Beiträge von Karl W

    zu 1) Ich hatte bisher noch nicht gehört, dass das einer macht, aber ich halte das für eine gute Idee. Eine dünn abgezogene Huthaut ist innerhalb weniger Minuten trocken, ohne Schimmelgefahr. Dann sollte man sie aber getrennt vom Rest des Pilzfruchtkörpers aufbewahren und nicht in die Tüte dazustecken.

    Hallo Stephan,

    Schon vor vielen Jahren, als ich noch wenig Erfahrung mit Täublingen hatte, bat mich Werner Jurkeit bei Anfertigung von Exsikkaten immer ein Stück abgezogene Huthaut
    separat zu trocknen. Ich gehe sogar hin und schabe vor dem Trocknen das meist anhaftende Hutfleisch ab. Nur bei sehr stark durchfeuchteten oder schmierigen Exemplaren kappt das manchmal nicht. Die Information habe ich schon oft weitergegeben, da ich besonders innerhalb der APN häufig Material zur Untersuchung bekomme.

    LG Karl

    Hallo Jürgen und Pablo

    Ich habe inzwischen die Exsikkate untersucht und schließe für beide Kollektionen Hemileccinum aus. Es handelt sich auf jeden Fall um Hortiboletus. Einen Namen werde ich vorerst für die Pilze nicht vergeben sondern auf weitere Fruchtkörper an den Standorten warten.
    Festhalten kann ich bei drei Frk. von zwei Standorten keinerlei Verfärbung im Schnittbild bei Hut und Stiel und keine orangen Punkte in der Stielbasis.
    Die Frk. waren zu jung um eine belastbare Aussage zum Sporenquotienten zu machen.
    Die Endzellen der HDS in Wasser betrachtet waren zu ca. 50% intrazellulär pigmentiert und gelegentlich auch die zweite Zelle. Ganz vereinzelt sah ich Endzellen mit Inkrustationen. Ab der dritten Zelle zeigten fast alle Zellen Inkrustationen.
    Auf jeden Fall danke ich für Eure Skepsis :daumen:

    Hier noch zwei Aufnahmen der HDS des größten Fruchtkörpers in Kongorot.




    LG Karl

    Das riecht nach heimischen Gefilden. Die Pilze Niedersachsens sind ja nah.

    Hallo Mausmann,
    bis Hamburg waren es immer noch fast 200 km ;)

    Die Pterula könnte ein Ozonium sein.

    Hallo Thorben,
    danke für den Hinweis, der sich inzwischen bestätigt hat :)


    Pilze? Um die Jahreszeit? Das ist ungewöhnlich.
    Ob trivial oder nicht, da freut sich das Auge und das Herz, mal so was Schönes zu sehen.

    Und der faule-Eier Stinkebecherling ist durchaus bemerkenswert, daß es sowas überhaupt gibt, war mir bislang auch unbekannt.

    Hallo Pablo,
    mit den trivialen Arten das sehe ich ebenso. Heute war ich drei Stunden im Depot und auf einem Waldfriedhof und es war absolut tote Hose.
    Die Gattung Geopyxis ist mir seit 2002 ein Begriff, aber erst Anfang Juni diesen Jahres hatte ich endlich Exemplare davon in Händen, die sich als G. majalis entpuppt haben. Du kannst Dir meine Freude über den zweiten Fund sicherlich vorstellen.


    LG Karl

    Hallo zusammen,

    bei einem Besuch im südlichen Niedersachsen ist mir einiges vor die Linse gekommen. Zwar hat es auch hier nur wenig geregnet, aber durch gute Ortskenntnisse wurde ich in einige Gebiete geführt, die Aussicht auf Erfolg versprachen. Pilzarme Zeiten haben nicht nur Nachteile da man auch mal häufige Arten beachtet, etwas genauer hinschaut oder auch mal weniger fotogene Exemplare ablichtet. Den Anfang machte ein Täubling, den ich bei bedecktem Himmel im düsteren Buchenwald nicht gleich erkannt habe, zumal das zweite Exemplar einen fast völlig weißen Hut hatte. Weißes Sporenpulver, milder Geschmack und letztlich Criens in der Huthaut ließen keinen Zweifel übrig. Es wäre natürlich auch einfacher gegangen, aber den freiliegenden Hutrand habe ich erst später auf dem Bild gesehen.
    Fleischroter Speisetäubling (Russula vesca)


