Beiträge von Oehrling

    Das sehe ich genau so wie Werner. Es ist ein Steinpilz, aber nicht derjenige, den man im Frühherbst massenweise im Fichtenwald findet (Boletus edulis), sondern Boletus reticulatus/aestivalis. Ich wünsche dir, dass das nicht dein letzter für dieses Jahr war.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Wird wohl auch so gewesen sein. Barney hat ja von einem intensiven Geruch geschrieben, den er nur mangels eigener Erfahrung mit Maipilzen nicht zuordnen konnte.

    Für Barney hätte ich noch einen Tipp bezüglich sporengeiziger Bestimmlinge. Man kann das ausgefallene Sporenpulver mit einer Rasierklinge zu einem Häufchen zusammenschieben, dann lässt sich die Sporenabwurffarbe leichter beurteilen. Nach rot, rosa oder rötlich sieht dies hier jedenfalls nicht aus, also wohl kein Rötling, da gebe ich euch recht.

    FG

    Oehrling

    Auch innerhalb der Griseinae-Gruppe ist die Eisensulfatreaktion sehr von Nutzen. Im Griseinae-Schlüssel der Großpilze Baden-Württembergs, Band 2, taucht beispielsweise die Eisensulfatreaktion bereits als Schlüsselpunkt 3 von 11 auf, ihr wird dort also eine große Bedeutung zugemessen. Für den hier diskutierten Fall, so es sich tatsächlich um eine Griseinae handeln sollte, gilt: R. ionochlora hat sehr blasse Reaktion, R. parazurea mittelmäßige, R. grisea dagegen starke, kräftige Reaktion. Davon, dass innerhalb der Griseinae-Sektion Eisensulfat nicht hilfreich sei, kann demnach auch keine Rede sein.

    In der Bestimmungspraxis muss man öfters erstmal in die Griseinae-Sektion reinkommen, d. h. ähnlich aussehende Heterophyllinae oder Frauentäublinge ausschließen, und das geht mit Eisensulfat wie das Katzenmachen. Ich persönlich kann daher Eisensulfat nur empfehlen. Es ist billig zu erwerben und, so lange man es sich nicht aufs Butterbrot streut, vergleichsweise ungiftig. Eisensulfat kann man auch noch für andere Gattungen brauchen, z. B. für die Raustielröhrlinge.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    der Geruch von G. hariolorum (und G. brassicolens) wird in der Literatur wohlwollend mit kohlartig beschrieben. Sagen wir es mal deutlich: diese Pilze riechen unverkennbar nach Forz.

    Die Pilze auf den Bildern 1 und 2 hätte ich persönlich schon dem Waldfreundrüblings-Komplex zugeordnet, bei denen auf Bild 3 und 4 hatte ich als spontane Assoziation den Knopfstieligen Rübling, auch wegen des büscheligen Wachstums.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    tut mir leid, das so deutlich sagen zu müssen, aber das Gegenteil ist richtig. In der Gruppe der so aussehenden Täublinge (vielleicht Griseinae, vielleicht aber auch R. cyanoxantha) ist die Eisensulfatreaktion für die Bestimmung extrem zielführend. Mit der Eisensulfatprobe kann man innerhalb weniger Sekunden eine Griseinae zuverlässig von einem Frauentäubling unterscheiden, auch wenn die Lamellen schon stark lädiert sind.

    Eisensulfat kann man in der Tat in einer Apotheke bekommen, aber nur in einer echten, nach alter Art geführten Apotheke, nicht in einem der modernen Pillenverkaufsläden. Ich kaufe meines immer im Myko-Shop, und auf jeden Fall kristallin.

    Zur Frage, welche Art aufgrund des Habitats in Betracht kommt, ist zu sagen, dass R. ionochlora und parazurea üblicherweise auf Sandboden vorkommen, R. grisea dagegen üblicherweise auf Lehmboden bzw. eher basischem Untergrund.

    FG

    Oehrling

    Hallo Barney,

    das Problem löst sich relativ einfach - den Pilz über Nacht aussporen lassen. Der Maipilz hat weißliches, der Rötling altrosafarbenes Sporenpulver. Ein bisschen Aufwand, ich weiß, aber man will es ja schließlich WISSEN.

