Muss man jetzt damit rechnen, dass wenn man was kauft, das hier gleich veröffentlicht wird? Dann kauft man doch lieber nix.
Beiträge von Oehrling
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Hallo zusammen,
wieder eine interessante Frage: sind Giftpilze "Lebensmittel"? Oder vielmehr "Stoffe, die keine Lebensmittel sind", aber mit Lebensmitteln, also essbaren Pilzen "verwechselbar" sind, wie es im letzten Absatz der Gesetzestextquelle heißt. Dann würde die von Wolfgang P. zitierte Gesetzstelle doch verblüffend gut passen. Worauf sich die nächste Frage anschließt: was ist "in Verkehr bringen"? Selbstgesammelte Pilze an Dritte weitergeben auf jeden Fall, aber was ist mit Pilzen, die mitgebracht werden und zu denen lediglich eine Beratung erfolgt? Da passt der Begriff "in Verkehr bringen" nicht wirklich.
Ich liebe für meinen Teil nicht nur rechtlich-theoretische Diskussionen, sondern theoretische Diskussionen überhaupt, und finde toll, dass hier ein Ort ist, sie zu führen.
FG
Oehrling
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Hallo Sandra,
ich liebe rechtliche Diskussionen! Noch besser, dass du Fachfrau bist.
Alles anzeigen> Aus meiner Sicht müsste es - ohne dass jetzt ausführlich geprüft zu haben - so aussehen, dass bei der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Hobbypilzsammlers und des PSV gar nicht so ein extremer Unterschied bestehen dürfte, wie manch einer vielleicht denken würde.
Da hätte ich jetzt die Frage, ob ein als Nichtexperte (du nennst ihn Hobbypilzsammler) gegebener falscher Rat mit körperlicher Folgeschädigung eines Anderen die gleiche strafrechtliche Relevanz hat wie ein ebensolcher Rat, den jemand mit fundierter und aktualisierungspflichtiger Fachbildung und der vertrauensschöpfenden Bezeichnung "Pilzsachverständiger(DGfM)" gegeben hat, bzw. ob hieraus unterschiedliche Fahrlässigkeitsstufen abgeleitet werden können, die bei der Strafzumessung eine Rolle spielen. Meine nächste Frage wäre, ob fahrlässige (nicht: vorsätzliche!) Falschberatung über wildwachsende Lebensmittel überhaupt strafrechtlich relevant ist, wenn es zu einer körperlichen Folgeschädigung kommt, die ja dann nur mittelbar aus der Falschberatung entsteht.
> Beispiel: Hobbysammler und Laie sitzen am Tisch vor ein paar grünen Knollenblätterpilzen und der Hobbysammler sagt „Ich biete dir diese Pilze zum essen an. Ich glaub das sind Champignons, bin mir aber überhaupt nicht sicher, könnte auch giftig sein. Musst du selbst entscheiden, ob du das Risiko eingehst“.
Zivilrechtlich ist es letztlich der Laie selber, der die Pilze in sein Magen-Darm-System aktiv einstrudelt, meistens ohne dass der Beratende auch nur zugegen ist. Ob er sich in diesem Fall in einem späteren Zivilprozess wirklich darauf berufen kann, einen falschen Rat erhalten zu haben? Selbst wenn der Hobbysammler sagt: die sind gut, kannste essen, müsste sich der Vergiftete sicherlich vorhalten lassen, durch unangemessene Gutgläubigkeit gegenüber den Aussagen eines Nichtexperten grob fahrlässig zur Vergiftungssituation beigetragen zu haben, so dass möglicherweise ihm selber die Hauptschuld zugeschrieben würde. Beratung, insbesondere durch einen Nichtexperten, führt im Allgemeinen nicht dazu, dass man die Verantwortlichkeit gänzlich an den Berater abgeben könnte. Das widerspräche dem Wesen einer Beratung.
Strafrechtlich möchte ich anzweifeln, ob das beschriebene Verhalten der Person "Hobbysammler" überhaupt justiziabel ist, denn die Schuld, die er auf sich geladen hat, erscheint mir marginal und nicht für eine Bestrafung ausreichend. Allenfalls eine Verwarnung als "Weckruf", mit seinem Pilzberaterwissen künftig nicht so euphorisch umzugehen, scheint mir hier angesichts der Geringe der Schuld angemessen.