    Ein weiterer Vertreter der Gattung war der Stink-Täubling (Russula foetens). Eine Verwechselung wäre mit Russula subfoetens möglich, aber dieser hat kein isoliertes Sporenornament sondern teilweise verbundene Elemente. Die in der Literatur oft angegebene Gelbfärbung des Fleisches mit KOH ist nicht konstant und als Trennmerkmal ungeeignet.


    Es folgen zwei der angesprochenen häufigen Arten, von denen ich bisher kaum Bilder hatte :)
    Tränender Saumpilz (Lacrymaria lacrymabunda)




    Stinkmorchel (Phallus impudicus)





    Von dieser Art habe ich zwar zahlreiche Bilder, aber an der Kollektion führte natürlich kein Weg vorbei, zumal man sie sehr selten mit dem Universalvelum auf dem Hut sieht.
    Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanita fulva)


    Ebenfalls keine Seltenheit aber dafür prächtig gefärbt
    Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus)


    Das war es mit den größeren Pilzen, aber noch längst nicht das Ende
    Kugelsporiges Stummelfüßchen (Crepidotus cessatii)


    Zeit genug auch mal ein charakteristisches Merkmal zu fotografieren
    Halsband-Schwindling (Marasmius rotula )


    Auf einem Ast, der wohl unter regelmäßiger Beobachtung steht, sehr zahlreich
    Kleinsporiger Grünspan-Becherling (Chlorociboria aeruginascens)






    An einer lehmigen Böschung fanden sich weitere interessante Pilze. Man kann sich kaum vorstellen, wie stark diese bis 15 mm großen Becherlinge nach faulen Eiern stanken
    Stinkender Kohlenbecherling (Geopyxis foetida)






    Die kleinen Seeigel mit weniger als 1 cm langen Stacheln sind noch nicht untersucht
    Arbeitname: Borstenkoralle (Pterula cf. subulata)




    Auch Pferdedung wurde unter die Lupe genommen. Ein kaum streichholzgroßer Tintling entpuppte sich als
    Kleiner Dungtintling (Coprinopsis radiata)


    Kurz vor dem Parkplatz wurde noch akribisch ein junge Erle untersucht und in ca. 2 m Höhe eine erfreuliche Entdeckung gemacht. Natürlich kam jetzt gerade Wind auf:(


    Die Art war neu für meine Begleiterin und in dem Gebiet noch nicht kartiert. Abbrechen oder weiter beobachten? Nachdem wir weitere zum Teil noch jüngere Exemplare entdeckten war die Entscheidung klar.
    Erlen-Narrentasche (Taphrina alni)


    LG Karl


    Vor dem Wochenende nochmal der aktuelle Stand


    Interessant fand ich das bereits nach vier Tagen, an der Stelle von der ein Fruchtkörper abgetreten wurde, Nachwuchs erscheint.


    LG Karl

    Hallo Radelfungus,

    Danke für diesen tollen Bericht. Ich war zwar schon am Gardasee, habe es aber damals leider nicht auf den Monte Baldo geschafft.
    Deiner Bitte zu den Pflanzenbenennungen komme ich gerne nach.

    Die Vogelnestwurz ist zwar richtig erkannt heißt jedoch Neottia nidus-avis und gehört zu den Orchideen und nicht zu den Sommerwurzen.

    Zu Kugelblume wurde ja bereits etwas gesagt. Entweder handelt es sich um eine Globularia und nicht um Jasione montana oder Du hast tatsächlich das Berg-Sandglöckchen gefunden. sandknoepfchen.htm#berg- Ohne sichere Zuordnung der Laubblätter kann ich die von den Bildern her nicht unterscheiden, aber der Standort spricht eher für Globularia.

