Beiträge von Tricholomopsis

    Servus beinand,


    oh, das ist ja total liiieeeb von euch, vielen Dank!


    Climbingfreak - die Lok ist echt cool! Und vielen Dank für die Blumen. Das Treffen war zudem richtig griabig, wie man hier sagt - die perfekte Mischung aus Gemütlichkeit, Smalltalk, Zeit zum Fotografieren und tiefstes Einsteigen in die Welt von Phantomrosten - du weißt, welchen ich meine? Habt ihr den Busch nachbestimmen können? - oder Hysteropatella, neben Banaltiäten wie Ziegelroten Risspilzen oder Buchenwaldwasserfüßen ==Gnolm7


    Maria - da kann ich eigentlich nur das Selbe sagen - es war wirklich toll bei dir. Und die Gespräche über das von uns beiden heiß geliebte Kolumbien fand ich klasse. Ich war dann ja so verplant, dass ich am Ende gegangen bin, ohne dem anderen Christoph die Pizza zu entlohnen. Das hole ich am Wochenende nach, wir sehen uns da ja. Es hat mich sehr gefreut, dich mal real kennenzulernen ==Pilz24. Und vielen Dank für die Glückwünsche! Das Suchbild ist witzig und gemein - Fotos von mir im Profil sehen doch so wuchtig aus ==Gnolm6- nein, nur Spaß, ein schönes Foto von unserer kleinen Exkursion. ==Gnolm13


    Tuppie - auch dir vielen dank! Das Gemörch, das du da gemalt hast, sieht toll aus.


    @Grüni: ebenso besten Dank! Und immer wieder gerne (z.B. Bestimmungshilfen)


    Bergwald: auch dir, Thomas, besten Dank! Tapsie grüßt entspannt zurück (und Sonja, die arme, muss arbeiten...).


    @beli: ebenso vielen Dank! Ich hoffe, dass deine pilzarem Zeit nach dem jetzigen Regen besser wird...


    Bernhard: vielen dank und ebenfalls gerne (Hilfe, Bestimmungen usw.) ==12


    rudi: nur wer gegen den Strom schwimmt, der erreicht die Quelle ==Gnolm13 - und vielen dank für die lieben Wünsche!


    Texten: danke auch dir, Heide, für diesen strahlend blauen Blumengruß und die lieben Wünsche!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Mausmann,


    die Frage ist, nach welchen Beschreibungen. Ramaria flava sieht doch völlig anders aus, hat eine sehr klare, kühl-gelbe Farbe, ähnlich wie Ramaria sanguinea, nur ohne die roten Flecken. Dabei ist Ramaria flava gut bestimmbar - eben reines Gelb ohne jeden Hauch von Fleischjfarfbe oder Rosa, kräftiger Habitus mit dickem Strunk, daran gerne basale Abortiväste und zudem fast glatte Sporen (sehr gutes Merkmal).

    Wenn du irgendwo im Netz oder in normalen Bilderbüchern "Ramaria flava" siehst, dann kann das alles mögliche sein. Ich empfehle dir da dringendst die Monografie von Josef Christan.

    Dein Fund ist nur nach Bildvergleich unbestimmbar - sorry ==Gnolm23


    Wenn du aber nochmal zum Fundoert gehst, Fotos der größeren im Detail machst (Strunk, Verzweigungsmuster, Farbtöne in den Ästen) und ein Bisserl Boden dazu packst, dann kann ich wie gesagt gerne versuchen, diese Ramaria zu bestimmen. Mit Fotos, Beschreibungen und Rhizomorphen kann ich sicher auch Josef dazu bringen, den Fund nachzubestimmen.


    Das cf. flava würde ich aber völlig streichen. Wenn, dann eher cf. flavosalmonicolor wegen der frühen Erscheinungszeit.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Wastl,


    Amanita virosa kann man ausschließen - der ist niemals so klar und weit zur Hutmitte gerieft und der Stiel ist viel flockiger, nicht so glatt. Es ist sicher einer aus der Pantherpilzverwandtschaft. Und vom Hut her sehe ich wie gesagt Amanita eliae, was nicht heißt, dass er es sein muss.


    Die Bergsteigersocke zeigt er auch nicht immer deutlich

    Den habe ich noch nie anders gesehen.

