Ich muss leider kurzfristig absagen. Vermutlich werde ich krank. Geh jetzt ins Bett. Viel Vergnügen zusammen!
Beiträge von Wutzi
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Ich hätte da heute mal zwei Orchideenfragen. Davon hab ich viele Fotos, aber kaum Pilze.
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Phytos beschäftigt, im Garten alles nur so grünt und blüht.
Aber Björn, du weißt doch, dass man Äpfer nicht mit Kartoffeln vergleichen soll. Karl‘s Gartenparadies besteht zu 95% aus Orchideen und anderen edlen Gewächsen, die ganz überwiegend gegen Phytos immun sind. Triviale Gartengewächse wie meinen Teppichphlox oder Lupinen hat er wohlweislich nicht kultiviert. So kann er zu Hause getrost Phytosporen verbreiten, ohne Schaden anzurichten.
Nee, nee. Ich bleib dabei: schöner Blumengarten und Phytos schließen sich aus.
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Beifang heute bei den Orchideen:
Graslilien mit Landschaft.
Himmelblaue Bläulinge beim Tanzen
Die tanzten eine ganze Weile. Hielten leider nicht richtig still.
Grüni hatte den letztens Smaragd-Fallkäfer meinte Obs.
Mein Lieblingsmotiv.
Ach so, ja, Orchideen gab’s auch. Aber die Anderen zeig ich euch, wenn die Orchideenzeit vorbei ist.
Hier nur mal eine kleine Kostprobe:
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Lieber Michael, ein gut gemeinter Rat. Hör nicht auf boccaccio und Climbingfreak: Lass. Dich. Nie. Auf. Phytos. Ein!
Und wenn, dann nur um sie vollständig, also bis auf die letzte Thelie oder Uredie oder wie auch immer die Dinger genannt werden, auszurotten.
Ansonsten werden die sich irgendwann rächen und deine (Vor)-Gartenpflanzen vernichten.
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Moin ich hab Orchideengedöns , eine Blüte extra für Björn und einen einzigen Bovist zu zeigen. Die Voreilenden Ackerlinge hab ich nicht fotografiert, weil sie gedörrt und die Maipilze nicht, weil sie erfroren waren.
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Moin, A. crocea hab ich hier gern und manchmal auch reichlich auf saurem Boden bei Fichte und Birke.
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Hallo Kauz,
diese Pflanze ist wirklich die Pest. In einigen Regionen wächst kaum noch etwas Anderes an den Wegrändern. Bei Großkochberg haben wir eine Versuchsfläche gesehen, wo getestet wird, wie man der invasiven Art beikommen kann. Ich hoffe sehr, dass man eine Möglichkeit findet, die gegen diese Bedrohung der heimischen Arten hilft.
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Hallo zusammen,
alle Jahre wieder im Mai geht es in die Kalk-Magerrasengebiete in Thüringen.
Hier ein paar Fotos von unseren Orchideenspaziergängen. Zunächst aus einem Gebiet bei Jena.
Hier gibt es die meisten Orchideenarten Thüringens. Für mich war am beeindruckendsten die Fülle der Hybriden aus Purpurknabenkraut- Orchis purpurea und dem Helmknabenkraut - Orchis militaria.
1. Ein Blick auf die Landschaft, in der sich leider das invasive Orientalische Zackenschötchen breit macht.
2. Immer wieder gibt es Exemplare der Bocksriemenzunge.
3. Ein Himmelblauer Bläuling.
4. Roter Dipdam
5. Überall im Gebiet findet man das Helmknabenkraut.
6. Ebenso das Purpurknabenkraut
7. Die Hybriden sind eine Augenweide.
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10. Andere Orchideen wie das Zweiblatt gab es auch.
11. Hübsch sind auch die winzige Fliegenragwurze -wenn man sie denn findet.
12. Die Blüten sehen aus wie winzige Männchen mit Flügeln.
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Mein Fazit ist daher so simpel wie frustrierend... "selber machen, dann kann man sich wenigstens drauf verlassen, dass es auch ordentlich gemacht wird".
Das ist einer meiner Lieblingssprüche, Florian. Der hat hier nur einen Haken. Du musst gesundheitlich in der Lage sein. Eine dauerhafte Lösung ist das nicht.