    Das Laserkraut muss Läusekraut heißen. Laserkräuter sind Doldenblüher

    Bergwaldrebe (Clematis montana) sollte die Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) sein

    Mückenhändelwurz (Gymnadenia conopsia) Gymnadenia conopsea agg. ist sicher. In jüngerer Zeit ist der Komplex in mehrere Arten aufgespalten worden. Bei Deinen viel- und dichtblütigen Exemplaren kann es sich um Gymnadenia splendida handeln.

    Bei der Pyramidenorchis hast Du Dich durch die Form den noch nicht voll erblühten Pflanze täuschen lassen. Das wird die Kugelorchis (Traunsteinera globosa) sein., die Du danach ja auch noch zeigst. Die Pyramidenorchis hat einheitlich gefärbte Blüttenblätter ohne Zeichnung oder Punkte.

    Die weiße zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia). Zumindest Bild 4 zeigt die Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha)

    LG Karl

    Hallo zusammen

    Am Vortag hat ein Pilzfreund den Standort entdeckt und einen Fruchtkörper halbiert. Es waren weder karottenrote Punkte noch irgendeine Fleischverfärbung zu sehen; selbst nach 15 Minuten noch nicht. Ebenso war es bei dem liegenden Exemplar vom ersten Bild und bei dem großen Exemplar vom zweiten Bild. Anders wäre ja der Name H. depilatus nie ins Spiel gekommen.

    LG Karl

    PS. hätte ich vielleicht oben dazuschreiben können, aber das war für mich bei Nennung des Namens offensichtlich.

    Hallo zusammen,

    er hat die üblichen Besucherströme vom Wochenende überlebt.



    Hoffentlich geht es noch weiter, denn seine drei Nachbarn wurden inzwischen abgetreten.


    LG Karl

    Hallo zusammen,

    er hat die üblichen Besucherströme vom Wochenende überlebt.


    Hoffentlich geht es noch weiter, denn seine drei Nachbarn wurden inzwischen abgetreten.


    LG Karl

    Hallo Jürgen,

    vielen Dank für Deine Anmerkungen. Die untere Kollektion ist von einem Standort, der ca. 20 m von dem oberen entfernt liegt und das Bild ist zwei Tage vorher entstanden. Von dem habe ich ein Exsikkat, welches ich allerdings (noch) nicht untersucht habe. Da mir die Stelle als Standort für H. depilatum gezeigt wurde, will ich nicht ausschließen, das ich mich vom ersten Augenschein habe blenden lassen. Eine Verfärbung beim Durchschneiden ist mir nicht aufgefallen, aber ich hatte H. bubalinus bisher eh noch nicht in der Hand.
    Auch beim Durchschneiden des liegenden Exemplars von Bild eins war keinerlei Fleischverfärbung zu beobachten. Davon habe ich zumindest noch einen halben Hut. Das die HDS-Elemente bei jungen Fruchtkörpern von Hortiboletus ähnlich sein können, wie Pablo schrieb, war mir nicht bekannt. Ich hatte nur mit H. impolitum verglichen und werde ich mich da nochmal reinknien.

    LG Karl

    Hallo zusammen

    Inzwischen habe ich die Bilder auf meinem Monitor gesehen und ziehe Callistosporium zurück. Auf dem letzten Bild linker Frk. sieht man deutlich das SPP. Bezüglich der Mikroskopierpflicht zur genauen Bestimmung bin ich bei Pablo.

    LG Karl

    Mach dir aber keinen Stress, Karl.

    @ Hi Karl,


    nur kan Stress. Lass' die FK reifen. Das dauert bei Porlingen etwas länger, einmal pro Woche die zu kontrollieren ist fast schon eine Fleißaufgabe.


