Beiträge von Karl W

    Liebe Forianer

    Am letzten Freitag brachen wir noch vor Sonnenaufgang zu einer ausgiebigen Runde durch die Eifel auf. Schon bald durften wir uns an ersten Orchideen erfreuen die teils noch in den Stratlöchern standen und teils schön in voller Blüte waren.

    Stattliches- oder auch Manns-Knabenkraut (Orchis mascula) direkt am Straßenrand.






    Auch das Brand-Knabenkraut (Neotinea ustulata) früher Orchis ustulata zeigte sich bereits.




    Weiter ging es in einen Bereich mit Wacholderheiden.
    Hier blühte das Kleine- oder auch Salep-Knabenkraut (Anacamptis moris) früher Orchis morio




    Übrerraschend standen dazwischen etliche Speisemorcheln. Auf Kalkmagerasen zwischen Wacholder und Orchideen ein ungewohnter Anblick
    Speisemorchel (Morchella esculenta)




    Auf einem ebenfalls mit Wacholder bestandenem Kalkmagerasen in der Nähe, durften wir uns an gewaltigen Megen eines Rostpilzes erfreuen, der meist als Birnen-Giotterrost angesehen wird. Der Birnen-Gitterrost (Gymnosporangium sabine) besiedelt jedoch als Hauptwirt den Sadebaum (Juniperus sabine).

    Weißdorm-Gitterost (Gymnosporangium cf. clavariiforme) nicht mikroskopert






    Zwei an diesm Standort erwartete Orchideen fanden wir zwar nicht, aber dafür wieder Morcheln :)


    Bei der Betrachtung eines weiteren mit dem Rostpilz befallenen Wacholders fiel mir ein Zweig auf, an dem der Pilz mehr flächig als pfriemförmig aussah. Ein Strauch der komplett mit der obigen Art befallen ist, soll an einem Zweig eine andere Art enthalten:/
    Bei der mikroskopischen Überprüfung zeigten sich Sporen, die mit Aussehen und Maßen keinesfalls zu G. clavariiforme sondern besser zu G. tremlloides passen. Ach hätte ich doch bloß auch Material von dem "normal" entwickelten Rost mitgenommen :haue: So stufe ich beide Bestimmungen als unsicher ein.
    Gallertiger Rostpilz (Gymnosporangium cf. tremelloides)


    Der nächste nächste Stop erfolgte bei einer mageren Wiese, die wir aus der Vergangenheit kannten. Im Halbschatten blühten zwischen Echten Schlüsselblumen (Primula veris) etliche Exempare von
    Stattliches- oder auch Manns-Knabenkraut (Orchis mascula)


    Unerwartet fand sich ebenfalls im Halbschatten die Fingerhut- oder Glocken-Verpel (Verpa conica)


    Hier ein besonder großes Einzelexemplar von O. mascula


    Das Pflegepersonal der Fläche bei der Mittagspause :)


    Auf einer Brandstelle zeigte ich der Strahfüßige Tintling (Coprinellus radians)


    Es ging weiter zu einem kleinen mit Küstentannen bestandenen Bereich wo wir nach kurzer Suche an Totholz fündig wurden.
    Orangefarbenen Mehlscheibe (Aleurodiscus amorphus)


    Kleinsporiges Pokal-Haarbecherchen (Lachnellula calyciformis)


    Teerflecken-Drüsling (Exidia pithya)


    Auf der Weiterfahrt noch ein kurzer Stop bei dem wohl letzten Exemplar für diese Jahr
    Spitzmorchel (Morchella elata agg.)


    Weiter ging es zu einem bekannten Standort der uns schon mehrfach enttäuscht hatte.Doch diesmal war es anders. Man musste schon sehr aufpassen, um zahlreiche Exemplare wie die ca. 10 im folgenden Bild nicht zu zertreten.


    Es folgte ein Foto-Orgie auf den Violetten Kronenbecherling (Sarcosphaera coronaria)


    19 Sarcosphaera coronaria 10.05.19 1 (2).jpg









    Kurze Diskussion, ob wir noch ein Feuchtgebiet aufsuchen sollen und zu Glück die richtige Entscheidnug:)
    Der Sumpfhaubenpilz (Mitrula paludosa) gab sich die Ehre




    In einem kleinen Bachlauf entdeckten wir noch zahlreiche Exemplare vom
    Abgestutzten Tentakelkeulchen (Vibressea truncorum)




    Auf em Rückweg suchten wir noch einen südlich exponierten Waldrand auf und wurden auch hier nicht enttäuscht.
    Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea)




