Beiträge von Karl W

    Hallo zusammen,
    gewöhnlich bestimme ich den Österreichischen Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca) anhand der Sporen und der Haare der Außenseite.

    Ein Teil der Sporen ist an den Enden eingedellt und im Inneren sind viele, kleine Tropfen zu sehen.


    Die Haare der Außenseite sind gekräuselt bis korkenzieherartig verdreht


    Auch wenn damit die Bestimmung der mitteleuropäischen Arten ausreichen abgesichert ist habe ich jetzt mal versucht, die bei der Keimung von S. austriaca beschrieben Bildung von Konidiosporen zu beobachten. Versuchsobjekt war ein voll ausgereifter Fruchtkörper in dessen Inneren schon weißes Sporenpulver zu sehen war.


    Mit einigen Tropfen Wasser wurden die Sporen in die Mitte des Fruchtkörpers gespült und dieser dann in einer verschlossenen Dose drei Tage bei Raumtemperatur gelagert. Hier das erfreuliche Ergebnis :)
    Der überwiegende Teil der Sporen hatte zu keimen begonnen.




    Auch im Präparat gut sichtbar


    Daneben auch bereits abgelöste Konidiosporen


    LG Karl

    Hallo Noszia,

    zu der Zeichnung bei Robch passen die Zystiden recht gut, womit hast Du denn verglichen?

    LG karl

    Hallo Brassella

    Die Violette Schuppenwurz wird auch Gewöhnliche Schuppenwurz genannt und ist Lathraea squamaria. Die violette Fabrbe kann sehr unscheinbar sein, ist bei ganz jungen Exemplaren meist am Schönsten, kann aber auch weniger spektakulär aussehen.

    LG Karl



    Hier noch eine Aufnahme von einem anderen Standort aus dem Vorjahr

    Auch ich bin wieder hin und weg, Karl!

    Völlig begeistert von den gezeigten Pilzen und Blumen, von den Fotos sowieso!

    Rainer und Dich sehe ich gemeinsam mit Dieter und Matthias als eines der "Dreamteams" in Sachen Pilzwanderungen und ~fotografie.

    Hallo Nobi,
    danke für das dicke Kompliment, das ich gerne an Rainer weitergebe. Du brauchst Dein Licht aber nicht unter den Scheffel zu stellen, da Deine Berichte von der Qualität locker mithalten können.
    LG Karl

    Hallo Kuschel,
    den Acker-Gelbstern oder auch Acker-Goldstern haben wir uns mal von Spezialisten bestätigen lassen, da Pflanzenbestimmung nicht wirklich unsere Stärke ist. Es gibt da noch einige änliche Arten, mit denen Du zur Sicherheit vergleichen kannst. gagea_haar.htm#1

    Die schwarzen Spitzen gehören zu einer kleinen Segge, die noch nicht voll entwickelt ist.

    LG Karl

    @ Karl , deine Sarcoscypha austriaca hat sehr gelbliche töne , ist das Falschverfärbung oder echt ?

    Hallo Beli,
    die Aufnahme wurde in praller Sonne gemacht, ohne den Weißabgleich zu verändern, weil mir das warme Rot gefiel. :)
    Bei der var. lutea ist die Innenseite gelb. Gelegentlich kommen auch Fruchtkörper in orange oder sogar weiß vor, was m. E. allerdings ebenso wenig taxonomisch relevant ist, wie die var. luta.
    LG Karl

    Danke für Euer positives Feedback :)

    Ach Karl, was für eine seelische Grausamkeit! Morcheln- sogar unterschiedlicher Arten und Größe, Becher und dann diese bezaubernden Blüten. Wunderschön. Am meisten beeindruckt hat mich die Violette Schuppenwurz. Die habe ich noch nie gesehen. Danke fürs Mitnehmen auf Eure Frühlingsexkursion.

    Morcheln finden wir in Erster Linie durch die jahrelange, regelmäßige und oft vergebliche Fahrerei von Rainer. Über die Schuppenwurz habe ich ich auch gefreut, da sie mir bisher nur von einem anderen Standort bekannt war.

    Wow - ganz tolle Fotos Karl!