    Servus Jörg,


    damit bezog ich mich auf Amanita eliae - der hat auch das Bergsteigersöckchen, aber nicht so deutlich und stark ausgeprägt wie beim Panther - jedenfalls nicht bei meinem Funden.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich mache es eigentlich ganz simpel - ich nutze nur den Explorer und den Dateinamen. Ich habe einen Ordner, in dem ich nach Datum und Ort alle Bilder der jeweiligen Exkursion zusammen habe (z.B. Ordnername 20190616_Mammendorf), dann weiß ich, das sind alle Fotos vom 16.6.2019 - Fundort Mammendorf. Und ich habe ein zweites System, in dem ich wie Pablo nach Gattungen sortiert alles das reingebe, was sicher bestimmt ist, wozu ich eine Harbarnummer habe, wo ich alle Scans von Mikroskizzen und Beschreibungen hinzugebe. Die Arten bekommen dann eigene Unterordner. Dort benenne ich die Fotos immer nach dem selben Schema - entweder die Herbarnummer zuerst, die ich auch Datumsabhängig vergebe - z.B. CH2019061604 - dann ist das die vierte getrocknete Kollektion vom 16.6.2019 - und danach dann Artname und ev. Struktur. Das sieht dann so aus (z.B.) CH20190604_Russula_ionochlora_Huthauthaare

    Und da sammle ich dann auch in einem Unterordner im Gattungsordner alles an Literatur, was ich zu der Gattung finde.


    Da ich mir ohnehin im Ordner alles per Vorschaubild anzeigen lassen kann, finde ich so alles. Ich kann auch über das Datum mit schriftlichen Aufzeichnungen vergleichen, wenn diese noch nicht eingescannt sind.


    Was ich halt nicht kann - Sortieren lassen nach den Schlagworten (z.B. alle Pilze aus Mammendorf). Das brauche ich aber ehrlich gesagt auch nicht. Und dass ich alle Fotos doppelt habe, ist auch ein Schutz vor Löschung oder anderem Unfug, den man versehentlich anstellen kann.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Norbert,


    der Keulenfußtrichterling riecht intensiv nach Mönchskopf, also nach Blausäure (ohne Bitterandelgeruch, nur die stechende, pure Blausäure). Zudem hat er wachsweichem zerdrückbare Lamellen (er ist nicht von ungefähr eine Hygrophoraceae). Den Mönchskopfgeruch kann nicht jeder wahrnehmen, aber die Lamellenkonsistenz könntest du als Merkmal prüfen. Allerdings glaube ich nicht an Ampulloclitocybe bei diesem Pilz.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    die Stielbasis stört mich da nicht. Ich kenne beides, kaum knollig bis unten mit kleinem Knöllchen (wie auch der Panther da variabel ist). Da die Velumreste weggewischt wurden (Hinfassen), kann man nur ein bisserl spekulieren. Die Unterseite des Knöllchens sieht man nicht - man kann erahnen, dass sie etwas ausspitzt (zwischen den beiden Fingern, die gerade am Pilz herumwerkeln und die Reste des Velum universale zerstören.

    Die Bergsteigersocke zeigt er auch nicht immer deutlich - und auf dem Geländefoto kann man wegen Unschärfe und Überstrahlung leider auch nichts g'scheites erkennen.

    Und so stark gerieft fände ich für den Panther im engen Sinn schon extrem. Ich fürchte nur, dass man anhand der Fotos allein eh nicht mehr sagen kann.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Wastl,


    du musst Pilze bitte wie ein rohes Ei behandeln, darfst den Stiel nicht anfassen (usw.). Sonst sind die Merkmale komplett weg... Pablo schreibt zurecht, dass er einen Ring sieht. Und der ist m.E. sehr deutlich erkennbar (siehe Pfeil):




    Die Stielbasis ist endgültig weg, wenn du sie so zwischen den Fingern einklemmst. Ich sehe dennoch reste vom Velum universale.