> Wenn man dann versehentlich einem Freund einen Giftpilz anbietet, macht man sich also genauso strafbar, wie ein PSV der seinen Teilnehmern einer Lehrwanderung Giftpilze zum Verzehr freigibt.Gleiches Problem wie oben: ist - bei gleicher Art des Vergehens, nämlich die Falschberatung - die Schuld des ausgebildeten Experten höher als diejenige des Laien zu bewerten? Bewusst schädigen wollte den Anderen zumindest keiner der beiden, aber man darf doch fragen, ob der PSV nicht insgesamt vorsichtiger sein müsste als der Laie. Auch hier habe ich grundsätzliche Zweifel, ob diese Sachverhalte strafrechtlich relevant sind, zumindest bei Laien, aber eventuell auch beim Experten.
> Zivilrechtlich müsste man dafür übrigens auch in beiden Fällen haften.
Der Pilzsachverständige mit Sicherheit, denn er ist bei der Beratung entsprechend aufgetreten und er hat womöglich auch für die Beratung bzw. für die Wanderungsteilnahme Geld genommen (Vertrag!), so dass der zu Beratende auf jeden Fall Vertrauensschutz genießt. Gerade darin liegt ja der Zweck des Pilzberaterwesens - dem Laien ein sicheres Gefühl beim Pilzverzehr zu geben.
Bei einem Laien (typisches Beispiel: Im Forum wird ein Giftpilz angefragt. Ein wenig bekannter Teilnehmer mit geringer Beitragszahl postet: "Der ist essbar. Guten Appetit!". Daraufhin isst der Anfrager den Pilz und bekommt körperliche Beschwerden) kann ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass hieraus ein Schadensersatzanspruch oder gar Schmerzensgeldanspruch entsteht, da der Anfragende hätte erkennen müssen, dass der gegebene Rat in keinster Weise verlässlich war.
> Fazit: Lieber einmal öfter überprüfen welche Pilze man seinen Freunden serviert. 😉
Da will ich dir und den Vorschreibern nur zustimmen. Pilzsachverständige dürfen nur Pilze weiter- oder freigeben, die einerseits zu 100 % erkannt werden und anderseits auf der Positivliste der DGfM stehen, sonst machen sie sich mindestens zivilrechtlich haftbar. Ob Laien Pilze an Andere weitergeben oder nicht, müssen sie in erster Linie mit sich selber ausmachen. Neulich hatten wir hier im Forum einen Fall diskutiert, da hatte ein erkennbarer Laie (der sich nicht einmal seines Laienstatus bewusst war!) kein Problem damit, Pilze die er nicht korrekt benennen konnte, auf dem Wochenmarkt für teuer Geld an Andere weiterzuverkaufen.
lg
Sandra
Superschönes Foto in deinem Büro übrigens.
FG
Oehrling
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Hallo Habicht,
hast du die M. conica dann auf der Flattnitz gefunden?
Übrigens muss ich mich selber korrigieren: heute habe ich in dem 2019 Jahr von der Thüringer Arbeitsgemeinschaft herausgegebenen Werk "Die Großpilze Jenas" gelesen (ich lese gerade viel!), dass Morcheln wohl doch fakultativ Mykorrhiza bilden können. Wenn, dann sind sie auf jeden Fall nicht wählerisch mit ihrem Baumpartner.
Bei dir in Unterkärnten müssen Eschen dabeistehen, sagst du. In unserer Gegend, vor allem in der Rheinebene, ist dem nicht so. Da wachsen Morcheln sozusagen unter Allem, auch in Vorgärten unter dem Apfelbaum, sogar mitten auf dem Rasen und direkt im Blumenbeet - so wie im Obstgartl meines Onkels. Also eigentlich überall. Wenn man beim Spazierengehen im Grünen nicht nur in die Luft guckt, sondern den Blick am Boden schweifen lässt, kann man sie überall finden. Am einfachsten geht das natürlich an den Orten, wo man früher schon mal welche gefunden hat.
Freundliche Grüße und viel Spaß bei der diesjährigen Morchelsuche, falls ihr rausdürft
Oehrling
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Hallo Ben,
das Habitat, das du zeigst, sieht durchaus morchelträchtig aus. Ob es bei den Bodenverhältnissen in deiner Gegend Morcheln überhaupt geben kann, weiß ich natürlich nicht. In manchen Gegenden Deutschlands gibt es partout keine Morcheln. Der Boden darf halt nicht heideartig-sandig sein, sondern eher nährstoff- und mineralreich und gern auch leicht lehmig. Da, wo es die relativ häufigen Rindenmulchmorcheln in Vorgärten oder auf Supermarktparkplätzen gibt, gibt es irgendwo auch "wilde" Morcheln.