    Im diesem Bereich kam flächendeckend das Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis) vor


    Da ich als Thema Bunter Eifelfrüling gewält habe, halte ich mich auch daran ;)
    Hier der zu diesem Wirt passende Rostpilz (Melampsora rostrupii)


    Die letze Station. Am Parkplatz trafen wir zwei bekannte Orchideenfreunde, die enttäuscht darauf hinwiesen, das die Fliegenragwurz noch nicht blüht. In Abwandlung eines beaknnten Sprichwortes "Sechs Augen sehen mehr als vier", versuchten wir unser Glück und kamen zu einem erfreulichen Abschluss eines langen Tages.
    Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)





    LG Karl








    Ich tue mich durchaus schwer, bei rosahütigen Formen den Unterschied zu Imperator rhodopurpureus sicher zu erkennen.

    Das soll aber nicht die Bestimmung von Karl anzweifeln.


    Der Ochsenröhrling in Pilze der Schweiz ist übrigens auch nichts anderes als Imperator luteocupreus.

    Hallo Christoph,

    bei der Unterscheidung würde ich mich ebenfalls schwer tun. Die rosafarbigen Fruchtkörper auf Bild 2 wurden von Rainer und mir als rhodopurpureus angesehen und erst am folgenden Tag von Jürgen Schreiner als luteocupreus bestimmt.
    Du darfst jede Bestimmung von mir anzweifeln, da das mit Sicherheit mit greifbaren Argumenten geschehen würde und ob berechtigt oder unberechtigt, kann man daraus nur lernen ;)
    Der Ochsenröhrling bei den Schweizern kam mir immer schon merkwürdig vor, da wir den in der Eifel auch schon mehrfach gesehen haben.
    LG Karl

    Hallo Enrico,

    das weiß ich natürlich auch nicht, aber bei langjähriger Beobachtung waren die Frk. immer auch schon in Daumennagelgröße so gelb. Auf Pilze Deutschland sind zwei weitere Bilder von Petra & Werner Eimann aus dem gleichen Myzel wenn Du nochmal vergleichen möchtest. Auch Ludwig hat so dunkle Frk. gezeichnet, aber es gibt sicherlich Übergänge und möglicherweise ist ähnlich wie bei weißen und gelben Boletus edulis eine Trennung auf genetischer Ebene nicht vorhanden.

    LG Karl

    Hier noch ein gelber B. edulis ;)


    Im Klenke scholler steht, dass der Rost die Blühfähigkeit der Pflanze hemmt. Inwieweit das wirklich so ist, kann ich nicht sagen. Aktuell habe ich den Rost aber an 2 Pflanzen/2Fundorten gefunden und beide Pflanzen bildeten keine Blüten aus...

    Hallo Stefan,
    deshalb brauchtets Du auch Jule für die Bestimmung :D
    Ich finde die Art recht häufig in Gärten und Vorgärten und auch bei starkem Befall treten immer zahlreiche Blüten auf. Es ist mir jedoch nicht möglich zu beurteilen, ob ohne Befall mehr Blüten auftreten würden.
    LG Karl

    Hallo zusammen

    Meine eigenen Funde von A. dura sind immer jung weiß, wogegen ich A. praecox (für sehr kurze Zeit) jung dunkelbbraun kenne.



    Die Frk. blassen extrem schnell aus


    Die Fabrtöne entspreche etwa denen am Hutrand im Bild oben, weshalb ich nach meinen Beobaschtungen A. dura ausschließe.
    Interessant finde ich die Feststellung von Christoph, dass A. dura häufig und oft nicht erkannt sein soll, was regional ja durchaus möglich ist. In meiner Gegend ist das völlig anders und ich habe ungezählte Funde von A. praecox mikroskopiert und wurde immer wieder enttäuscht. Früher habe ich mich besonders von dem Namen "Rissisger Ackerling" narren lassen.
    Hier ein weitere Bild von A, praecox


    A. dura jung weiß und erst im Alter (durch Sonneneinstrahlung?) etwas gefärbt.


    Mir erscheint auch das Partilavelum von A. dura nicht so häutig dünn wie bei A. praecox.
    Hier noch ein für mich typischer Frk. von A. dura


    LG Karl

    PS. Die Bilder sind teilweise von meinem verstorbenen Pilzfreund und Mentor Manfred Meusers, dessen Nachlass nebst ca. 5000 Exsikkaten ich übernommen habe und der auf diese Art noch einen sinnvolle Verwendung findet.

