Beiträge von nobi_†

    Hallo Ute,


    danke für die amüsante Story beim Fund dieses interessanten Pilzes!:D

    Ich denke, es handelt sich um den Holz-Riesenröhrling (Macroboletus lignicolous).

    2013 im März fand ich diesen nahe des Bahnhofes Rathmannsdorf in der Sächsischen Schweiz.



    Möglicherweise ist Dir damit der zweite dokumentierte Nachweis für Sachsen gelungen.:thumbup:

    Wobei es sich bei dem Fund von Kleinwelka vermutlich um den Hochthronenden Holz-Riesenröhrling (Macroboletus lignicolous f. subnixus) handelt,

    der von der Wissenschft jedoch lediglich als eine Form angesehen wird und keine Artberechtigung hat.


    Die Macroboleten, die Brummel zeigt, scheinen doch in einigen Merkmalen abzuweichen und sind ohne Mikroskopie nicht bestimmbar.

    Ich halte das jedenfalls für eine andere Art, was natürlich noch genetisch untermauert werden muss!


    Liebe Grüße, Nobi

    Was für ein wundervoller Thread, liebe Maria!

    Ach, wenn man doch wieder frei reisen könnte! Das Altmühltal rutscht jedenfalls immer höher auf meiner To-Do-Liste!:thumbup:

    Und Schuld daran bist Du.;)

    Mit dem Namen Botryotinia ficariarum kann ich leider wenig anfangen, bzw. weiß nicht, welcher Becherling sich dahinter verbergen soll.

    Aber trotzdem eine Frage - ist dies nicht einfach nur ein Synonym?

    Botryotinia ficariarum ist ein winziger, auf einem nadelförmigen Sklerotium fruktifizierender Becherling. Mit einer Apotheciengröße von 2-5 mm ist er deutlich kleiner als Sclerotinia binucleata. Seine Nebenfruchform, die man idR gleichzeitig an faulenden Ficaria-Stängeln findet, ist ein Botrytis spec. Daher der wissenschaftliche Name.

    Mit anderen Worten. Botryotinia ficariarum und Sclerotinia binucleata sind zwei völlig verschieden Arten.

    B. ficarium wurde 1963 von Henneberg & Groves beschrieben. Bei Interesse kann man das gern hier nachlesen.


    Übrigens sind zZ mit Botryotinia calthae (Sumpfdotterblumen-Becherling) und Botryotinia globosa (Bärlauch-Sklerotienbecherling) zwei wenig bekannte Verwandte am Start.

    Sucht doch einfach mal unter den entsprechenden Pflanzen - ich habe beide schon gefunden, also gibt es sie zumindest!;)


    Liebe Grüße, Nobi

    Lieber Murph,

    leider ist das Morchelsuchrätsel für mich unlösbar! Da fehlt wohl die Erfahrung.;(

    Aber mehr als 10 glaube ich auch zu sehen.

    Heute war ich nochmal unterwegs und habe diesmal meine Lieblingsmorcheln gefunden - das Braun erinnert mich immer an Überraschungseie

    In "meinem" Morchelwald fand ich heute auch ein "Braune" - sehr schick! :)



    Sonst kenne ich dort "nur" gelbe und hin und wieder graue.

    Trotz zweistündiger intensiver Suche blieb es bei der einen, vermutlich ist es hier noch nicht soweit.

    So hat der Aronstab noch keine Blüten gebildet und von den benachbarten Knabenkräutern zeugten gerade einmal ganz junge Blattrosetten.

    Möglicherweise fällt das Morcheljahr auch zum wiederholten Male ganz aus.:(


    Schön war's natürlich trotzdem in der Natur!


    Liebe Grüße vom Nobi

    Ich denke, dass die Zystiden auf den Fotos von der Huthaut stammen und dann würde ich den Fund als Coprinellus pusillulus bezeichen.

    Sphärozysten waren auch zu sehen und die Sporen gingen von 8,5-12X3,5-5.

    Hallo Matthias,

    unabhängig davon, ob Du die Velumketten aus inkrustierten Hyphen gesehen hast, kommen mit zuspitzenden Pileozystiden und Sphaerozysten an Dung nur zwei Arten infrage. Das sind Coprinellus heptemerus mit deutlich größeren Sporen und eben Coprinellus pusillulus, an dem ich keine Zweifel habe. Die Sporengröße ist schon noch im Rahmen und Du schreibst ja selbst, dass die meisten Sporen um 10 µm maßen.