    Ich sehe in deinem Fund ehrlich gesagt keinen Pantherpilz, sondern Amanita eliae, den Kammrandigen Wulstling. Der hat eine so starke Riefung wie ein Scheidenstreifling (bzw. wie hier sogar weiter gerieft als es bei vielen Streiflingen ist). Diese Art ist sehr selten und ich selber kenne sie nur aus dem Bayerischen Wald. Farblich ist Amanita eliae sehr variabel. Es ist eine Nachbarart zum Pantherpilz und gilt auch als giftig. Ist aber nur eine Bildbestimmung - es kann auch ein sehr untypischer Panther mit viel zu starler Riefung sein.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Steinpils,


    das ist Xerocomellus porosporus.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: X. truncatus ist eine nordamerikanische Art - sie hat den roten Ring typischerweise, aber in Europa zeigt den eben auch aber nicht immer der hiesige X. porosporus.

    Von X. truncatus habe ich Originalmaterial von Singer angesehen. Die hatten zudem leichte Längsstreifung und im Elektronenmikroskop kleine Löcher in der äußeren Sporenwand. Das kann man natürlich nicht so einfach nachprüfen ;)

    Servus Mausmann,


    schade, dann kann ich ihn nicht bestimmen. Zumal er möglicherweise zu jung ist, wenn du einen kleinen daneben entnommen hast. Ohne Rhizomoprhen ist die Bestimmung sehr schwierig. Und ohne Rhizomorphen schaffe ich auch nicht, Josef Christan dazu zu bringen, den Fund nachzubestimmen. Man sollte bei Ramaria immer mit dem Messer etwas vom Boden mit rausnehmen. Die Rhizomorphen sind bei den großen, ektomykorrhizabildenden Arten meist recht fein und reißen ab, wenn man nur rausdreht.


    Es gibt gelifizierte Rhizomorphen, es gibt welche mit Kristallen - dann ist auch die Kristallform wichtig (usw.)...


    Sorry, so keine Chance...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Mausmann,


    ich kann mir die Ramarie gerne anschauen. Allerdings nur, wenn du auch Rhizomorphen mit geerntest hast, also wenn du die Strunkbasis mit etwas Erde mitgenommen hast.

    An dem Foto allein kann man auch nicht so richtig die Farbe der Äste nachvollziehen. War da ein Rosaton erkennbar?


    Recht früh im Jahr kommt Ramaria flavosalmonicolor, das ist aber nur anhand des Fotos nur geraten.


    Falls du keine Rhizomorphen geerntet hast, fehlen wichtige Bestimmungsmerkmale - dann müsste ich passen. Dafür habe ich zu wenig Erfahrung in der Gattung, um dann noch sauber zu bestimmen (auch wenn ich den Ramaria-Schlüssel in Josefs Mongraphie gemeinsam mit ihm ausgearbeitet habe).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus ihr...

    Nein, eigentlich meine ich nicht Panaeolina, es sei denn, dass es mal wieder eine Namensänderung gab, von der ich wie üblich nicht gleich was mitbekam. Tequilla wird schon wissen, was ich meine.

    FG

    Oehrling



    falls ihr den Verdacht habt, dass das Eröffnungsposting dazu dienen sollte, einen Pilz als Kahlkopf sich bestätigen zu lassen, indem eine Story über Hund und Garten erfunden wird, frage ich mich, warum der Threaderöfffner Gummihandschuhe trägt - aus Angst den Pilz anzufassen...


    Falls ihr was anderes meint, stehe ich völlig auf dem Schlauch. Da ist mir das "Tequilla wird schon wissen..." und ein "gut erkannt" zu nebulös. Ich verstehe kein Wort eurer Andeutungen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Marcel,


    erstmal vielen dank für die Klarstellungen. Ich habe allerdings ein paar Fragen dazu und möchte auch ein paar Dinge klarstellen ;-).

    Stimmt. Da ich kein Chemiker bin, sondern "nur" Biologe, habe ich den im zitierten Artikel verwendeten offiziellen englischsprachigen Terminus für DMA nicht korrekt ins Deutsche übertragen. Statt des "e" muss da ein "i" stehen, was chemisch ja alles andere als irrelevant ist. Vielen Dank für die Korrektur!


    Was die Toxizität angeht, habe ich mich vielleicht auch nicht ganz korrekt ausgedrückt. Der besagte Röhrling wurde ja vielfach verspeist. Es sind keine aktuen Intoxikationen durch Genuss von Cyanoboletus cyanescens bekannt. Insofern spielt die Toxizität des DMA hier offensichtlich keine direkte Rolle. So war es letzten Endes gemeint.