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Ach ja, Hilmi? Mal sehen. Hab hübsche Orchideen und viele. Aber keine seltenen. Dafür seltene Pflanzen und einen ekligen Phyto. Den darf Björn von Ferne bestimmen, die befallenen Pflanze auch. Die waren alle so krank, dass Obs keine gescheite Diagnose stellen konnte.
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Moin Grüni, genau, oben gute Laune, Links gute Laune…😍
Das ist ein Rosenkäfer, denke ich. Zumindest wenn er so 3 cm lang war.
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Moin, vielleicht hab ich ja irgendwas in den falschen Hals bekommen, oder dir fehlen noch ein paar Informationen, Bernd. Ich fasse noch mal die Eckdaten zusammen.
Die Wiese hat ca. 500 Quadratmeter und gehört der Gemeinde. Sie kann nicht überbaut werden, weil ein Bach drunter durchfließt. In den letzten 6 Jahrzehnten war sie von der einen Nachbarin für einen symbolischen Euro gepachtet worden, die sie gemäht hat, damit die Samen nicht zu ihr aufs Grundstück geweht werden.
Aus Altersgründen hat die über 80jährige vor drei Jahren die Wiese an die Gemeinde zurückgegeben.
Vor fünf Jahren habe ich erkannt, dass dort seltene Wiesenpilze wachsen und begonnen, zu kartieren.
2022 ist der Boletus-Artikel über die Wiese erschienen. Den habe ich der Bürgermeisterin mit dem Hinweis geschickt, dass es sich um eine einmalige Wiese mit zig geschützten Pilzarten handelt und darum gebeten, die Wiese 1-2 mal im Jahr zu mähen und das Schnittgut zu beseitigen.
Das hat dann auch ganz gut geklappt.
Im Zusammenhang mit der Zerstörung eines anderen Saftlingshabitats, wo einiges bei der Abstimmung der Behörden schief gelaufen war, hatte ich vor 2 Jahren Kontakt zur UNB und sie in Kenntnis über die kleine Wiese gesetzt. Diese hat sich daraufhin vorsorglich bei der Gemeine über die kleinen Wiese erkundigt und die Auskunft bekommen, dass die Gemeinde nicht vor hat, die Wiese anderweitig zu nutzen.
Im Rahmen meiner Wiesenpilzvorträge beim hiesigen Landschaftspflegeverband und dem Beirat von Natura 2000 habe ich selbstverständlich sondiert, ob es die Chance zur Übernahme der Wiese durch NGOs oder in irgendwelche Programme gibt. Aus mehreren Gründen, aber vor allem weil die Fläche so winzig ist, hat sich da keine Möglichkeit ergeben.
Wenn ich 20 Jahre jünger wäre, hätte ich
sie gepachtet oder gekauft und Zeit eine langfristige Lösung zu suchen. Unabhängig davon ist Fakt, dass jemand gefunden erden muss, der sich dauerhaft kümmert. Wenn ein Nutzungsönderungsstopp verfügt wird, werde ich auf die hiesigen Umweltverbände zugehen. Allerdings male ich mir keine großen Chancen aus. Thüringen ist ein kleines, bevölkerungsarmes Land mit großartigen Orchideenbeständen. Da sind die Ressourcen begrenzt und der Fokus liegt nicht unbedingt auf Wiesenpilzen.
Warum ich vor Ort nicht unbedingt die Werbetrommel für die Fläche rühren will, hat Christoph schon angerissen. Nicht alle Menschen finden es sinnvoll, dass die Wiese nicht gärtnerisch genutzt werden soll. Für die meisten hier ist Naturschutz nur relevant, wenn es darum geht, die Windmühlen der Schande zu verhindern.
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Das ist offensichtlich so, liebe Sabine. Der Amtsschimmel war nur ein bisschen langsamer als der Gärtner.
Bis so ein Brief von allen EntscheidungsträgerInnen abgesegnet ist, kann das schon mal ne Weile dauern. Und die Post ist auch nicht mehr so fix wie früher. Da braucht es schon mal 3 Wochen bis so ein Brief abgeschickt ist. Blöd gelaufen.
kruenta, bitte lies doch mal genau von Anfang an. Alles. Dein Rundumschlag passt einfach nicht.
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Danke Stefan und Grüni,
an den Beitrag von Botschafter habe ich mich auch sofort erinnert, Grüni/Kagi. Aber da liegen die Dinge anders. Gemeinsames Problem ist nur, dass die Saftlingswiese zerstört wird. Bei meiner Wiese geschieht es rechtswidrig. Eine Abwägung zwischen öffentlichem Interesse und Naturschutz ist nicht nötig, weil es hier ja nur das private Interesse eines Einzelnen gibt.