    Ich denke, dass es Pseudombrophila cervaria sein müsste.

    Das ist auch meine Meinung. Wie Du selbst anmerkst ist die nahestehende Pseudombrophila theioleuca deutlich heller gefärbt (ein sehr helles milchkaffeebraun), außerdem unterscheidet sie sich u.a. durch kleinere Sporen. Also, so aus der Ferne sehe ich ebenfalls Pseudombrophila cervaria.


    Liebe Grüße, Nobi

    Da entging mir was? Wann läuft das?

    Immer mittwochs, 20:00 findet in diesem Forum ein Zoom-Meeting statt, Hagen.

    Nachdem Alis das vor einiger Zeit angestoßen hatte, hat Elisabeth (Aretah) aktuell einen neuen "Zoom-Raum" geschaffen, wenn man das mal so sagen darf.

    Den Zugangslink findest Du in der Signatur von Aretah, z.B. in diesem Thread #12. Einfach mal nach oben scrollen.

    Nächster Termin wäre also der 28.04.


    LG, Nobi

    Also für mich ist der Pilz im Starbeitrag nach wie vor ein Suillellus.

    Also, für einen Starbeitrag halte ich diesen Thread nicht. Da gibt es bessere, Pablo!:D

    Nexen (Suillellus luridus) mit (zumindest teilweise) gelben Poren ist jetzt nicht so ungewöhnlich

    Das wiederum ist eine wunderbare Wortschöpfung!:thumbup:

    Netzhexen - genial abgekürzt!


    LG vom Nobi, der übrigens auch an eine gelbporige Variante der Netzhexe glaubt!

    Hallo Ka-taa,


    nach diesen beeindruckenden Bildern würde mich nunmehr der Name dieser Morchel interessieren!

    Eine "schnöde" Speisemorchel (Morchella esculenta) ist das jedenfalls nicht.

    Geht eher in Richtung Steppenrasen-Morchel (Morchella steppicola), aber die wird es wohl auch nicht sein.


    So etwas besonderes sollte unbedingt sequenziert werden, ich glaube, da läuft gerade ein Projekt.

    Tricholomopsis weiß da sicher mehr und meldet sich vielleicht noch diesbezüglich.


    LG, Nobi

    Schön, dass Du weiter an den Dungpilzen dranbleibst, Florian!:)

    der Leuchtgasgeruch der C. narcotica war recht deutlich wahrnehmbar, als sonderlich intensiv hätte ich ihn jedoch nicht beschrieben.

    Leg die mal in eine gut verschlossene Dose und öffne diese am nächsten Tag.

    Ich hatte einmal den nahe verwandten Coprinopsis foetidella in einer Feuchtkammer, beim öffnen dieser erfolgte eine Geruchsexplosion ohnegleichen.

    So intensiv, dass ich mitsamt den Pilzen des Zimmers verwiesen wurde!;(

    EDIT: ergänzend sei hier noch angemerkt, dass ich keine Stromata finden konnte, welche nur ein Perithecium beinhalten.

    Das ist typisch für die Art, was auch bei "Krug & Cain 1973", geschlüsselt ist.

    Es gibt übrigens nicht so viele Species, wo die Stromata mehrere Perithecien enthalten.

    Übrigens wäre es interessant, die Funde einmal sequenzieren zu lassen. Genügend Material ist ja vorhanden.

    Auch die Länge der Asci weicht nach meinen Messungen deutlich von den Literaturangaben für H. brefeldii ab (140-190µm)

    Das ist in der Tat merkwürdig. Ich hatte u.a. Ascusmaße von 230 x 20 µm festgestellt.

    Allerdings würde ich dieses Merkmal nicht so sehr wichten.

    Was Doveri als brefeldii beschreibt, ist vermutlich etwas anderes.

    Mit Sporenmaßen von 24-30,4(34,6) x (12,6)13,6-15,2 µm und "gewöhnlich einem Perithecium pro Stroma" passt das m.E. nicht in das Artkonzept.