    Zudem habe ich auch nur den 2018 publizierten Fachaufsatz zusammengefasst, den du hier frei lesen kannst: (PDF) Arsenic hyperaccumulation and speciation in the edible ink stain bolete ( Cyanoboletus pulverulentus )


    Wenn du hier betonst, dass DMA (natürlich dosisabhängig) durchaus deterministisch toxische Wirkungen zeigt, müsste man ja noch mehr vor dem Genuss dieses Röhrlings warnen. Ich selber ziehe aber ehrlich gesagt Informationen aus Primärliterartur (Fachartikeln) dem Inhalt von Wikipedia-Artikeln vor.


    Ich finde zudem, dass es rein faktisch nicht korrekt wäre, den Schwarzblauenden Röhrling als toxisch aufgrund des DMA-Gehalts zu bezeichnen, wenn er zigmal ohne Intoxikation verzehrt wurde. Da würde jeder - zurecht - erstmal den Kopf schütteln. Ich wollte aber keinesfalls das DMA verharmlosen. Da es hier aber nur um die Frage geht, ob man Cyanoboletus weiterhin als Speisepilz konsumieren soll, hatte ich mich auch nur in Bezug darauf geäußert - ich wollte nicht eine gefährlich-verharmlosende Aussage treffen, sondern im Gegenteil auf das stochastische Risiko (Cancerogenität) hinweisen.



    Mir ist durchaus bewusst, was man unter Signifikanz versteht.


    Ich möchte nochmals betonen, dass ich nur der Überbringer der Information bin. Ich habe die Inhalte des Fachartikels zusammengefasst und zudem die Originalquelle zum Nachlesen angegeben. Und die Aussage, dass keine signifikante Korrelation zum Boden gefunden wurde, ist ja inhaltlich korrekt.


    Nochmal: es geht primär darum, ob man diesen Pilz weiterhin als Speisepilz (z.B. in der Pilzberatung) freigeben / "empfehlen" soll oder nicht. Wüsste man, dass er nur auf hoch belasteten Böden von ehemaligen Industrieanlagen (wie es bei Imleria badia der Fall ist) solche hohe Mengen an DMA anreichern kann, dann wäre das für den normalen Pilzsammler eine Entwarnung.


    Die Grundaussage des Artikels ist, dass auch an "ganz normalen" Waldstandorten hohe DMA-Mengen erreicht werden können. Wie der Pilz das Arsen aufnimmt und wie er DMA aufbaut, das weiß ich natürlich nicht. Und das weiß auch nicht der Pilzsammler. Er kann von oben auch nicht entscheiden, ob hier das Grundwasser arsenhaltiger als anderswo ist. Es geht darum, dass auch in normal erscheinenden Habitaten Cyanoboletus erhebliche DMA-Mengen akkumulieren kann.


    Ich wäre mir nicht einmal sicher, ob Cyanoboletus überhaupt Grundwasserkontakt hat, um von dort Arsen aufzunehmen, aber das ist eine andere Frage. Weshalb die Autoren der Studie nur die Bodenproben untersucht haben und keine Grundwasserbohrungen vornahmen, sollte man die Autoren fragen, nicht mich ;-).


    Da ich kein Mediziner bin, geschweige denn Onkologe, bleibt mir nichts anders übrig, als der Studie, die ich zitiert habe, zu folgen. Ich selber kann nicht abschätzen, wie gefährlich Rauchen ist, wie gefährlich Dioxine sind oder wie gefährlich DMA ist. Bei den ersten beiden kann ich aber viele Studien lesen und habe da eher eine Möglichkeit, die Plausibilität der Risikoangaben nachzuvollziehen, da es entsprechend viele Studien gibt.