    Hallo Holger,

    mit dem Standort von Caloscypha fulgens ging es mir im letzten Jahr ähnlich. Inzwischen habe ich mindestens 5 Vorkommen auf sandigem Boden bei Kiefern oder Kiefern/Birken. In zwei der Fälle ist sicher noch etwas Schotter im Spiel die weiteren Vorkommen sind auf reinem Sand. Auffallend ist, dass die Fruchtkörper im Gegensatz zu Vorkommen bei Weiß- oder Küstentanne nur 5 - 15 mm groß sind. Mikroskopisch sehe ich jedoch keine Unterschiede.

    LG Karl

    Hallo Stefan,

    bei Kurzexkursionen unter Zeitmangel sind Phytos natürlich ideal :). Am Besten hat mir natürlich der Rost an Löwenzahn gefallen, da er mir noch fehlt. Hast Du übrigens den Eindruck, dass Puccinia liliacearum die Blühfähigkeit des Dolden-Milchsterns einschränkt?

    LG Karl

    Hallo Enrico,

    ein schön zusammengestellter Bericht. Man wartet nach der quitschsauren Einleitung regelrecht darauf, was denn noch komen mag. Die gelbe Form von C. gambosa kann ich Dir leider nicht abkaufen. In unterschiedlicher Intensität creme oder beige gefärbte Frk. findet man immer schon mal aber C. gambosa var flavida ist von Beginn an satt gelb und bleibt auch so. Leider sind an einem Standort, den ich seit 20 Jahren kenne, in den letzten Jahren keine Frk. erschienen.

    Hier mal ein eingescanntes Dia von 2001


    LG Karl

    Hallo Christoph

    Ein wunderschöner Pilz, den ich zusammen mit Rainer Wald, Ende Juli 2014 in der Vulkaneifel kennengelernt habe. Der Pilz wuchs auf einem südlich exponierten Hang im Kalk-Buchenwald.


    Ein solcher Fund versüßt einem eigentlich schon den ganzen Tag und wer hätte ahnen können, dass dieser Fund schon eine Stunde später in Vergessenheit geraten ist. Wir suchten noch einen Wald in der Nähe auf und konnten unser Glück kaum fassen, als eine Gruppe taufrischer Fruchtkörper auftauchte.


    Kaum 50 m weiter dann eine Gruppe mit 9 Fruchtkörpen von denen einer für ein Schnittbild herhalten musste


    Aus der Ferne leuchtete uns eine weitere Gruppe mit 11 Frk. entgegen


    Am nächsten Tag besuchte Rainer, gemeinsam mit dem "alarmierten" Röhrlingsspezialisten Jürgen Schreiner, das Gebiet erneut und die Beiden sahen insgesamt mindesttens 8 Myzelien mit ca. 50 Fruchtkörpern.
    Ein ausführlicher Bericht von Rainer findet sich im Tintling Nr. 93; Heft 2/2015; S. 15 ff.

    Im Jahr 2017 fanden wir nur wenige 100 m entfernt einen weiteren Standort mit mehrere kleine Grupen


    und auch im oben beschriebenen Bereich waren etliche Fruchtkörper zu finden.


    Im Tintling Nr 31; Heft 2/2002; S.6 ff. berichtet Frank Röger über Funde im Raum Bonn/Meckenheim ab 1998.

    LG Karl

    PS. Der Bericht soll keinesfalls den Eindruck erwecken, dass die Art nicht extrem selten ist. Von einer Ausbreitungstendenz zu sprechen wäre sicher noch verfrüht.

    Hallo Karl,

    ich denke Stefan meint die Anilin-Reaktion, die mir auch geläufig ist. Sepium verfärbt damit rötlich, clypeatum nicht.

    Hallo Harald,
    danke für die Info, werde ich mal ausprobieren, da ich Anilin für die Schäffer-Reaktion vorrätig habe.
    LG Karl

    Hallo Stefan

    Meinst Du die Guajakreaktion oder gibt es da noch eine mir bisher unbekannte Möglichkeit?

    LG Karl

    Hallo Björn,

    Nr. 6 halte ich auch für etwas Anderes und habe noch Material davon. Leider habe ich mikroskopisch noch nichts Verwertbares ermitteln können. Leptopeltopsis nebulosa habe ich an einem anderen Stängel jedoch typisch gefunden.