    Falls bei der Untersuchung ein Rötling herauskommen sollte, gehen die Bestimmungsprobleme erst los, denn Rötlinge, die ungefähr so aussehen, gibt es ein gutes Dutzend verschiedene.

    Dass ein bestimmter Pilz irgendwo noch nie zuvor gefunden wurde, zählt als Argument nicht. Irgendwann ist immer das erste Mal.

    FG

    Oehrling

    Nachdem es sich ja dann um den Rosablättriger Egerlingsschirmling handelt,

    Hallo Harald,

    wer außer dir hat das behauptet? Irgendwie musst du dir das aus dem, was hier alles steht, zusammengereimt haben.

    Der von dir zuerst ins Spiel gebrachte Weiße Ackerling hat jedenfalls nicht nur dunkles Sporenpulver, sondern ist auch ringlos, also ein ganz anderer Pilz.

    Tipp von mir: wenn du Pilze mit weißen Lamellen essen willst, gehe vorher stets zum Pilzberater. Pilze mit weißen Lamellen und dann noch mit Stielring sind mit das Gefährlichste, das es so gibt. Bei den hier gezeigten kann ich mir sehr gut vorstellen, dass der Pilzberater sie nicht freigeben würde (würde ich zumindest nicht).

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich tippe hier auch auf Calocybe carnea. Die Farben von Helmuts Pilz finde ich fast typischer als die bei Pablos Pilzen, die erkennbar an Austrocknung leiden. Helmuts Makro-Bilder sind freilich magentastichig - gut erkennbar an der rosafarbenen Hintergrundfläche, die doch wohl weiß sein sollte - ein Indiz für einen unterlassenen Weißabgleich. Habitus und Größe des Pilzes passen sehr gut für Calocybe carnea, ebenso das Vorkommen mitten im Grasland.

    Tja, Calocybe... siderophile Granulation und so... die Sporenmikroskopie bringts hier nicht wirklich.

    FG

    Oehrling

    Hi,


    das ist schon ein Risspilz. Erinnert mich an I. cincinnata.

    Hallo zusammen,

    mich erinnert der Risspilz mit seinen eintönig ockergelben Farben und dem flockigen Stielvelum an eine Mallocybe. Aber Climbingfreak kennt sich mit Risspilzen sicher besser aus als ich.

    FG

    Oehrling

    Die einzige Frage die ich mir im Wald immer mal wieder stelle ist: Was macht es (jetzt mal unabhänging vom Baumbestand usw.) aus, ob man sich auf einem Berg/Hügel am Westhang, Nordhang, Osthang oder Südhang befindet? An welchen Hängen sollte ich mich momentan am besten umschauen um eventuell neue Pilzstellen zu finden?
    ...

    Unsere Wälder sind gross und teilweise mit echt steilen Hängen.

    Hallo Kersten,

    meiner Erfahrung nach sind steile Hänge (vor allem Südhänge) von der Ausbeute her ziemlich schlecht, weil das Wasser zu schnell abfließt und die Hänge schnell trocken fallen. Die ergiebigsten Funde macht man wohl eher im Flachen. Auch sind im Gebirge die tieferen Lagen tendenziell besser als die Kammlagen oder Gipfel, auch diese trocknen unter Windexposition viel zu schnell aus. Ansonsten wäre zu sagen, dass der Baumbestand (Mykorrhizapartner und Substratlieferant) für das Vorkommen bestimmter Arten wesentlich maßgeblicher ist als die Himmelsrichtung der Hangneigung. Es ist sehr nützlich, zu wissen, unter welchen Baumarten die Pilzarten jeweils wachsen, sowie vor Ort die entscheidenden Baumarten erkennen zu können. Extrem gut ist es, den Waldtyp zu erkennen, in dem man sich gerade befindet, denn viele Pilzarten haben nicht nur ihren speziellen Baumpartner, sondern kommen nur in ganz bestimmten Waldtypen vor bzw. sind dort überhaupt zu erwarten.

    Zur anderen Frage: momentan ist generell eine ganz schlechte Zeit für Pilze - die Witterung viel zu trocken und die Nächte noch zu kalt.