    Was die Grenzwerte des DMA angeht, kann ich wiederum nur auf die zitierte Studie verweisen:


    "Hyperaccumulation of arsenic in C. pulverulentus raises a serious question on the mushroom’s edibility. DMA is considered to be much less toxic than inorganic arsenic, at least concerning the acute toxicity. However, DMA is a probable human carcinogen according to the United States Environmental Protection Agency (US EPA) and definitely carcinogenic according to the International Agency for Research on Cancer (IARC) (IARC, 2012; US EPA, 2016). Therefore, the US EPA derived a benchmark dose lower limit (BMDL10 – for a 10% increase in risk) of 430 μg per kg body weight per day for DMA (US EPA, 2006). According to the European Food Safety Agency (EFSA), risk assessment of genotoxic and carcinogenic substances should be carried out by calculating the margin of exposure (MoE) (EFSA, 2005). The MoE is calculated by dividing the BMDL by the daily exposure. When using a BMDL10 that is derived from animal studies, an MoE of 10,000 or higher can be considered safe (EFSA, 2005)." Braeuer et al. (2018: 8)


    Zudem:


    "When calculating the MoE for an average person of about 70 kg body weight and using the median DMA concentration in fungal biomass (115 mg As kg−1 dry weight, which is roughly 12 mg As kg−1 fresh weight; N.B., concentrations only refer to the arsenic, not to the whole molecule), it becomes apparent that no more than 90 g fresh C. pulverulentus can be consumed per year (on a regular basis) without increasing one’s health risk (Table 3). For the highest DMA concentration (86 mg As kg−1 fresh mass), 12 g per year can increase risk of developing cancer." Braeuer et al. (2018: 8)


    Du zweifelst diese Aussagen an. Jetzt haben wir das übliche Dilemma - eine Studie sagt aus, eine Substanz sei krebserregend, eine andere gibt an, es sei möglich, aber nicht sicher belegt. Eine Studie bezieht sich sogar auf definierte Grenzwerte, die andere stellt es völlig in Frage.


    Ich sehe da als Laie Parallelen zu Glyphosat - die WHO stuft es als cancerogen ein, das EU-Parlament folgt dem nicht und gibt es frei. Die Herstellerfirma zweifelt die Studien zur Cancerogenität an (usw.).


    Sollten in dem Paper sachlich-inhaltliche Mängel sein, wäre das wichtig, diese anzumerken. Die Zeitschrift Food Chemistry ist peer reviewed, hat einen Impact Factor von 4.946 - siehe hier: Food Chemistry - Journal - Elsevier


    Wem soll man also glauben?


    Ich selber nehme solche Fachartikel ehrlich gesagt ernst. Ich kann aber als Laie nicht die Güte der Aussagen wirklich beurteilen. Mit fällt es aber schwer, wenn ich einen Fachartikel aus einem peer reviewed journal sehe, der Mengenangaben pro Jahr angibt und dann mit den zwei Sätzen endet, diesen nicht ernst zu nehmen:


    "C. pulverulentus is considered a good edible mushroom but in view of our results it should not be further recommended for consumption. Because of the carcinogenic potential of DMA, we advise against the regular consumption of more than 90 g of fresh mushrooms per year."


    Als aktiver Pilzberater und Pilzsachverständiger kann ich da nicht einfach drüber hinweggehen und weiterhin diesen Pilz zu Speisezwecken empfehlen. Zudem gibt es so viele andere essbare Pilze, dass ich es nicht als schlimm empfinde, diesen Pilz nicht weiter zu verzehren.


    Mir ist auch klar, dass jede Publikation nur das Aufstellen einer These ist, die auch in sich falsch sein kann. Die Community der Wissenschaftler wird über weitere Publikationen, hoffentlich auch über ein "Nachkochen" der Studie, diese kritisch überprüfen. Ich folge aber wie gesagt lieber einer aktuellen Studie, die auf wissenschaftlicher Basis erarbeitet wurde, als Sekundärquellen.


    danke für deinen klarstellenden Beitrag, der aufzeigt wie wenig konkretes eigentlich aus der Studie herauslesbar ist. Man hat im übrigen in Tschechien an entsprechend schwermetallbelasteten Standorten (wohl auch Arsen-belastet) im Kronenbecherling noch höhere Konzentrationen nachgewiesen, mit bis zu 7 Gramm pro Kilogramm Frischpilzmasse!

    Servus Andreas,


    das mit dem Kronenbecherling ist schon länger bekannt - nur wird der ohnehin nicht mehr als Speisepilz angesehen. Und was den ersten Satz angeht - mir ist schon bewusst, dass man Gegenwind bekommt, wenn man vor einen bekannten Speisepilz warnt. Hast du die Studie selber durchgelesen? Du bist ja als Prüfer der DGfM ein nicht ganz so unwichtiger Multiplikator. Im Prinzip kann man wohl jede Studie zu Cancerogenität anzweifeln. Wie gesagt: Stichwort Glyphosat. Ignorierst du entsprechende Publikationen, weil Cancerogenität zu sehr eine Grauzone ist oder nimmst du sie ernst?