Die Bodenverhältnisse sind wichtiger, als dass dort um jeden Preis Eschen herumstehen. Passt der Boden, kommen die Morcheln auch unter Kiefern, Haselnuss, Hartriegel, Weißdorn oder sogar unter Apfelbäumen. Morcheln gehen keine Mykorrhiza ein, sind also nicht auf bestimmte Baumpartner festgelegt.
FG
Oehrling
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Hallo Pompom,
die meiner Meinung nach schönsten Mikroskopierfotos macht Hartmut Schubert (Username Harzpilzchen). Das sind schon für sich echte und beeindruckende Kunstwerke.
FG
Oehrling
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Hallo Lucky,
nein das ist kein Schwammerl-Garn. In Skandinavien wurden (werden?) auf dem Land sogar Frühjahrslorcheln verkauft. Ich habe gehört, die sollen ganz ähnlich schmecken wie Morcheln. Angeblich - die Betonung liegt auf angeblich - wären Frühjahrslorcheln ungiftig, wenn sie vollständig getrocknet, dann wieder eingeweicht, das Einweichwasser weggeschüttet, mindestens 15 Minuten gekocht und das Kochwasser wiederum weggeschüttet wird. Während des Kochens dürfe man nicht seinen Kopf über den Topf halten und einatmen - der Dampf enthielte das Lorchelgift (Gyromitrin). Abgesehen davon, dass man bei einer solchen "Kochakrobatik" an diversen Stellen Fehler mit fatalem Ausgang machen kann, ist nicht ganz klar, ob Leute mit vorgeschädigten Organen vielleicht generell empfindlicher reagieren als andere, und ob die skandinavischen Frühjahrslorcheln vielleicht nicht exakt dasselbe sind wie die deutschen Frühjahrslorcheln, also z. B. weniger Gift enthalten.
Also kann man jedem nur raten, ein solches Experiment nicht zu wagen. Ich selber wage schon ziemlich viel, aber daran würde selbst ich mich nicht wagen.
Zu deinem anderen Anliegen: in Mitteleuropa gibt es wohl keine hautkontaktgiftigen Pilze, d. h. man darf alle anfassen, sogar Knollenblätterpilze. Pilzgift wird generell durch den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, also nach Verzehr.
Freundliche Grüße
Oehrling
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Hallo Grüni,
ich habe gerade in den anderen Thread reingeschaut. Die von dir gefundenen sind höchstwahrscheinlich auch Discina perlata. Gib sie doch zum Mikroskopieren an Tuppie weiter, sie hat sich doch glaube ich zwischenzeitlich ein Mikroskop angeschafft. Wie die Sporen auszusehen haben, weißt du ja nun.
FG
Oehrling
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Hallo zusammen,
ich bin jetzt auch wieder dabei, wie ihr vielleicht an meinen anderen Beiträgen gesehen habt.
Gestern nachmittag in der Kurpfalz war morcheltechnisch noch überhaupt nichts los, konnte meiner Meinung nach auch nicht, da man an der Entwicklung der Vegetation sehen konnte, dass es noch zwei bis drei Wochen dauern dürfte. Noch keine aufgeblühten Bärlauchknospen, und die Anemonenblätter noch ganz klein und violett und noch nicht richtig entfaltet.
Ein paar Kilometer weiter im sandigen Kiefernwald dagegen Frühjahrslorcheln zum den Korb vollmachen, wenn man diese denn nur essen könnte
. Die Frühjahrslorcheln haben anscheinend ein gutes Jahr und sind an vielen Stellen aufgetreten, die ich bisher noch nicht kannte.Die Frühjahrslorcheln lieben vor allem sandige Binnendünen, die mit Kiefern bestanden sind, und da die eher feuchten bemoosten Stellen, z. B. am Wegrand und in den Senken. Wo in Südbaden es solche Stellen gibt? Vielleicht in Rheinnähe?
FG
Oehrling
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Hallo zusammen,
ich wäre hier am ehesten bei Rhodocollybia maculata (Gefleckter Rübling), natürlich nur bis jemand einen besseren Vorschlag macht. Das Habitat, wie es auf den Fotos zu sehen und im Text beschrieben ist, passt jedenfalls zum Gefleckten Rübling, auch der leicht bittere Geschmack. Die Farben auf den Fotos dagegen scheinen nicht zu stimmen, vermutlich ist der Pilz im Original weniger gelblich und mehr rötlich.