    Danke Maria, das ermutigt zu weiteren Beiträgen


    Auch Euch Danke für die netten Worte.
    Die Erscheinungszeiten der Pilze sind kaum zu vergleichen, da unsere Fundgebiete aus ca.100 bis fast 500 m Höhe stammen und wir sowohl schattige Tallage als auch wärmebegünstigte Südlagen besucht haben. Hinzu kommt, dass die gezeigten Pile teilweise in den letzten Zügen liegen und schon seit fast 4 Wochen zu beobachten sind. Die Reihenfolge des Auftretens dürfte davon unabhängig ähnlich wie bei Euch sein.

    So frühe Speisemorcheln in der Eifel finde ich auch bemerkenswert. :thumbup:

    Hallo Pablo,
    die Speisemorcheln hatten wir auf der Rückfahrt an einem südlich exponierten Standort. In der Kalk- und Vulkaneifel sucht man noch vergebens.


    Hallo Karl,


    hach was für ein Träumchen deine Bilder. Manchmal bin ich schon sehr frustriert, dass wir hier in Sachsen sehr wenig Kalkgebiete haben. Was würde ich für eine schöne Orchideenwiese geben mit Küchenschellen. :(

    Hallo Stefan,
    freut mich, dass der Bericht so gut bei Dir angekommen ist. Ja und die Küchenschellen sind wirklich ein Traum, aber werden durch viele Dinge in Deiner wunderbaren Gegend sicher aufgehoben.

    Wahrscheinlich war ich zu falscher Zeit am falschen Ort...

    Hallo Joli
    Auch wir haben insgesamt nur sehr wenige Arten gefunden, wie Du am Bericht siehst. An eingen Stellen sind wir auch völlig ins Leere gelaufen was die Bilder natürlich nicht erkennen lassen.

    Morcheln finden würde ich aber auch schon mal gerne. Falls Dir nichts ausmacht, gebe bitte Bescheid, wenn Du nächstest Mal Richtung Eifel fährst. ;)

    Wie bereits geschrieben ist das Auffinden von Morcheln trotz guter Standortkenntnisse von Rainer Glücksache. Von 10 Exkursionen ist vielleicht nur eine wirklich gut, eine mittelmäßig und der Rest schlecht und in manchen Jahren bleiben die Speisemorcheln fast völlig aus, was natürlich eine gemeinsame Tour nicht ausschließt.
    LG Karl

    Hallo Stefan

    Ich verwende gewöhnlich die Arbeit von Wollweber & Stadler ZfM 67/1. Das Vorkommen an Esche, die Größe der Fruchtkörper und der weit fortgeschrittene Entwicklungsstand bereits im März, lassen es m. E. zu auf eine genauere Untersuchung zu verzichten. Die Extraktion von Pigmenten in 10% iger KOH wird jedoch noch von einem weiteren Exkursionsteilnehmer durchgeführt.

    LG Karl

    Alles klar. Ich habe bei 123pilze gelesen, dass C.ellisii eher einzelne Fruchtkörper bildet. Das würde bei meinem Fund zutreffen...

    Weitere Beschreibungen über C. Ellisii habe ich leider nicht gefunden. Kann jmd.bestätigen, dass diese Art gerne nur die vereinzelte FK ausbildet?

    Hallo Joli

    Nach meiner Beobachtung kommt auch C. domesticus zu mindestens 50% als Einzelexemplar vor, nahezu immer an morschem Totholz und fast immer mit ausgeprägtem Ozonium. C. elisii finde ich hingegen eher auf dem Erdboden ohne Ozonium. C. domesticus ist darüber hinaus gewöhnlich deutlich größer und ich halte Deinen Fund daher ziemlich sicher für C. domesticus. Ohne Mikroskop gibt es jedoch keine sichere Bestimmung, da sich alle Merkrmale in beiden Richtungen überschneiden können
    LG Karl

    PS. Gute Beschreibungen gibt es hier coprinus.html

    Liebe Pilzfreunde

    Am letzten Tag im Monat März brachen Rainer und ich wie schon so oft in die Eifel auf. Zunächst erkundeten wir einen bisher noch unbekannten Standort und wurden bald mit einem Prachtexemplar belohnt.

    Scheiben-Lorchel (Gyromitra ancilis, Syn.: Discina perlata)


    Weitere Exemplare fanden sich an einem bereits länger bekannten Standort


    Ob wir noch Spitzmorcheln finden? Erfreut durften wir feststellen, dass es sogar Nachschub gegeben hatte. Von Jung bis alt war eine ganze Familie vertreten.

    Spitzmorchel (Morchella elata agg.)










