Beiträge von Oehrling

    Hallo Alex,

    mMn ist das Russula parazurea. Der Standort unter Eiche passt sehr gut.

    Wenn du mikroskopierst, nimm lieber die Huthaut. Die Form der Endglieder der Huthauthaare ist sehr aufschlussreich, zwischen grisea und parazurea gibt es deutliche Unterschiede, welche genau, müsste ich wie du nachschlagen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Frank,


    riecht er denn, wenn schon nicht nach Anis oder Bittermandel, vielleicht tintenartig-karbolartig?

    Ansonsten kannst du mit deinen Chemikalien ran:

    Schaeffer negativ/KOH negativ = einer der Röter

    Schaeffer positiv/KOH positiv = einer der Anisegerlinge

    Schaeffer negativ/KOH positiv = einer der Karboli


    Essen würde ich die jedenfalls nicht; die gilbende untere Stielhälfte wäre mir ein Warnzeichen.


    FG

    Oehrling

    Schön oder technisch gut gemacht ist das Anfragefoto nicht wirklich, eben lieblos und auch ein Stück weit respektlos (wahrscheinlich ist es das, was die Leutchen aufregt). Trotzdem ist auf dem Foto zu erkennen, dass die Fruchtkörper Gras, Zweige und ähnliches umwachsen. Es gibt nur zwei Gattungen dieses Aussehens, die dazu imstande sind: Hydnellum und Phellodon. Das Schweinsohr kann so etwas definitiv nicht. Es ist also einer der Kork- oder der Duftstachelinge. Eine Geruchsprobe am angetrockneten Pilz würde hier für Klärung sorgen. Maggiartiger Geruch: Phellodon. Mehlartiger oder neutraler Geruch: Hydnellum. Zielgenauer gehts nicht, ihr wisst ja: garbage in, garbage out.


    Ästhetisch ansprechend muss ein Foto sein, wenn es in den Fotowettbewerb geht. Bei Anfragen sollte das Foto stattdessen analytisch sein, d. h. es sollte alles Bestimmungsrelevante klar und deutlich zeigen. Und ja, dazu zählt natürlich auch die Unterseite, und das waren höchstwahrscheinlich Stacheln, keine Lamellen wie gesagt wurde.


    FG

    Oehrling

    Hallo Nordland,

    meiner Meinung nach sind das weder Cortinarius malicorius noch Russula minutula, diese sehen beide schon sehr anders aus. Der erste Pilz scheint mir nicht einmal ein Mykorrhizapilz, somit auch kein Cortinarius, sondern ein Saprobiont zu sein, denn er hat eine stark verfílzte Stielbasis. C. malicorius hätte als Farbe ein ziemlich freudiges Orange mit olivgrünem Beiton, dieser wäre vor allem im Längsschnitt gut zu sehen. Tja, und der Täubling, ohne Geruch, Geschmack und Sporenpulverfarbe...?

    Was genau hat dich denn zu deinen Artvorschlägen geleitet?

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    das ist nicht die Russula-Monografie Romagnesis, sondern "nur" einige unbezeichnete Schlüssel und Tabellen aus dem Romagnesi-Werk. Nicht dass da falsche Vorstellungen aufkommen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Paulis (und hallo alle anderen Anfrager),


    ein so fein und genau ausgearbeitetes Vorgehen beim Verfassen einer Anfrage braucht es nicht. Man schalte einfach den Menschenverstand ein und schreibe alles, was der Anfrage nützt, und lasse alles weg, was der Anfrage nicht nützt. Das schlimmste, was passieren kann ist, dass man unzutreffende oder gar keine Antworten (Pilznamen) bekommt, nach dem Prinzip garbage in, garbage out. Es gibt jedenfalls keinen literarischen Sonderpreis für toll gestaltete Anfragen.


    :P Solange man auf den Fotos die Pratzen weglässt, ist alles gut. Ich habe schon bei manchen Anfragen, die fast körperlich wehtaten, überlegt zu schreiben: das ist der Gemeine Pratzenpilz, aber habe es dann aus Pietät doch gelassen, um mir keinen Ärger oder Arroganzvorwürfe zuzuziehen.


    Und zu der von dir zitierten Beispielanfrage über Cortinarius varius. Da waren deine Fotos so gut und aussagereich (und lobenswerterweise ohne jede Pratzen!), dass ich dir den Pilz auch ohne jeden Beitext hätte benennen können.


    FG

    Oehrling

    Hallo Bläuling,

    in der Sektion der Orangeroten kannst du auf die Farben nicht allzuviel geben. Dieselbe Art kann mal rot, orangerot, orange, gelborange oder gelb daherkommen. Wichtiger ist die Hutbeschaffenheit (schuppig, glatt, trocken oder schmierig-schleimig), der Lamellenansatz (bauchig, bogig, burggrabenartig, breit angewachsen oder herablaufend), die Stieloberfläche (trocken oder schmierig-schleimig) und der Geruch, nachdem die Pilze ca. 3 Stunden in einer geschlossenen Plastikbox zugebracht haben. Auch die schiere Größe der Fruchtkörper ist nicht ganz unwichtig.