FG
Oehrling
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Hallo,
an deiner Stelle würde ich an den dunklen Stellen riechen - riecht es angenehm frisch oder säuerlich-muffig oder gar fischig-urinartig? Ob es sich um ein rein optisches Problem handelt oder ob mehr dahintersteckt, dafür wäre der Geruch ein deutliches Indiz. Für dich hoffe ich natürlich das Erstere.
FG
Oehrling
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Hallo Steinpils,
makroskopisch passt Discina perlata/Gyromitra ancilis sehr gut. Die reifen Sporen (du hast nur unreife, die noch im Ascus drin sind, abgelichtet) wären bei dieser Art sehr markant, da sie bei fortschreitender Reife auf beiden Seiten ausgezogene Zapfen/Schwänzchen/Flügelchen entwickeln. Leicht angedeutet sieht man das auf dem ersten Sporenfoto ganz rechts oben. Also solltest du deine Pilze noch etwas aufheben, bis dass sie aktiv Sporen abschleudern, und die abgeschleuderten (dann reifen) Sporen nochmals mikroskopieren.
FG
Oehrling
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Uj, die Kassette kopieren, und das dann hier einstellen, wie soll das gehen? Was ich machen kann: wenn ich nächstes Mal nach Thüringen oder Sachsen komme und wir uns dort treffen, die Kassette mitnehmen, falls dich das wirklich so interessiert.
FG
Oehrling
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Bei EDEKA habe ich Stockschwämmchen im Einmachglas gesehen, nur die Hüte, verarbeitet.
Bei den "Stockschwämmchen" im Supermarkt handelt es sich fast ausnahmslos um den Zuchtpilz Pholiota nameko, nicht um "das" Stockschwämmchen Pholiota mutabilis. Dies sollte selbstverständlich auf dem Etikett mit draufstehen, tut es ja auch eigentlich immer. Generell sollte bei Verkaufspilzen, insoweit es über Champignon, Pfifferling und Seitling hinausgeht, der wissenschaftliche Artname angegeben werden, damit der Käufer weiß, worauf er sich einlässt. Das wäre für mich ein Zeichen für Seriosität.
FG
Oehrling
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Nachlesen kannst du das nirgends. Wie ich schon schrieb, handelt es sich um ein "in der Garage" auf analoge Weise produziertes Hörspiel. Jeder in unserer damaligen Gruppe bekam eine MC-Kassette per Kassettenvervielfältigungsgerät mit dem Original bespielt. Um das Ganze anzuhören, braucht man einen MC-Kassettenspieler (so was wird seit gefühlt 1988 nicht mehr produziert, aber ich habe noch einen, der noch leidlich funktioniert), und man muss aufgrund nachlassenden Magnetismus inzwischen auch sehr genau hinhören.
Die Geschichte geht ungefähr so: ein Hobbypilzsammler geht mit seinem Fund zur Pilzberatung, isst hinterher die Pilze und stürzt des nachts im Delirium die Haustreppe hinab und bricht sich das Genick. Die Polizei glaubt zunächst an Unfalltod, findet bei der Autopsie aber im Mageninhalt Giftpilzreste. Aufgrund eines Presseartikels meldet sich ein Bekannter des Verstorbenen - er sei mit seinen Pilzen immer zur Beratung gegangen und könne sich daher wohl kaum selbst vergiftet haben. Der Berater wird ausfindig gemacht und wegen fahrlässiger Tötung verhaftet. Schließlich stellt sich heraus, dass zur gleichen Zeit in der Beratungsstelle noch ein zweiter Klient war, der dem Verstorbenen nach erfolgter Korbkontrolle gschwind noch ein paar Giftpilze untergejubelt hatte. Beide kannten sich und hatten wegen irgendwas Streit miteinander, was genau der Streitgrund war, ist mir entfallen, auch wie dem Mörder der Mord nachgewiesen werden konnte... eine relativ wüste Story auf jeden Fall.
FG
Oehrling
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Hallo zusammen,
ich schließe mich der Meinung der Vorschreiber an: Zedern-Sandborstling!
Schönen Gruß aus Öhringen, toll dass hier noch mehr Öhringer sind!
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Wer weiß, für was dieses Wissen noch nütze sein kann...