    In einem sauren Fichtenwald entdeckten wir noch einige Exemplare des Glänzenden Schwarzborstlings (Pseudoplectania nigrella)




    Den Leuchtenden Prachtbecher (Caloscypha fulgens) suchten wir zwar vergeblich, wurden dafür aber noch mit anderen Prachtexemplaren belohnt.

    Gemeiner Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca)




    Wesentlich weniger farbenprächtig, aber nicht weniger attraktiv :giggle: waren erste Speisemorcheln (Morchella esculenta)








    Macht auch in der Sonne eine gute Figur :)


    Auch die sonstige Naturschönheiten kamen nicht zu kurz. Der Seidelbast war teilweise schon verblüht, aber für Einzelblüten reichte es allemal noch.




    An einem Waldrand zeigten sich Prachtexemplare der Violetten Schuppenwurz in unterschiedlichen Farbtönen.






    Beim Aussteigen aus dem Auto entdeckten wir den Acker-Gelbstern


    In der angrenzenden Wiese fanden sich erste Schlüsselblumen




    Vor "Probleme" stellte uns dann die letzte Blütenpflanze meines Berichtes. Was macht man bloß, wenn eine Wiese von der Größe eines Fußballfeldes mit Küchenschellen in Vollblüte übersäht ist?


    Von jung bis alt war alles vertreten




    Eine Gruppe war schöner als die andere




    Und irgenwie gleicht kein Exemplar dem nächsten




    Schließlich konnten wir uns von dem Anblick losreißen und nach einem langen Tag die Heimreise antreten.
    LG Karl

    Liebe Forianer,

    nach einer ersten Erkundung vor 10 Tagen und dem Bericht über die Punktierte Porenscheibe Poronia punctata ging es Gestern erneut ins Depot. Leider hatte der Nachtfrost Einiges dahingerafft und der starke Wind der letzten Tage hatte manches Exemplar schrumpfen lassen, aber einige Arten kann ich noch vorstellen.

    Der Duft-Trichterling (Clitocybe fragrans) war an mehreren Stellen zu finden und eine Gruppe war noch fast makellos.


    Vereinzelt trat das Mist-Samthäubchen (Conocybe pubescens) auf, davon einmal direkt auf Pferdedung.




    Der Langstielige Düngerling (Panaeolus acuminatus) war recht verbreitet aber bis auf dieses Exemplar meisten stark verblasst oder verschrumpelt.


    Überraschend war da Auftreten von zwei Häublingen, die gewöhnlich eher im November anzutreffen sind.
    Braungeriefter Häubling (Galerina mniophila)


    Kein deutscher Name ist mir von Galerina lacustris bekannt.


    Weniger überraschend war das Aufreten eines Rötlings (Glöcklings), der im Gebiet regelmäßig im Frühjahr zu finden ist.
    Scherbengelber Glöckling oder Ockerblättriger Glöckling (Entoloma cetratum) 2-sporig ohne Schnallen und ohne Cheilozystiden


    Vereinzelt sah man den Bitteren Kiefernzapfenrübling (Strobilurus tenacellus) der keinesfalls immer bitter schmeckt und zur Unterscheidung vom Milden Kiefernzpfenrübling (Strobilurus stephanocystis) mikroskopiert werden muss.


    Geradezu übersäht war das Gebiet mit dem Trockenen Kahlkopf oder Heide-Kahlkopf (Deconica montana)








    Neben einigen Nichtblätterpilzen, die an Totholz zu finden waren, hatte an einer Sandböschung der Gewöhnliche Erdwarzenpilz (Thelephora terrestris) den Winter überdauert.


    Den Öhrlöffelstacheling (Auriscalpium vulgare) findet man gewöhnlich an Kiefernzapfen.


    Weiter geht es mit Schlauchpilzen. Fehlanzeige gab es noch bei der Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) doch dafür trat in noch nie gesehener Zahl war die Schwarzweiße Becherlorchel auf. Kaum hatte man ein Exemplar fotografiert, folgte das nächste und nur einen Schritt weiter fanden sich ganze Gruppen. Zunächst noch einige kleine Exemplare von letzter Woche.
    Schwarzweiße Becherlorchel (Helvella leucomelaena)


    Fortschreitende Entwicklung von Gestern








    Macht auch in der Sonne eine gute Figur


    Doppeldecker




    Ein Riese zum Abschluss


    Auf Pferdedung gab es den Rausporigen Kotbecherling (Peziza fimeti)




    Auf dem gleichen Substrat erscheint die Punktierte Porenscheibe (Poronia punctata) von der ein Exemplar mit 261 Perithezien reichen soll. (Nobi: noch bist Du mit 272 Rekordhalter ;))


    Immer in großen Gruppe kommt das Spindelsporige Aggregatbecherchen vor. Früher verbargen sich darunter zwei Arten (Byssonectria terretris und Byssonectria fusispora) von denen hier die zweite genannte Art zu sehen ist.