    Einen trockenen, glatten Hut ohne Hutschuppen, in Verbindung mit trockenem Stiel und Burggraben-Lamellen hätte z. B. H. coccinea, der Kirschrote Saftling. Leider können auch andere Saftlinge so aussehen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Pilzneuling,

    du kannst auch ruhig die Befähigung und das aktuelle Wissen des Exkursionsleiters hinterfragen, indem du ihn nach einem PSV-Ausweis fragst und z. B. überprüfst, ob dieser überhaupt noch gültig oder schon längst abgelaufen ist. Wenn der Exkursionsleiter keinen solchen vorzeigen kann, macht das ein Bild über seine (angebliche bzw. vermeintliche) Expertise. In so einem Fall würde ich an ihn kein Geld bezahlen und schon gar nichts auf seine Meinungen geben. Ein echter Experte braucht für Laien-Exkursionen niemals eine App zum Bestimmen, so gut muss er die zu besprechenden Pilze und ihre Merkmale im Kopf haben. Und selbstverständlich darf man auch niemals Pilze essen, die dem Experten so schlecht bekannt sind, dass dieser eine App braucht, um sie zu bestimmen. Kommt dann ein Exkursionsteilnehmer mit irgendeinem "little brown mushroom" an, genügt ein Hinweis über die Mikroskopierpflichtigkeit oder auch nur auf die Unverwertbarkeit. Und ja, man muss nicht alles glauben, was einem so erzählt wird, und daraus dann irgendwelche Tatsachenbehauptungen ableiten, für die sich Unbeteiligte rechtfertigen müssen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Martin,

    es ist eine Rotkappe. Also hattest du die Gattung richtig, aber nicht die Untergattung. Eine Rotkappe erkennst du daran, dass die Huthaut über den Hutrand hängt, und dass das Fleisch nach Verletzung schwärzt. Beides ist auf deinen Fotos gut zu sehen. Um zu sagen, um welche Art Rotkappe es sich handelt, müsste man den Begleitbaum kennen. Zur Auswahl stehen Birke, Eiche, Espe oder auch Fichte.

    FG

    Oehrling

    Wahrscheinlich liegt das Problem vor allem am Zustand der eingesackten Pilze, und da offenbaren sich viele Sammler als wenig qualitätsbewusst. Matschige Röhrlinge sind auch in Flechtkörben matschig.


    Trotzdem käme ich nicht auf die Idee, Leute im Wald unaufgefordert zu belehren. Die meisten Leute sind eben nicht dankbar, wenn sie belehrt/beraten werden und gesagt bekommen, dass ihr stolzer Fund nicht zum Essen taugt, das sollte man wissen.


    FG

    Oehrling

    Aber mach dich bitte schnell von dem Gedanken frei, dass hier nur Experten am Werk sind. Hier darf jeder was reinschreiben, egal ob Experte, Dampfplauderer oder noch etwas anderes. Das hier ist keine amtliche Pilzberatungsstelle, sondern ein Plauderforum (mit wenigen Ausnahmen).


    Ich hätte für dein Anliegen noch eine zweite Idee neben dem Pilzberater: du könntest an den momentan zahlreich stattfindenden öffentlichen Pilzführungen, Pilzwanderungen oder Pilzexkursionen teilnehmen. Oder sogar Mitglied in einem Pilzverein öffentlichen Rechts (als e. V.) werden. Diese Pilzvereine haben einen erstaunlich niedrigen Beitrag, und von den Vereinsveranstaltungen (Exkursionen, Pilzausstellungen) könntest du stark profitieren. Gern gesehen bist du da überall, keine Frage.


    FG

    Oehrling

    Jou, genau so sieht er aus. Aber das Vergiftungsrisiko muss ganz bei dir bleiben, denn was du später noch so einsammelst, kann keiner wissen. Es kann auch nur was Ähnliches sein. Also: am besten mit deinem Fund zum Pilzberater, der gibt dir die gewünschte Sicherheit.

    FG

    Oehrling

    Genau, und innerhalb der Knollenblätterpilze gibt es wiederum gute Unterscheidungsmerkmale.

    - den Geruch: kartoffelkeimartig vs. honigartig-süßlich

    - den Velumbehang der Knolle: am Knollenrand scharfkantig-abreißend vs. die Knolle einschließend und am Stiel etwas herauflaufend


    FG

    Oehrling

    lande ich bei Cortinarius damascenus, dem Büscheligen Wasserkopf.

    Hallo Andreas,

    etwas Büscheliges vermag ich hier nicht zu erkennen. Ich gebe dir allerdings recht, dass das zumindest nach Wasserkopf aussieht, dazu würde auch die schwarzbraune KOH-Reaktion passen. Ohne mikroskopische Untersuchung wirst du aber eher nicht zu einem Artnamen kommen. Waren die Hüte denn hygrophan, wie es sich für einen Wasserkopf gehört, und war das Sporenpulver rostorange?

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    der wattig ausgefranste Stielring sowie der behangene Hutrand gefallen mir nicht ganz für Leucoagaricus, so dass ich hier auch Amanita strobiliformis in Betracht ziehen würde. Gibt es denn Leucoagaricus mit solchem Stielring und solchem Hutrand?

    FG

    Oehrling