    Ich selber sage mir: "better safe than sorry" - mir reicht, wenn ich die Wahl habe, wie ich mich ernähre / was ich konsumiere, dass der Verdacht besteht, etwas sei krebserregend. Wenn ich grille, dann entscheide ich selber, wie ich den Genuss der Möglichkeit, cancerogene Substanzen aufzunehmen, gegenüberstelle. Oder wenn ich mir mal aus Genussgründen eine Zigarre genehmige, was im Jahr sehr selten vorkommt. Ebenso könnte ich auch bewusst entscheiden, Cyanoboletus zu essen (ob einmal im Jahr, oder öfter).


    Was ich aber selber als schwierig ansehe: Aktuelle Studien direkt wegzuwischen mit dem Argument "wie wenig konkret..". Dabei ist diese Studie in ihren Aussagen sogar sehr konkret! Ob die Aussagen stimmig sind, ob sie richtig sind, das ist natürlich die Frage. Hier sage ich aber für mich in dubio contra reo - im Zweifel esse ich den nicht, bis das Gegenteil klar wurde, zumal die Stoffmengen, die nachgewiesen wurden, schon sehr hoch sind.


    Und damit ende ich mit einer letzten Frage an dich direkt: hast du die Studie selbst gelesen, um deine Aussage, wie "wenig konkretes eigentlich herauslesbar sei" selbst zu überprüfen? Bedenke bitte, dass deine Meinung bei vielen Gewicht hat - du bildest PSV aus.


    Vielleicht noch eine letzte Frage - hätte ich den Artikel lesen sollen und dann den Inhalt nicht zusammenfassen und anderen Pilzfreunden mitteilen sollen? Ich selber lese viele Fachartikel, weil ich mich sehr intensiv mit der Mykologie beschäftige. Ich weiß, dass das viele Pilzberater / PSV in der Intensität nicht machen. Daher möchte ich als "Service" interessante Dinge auch zusammenfassend weitergeben. Und hier hatte ich insbesondere gedacht, dass die Information für andere PSV sehr wichtig sei. Irre ich mich da? Sollte man sowas nicht weitergeben, obwohl man die Informationen hat?


    (ehrlich gesagt finde ich, dass Information nie schadet - ich finde es aber schade, wenn Studien zu schnell abqalifiziert werden, ohne entsprechende Gegenstudien zitieren zu können)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Tequilla,


    meist sind Pflanzen viel gefährlicher als Pilze für Hunde. Im Rasen werden immer wieder mal Pilze auftauchen (wenn nicht, wäre er so totgespritzt, dass der Garten für den Hund wirklich gefährlich wäre). Manchmal findet man in Gärten von besorgten Eltern oder Hundebesitzern Eisenhut, weil er so hübsch ist. Oder eine Thuja-Hecke. Wenn der Hund an einem Thujastöckchen kaut, drohen heftige Gewebsentzündungen im Mundbereich. Und beim Gassigehen muss man dringend auf den Riesenbärenklau achten - da haben manche Hunde sich schon beim Schnüffeln heftigste Verletzungen der Nase eingefangen (Furokumarine, Kontaktgift, teils auch über die Luft - sorgt für Ekzeme, Verbrennungen und ist krebserregend).


    Ich kenne deinen Garten nicht, weill dich da eher in Bezug auf Pilze beruhigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein giftiges Stück Holz durchgekaut wird (auch Pfaffenhütchen oder im Wintergarten der Oleander sind stark giftig, letzterer ein Hundsgiftgewächs, der Name sagt es schon...) ist viel größer als dass dein Hund einen Pilzfruchtkörper aus der Wiese frisst.