Heute hatte ich Kontakt mit der UNB. Sie hatte bereits an die Gemeinde geschrieben, das Schreiben hat offensichtlich noch nicht erreicht. Sie will sich kümmern. Ich bin gespannt.
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Danke, lieber Karl. Das hilft schon mal.
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Danke für den kleinen Ausflug in die fachliche Terminologie, faria. Du hast zweifellos Recht, dass der richtige Gebrauch der Begriffe maßgeblich dafür ist, ob man von Behörden ernst genommen wird.
Gibt es auf der Fläche vielleicht noch schützenswerte (RL-/BArtSchV-/FFH-relevante) Pflanzenbestände, mit denen Naturschutzverbände zusätzlich überzeugt werden könnten?
Leider nicht. Die Vegetation ist völlig unspektakulär, aber typisch für Saftlingswiesen: Habichtskraut, Runzelbrudermoos, Witwenblumen und solche Sachen. Da gibts kein seltenes Bonuspflänzchen.
Dass mir keine Klagebefugnis zusteht hatte ich schon erwartet, danke für die Einordnung Kauz . Ich bin ja nicht rechtlich beteiligt das ist etwas für die, die zur Verbandsklage berechtigten. Ich werde mich kümmern.
Nach meiner Kenntnis bin ich die einzige, die in Thüringen im Rahmen von Natura 2000 oder für den Landschaftspflegeverband Vorträge über Saftlinge und andere seltene Wiesenpilze macht. Irgendwie ändert sich gerade ein Bisschen was in der Wahrnehmung der Bedeutung der Funga insbesondere für die Biodiversität. Es gibt ein Flrderprogramm für Bergwiesen. Aber für das Thema Pilze gibt es wenig Kompetenzen und die kleine isolierte Wiese scheint nicht in das Raster der Maßnahmen zu passen, bei der sich eine Förderung lohnen würde. Ich hatte das Thema bereits vor einiger Zeit ohne Ergebnis
mit Leuten vom Landschaftspflegeverband diskutiert.
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Danke StefanHH für deine Vorschläge. Einen Anwalt in Sachen Umweltrecht kenne ich erst einmal nicht. Es geht um eine innerörtliche Wiese im Dorf Katzhütte. Da ein verrohrter Bach unter dem Grundstück fließt, ist das Grundstück kein Bauland und wurde jahrzehntelang als Wiese genutzt. Für mich selbst schließe ich einen Rechtsstreit mit der Gemeinde aus, da hier insgesamt die Bevölkerung, wie es Kautz formulierte, bei Naturschutzthemen dicht macht und ich nicht plane, meinen Wohnort aufzugeben. Allein gegen das eigene Dorf ist angesichts der politischen Gemengelage hier keine Option.
Am Montag werde ich den Kontakt zu BUND und Nabu suchen und versuchen, sie für das Vorhaben zu gewinnen. Da das Thema Pilze hier in Thüringen nach meiner Kenntnis in Thüringen bei den NGO´s keine große Rolle spielt, male ich mir allerdings keine allzugroßen Hoffnungen aus.
Gemeinsam mit Alexander Karich hatte ich einen Beitrag in der 100. Ausgabe des Boletus im Jahr 2022 einen Beitrag über diese Wiese veröffentlicht. Titel war "Mykologische Erfassung einer Magerwiese in Katzhütte im Thüringischen Schiefergebirge". Seit 2022 sind etliche Arten hinzugekommen. Ich hatte die Wiese ja erst in der Saison zuvor entdeckt. Die Funde hatte ich jeweils kartiert und sie wurden in der Datenbank von Pilze Deutschland erfasst. Seit es möglich ist, im Portal der Roten Liste die Funde selbst zu veröffentlichen, sind diese dort mit Standortfoto erfasst. Insofern denke ich, dass die Plausibilität gegeben ist. Als Kronzeugen für die Korrektheit der Liste würde ich versuchen, Alexander Karich und Karl Wehr Karl W zu gewinnen.
Dein LBV-Pilzprojekt ist ein Träumchen, Tricholomopsis. Dazu kann ich kann dich nur beglückwünschen. Doch so wie in Bayern, laufen die Dinge hier leider nicht!