    Liebe Grüße, Nobi

    Mit runzeligem Epispor und Sporen von 8-11,5x5,5-7,5 müsste das Coprinopsis narcotica sein

    Ich sehe nichts anderes, Florian!

    Eine bemerkenswerte Art, die intensiv unangenehm nach Leuchtgas riechen sollte, ähnlich dem Schwefelritterling.

    Habe ich übrigens noch nicht gefunden!

    Weder eine Hypocopra (geiles Teil!) noch eine Coniochaeta ist mir bisher untergekommen.

    Nun, für Hyprocopra braucht es etwas Geduld, Elisabeth;)

    Nachdem ich begonnen hatte, mich intensiv mit den Copros zu beschäftigen, hat es 4,5 Jahre gedauert, bevor ich die erste Art dieser Gattung fand.

    Das war Hypocopra merdaria an Hasenkötteln.

    Inzwischen konnte ich neun Hypocopra-Arten entdecken, ein paar unbestimmte kommen dazu.

    Idealerweise suchst Du an älterem Hasen- oder Kaninchendung an Trockenstandorten (Steinbrüche, Heiden, Dünen usw.)

    Auch an altem Pferde- bzw. Schafdung wird man gelegentlich fündig.

    Oft verraten schwarze Flecken auf dem Substrat die Gattung.


    Bei Coniochaeta braucht es ebenfalls Geduld.

    Auch sie fruktifizieren nur an älterem Dung, wenn viele andere Arten bereits vergangen sind. Zudem sind sie winzig.

    Oft dauert es mehrere Wochen, bis sie reifen.


    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß mit den Dungis,


    Nobi

    ...da ich meine, dass es Cercophora anisura ist. Mal schauen, ob das, was ich herausgefunden habe, für eine Bestimmung reicht:

    Größe der reifen Sporen: 17,8-18,3X8,7-9

    Die Asci hatten im oberen Bereich eine Art Kugel und am Perithecienhals konnte man so etwas wie Squamofolien entdecken.

    Scheint zu passen, Matthias.

    Ein Verwechslungskandidat ist Cercophora mirabilis, die neben einem subapikalen Kügelchen im Ascus ebensolche pallisadenartige "Haare" im Halsbereich aufweist.

    Hier sind die Sporen allerdings größer, unbedingt auch die unreifen vermessen!

    Bei C. anisura sind auch die hyalinen Sekundäranhängsel verschieden groß (apikales Anhängsel kürzer als das basale), während sie bei mirabilis gleichlang sind.

    Auf einem deiner Bilder glaube ich verschieden lange Sekundäranhänsel zu sehen, was für anisura spräche.


    Dabei bin ich an einem Feld vorbeigekommen, auf dem der Bauer einen riesigen Misthaufen aufgehäuft hat.

    Solche Misthaufen sind Gold wert für uns Dungpilzfreunde!:)

    Findet man doch hier viele Arten, die eher nicht direkt auf Dung fruktifizieren.

    Wie eine ganze Reihe von Tintlingen, zB Coprinellus bisporus und marculentus oder Coprinopsis cinerea und macrocephala.

    Hier als Beispiel und zum "anfüttern" Coprinopsis cinerea.



    Am Blasigen Becherling (Peziza vesiculosa) habe ich keine Zweifel.

    Auch das ist eine Charakterart solcher Standorte. Mitunter findet man den auch auf faulenden Strohballen wie in diesem Fall.



    Den Dunghaufen unbedingt weiter beobachten, am besten in regnerischen Perioden oder am frühen Morgen.


    Liebe Grüße, Nobi

    Hallo Dippold,


    leider hast Du vergessen, wichtige Funddaten anzugeben.:(

    Fundort, Fundzeit, genaues Substrat, Größe der Fruchtkörper, der Asci und der Sporen.

    Ist das eine Hyphenmatte, auf der die Apos wachsen?


    Also, mit dieser kärglichen Vorstellung kann ich dir leider nicht weiterhelfen - aber vielleicht sind andere klüger als ich!


    LG, Nobi

    Na, dann will ich mich auch einmal outen.