    Ich bin selber Hundebesitzer - und ich passe auf, an welchen Pflanzen meine Tapsie herumkaut. Leider wird hier viel Glyphosat gesprüht - und sie frisst gerne Gräser, auch am Feldrand... da bin ich Vorsichtig. Aber Pilze im Garten? Kein Problem... Im Vergleich zu den Gefahren der Botanik.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: der Pilz - jetzt ist klar, dass es der Heuschnittpilz ist (oder Grasschnittpilz), Panaeolina foenisecii - der ist harmlos.

    weißt Du zufällig, ob beispielsweise Fríes als Erstbeschreiber von Inocybe (- wenn ich mich da jetzt nicht irre- ) eine lateinische Beschreibung der Gattung verfasst hat, die uns bei der Wortherkunft weiterhelfen könnte?

    Servus Eberhard (und alle),


    ich kann mal bei Gelegenheit beim Fries nachblättern, glaube es aber ehrlich gesagt nicht.


    Da weiter oben auch Loma gefragt war (Hypholoma) - Loma ist auch altgriechisch und meint den Saum eines Kleides - also den unteren Rand eines Kleids. Daher bezieht sich bei den Pilzen "loma" auf den Hutrand. Hypholoma meint "mit Hyphen besetzter Hutrand" (subtantiviert natürlich) - vermutlich wegen des Velum universale, das bei vielen Arten erkennbar ist.

    Tricholoma bedeutet - haariger Hutrand (ebenfalls substantiviert).


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: das neue Rätsel ist nur für unseren Habicht als Exklusivrätsel? (falls nein kann ich morgen trotzdem nicht miträtseln, da ich dann mykologisch unterwegs bin)

    Der Punkt ist halt, daß man einen Pilz, der sich im Wurzelstock eines kranken Baumes befindet, wohl auch nur mit einem Pilz "entagonisieren" kann, der sich ebenso verhält. Und da beißt sich die Katze ind en Schwanz, weil für den Baum bedeutet es so oder so das Aus. Ist nur die Frage, wann.

    Servus Pablo,


    nein, so ist es eben nicht. Es geht ja darum, dass sich zwei Pilze bekämpfen. Dabei geht es nicht darum, wer dem Holz am meisten schadet, sondern wer die besseren Chemiewaffen einsetzt, um sich gegenseitig zu killen.


    Zudem geht es nicht darum, eine vorhandene Infektion zu stoppen, sondern neue Infektionen zu verhindern. So hat man beispielsweise bei Fällungsarbeiten die frischen Baumstümpfe gerne mit Phlebiopsis gigantea beimpft, da diese eine Anatgonistin zu Heterobasidion ist. Letzterer sollte die Stubben gar nicht erst besiedeln. Da Hetarobasidion annosum agg. auch im Boden vorkommt, weiß ich nicht, wie gut die Methode fruchtete. Früher habe ich öfter beimpfte Stubben gesehen als mittlerweile. Infos findet man z.B. hier: langer_bressem_2017_wurzelschwamm_antagonist_afz_3_17_inkl_zusatzinfos.pdf


    Dort wird gezeigt, dass es mit Kiefernstubben wohl klappt, mit Fichtenstubben hingegen (gegen Heterobasidion parviporum) eher nicht so gut.


    Ich habe übrigens mal einen Vortrag von Marc Stadler gehört, der meinte, man könnte einen Anatagonisten gegen Hymenoscyphus fraxineus anwenden, der gegen das Eschensterben helfen würde (im noch nicht befallenen Baum - mittels eines für den Baum relativ harmlosen Pilzes, der eine Ansiedlung des Hymenoscyphus verhindere... mir fällt nur nichtr mehr ein, welcher Pilz das war...).


    Es geht also im Gegenteil darum, einen für das Holz aggressiven Pilz durch einen für das Holz harmlosen Pilz zu ersetzen (im lebenden Baum) bzw. mit diesem den Befall direkt zu verhindern (das ist der eigentliche Ansatz). Das mit der Phlebiopsis läuft ja etwas anders, da hier keine Lebendbäume beimpft werden, wobei Phleiopsis da wohl auch harmlos im Vergleich zu Heterobasidion wäre.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    Cantharellus pallens ist der ältere Name und der wurde in der letzten Revision der Gattung als korrekter Name für den bereiften Pfifferling verwendet. Insofern wird die Synonymie auch von einem der beiden Autoren von Canth. subpruinosus, namentlich Bart Buyck, bestätigt:


    Ibai Olariaga, Gabriel Moreno, Jose Luis Manjón, Isabel Salcedo, Valérie Hofstetter, Diego Rodríguez & Bart Buyck (2016):