    Die Wette ist zweitrangig, ein Nebenschauplatz in deinem Fred. Es geht um deine Fundbegleitung, :gwinken:

    Hallo ihr Beiden,

    Stress macht das absolut nicht und in der Ecke bin ich eh alle paar Tage um nach anderen interessanten Pilzen zu schauen. In unmittelbare Nähe hatte ich z. B. schon 6 verschiedene Boleten, interessante Täublinge und Agaricus bohusii. ;)

    LG Karl

    Hallo Pablo und Peter,

    ich mache morgen noch neue Fotos und stell sie hier ein. Sind zwar nur drei Tage, aber zwischen Bild 1, 2 und 3 des gleichen Fruchtkörpers waren auch nur jeweils 4 Tage. Danach komme ich nicht mehr vor nächsten Montag an den Standort.

    LG karl

    Um die absolute Neutralität zu wahren, enthalte ich mich jeden Kommentars und zeige lieber ein Bild von Heute.



    Auch wenn sie außer Konkurenz sind, hier die Nachbarn von Bild 2 oben


    LG Karl

    Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für die Anerkennung und die Glückwünsche :)

    Wann machst Du Deinen PSV? Ich wette mit Dir, dass Du die Prüfer in die Tasche steckst.

    Das ist sicher eine maßlose Übertreibung. Es gibt etliche Gattungen und ganze Gruppen von denen ich nichts verstehe aber die stelle ich dann ja auch nicht ins Forum;)und um in Notfällen zu helfen brauche ich keinen Schein.

    Na, das nenne ich ja "gehämmert"! Was für ein tolles Bild!:thumbup:

    Danke Nobi, das war auch für mich der Hammer :giggle:


    von meinen nicht behaupten kann. Vielleicht findest Du ja auch einmal seine rote Variante

    B. luridus var. rubriceps (Maire) Dermek. Die sieht von oben aber erst einmal überhaupt nicht wie eine Netzhexe aus.

    Hallo Jörg,

    was für ein großartiges Bild. Da werde ich mal die Augen offen halten.

    LG Karl

    Umso interessanter finde ich den Fund!

    Denn rein vom Äußeren her ähnelt der schon sehr einigen Formen vom Eichenfilzer (Hortiboletus engelii), wie ich sie hier in der Gegend kenne.

    Hallo Pablo,

    ich hingegen finde Deinen Fund von H. engelii interessant :). Mit so dunklen Hüten habe ich den hier noch nicht gesehen.

    LG Karl

    MoinMoin!


    Auch schöne Funde. Und sehr beruhigend, daß es wohl noch Plätze gibt, wo solche Pilze wachsen können.

    Allerdings hätte ich noch eine Frage zu den depilati. Vielleicht ist es auch Quatsch, aber hast du dir genau angeguckt, und auch mal durchgeschnitten und die Stielbasis nach Rubbeln beschnuppert?
    Weil vor allem die erste Kollektion erinnert mich irgendwie optisch arg an das hier:

    LG, Pablo.

    Hallo Pablo,

    besonders, da die Art für mich neu war, habe ich von dem liegenden Exemplar die Huthat mikroskopert.

    LG karl

    Liebe Pilzfreunde,

    neben dem Früher Satansröhrling , der ja durchaus als wärmeliebend bekannt ist, haben weitere Röhrlinge der Tockeheit getrotzt und fanden sich in teilweise erstaunlichen Mengen ein. Den Netzstieligen Hexenröhrling (Suilellus luridus) kann man wahrscheinlich 100 mal fotografieren und findet immer noch neue Farbschattierungen. Hier eine kleine Auswahl.


















    Wesentlich rarer machte sich der Glattstielige Hexenröhrling (Suillellus queletii) aber immerhin war er zu finden.


    Häufiger als in den Vorjahren war der Schwarzblauende Röhrling (Caloboletus pulverulentus)


    Filzröhrlinge waren zwar vorhanden, aber meist mit Leben erfüllt oder mit Schimmelbefall. Noch sehr ansehnlich war eine Gruppe des Blutroten Röhrling (Hortiboletus rubellus)


    Mein persönlicher Glanzpunkt war der Gefleckthütige- oder auch Gehämmerte Röhrling (Hemileccinum depilatum) den ich erstmals finden durfte und dann gleich zweimal innerhalb einer Woche. Leider zu früh gefreut, hat sich als Filzröhrling entpuppt.




    LG Karl