    Bitte gut festhalten, bevor ihr loslacht.:D

    Ich hatte den Körnchenröhrling im Visier. Da schien mir nach Bild 1 die Hutfarbe und ~form gut zu passen.


    Nach dem Joker war ich dann auch bei einem büschligen Pilz; an eine Tubaria und den Grünblättrigen Schwefelkopf hatte ich gedacht.

    Habe dann vergessen, diesen Tipp abzuschicken - naja, wäre eh falsch gewesen.


    Auf den Wässerigen Mürbling wäre ich nie gekommen, da ich den eher graubraun und nicht so farbenfroh kenne.


    LG, Nobi

    Hast Lust, einen Vortrag/Kurs in Österreich zu halten?

    An der Lust soll's nicht liegen, liebes Habichtla.?(

    Vielleicht nicht gleich einen Kurs, aber gemeinsam mit meinem Pilzfreund und Spitzenfotografen Matthias (Mreul) und natürlich Florian könnte ich mir einen Einführungsvortrag in die Welt der Dungpilze sehr gut vorstellen. Natürlich in Oberösterreich, wo es die Weideprojekte gibt.

    Leider stehen momentan die Zeichen nicht besonders gut für solche Unternehmungen.:(

    Servus Peter,

    ich kann dir nur raten mal ein paar der Dungpilze zu untersuchen.

    Macht wirklich riesen Spaß und ist gar nicht so schwierig, vor allem durch die vielen Informationen, Beschreibungen und Bilder, die hier im Forum geteilt werden.

    Wo Florian Recht hat, hat er Recht!^^


    LG, Nobi

    Danke für den Tipp, Alis!:thumbup:

    Pilze einmal anders - ich habe mir das soeben angesehen!

    Gäste bei "scobel" sind die Biotechnologin und Professorin für Molekularbiologie Vera Meyer, der wissenschaftliche Direktor des Leibniz Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena Axel Brakhage sowie der Chemiker und Mikrobiologe Lukas Wick.

    Es hat gut getan, intelligente Menschen über ein hochinteressantes Thema verständlich und auf hohem Niveau diskutieren zu hören.


    LG, Nobi

    Liaba Nobi,

    du wirst mich noch in die Scheiße reiten, früher oder später.

    :D:D:D

    Nun lieber Peter, für Österreich wäre das sicher ein Gewinn, denn soviele Pilzler, die sich mit Dungpilzen befassen, scheint es da nicht zu geben.;)

    Obwohl 33 Arten tatsächlich schon jetzt sehr beachtlich sind, wäre es wirklich spannend zu verfolgen, ob und wie der Artenreichtum auch bei Dungpilzen durch die extensive Beweidung zunimmt.

    Unter anderem auch deswegen bleiben wir an diesem Projekt natürlich dran, Matthias.

    Auch ist die Vorstellung der Arten wirklich sehr inspirierend und motiviert weiter, in die Dungpilzwelt einzusteigen.

    So soll das sein! :)

    Einige weitere Arten aus den von mir bewirtschafteten Flächen kann ich inzwischen auch noch ergänzen.

    Sehr schön, Florian. Schizothecium miniglutinans hatte ich auch erwartet, sie aber aufgrund des Massenaspektes von Schizothecium vesticola vielleicht auch nur übersehen.

    Schizothecium aloides findet man nahezu ausschließlich an Rinderdung, wie Dein Fund erneut beweist. Prima, dass Du diese, dank der riesigen Squamufolien äußerst attraktive Art inzwischen auch nachweisen konntest!


    Liebe Grüße, Nobi

    Hallo Mimi,


    die Bilder sind da und ich sehe einen typischen Mairitterling, den ich in einer Sahnesoße übrigens sehr gern mag.

    Ich kann diesen gurkig-mehligen Duft förmlich riechen.;)

    Morchelzeit und ringförmiges Wachstum passt perfekt!


    LG, Nobi

    Hallo liebe Dungpilzler und sonstige Interessierte,


    dank des Forums der ÖMG (funga-austria.at) bin ich im Sommer 2020 auf den Pilzfreund Florian aufmerksam geworden, der neben einer sehr interessanten Pilzzucht auch ein überaus spannendes Weideprojekt betreibt. Es geht dabei um extensive Beweidung mit dem Ziel, artenreiche Weideflächen zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Näheres dazu könnte ihr in einem Thread des erwähnten Forums an dieser Stelle nachlesen.