    FG

    Oehrling

    Hallo umossoh,

    die Diskussion hätte sich wahrscheinlich abgekürzt, wenn die Sporenpulverfarbe bekannt gewesen wäre und die Beurteilung nicht nur allein aufgrund von Fotos hätte erfolgen müssen. Also, wenn die Frage: Rötling oder Maipilz? wieder mal auftauchen sollte - einfach den Pilz über Nacht liegen lassen und danach die Lamellenfarbe beurteilen. Dann braucht es sicherlich keine Diskussion.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Vielleicht. Das habe ich noch nicht probiert. Allerdings bin ich meistens nicht so ausgehungert, dass ich mich auf alte Schuppige Porlinge stürzen würde. Aber wer weiß, wie weit die aktuelle Rezession noch geht, und was man dann als Essen so probieren wird. Im Parallelthread hat ja auch jemand den Rehbraunen Dachpilz probiert und fand ihn nicht ganz schlecht.

    Hallo Thomas,

    sind sie auch. Aber nicht mehr in dem Altersstadium auf deinen Fotos. So bekommt man sie im Kochtopf nicht mehr weich. Auskochen kann man dagegen sie immer noch, das gibt eine gut schmeckende Basis für Pilz- oder Gemüsesuppe.

    FG

    Oehrling


    Ganz ehrlich, wenn ich in diesen beinahe pilzlosen Tagen schon einmal Pilze finde, warum müssen dies dann solche sein? So komisches Rindengetöns (also für mich halt komisch) hatte ich gestern auch ein par Mal gefunden, aber Pilze mit denen ich vielleicht mit der Bestimmung weiter kommen könnte - ach meno

    Hallo Maria,

    das liegt daran, dass nun mal gefühlt 95 % aller Pilzarten solche Pilze sind. Ich habe mich immer gefragt, nach welchen Kriterien die Pilzarten für die Pilzbestimmungsbücher ausgewählt werden. Die Häufigkeit des Auftretens in der Natur kann es nicht sein, dann wären die Bücher alle voll mit Little Brown (Grey, White) Mushrooms, garniert mit einigen Baumschlappen. So was würde niemand lesen, erst recht nicht kaufen. Ich glaube eher, dass stattdessen das Kriterium die optische Auffälligkeit, vielleicht auch die (vermeintlich) leichte Bestimmbarkeit sein muss. Mit dem Ergebnis, dass man ständig Pilze in der Natur findet, die im Buch nicht "drin" sind, und bei denen auch keine realistische Chance besteht, über eine Internet-Anfrage zu einem belastbaren Namen zu gelangen. Das muss man so akzeptieren, es sei denn, man gibt sich mit den ewigen schwammigen "könnte sein", "ist vermutlich", "kommt in Frage"-Aussagen zufrieden.

    Meinen Leuten im Pilzverein sage ich daher: macht es doch genau andersrum. Setzt euch Ziele, ganz bestimmte Pilzarten aus euerem Pilzbuch zu finden. Sucht sie, und wenn ihr was in der Richtung gefunden habt, bekommt durch Bestimmungsarbeit heraus, ob es die Zielart ist oder nicht. Macht das ein paar Mal, und dann KENNT ihr den Pilz.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo Dippold,

    auch aus meiner Sicht passt die Sporenform nicht zu Melanogaster tuberiformis. Diese hätte ovoide (eiförmige) Sporen, die auch ein wenig langgezogen sein können. Die Sporen, die hier zu sehen sind, würde ich aufgrund ihres oft ausgezogenen Sporenapex eher als zitronenförmig bezeichnen, weshalb sie von der äußeren Form her Cortinariussporen durchaus ähneln und zur Diagnose Hymenogaster (das sind sozusagen hypogäische Cortinarien!) leiten könnten. Bei Sporen von M. tuberiformis käme ich dagegen nicht auf die Assoziation Cortinariusspore.

    Nun sind die hier gezeigten Sporen ziemlich glatt bzw. ornamentlos, was eher nicht zu Hymenogaster passt. Meine Literaturquelle (MONTECCHI/SARASINI) bietet aber mit Melanogaster ambiguus eine Melanogaster-Art mit halbwegs cortinarius-förmigen Sporen und glatter Sporen-Oberfläche an, die ich in deinem Fall für möglich halte. Die Sporenmaße werden bei MONTECCHI/SARASINI für M. ambiguus mit 15 - 18 x 7 - 9 My angegeben.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Früher beschrieb man die Pilze komplett in allen erfassbaren Merkmalen. Wenn ein Merkmal bei einer Art nicht konstant war, beschrieb man die Variationsbreite.