Ich bin gerade ein bisschen ratlos. Falls es gelingt, Teile der Saftlingswiese zu retten, muss eine Perspektive her und die muss auch ohne mich als Einzelperson funktionieren. Mir kommt gerade mein Optimismus abhanden. Ich sehe wenig Chancen und bin ein bisschen ratlos.
Klar, die Gemeinde ist im Unrecht und das ist ihr auch nachzuweisen und dafür kann sie mit einem hohen Bußgeld belegt werden. Doch das hilft den vom Aussterben bedrohten und seltenen Pilzarten nicht. Es ist zum Heulen.
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Ganz herzlichen Dank, Christoph für die Einordnung.
Mit den Rote-Liste-Arten gibst du mir ein hervorragendes Argument an die Hand, das mir nicht bewußt war.
Ich habe einen Screenshot der von mir erfassten Arten und deren Rote-Liste-Status gemacht. Demnach sind mindestens drei vom Aussterben bedrohte Arten dort vertreten, 4 Arten sind in der Kategorie 2.
Von H. aurantiosplendens gab es 2024 mehr als 100 Exemplare auf der kleinen Wiesenfläche. Karl W und andere Pilzexperten sind begeistert gewesen.
Wenn ich dich richtig verstehe, könnte einer der anerkannten klagebefugten Verbände mit einer einstweiligen Verfügung damit einen Nutzungsänderungstopp erzwingen? Als Privatperson habe ich diese Befugnis ja nicht, richtig?
Morgen studiere ich dein Projekt in aller Ruhe. Sicher kann ich daraus auch einiges mitnehmen.
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huehnchen69, mit dem neuen Grundstücksnachbarn, der die Wiese nun gepachtet hat, hatte ich bereits vor einiger Zeit gesprochen und ihn auf die schönen Saftlinge nebenan aufmerksam gemacht. Der Mann verwies auf ein Schild am Auto, auf dem Forst stand und sagte mir, dass er Kirschrote Saftlinge kennen würde. Die Frau meinte - Zitat: Und was habe ich davon?
Über Saftlinge und genau diese Wiese konnte ich im letzten Jahr einen Beitrag lancieren. Mit schönen Fotos. Ich denke, die Situation ist allgemein bekannt.
Über den Stand auf der Verwaltungsebene kann nur spekulieren. Möglicherweise hat die Naturschutzbehörde ja eine Anordnung erlassen oder ist dabei eine rechtssichere Verfügung zu erlassen und der Amtsschimmel braucht länger als der Gärtner. für die Umgestaltung.
Dein Engagement zur Schuderbachwiese habe ich verfolgt und deinen Einsatz bewundert, Kauz. Ich bin mir aber nicht sicher, ob nicht auch dem Golf-Investor die Puste ausgegangen ist, sodass die Pläne am Ende nicht umgesetzt wurden. Der Transrapid ist seinerzeit auch nicht an der auf der geplanten Trasse lebenden Großtrappe gescheitert, sondern am Führungswechsel bei der DB AG. In der Regel werden Naturschutzbelange bei größeren Verfahren weggewogen und notfalls durch Ersatzmaßnahmen kompensiert.
Hier liegt der Fall etwas anders. Es gibt kein öffentliches Interesse an dieser Nutzungsänderung!
Das Bundesnaturschutzgesetz untersagt die Standorte von besonders bzw. streng geschützten Arten zu beschädigen oder zu zerstören. Die BundesartenschutzVO weist alle Hygrocybe-Arten als streng geschützt aus. Bußgelder bis zu 20.000 € können je nach Bundesland bei Verstößen verhängt werden.
Der Bürgermeisterin ist bekannt, dass streng geschützte Pilzarten auf der Wiese wachsen. Der Pächter auch. Hier wird also durch die Verwaltung und den Pächter gleichermaßen mit Vorsatz gegen bestehendes Recht verstoßen. Dass ich das nicht auf sich beruhen lasse, ist klar.