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Hallo zusammen,
bei mir verlief das ungefähr so:
Phase 1 (Alter ca. 7 - 8 Jahre): Oh, toll, jetzt geht es mit Mama auf Waldspaziergang, im Wald gibt es so viele schöne Pflanzen und Kleintiere... und hopala, auch PILZE!!! Mama sagt, die kann man sogar essen, aber nicht die welche bitter schmecken... Pilzbuch zum Geburtstag gewünscht...
Phase 2 (Alter ca. 10 - 12 Jahre): die schmecken aber lecker! Pläne geschmiedet, Pilze zu sammeln und sie auf dem Flohmarkt neben Comicheften und Hörspielkassetten zu verkaufen, dafür schon Angebotspreise festgelegt...
Phase 3 (Alter ca. 15 - 18 Jahre): in der Schule mit Klassenkameraden und dem Klassenlehrer spontan eine Pilzsammelgruppe ins Leben gerufen und gemeinsam in den Wald gezogen; im Deutschunterricht in Teamarbeit ein Kriminalhörspiel erstellt - Thema: ein Pilzberater, nach dessen Beratung der Anfragende an Giftpilzen stirbt...
Phase 4: Ruhephase während Berufsausbildung und Studium, dabei aber immer wieder den Morcheln nachgestellt
Phase 5 (Alter ca. 35 Jahre): beruflich bedingt umgezogen; bei einem Waldspaziergang festgestellt: was ist das denn: dieser Wald ist ja ganz anders als der Wald, den ich von zu Hause kenne, und da stehen lauter Pilzarten, von denen ich im Buch gelesen habe, die ich aber live noch nie gesehen hatte - und jetzt stehen sie da ganz frech herum...
Phase 6 (Alter ca. 37 Jahre): in der örtlichen Buchhandlung eine Buchreihe gesehen, in der z. B. steht: Granatroter Saftling, kommt vor in Gomaringen am Sternberg und auf einem Halbtrockenrasen auf der Hitzinger Steige bei Heidenheim; ich also die Buchreihe gekauft und dazu Wanderkarten von der Schwäbischen Alb (und dann auch gleich vom Rest Baden-Württembergs - halbe Sachen mache ich nicht), um herauszufinden, wo Gomaringen und der Sternberg liegen; dann nach Gomaringen gefahren und den Granatroten Saftling tatsächlich auf einer Wacholderheide am Sternberg vorgefunden... UNGLAUBLICHES ERLEBNIS!
Phase 7 (wenig später): mal wieder aus Spaß das alte Hörspiel angehört, und... JETZT WERDE ICH PILZBERATER!!; im darauffolgenden Jahr die Prüfung gemacht
Phase 8 (noch ein wenig später): rausgefunden, dass es an meinem neuen Wohnort einen Pilzverein gibt, der Führungen anbietet; in den Verein eingetreten und Führungen angeboten
heute: vielleicht kommen mal wieder Zeiten, in denen man sich das Essen aus der Natur zusammensuchen muss (Pilze, Beeren, Kräuter) - ich bin einer, der den Leuten dann sagen könnte, was man davon essen sollte und was besser nicht...
FG
Oehrling
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Der Glückliche, der den Zuschlag für diesen Preis bekommen hat. Wäre die Auktion in Deutschland gelaufen, hätte der Anbieter locker das Zehnfache rausholen können. Da war ja ein Einhellinger, ein Flammer/Horak und ein Erb/Matheis dabei.
FG
Oehrling
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Aber nur theoretisch, denn man darf ja gar nicht in den Wald, 10 Kilo Flockies abräumen, und sie hinterher käuflich anbieten - unabhängig von der Wuchs- bzw. Fundsituation. Das wäre illegal und könnte zu einer Anzeige führen, wenn jemand Wind davon bekäme. Theoretisch gebe ich dir allerdings recht. Ich habe auch schon, als ich im Wald vor Hunderten Steinpilzen stand, mal kurz gerechnet.
FG
Oehrling
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Der Goldpilz dürfte mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keine Tremella (Zitterling) sein. Die Konsistenz des Fleisches bei Zitterlingen ist gallertiger bzw. "glasiger" als das, was man hier sieht. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass man beim Mikroskopieren dieses Pilzes nicht einmal Basidien, sondern Asci finden würde.
Na, hoffentlich stimmen wenigstens die anderen Benennungen.