    Cantharellus (Cantharellales, Basidiomycota) revisited in Europe through a multigene phylogeny. Fungal Diversity, DOI 10.1007/s13225-016-0376-7 (online published 17.11.2016)


    Der Artikel ist ein Muss für Cantharellus-Freunde / Bestimmer. Hier findet man den Schlüssel auf Deutsch: Der Cantharellus-Fred


    An Jörg weiterhin gute Besserung - da kann man froh sein, im Zeitalter des Handys zu leben. Früher wäre das schnell tragisch ausgegangen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Kagi,


    ich hatte mal einen Altphilologen gefragt - wenn ich's mir richtig geemrkt habe, bedeutet cybe eigentlich Würfel und war ein umgangssprachlicher Ausdruck für Kopf - so wie im Deutschen "Rübe" auch Kopf bedeuten kann. Deshalb werde cybe auch wie "Kübbe" ausgesprochen, da eben griechisch, also Cononcybe ausgesprochen wie Konohkybbe...

    Die Bedeutung als Kopf steckt auch in Kybernetik (auch da mit "k").


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Emil,


    ja, es wurde mittlerweile noch Paxillus cuprinus vom Kahlen Krempling abgetrennt und der Erlenkrempling sind jetzt drei Arten. Das Problem dabei ist, dass ich davon nur zwei kenne, den dritten Erlenkrempling aber nicht. Deshalb fällt es schwer, hier zu schlüsseln. Da ist mal wieder das Sequenzieren gefragt.


    Paxillus cuprinus erkennt man an einem deutlichen Rotton im Sporenpulver, das aber nicht so dunkel ist wie bei Paxillus obscurisporus. Er wächst nach aktuellem Stand nur an offenen Stellen, also nicht im Wald, sondern eher in Parks unter Solitärbäumen oder an offenen Böschungen - wo halt viel Licht reinkommt. Und er bevorzugt die Birke. Man kann ihn noch an den angedeutet mandelförmigen Sporen erkennen. Das wurde vor kurzem hier diskutiert, da habe ich auch die Sporenform gezeigt:Paxillus validus (ich habe auf das entsprechende Postuing verlinkt - der Thread erklärt da Vieles)


    Ich werde einen aktualisierten Schlüssel vorbereiten, allerdings muss ich dafür das Erlenkremplingsproblem irgendwie hinbekommen - ich schlüssle nicht gerne mit ITS-Sequenzabschnitten...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Aba Peda, des waar do ned spoadlich, wenn I Dia sogn dad, welchane Oad Buiz des iis. Host scho rechd, in am Forum kunnsdas lesn, des mid da Huadhaud... aba ned hia im EU, do ned...


    Aba a Mineral, sogamoi, spinnst etz? ==Gnolm4 I und a Mineroi? ==Gnolm21Do ess I liaba a Zidron pua... Herrschafdszeidnkreizsagradi... ==Gnolm14


    An scheenan Gruass - mia seng uns schon no ==Gnolm7

    Christoph

    Servus Björn,


    ich würde nicht öffentlich äußern, wie du an das paper gekommen bist, da es rechtlich nicht wirklich grau ist. Es gab recht große Gerichtsprozesse deshalb, weshalb der Betreiber des öfteren die Adresse wechseln muss... Das Portal hat die Prozesse verloren.


    Deshalb: man schweigt lieber, wenn es um das Thema geht ;)


    Beorn, ich hätte dir das paper auch als PN geschickt, wenn du gewollt hättest.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Björn,


    die Stephanocysten hast du wirklich super dargestellt. Dabei handelt es sich um die Fangapparate für Nematoden. Peniophorella praetermissa s.l. ist ein Nematodenfänger.


    Dass es sich bei Peniophorella praetermissa um ein Artenaggregat handelt, ist schon länger bekannt. Ich empfehle hier die Studie von Hallenberg et al. (2007):


    Nils HALLENBERG, R. Henrik NILSSON, Alexandre ANTONELLI, Sheng-Hua WU, Nitaro MAEKAWA, Björn NORDÉN (2007):

    The Peniophorella praetermissa species complex (Basidiomycota). Mycological research 111: 1366–1376.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: falls Interesse an dem apper besteht, einfach Bescheid geben...