    LG Karl

    Hallo Christoph,

    ich habe tatsächlich in diesem Jahr reingeschaut, obwohl hier auf Sandboden bei Kiefer nicht unbedingt was Anderes als G. esculenta zu erwaren war. Der mehr als faustgroße Fruchtkörper im Bild hatte es mir trotzdem mal angetan. Sporenlänge: (n=12) 17 - 21 mµ



    LG Karl

    Hallo Christoph,

    die variable Sporengröße fand ich immer schon problematisch und habe gaaaanz früher C. ellisii nicht mal getrennt. Alle Funde mit kleinen Sporen, habe ich nie direkt an/auf Holz gefunden, wie die typischen C. domesticus. Meine einzigen "sicheren" Kollektionen von C. ellisii wuchsen auf Erde, wobei ich kleine Holzstückchen nicht absolut ausschließen möchte.

    LG Karl

    Hallo Wolfgang

    Tolle Aufnahmen von dem Getiegerten, den ich leider bisther nur überständig gefunden habe. Das hübsche Grüppchen würde ich makroskopisch als Psathyrella multipedata ansprechen. Toll finde ich auch die "Speisemorchel". Dunkle Grundfarbe mit fast weißen Rändern und die unregelmäßige Struktur, die nicht so wabenförmig ist wie bei Morchella. esculenta, sprechen sehr für Morchella vulgaris.

    LG Karl

    Hallo magellan

    1. ist sicher ein Netzstieliger Hexenröhrling. So stark blaut kein Schönfuß.
    6. sieht mir sehr nach Inocybe geophylla var. lilacea aus oder wie immer er inzwischen auch heißen mag.

    LG Karl

    Ich habe hier im Forum gelesen, daß man einen Tropfen Schwefelsäure nimmt, dort Vanillinkristalle zufügt und rührt bis eine quittengelbe Lösung entsteht. Das war bei mir auch nach minutenlangem Rühren nicht der Fall. Muß man da einfach noch länger warten?

    Hallo Björn,
    ich mache das immer so wie beschrieben und es funktioniert problemlos. Wenn ich SV-Kristalle in die Schwefelsäure gebe sehe ich schon beim ersten Kontakt mit der Säure (ohne zu rühren) sofort eine Gelbfärbung um die einzelnen Kristalle herum. An hoher Reinheit des von Dir verwendeten SV dürfte es nicht liegen, da mein SV mit DAB7 sehr rein ist. Vielleicht bist Du zu sparsam mit SV (oder verschwenderich mit Schwefelsäure ;)). Bliebe die Konzentration der Schwefelsäure als mögliche Ursache. Ich verwende 65%ige.

    LG Karl

    Danke für den tollen Beitrag.

    So bebildert und mit praktischen Tipps, weckt dass echt Interesse weiter einzusteigen.

    Dass werde ich mal ausprobieren falls ich demnächst noch einen Prachtbecherling finde.


    Lg Stefan

    Hallo Stefan,
    ältere Fruchtkörper sind sicher noch zu finden und damit klappt es wohl am Besten. Ich wünsche Dir viel Finderglück.
    LG Karl


    Servus Karl,


    eine tolle Dokumentation hast du auf die Beine gestellt.
    Paraphysenzellen sind ein Merkmal von S. austriaca, damit kann S. coccinea nicht aufwarten,

    Hallo Peter,
    danke für das Kompliment. Leider kann ich den direkten Vergleich der Paraphysen nicht sofort nachvollziehen, da an zwei mir bekannten Standorten S. coccinea in diesem Jahr ausgeblieben ist. Ein sicherer Standort von S. jurana und ein weitere von S. coccinea sind mir zu weit entfernt, aber ich werde das für nächstes Jahr im Auge behalten.
    LG Karl

    Hallo Karl,


    toller Thread :thumbup:

    bisher habe ich die Kelchbecher immer ohne Konidienstadium Mikroskopiert, aber jetzt bekomme ich auch Lust die Konidien zu Mikroskopieren.

    Danke Thorben, mir hat es auch viel Spaß gemacht und ich denke es wird noch den ein- oder anderen Pilzfreund zur einem Versuch bewegen.
    LG Karl



    @ Pablo und Christoph
    Das die Aufnahmen Euch gefallen freut mich. Ich kann Euch garantieren, dass das Forum bei der Darstellung von interessanten Dingen zu Pilzen nie zu kurz kommen wird :).
    LG Karl

    Ich habe heute noch etwas weiter an diesen Konidien gespielt und auffällig war, das die keimenden Sporen cyanophil sind, nicht keimenden Sporen bleiben hingegen bleiben fast ungefärbt.

    Hallo Alex,

    interessante Feststellung :). Ich habe noch weiteres Material in Arbeit und werde in den nächsten Tagen mal versuchen, ob ich das so nachstellen kann.

    LG Karl