    Ich war von diesem Vorhaben augenblicklich begeistert und habe mich angeboten, diverse Dungproben auf coprophile Pilze hin zu untersuchen, da erfahrungsgemäß bei einem solchen Projekt mit einem gewissen Artenreichtum zu rechnen ist und Dungpilze nur selten in solche Studien mit eingebunden werden.


    Florian (in diesem Forum mittlerweile auch angekommen und als FlorianK unterwegs) schickte mir im März einige Proben Eseldung aus dem NSG Jaidhaus (E1 - Nachbeweidung einer Mähwiese; E2 - Neue Rodungsfläche, Umwandlungsbeweidung) sowie etwas Schafdung (Sch - Seebach, OÖ).


    Nachdem ich einige Feuchtkammern angelegt hatte,



    begann ich am 21.03.2021 mit der Untersuchung, wobei ich insgesamt 33 Arten feststellen konnte - für eine erste Bestandsaufnahme ein recht ordentliches Ergebnis.

    Es folgt die Fundliste mit einigen Anmerkungen.


    01 Ascobolus albidus E1, E2

    02 Ascobolus immersus E1, Sch



    Diesen winzigen Ascobolus mit den meist wenigen, dafür riesigen Asci (oft größer 500 x 100 µm) und Sporen (hier bis 70 x 42 µm) kann man bereits makroskopisch ansprechen, wobei man ihn, wie alle diese kleinen Dungbewohner, stets auch mikroskopisch absichern sollte. Ascobolus immersus gehört in die Sektion Dasyobolus, Arten, die sich auch bei Reife kaum öffnen, während deren Asci das Hymenium oft eindrucksvoll durchstoßen.


    03 Ascobolus sacchariferus E1

    04 Coniochaeta leucoplaca E1, E2

    05 Coniochaeta vagans E2



    Die Arten der Gattung stellen sich in der Regel erst ein, wenn bereits andere Arten verschwunden sind. So auch Coniochaeta vagans. Die winzigen Pilze (< 0,5 mm) sind vor allem im oberen Bereich dicht behaart. Dass das eine sehr wehrhafte Abwehr gegenüber Fressfeinden ist, kann man sehr schön auf folgendem Bild erkennen.



    Die Sporen sind, wie bei vielen anderen Arten der Gattung auch, einseitig abgeplattet und wirken dadurch nahezu diskusförmig. Das ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal gegenüber weiteren Arten mit ähnlichen Sporengrößen, wie z.B. Coniochaeta saccardoi.



    06 Coprinellus pusillulus E2

    07 Coprinopsis radiata Sch



    Dieser hübsche Tintling gehört wegen seiner Velumstruktur (Ketten länglicher Elemente) zur Sektion Lanatuli. Aufgrund der großen Sporen (hier 12-15 x 7-8,5 µm) ist er recht einfach zu bestimmen. Ich konnte ihn während verschiedener Entwicklungsphasen einfangen, wie die Collage zeigt. Der Durchmesser des aufgeschirmten Hutes betrug 1,5 cm.


    08 Coprotus sexdecimsporus Sch

    09 Delitschia didyma E2

    10 Delitschia intonsa E2


    Über die beiden mikroskopisch attraktiven Delitschia-Arten habe ich mich sehr gefreut, da man sie nicht oft zu Gesicht bekommt. Leider handelte es sich um Einzelfruchtkörper, die ich nicht fotografisch dokumentieren konnte. In der Mykologischen Datenbank Österreichs scheinen sie noch nicht erfasst zu sein.


    11 Hypocopra brefeldii E2



    Funde von Arten der Gattung Hypocopra sind immer etwas besonderes, auch wenn diese meist alles andere als einfach zu bestimmen sind. Kennzeichnend für die Gattung ist ein Stroma, in dem ein oder seltener auch mehrere Perithecien sitzen. Im folgendem Schnittbild sehen wir ca. 20 Fruchtkörper, deren Sporenmassen nach dem Schnitt aus einem einzigen Stroma quellen. Die Größe des Stromas betrug hier übrigens 8 x 3 mm.



