicht mehr nachvollziehen. Habe die FK zwar mitgenommen, das Velum ist aber leider zu lädiert. Den Vorschlag finde ich aber nicht schlecht.


    Btw. könnte mir jemand einen guten Champischlüssel (ohne Mikromerkmale) zur Verfügung stellen?


    Grüße

    Hallo Stefan,


    ich tue mich schwer beim Geruch, der kaum wahrnehmbar war. Wie oben beschrieben zunächst typisch zuchtchampiartig, aber mit einer dumpfen unangenehmen Komponente. Eher nicht urinartig oder fischig, evtl. faulig, aber auch nur sehr flüchtig vorhanden. Der Boden ist basisch.


    Grüße

    Hallo,


    am Rand einer Streuobstwiese mit einigen Speisemorcheln fanden sich im Gebüsch diese netten Champis:


    Im Schnitt leicht, aber erkennbar rötend und olfaktorisch champignonähnlich, aber mit einer ganz leicht wahrnehmbar irritierend unangemehmen Note. Könnte es sich um bernardii handeln?


    In der Nähe dann noch Speise- und Käppchenmorcheln, falls ihr für dieses Jahr noch nicht ausreichend viele Fotos gesehen haben solltet:


    Grüße


    Lukas

    Salü!


    Über das tolle Kartenspiel rund ums Pilzesammeln hatte ich bereits vor rund einem Jahr berichtet:

    Pilzarme Zeit spielend überbrücken!


    Auch Stefan (Climbingfreak) hatte das bereits für das Forum rezensiert und für empfehlenswert erklärt:

    Spieletest Kartenspiel "Fungi"


    Seit Kurzem gibt es das Spiel jetzt als App für Iphone und Android für um die 5€. Mir gefällt die Umsetzung recht gut. Es gibt sogar einen Onlinemodus.


    Falls sich das jemand anschaffen und ein Duell wagen möchte.... Meine Freundes-ID ist R08NN48K


    Hier gibts das Spiel für Android:

    details?id=com.mossbark.morels&hl=de


    ....und hier für Apple:

    ‎Morels im App Store


    Grüße

    Hallo AnKh,


    ich bin sicher, dass du dir Rita Lüder: Grundkurs Pilzbestimmung, kaufen solltest.


    Für den ambitionierten Einsteiger ist es ohne wenn und aber DAS must have.


    Ergänzen und erweitern lässt sich das natürlich beliebig, für den Einstieg natürlich gut mit einem Bestimmungswerk, das einen größeren Artenumfang beschreibt, etwa von Marcel Bon: Pareys Buch der Pilze, oder weil das leider vergriffen ist von Ewald Gerhard: Der große BLV Pilzführer für unterwegs.


    Darauf lässt sich dann gut aufbauen.


    Grüße

    Hallo,


    also campestris ist das ganz sicher nicht. Knollige Basis und sehr deutliches Gilben schließen das aus. Du beschreibst selbst einen Anisgeruch, dann schau doch mal bei den gilbenden Anisegerlingen ;)


    Grüße

    Hallo Forum,


    in diesem Jahr habe ich noch nicht viel finden können. Umso mehr freut mich, diese ganz frischen Exemplare gefunden zu haben. Essen mag ich sie zwar nicht, würde aber trotzdem gerne meine Bestimmung als Leberreischling absichern:


    Nicht ganz bis zu Handtellergroß, sehr fleischig, sehr saftig, Röhrenboden gelblich bis rötlich und bei Druck rötlich bräunend. Ob die Röhren frei stehen kann ich mit bloßem Auge nicht 100% erkennen. Der Stiel ist massiv und an der Basis rotbraun. Geruch ist angenehm mild.






    Vielen Dank für eure Hilfe!


    Suillus

    Hallo,


    da ich kürzlich nach Hannover gezogen bin und noch nichts vor habe, melde ich mich gerne zum Nordtreffen an ;)


    Ich freue mich schon!


    Grüße


    Lukas


    Btw: Als "local" benötige ich natürlich keinen Übernachtungsplatz, Hotel oder dergleichen....

    Falls jemand (max. 1P.) freie Logie benötigt, um teilnehmen zu können, könnte ich das unter kärglichen Bedingungen evtl. bei mir einrichten. Bitte PN