FG
Oehrling
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Alles anzeigen
Hallo Oehrling,
vielleicht hast du mich falsch verstanden. Ich habe die Pilze gekauft um sie näher kennenzulernen und etwas über sie zu erfahren, weil ich einen Großteil der Pilze noch nie gesehen habe.Einige, wie die Kräuterseitlinge, den Igelstachelbart und die Austernseitlinge, kenne ich und habe daher kein Problem damit, sie zuzubereiten. Die „Chestnut-Pilze“ hat mir ein Bekannter empfohlen, der die Pilze, wenn auch nicht beim richtigen Namen, kennt.
Ich dachte, das Forum wäre dazu da um Fragen beantwortet zu bekommen, bzw. sich sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dass ich mir hier Unvernunft und Ähnliches vorwerfen lassen muss, finde ich nicht gut!
Grüße, LenaHallo Lena,
mein Kommentar war nicht dazu gedacht, dich als unvernünftig zu beleidigen oder rundzumachen. Ich wollte nur angesichts der möglichen Vielzahl der unerfahrenen Mitleser darauf hinweisen, dass man grundsätzlich Pilze, die man nicht mal namentlich kennt, nicht essen sollte. Und der Bezug zum Essen namentlich unbekannter Pilze ist mMn in diesem Thread durchaus vorhanden.
Also bitte nicht zu sehr ärgern, weil die Spaßbremse mal wieder den Spaß abbremsen wollte, mit deiner Person hat das nichts zu tun. So wie du es machst finde ich es genau richtig: die dir bekannten oder von einem Kenner empfohlenen Pilze isst du, die anderen nicht.
Aber einer gehört hier mMn durchaus rundgemacht: der Händler, der an seine Röhrlinge unbekannter Art "Steinpilze" schreibt. Das finde ich unverantwortlich.
FG
Oehrling
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Hallo Leute,
ich mag nicht wirklich glauben, was ich hier lese. Man geht auf den Markt, kauft sich Pilze aus fernen Landen, die man selber und auch das Verkaufspersonal nicht benennen kann, dann fragt man sie hier im Forum an, bekommt auch da nichts Verlässliches über die Pilze gesagt ("könnte, müsste, sollte..."), und verzehrt sie schließlich, nach dem Motto "was auf dem Markt für Geld zu kaufen ist, kann ja gar nicht giftig sein"??
Zumindest die gilbende Agaricus-Art (Agaricus essettei?) dürfte aufgrund des hohen Cadmium-Gehaltes gar nicht angeboten werden, vom PSV freigegeben werden sollte sie jedenfalls nicht. Dass in fernen Landen etliche giftige Röhrlingsarten vorkommen, sollte sich bis hier auch herumgesprochen haben. Auf mich wirkt der ganze Stand hochgradig unseriös, vor allem da mit einlullenden, beschönigenden Begriffen wie "Steinpilz", "Goldener Pilz" usw. gearbeitet wird, damit nur bloß kein Kunde verunsichert oder abgeschreckt wird.
Also dann wohl bekomms, und einen schönen Gruß von der Spaßbremse
Oehrling
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Die verschiedenen Täublinge hätten bestimmt unserem Oehrling große Freude bereitet.
Die waren immer wieder überraschend anders als erwartet.
Hallo Mausmann,
und wie die Freude machen, sogar zuhause am Bildschirm. Für so schöne Berichte wie deine unterbreche ich sogar den Schreibe-Winterschlaf. Bei dem dunkelroten unter Eiche rate ich mal verwegen den Honigtäubling (R. melliolens). Bei dem gelbhütigen mit dem stark gilbenden Stiel bräuchte ich die Angaben zu Geschmack und Sporenpulverfarbe, da gibt es einfach zu viel, das so aussieht. Der letzte der gezeigten Sprödblättler scheint mir dagegen kein Täubling zu sein, sondern Lactarius acerrimus, der Queradrige Milchling.
FG
Oehrling
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Hallo Claudia,
ich denke auch, dass hier nicht die Zersetzung des Pilzeiweißes, also das "Verfaulen" i. w. S. das Problem ist, sondern die allmähliche Besiedlung mit Mikroorganismen. Ich hatte mal ein Stück Huthaut eines alten Samtfußrüblings unterm Mikroskop, da wimmelte und ringelte es nur so vor Kleintierchen. Im Kochtopf braucht man so was eher nicht.
Freundliche Grüße und viele tolle Funde im neuen Jahr für dich, aber wie ich gelesen habe, hast du die ja wohl auch schon gemacht

Oehrling