    Mit einer Sporengröße von 22-26 x 11-13 µm und einer relativ kurzen Keimspalte von 12-14 µm sollte das Hypocopra brefeldii sein, auch wenn die Art als zweizellig beschrieben wird. Diese zweite winzige und hyaline Basalzelle konnte ich nicht entdecken und bin da in guter Gesellschaft mit u.a. Francesco Doveri, dem "Dungpilzpapst" der letzten Jahre, welcher sie auch nicht fand. Ebenfalls Stromata mit mehreren Perithecien können u.a. Hypocopra cataphracta und planispora bilden, die jedoch deutlich verschiedene Sporen haben.



    12 Lasiobolus ciliatus E1



    Die Gattund Lasiobolus kann man in der Regel bereits makroskopisch ansprechen. Die Artbestimmung ist allerdings auch hier nicht immer einfach, wie in diesem Fall. In teilweise überreifen Apothecien betrugen die Sporenmaße 21-27 x 11-14 µm, für die Art scheinbar zu groß. Die relativ kurzen und breiten Haare von 200-400 x 20-45 µm ließen jedoch keine andere Deutung zu.


    13 Phomatospora minutissima Sch


    Mit den hyalinen und schräg im Ascus liegenden Sporen (5-6 x 3 µm) ist die Art gut charakterisiert und von P. coprophila mit noch etwas kleineren und Pol an Pol liegenden Sporen sicher zu trennen.


    14 Podospora curvicolla E2

    15 Podospora decipiens E1, Sch

    16 Podospora myriaspora E1

    17 Saccobolus depauperatus Sch

    18 Saccobolus versicolor Sch

    19 Schizothecium vesticola Sch

    20 Schizothecium conicum E1, Sch

    21 Sordaria fimicola E2


    22 Sporormiella australis E1, Sch

    23 Sporormiella dubia E1

    24 Sporormiella grandispora E2

    25 Sporormiella intermedia E1, Sch

    26 Sporormiella leporina E1

    27 Sporormiella megalospora Sch

    28 Sporormiella minima E1, E2

    29 Sporormiella muskokensis E1

    30 Sporormiella cf. systenospora E2


    Insgesamt neun Sporormiella-Arten konnte ich feststellen, allesamt vierzellig, was wieder einmal beweist, dass Artem mit mehr als vierzelligen Sporen schon etwas besonderes sind! Interessant die Nr. 30, welche auf dem ersten Blick Sporormiella teretispora zu sein schien. Die aber mit einer Sporengröße von 73-77 x 12-15 µm zu groß für diese Art ist und in vielerlei Hinsicht Sporormiella systenospora entspricht. Leider fand ich nur einen Einzelfruchtkörper und konnte keinen Beleg anfertigen. Deshalb das cf.


    31 Thelebolus dubius var. lagopi Sch

    32 Thelebolus microsporus E1

    33 Thelebolus polysporus E1


    Im Gegensatz zu Thelebolus dubius var. lagopi (meist 10-16 Asci) enthalten die 0,2 bis 0,3 mm kleinen Fruchtkörper von Thelebolus polysporus nur 2-5(10) Asci, wie man auf folgendem Foto mit etwas Mühe erkennen kann.



    Die Asci sind +/- ballonförmig und enthalten 256 Sporen, während die von T. dubius 128-sporig und schlanker sind



    Bleibt mir nur noch, mich bei Dir, FlorianK, für das Zusenden der interessanten Proben zu bedanken.


    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit dem Weideprojekt und freue mich bereits auf die nächsten Dungproben. Und vielleicht klappt es ja einmal mit einer gemeinsamen Exkursion in den Kalkalpen Oberösterreichs, wenn sich das Leben wieder normalisiert hat.


    Liebe Grüße vom Nobi

    Hallo Manfred,


    P. pyriformis passt nicht, wie Manfred bereits schrieb, auch weil diese Art völlig unbehaarte Perithecien hat.

    Ich kenne perplexens zwar tatsächlich nur mit uniseriaten Asci, aber wenn bei Deiner Aufsammlung solche dabei waren, sollte es auf jeden Fall diese Art sein.

    Die typische Behaarung in Verbindung mit der Sporengröße lässt meiner Meinung nach nichts anderes zu.


