huehnchen69, mit dem neuen Grundstücksnachbarn, der die Wiese nun gepachtet hat, hatte ich bereits vor einiger Zeit gesprochen und ihn auf die schönen Saftlinge nebenan aufmerksam gemacht. Der Mann verwies auf ein Schild am Auto, auf dem Forst stand und sagte mir, dass er Kirschrote Saftlinge kennen würde. Die Frau meinte - Zitat: Und was habe ich davon?
Über Saftlinge und genau diese Wiese konnte ich im letzten Jahr einen Beitrag lancieren. Mit schönen Fotos. Ich denke, die Situation ist allgemein bekannt.
Über den Stand auf der Verwaltungsebene kann nur spekulieren. Möglicherweise hat die Naturschutzbehörde ja eine Anordnung erlassen oder ist dabei eine rechtssichere Verfügung zu erlassen und der Amtsschimmel braucht länger als der Gärtner. für die Umgestaltung.
Dein Engagement zur Schuderbachwiese habe ich verfolgt und deinen Einsatz bewundert, Kauz. Ich bin mir aber nicht sicher, ob nicht auch dem Golf-Investor die Puste ausgegangen ist, sodass die Pläne am Ende nicht umgesetzt wurden. Der Transrapid ist seinerzeit auch nicht an der auf der geplanten Trasse lebenden Großtrappe gescheitert, sondern am Führungswechsel bei der DB AG. In der Regel werden Naturschutzbelange bei größeren Verfahren weggewogen und notfalls durch Ersatzmaßnahmen kompensiert.
Hier liegt der Fall etwas anders. Es gibt kein öffentliches Interesse an dieser Nutzungsänderung!
Das Bundesnaturschutzgesetz untersagt die Standorte von besonders bzw. streng geschützten Arten zu beschädigen oder zu zerstören. Die BundesartenschutzVO weist alle Hygrocybe-Arten als streng geschützt aus. Bußgelder bis zu 20.000 € können je nach Bundesland bei Verstößen verhängt werden.
Der Bürgermeisterin ist bekannt, dass streng geschützte Pilzarten auf der Wiese wachsen. Der Pächter auch. Hier wird also durch die Verwaltung und den Pächter gleichermaßen mit Vorsatz gegen bestehendes Recht verstoßen. Dass ich das nicht auf sich beruhen lasse, ist klar.
Liebet Michael, danke für deine lieben Wünsche und den Vermittlungsversuch. Aber eine kleine Replik an Kauz sei mir doch gestattet. Sicher haben weder die Performance der Ampel, noch die, wie du schreibst die Polit-Grünen dem Naturschutz gedient. Aber das Interesse an Naturschutz war auch schon vor der Zeit der Ampel gering. Dass Klima- Natur- und Artenschutz keinen hohen Stellenwert genießen, obwohl sie existenziell für das Überleben unserer Spezies sind, wollen Menschen nicht wissen. Es ist im Augenblick bequemer und billiger auf solche Schutzmaßnahmen zu verzichten. An das Morgen, an unsere Kinder und Enkel zu denken, macht keinen Spaß. Deshalb finden sich auch keine politischen Mehrheiten diese so wichtigen Maßnahmen zu forcieren.
Mein Eindruck ist, dass heute unser sicher geglaubtes Leben zunehmend durch äußere Einflüsse, wie Putins Ukraine-Krieg oder Trumphs, Iran-Krieg u.a. aus den Fugen zu geraten scheint. In einer Zeit, wo viele schmerzliche gesellschaftlichen Reformen anstehen, haben alle demokratischen Kräfte einen schlechten Stand. Die gegenwärtige Regierung tut sich ja auch schwer, die Probleme zu lösen.
Asozialen Medien, in denen Ängste und Hass geschürt werden und zunehmend Populisten bieten scheinbar bequeme und einfache Lösungsvorschläge an. Das Interesse der Menschen, krude Thesen und die Auswirkungen solcher populistischen Vorschläge zu hinterfragen, ist gering. Was z.B. hat die Welt oder was haben die Menschen in den USA von Trumphs "Amerika-first-politik und dem Irankrieg als höhere Lebenshaltungskosten? Untere dem Motto: Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen. Aber zurück zum eigentlichen Thema.
Es geht um die Einhaltung von geltenden Rechtsnormen Das Bundesnaturschutzgesetz und die Bundesartenschutzverordnung gelten in ganz Deutschland, auch in diesem kleinen Dorf und auch, wenn sie die Akteure vor Ort nicht interessieren.
Mein Problem ist, dass ich für mich keine raschen Handlungsoptionen sehe und wohl nur nachtreten kann, wenn die Wiese bereits zerstört ist. An einen Baum kann man sich anketten, aber eine geeignete Form des zivilen Ungehorsams gegen einen spatenschwingenden Gärtner fällt mir nicht ein. Ich habe mehrere Petitionen gestartet. Keine ist schneller als nach vier Monaten beantwortet worden. Auch das Anrufen der Fachaufsicht oder des Landrates hilft aktuell nicht. In drei Wochen sind hier Wahlen. Da setzt sich niemand in die Nesseln bei so einem in der Öffentlichkeit unbeliebten Thema.