    Bleibt noch das Objekt der Begierde. Im Jahr 2017 wurden zahlreiche Exemplare des Leuchtenden Prachtbecherlings an mehreren Stellen im Gebiet gefunden und natürlich wurden alle Standorte abgesucht. In der Literatur wird als Begleitbaum Tanne angegeben, aber offensichtlich ist die Art auch mit Kiefer zufrieden. Es fanden sich zwar nur einige Winzlinge von kaum einem cm Durchmesser aber da im Jahr 2018 keine Exemplare gefunden werden konnten, war die Freude trotzdem groß.
    Leuchtenden Prachtbecherling (Caloscypha fulgens)




    Hier noch die schönste Kollektion vom vorletzten Jahr


    Einen hab ich noch :). Schon seit Beginn der Kartierung im Jahr 2000 hoffe ich vergeblich mal einen Stielbovist (Tulostoma) im Gebiet zu finden und wurde bisher immer wieder enttäuscht. Dafür gab es diesmal gleich eine bisher noch unbeschriebene Art.

    Raufüßiger Kirschkern-Stielbovist (Tulostoma kirschkernii nom. prov.) :D


    LG Karl

    Lieber Nobi,

    danke für Dein Lob und die tolle Ergänzung. Nach unserem Kennenlernen vor fast 7 Jahren sind bis zu zweiten Treffen immerhin 5 Jahre vergangen. Vielleicht sehen wir uns ja in diesem Jahr bei der Boletus-Tagung, die ich zumindest schon im Kalender geblockt habe.
    Auf die Idee die Perithecien zu zählen bin ich bisher noch nicht gekommen, werde aber bei meinem nächsten Besuch am kommenden Samstag nach einem Exemplar mit mindestens 273 Perithecien Ausschau halten ==Gnolm7 und hoffe dabei auf Unterstützung von RaDa.

    LG Karl


    Hallo Nobi,
    ich kenne C. cordispora leider nicht aus eigener Anschauung und habe mich bei meinem Einwand zum Einen an der Beschreibung von Enno orientiert zum Anderen erscheint mir auf Bild 3 die untere Hälfte des Hutes deutlich mit Velum besetzt zu sein, weshalb Parasola für mich raus war.
    Nun habe ich ja nicht annähernd soviel Erfahrung mit Dungpilzen wie Du und vetraue Deiner Schilderung bezüglich C. cordispora vollkommen. Möglicherweise täuscht mich der Eindruck auf dem Foto und es ist kein Velum vorhanden, was Enno ja leicht bestätigen kann. Eine weitere mögliche Art kommt nich in Betracht?

    LG Karl

    Hallo Stefan!


    Danke für den tipp, aber ich kann dennoch keine Zystiden finden, demzufolge bleibt da tatsächlich nur Parasola misera, der makroskopisch auch voll hinkommen würde!

    Hallo Enno,

    in der Gattung Parasola stehen nur Arten denen ein Velum vollständig fehlt. Deine Art hat jedoch eindeutig Velum auf dem Hut. Die Sporen von P. misera haben außerdem einen exzentrischen Keimporus. Da gefällt mir Deine ursprüngliche Bestimmung besser. Coprinus cardiasporus und Coprinopsis cordispora werden bei Andreas als synonym angesehen.

    LG Karl

    hallo Karl !

    Der Pilz war noch recht jung, der größte Hut war , wenn ich mich richtig erinnere kaum 3 cm groß. Er hat sich dann leider nicht mehr weiter entwickelt, und die Schnecken sind auch gekommen. Im Internet sieht man aber auch bei sehr kleinen Pilzen schon rote Gutationstropfen.

    mfg magellan

    Hallo magellan,
    dann sind Deine Pilze wohl völlig aus der Norm. Der größte Frk. im Bild oben (ohne Hutstruktur) hatte 5 mm Durchmesser. Hier noch eine Aufnahme eines Frk. mit 1,5 cm Durchmesser.

    LG Karl