    Liebe Grüße nach MeckPomm,


    Nobi

    Fällt mein Fund da noch in den Variationsbereich mit etwas zu kleinen Sporen?

    Ein klares Ja, wie bereits auch Felli schrieb.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei der 32-sporigen Varietät die Sporen etwas kleiner als bei der 16-sporigen sind.

    ZB hatte ich einen Fund mit Sporen 25-32 x 16-18 µm, allerdings auch 30-35 x 20 (32-sporig).

    Größere Sporen als 35 µm, maximal 40 x 22 konnte ich nur bei der 16-sporigen pleiospora feststellen.


    LG, Nobi

    1. im zweiten Anlauf paßt dann alles deutlich besser zu C. granulata.

    Mit der jetzigen Sporengröße und der feinen Längsstreifung sollte das nun tatsächlich Cheilymenia granulata sein, Björn.

    2. Hier tendiere ich zu Lasiobolus cuniculi.

    Ich sehe da auch nichts anderes. Ganz typisch die biseriaten Asci und die schlanken Haare.

    3. Von den Sporenmaßen her paßt C. villosa allerdings etwas besser.

    Ich denke, die Sporen passen gerade noch zu Coprinopsis pseudoradiata.

    Wichtiger scheint mir hier die Beurteilung des Velums. Dieses besteht bei villosa aus zwei Typen, einmal sind das wurstförmige, aufgeblasene Zellen, die nach Nagy et al 40-88 µm breit werden können, sowie verzweigte, schmale Zellen von 2-5 µm Breite.

    Nachlesen und vergleichen kannst Du mit der Erstbeschreibung in der Mycologia 105/1 (2012).

    Auch Andreas Melzer zeigt schön die zwei Velumtypen und gibt sogar noch größere Sporen an.

    Coprinopsis villosa.pdf


    LG, Nobi

    Hallo Manfred,


    ich denke, die Sporenaufnahmen in BWB helfen weiter!

    Cheilymenia cadaverina hat nicht so breit elliptische Sporen und das Ornament ist eher punktiert als zusammenfließend.

    Also scheint alles für Cheilymenia fraudans zu sprechen.


    Die Monografie schicke ich Dir gern per PN.

    Dann kannst Du selbst vergleichen.


    LG, Nobi

    Von meiner Seite nichts Neues, Felli.

    Diese kleinsporige Art hatten wir ja bereits mehrfach im Forum diskutiert.

    Sie sind und bleiben nun mal kompiliziert, diese Saccobolüsse.

    Wir werden uns damit abfinden müssen, nicht jede Aufsammlung bestimmen zu können.


    Auf jedem Fall Saccobolus verrucisporus nahestehend und evtl. eine kleinsporige Variante.


    LG, Nobi

    Erstmal danke für die Minimal Music, Thomas!:)

    Solche Beiträge machen dieses Unterforum so richtig schön bunt!

    Hallo nobi, ja tut es. Wenn man dafür eine Schublade suchen wollte - Psychedelic Rock?

    Im Fall von High Tide eher "Heavy Psychedelic Rock", Ralph.;)

    Es es genaugenommen nicht vergleichbar, aber ich musste beim Reinhören automatisch an ein experimentelles Filmwerk aus den 80ern denken: koyaanisqatsi

    Den habe ich im Kino gesehen, ebenso den Nachfolgefilm Powaqqatsi. Philip Glass webt darüber einen wunderbaren Soundtrack!

    Den dritten Film dieser Trilogie (Naqoyqatsi) fand ich übrigens gruselig und gewaltverherrlichend, weswegen ich vorzeitig das Kino verlassen habe.:(

    Ich switche mal kurz in die 90er nach Seattle

    Ahhh, DIE Grunge-Supergroup!

    Toll, wie sich Layne Staley und Mark Lanegan den Gesang teilen. Letzteren durfte ich vor noch gar nicht so langer Zeit live erleben. Als es noch Konzerte gab!

    Ein Song darf natürlich hier nicht fehlen.

    Mark Lanegan mit einem Lied von Leadbelly und Nirvana als Backing-Band. Zu finden auf seiner ersten, wunderbaren LP "The Winding Sheet", 1992.


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    Keep On Rockin', Nobi