    Man wies damals auch immer darauf hin, dass ein Pilz erst dann sicher bestimmt ist, wenn alle Merkmale geprüft sind und den Vorgaben entsprechen.

    Hallo Marcel,


    danke für die erklärenden Hinweise. Das hat man damals wahrscheinlich deswegen so gemacht, weil man die tatsächlichen Trennmerkmale der Arten bzw. die harten Bestimmungsmerkmale noch nicht wirklich kannte. Wer sich davon einen Eindruck verschaffen will, kann einmal die ganzseitigen Beschreibungen in Michael/Hennig/Kreisel (Handbuch für Pilzfreunde) durchlesen, da steht zu jedem Pilz sensationell viel, aber eben auch ganz viel Irrelevantes drin. Mit der Folge, dass von den beschriebenen Dutzend Merkmalen eben immer eines oder zwei nicht stimmten, was dann dazu führte, dass man unter Beachtung der von dir genannten Regel nie zu einem befriedigenden Bestimmungsergebnis kam.


    In unserem Verein haben die Anfänger auch oft das Problem, dass sie sich (im Bewusstsein, dass man grundsätzlich nicht nur Bilder vergleichen, sondern Beschreibungen genau lesen sollte) Wort für Wort durch die Beschreibung kämpfen, bis sie irgendwann auf eine Fehlinformation stoßen und aus ihrer Sicht zu keinem Bestimmungsergebnis kommen, wobei ihnen aufgrund des Bildvergleichs eigentlich schon klar war, welchen Pilz sie vor sich haben. In diesem Fall hat die Beschreibung nicht nur keinen, sondern negativen Nutzen für die Bestimmung.


    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo Claudia,


    theoretisch ist auch denkbar, dass die von dir konsultierte Literatur nicht präzise genug beschreibt bzw. der Autor nicht präzise genug beobachtet. Bei den gängigen Pilz-Kompilationswerken ("Pilzbilderbücher") ist es meistens so, dass der Autor gar nicht selber zur Erforschung ins Feld geht, sondern aus der zur Verfügung stehenden Primärliteratur heraus kompiliert. Böse gesagt: abschreibt. Steht in der Primärliteratur nichts über anastomosierende Lamellen, kann dieses Merkmal dann auch nicht in der Kompilation vorkommen. Warum das mit den Anastomosen nicht in der Primärliteratur steht, hat der Werner schon erklärt: vermutlich hält der Primärbeschreiber dieses Merkmal für bestimmungsirrelevant, vielleicht ist es auch nicht so konstant ausgeprägt, dass man es in der Beschreibung erwähnen müsste.


    Auf jeden Fall darf man nicht aus dem Fehlen eines Merkmals in einer Beschreibung schlussfolgern, dass der Bestimmling die vermutete Art nicht sein kann, da das Merkmal bei ihm doch vorhanden sei. Wir haben mal bei einer Vereinsexkursion einen Grauen Wulstling mit kurzgerippt-gerieftem Hutrand gefunden, was in der einschlägigen Literatur auch nicht erwähnt ist. Dennoch war es ein Grauer Wulstling.


    FG

    Oehrling

    Bei der einen Morchel -markiert- war ich erstaunt, was die für einen sehr langen Stiel die hatte. Könnte das eventuell mein Tipp eine -Käppchenmorchel- sein?

    Hallo Stefan,

    diese Käppchenmorchel ist auch ohne Schnittbild problemlos zu erkennen, da der Stiel auffallend längsrunzelig ist. Bei der Böhmischen Verpel wäre der Stiel querrunzelig. Die Hutfarbe wäre auch anders, das Braun wäre rötlicher. Also aus meiner Sicht eine eindeutige Käppchenmorchel.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ist der Stiel rund? Dann kaufe ich eine Verpel. Bei dieser Hutfarbe hätte ich Gyromitra, welche auch immer, erstmal ausgeschlossen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Tobi,

    zu den letzten beiden hätte ich noch folgendes anzumerken:

    - C. dibaphus kann es nicht sein, denn dieser wäre gerandetknollig

    - für C. nemorensis fehlen mir die Violetttöne am Hutrand, außerdem würde der auf der Hutmitte ziemlich stark bräunen; auch ist mir nicht klar, was du mit "reiner Laubmischwald" (dein Zitat) meinst

    FG

    Oehrling