Liebet Michael, danke für deine lieben Wünsche und den Vermittlungsversuch. Aber eine kleine Replik an Kauz sei mir doch gestattet. Sicher haben weder die Performance der Ampel, noch die, wie du schreibst die Polit-Grünen dem Naturschutz gedient. Aber das Interesse an Naturschutz war auch schon vor der Zeit der Ampel gering. Dass Klima- Natur- und Artenschutz keinen hohen Stellenwert genießen, obwohl sie existenziell für das Überleben unserer Spezies sind, wollen Menschen nicht wissen. Es ist im Augenblick bequemer und billiger auf solche Schutzmaßnahmen zu verzichten. An das Morgen, an unsere Kinder und Enkel zu denken, macht keinen Spaß. Deshalb finden sich auch keine politischen Mehrheiten diese so wichtigen Maßnahmen zu forcieren.
Mein Eindruck ist, dass heute unser sicher geglaubtes Leben zunehmend durch äußere Einflüsse, wie Putins Ukraine-Krieg oder Trumphs, Iran-Krieg u.a. aus den Fugen zu geraten scheint. In einer Zeit, wo viele schmerzliche gesellschaftlichen Reformen anstehen, haben alle demokratischen Kräfte einen schlechten Stand. Die gegenwärtige Regierung tut sich ja auch schwer, die Probleme zu lösen.
Asozialen Medien, in denen Ängste und Hass geschürt werden und zunehmend Populisten bieten scheinbar bequeme und einfache Lösungsvorschläge an. Das Interesse der Menschen, krude Thesen und die Auswirkungen solcher populistischen Vorschläge zu hinterfragen, ist gering. Was z.B. hat die Welt oder was haben die Menschen in den USA von Trumphs "Amerika-first-politik und dem Irankrieg als höhere Lebenshaltungskosten? Untere dem Motto: Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen. Aber zurück zum eigentlichen Thema.
Es geht um die Einhaltung von geltenden Rechtsnormen Das Bundesnaturschutzgesetz und die Bundesartenschutzverordnung gelten in ganz Deutschland, auch in diesem kleinen Dorf und auch, wenn sie die Akteure vor Ort nicht interessieren.
Mein Problem ist, dass ich für mich keine raschen Handlungsoptionen sehe und wohl nur nachtreten kann, wenn die Wiese bereits zerstört ist. An einen Baum kann man sich anketten, aber eine geeignete Form des zivilen Ungehorsams gegen einen spatenschwingenden Gärtner fällt mir nicht ein. Ich habe mehrere Petitionen gestartet. Keine ist schneller als nach vier Monaten beantwortet worden. Auch das Anrufen der Fachaufsicht oder des Landrates hilft aktuell nicht. In drei Wochen sind hier Wahlen. Da setzt sich niemand in die Nesseln bei so einem in der Öffentlichkeit unbeliebten Thema.
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Wenn die Gemeinde vorhätte, dort einen Autobahnanschluss zu bauen, oder das von langer Hand geplante Hallenbad - dann sähe ich ja auch schwarz. Aber gärtnerische Nutzung?
Genau das ist der Punkt, liebe Sabine. Wenn es ein Vorhaben von öffentlichem Interesse wäre, könnten Naturschutzbelange einfach „weggewogen“ werden. Die private gärtnerische Nutzung ist aber nicht von öffentlichem Interesse. Demzufolge sehe ich hier einen klaren Rechtsbruch.
Die Gemeinde hat aus hausgemachten Gründen (teure Investitionen direkt nach der Wende) kein Geld. Das Wiesenstück ist lästig, verpachtet bringt es ein paar Euro. Ich hätte es gekauft oder gepachtet, wenn ich ein paar Jahrzehnte jünger wäre. Aber es muss sich ja auch jemand kümmern, wenn ich das nicht mehr kann. Meine Hoffnung war, dass der kleine Wiesenschatz irgendwann zu einer festen gemeindlichen Instanz werden würde. Falsch gehofft, das schafft hier nur der Karnevalsverein.
Die Idee einen schriftlichen Antrag zur Unterschutzstellung zu stellen, quasi als Trittsteinhabitat finde ich gut. Das werde ich tun. Auch an den Vorschlag, mich an den Nabu o.a. Verbände, zu wenden, wie Cyathus es vorschlägt, werde ich mich halten, wenn die kleine Saftlingswiese diesen Irrsinn übersteht.
Aber das hilft aktuell leider nicht, dem gärtnerischen Unfug ein Ende zu setzen.
Die Bürgermeisterin und die Naturschutzbehörde haben meine Emails erst am Montag. Ich habe das Gefühl, das bis dahin vollendete Tatsachen geschaffen sind.
Es ist so unendlich frustrierend!
