Hallo ihr Lieben,
ich möchte euch heute einen kleinen Einblick in meine "Pilzstunde" geben.
Vielleicht interessiert es ja jmd wie wir hier versuchen den Grundschülern Pilzwissen zu vermitteln, oder hat einer eine Anmerkung, wie sich so eine Stunde noch gestalten läßt.
Vorab hatte ich Kontakt zu einer Lehrerin, in deren Klasse der Sohn meiner Kollegin geht, und die hatte die Idee, ich könnte den Sachkundeunterricht mit praktischem Pilzwissen etwas bereichern.
Gesagt, getan, das Zeitfenster war ziemlich eng, denn sobald der erste Steinpilz im Umkreis auftaucht, tauchen gleichmaßen Anfragen nach Wanderungen, Vorträgen etc auf. 1 Woche Vorbereitungszeit ist nicht lang und ich habe überlegt, wie man eine Stunde mit Viertklässlern gut gestalten könnte. Ein Vortag kommt nicht in Frage, denn es war schon die 5. Unterrichtsstunde - da ist das Aufnahmevermögen schon herabgesetzt und wir wollen ja alle am Ball halten. So ging ich los und sammelte gestern einfach ein paar Pilze in den Korb- ja aber was nimmt man da mit? Die Vorarbeit der Lehrerin war spitze- sie hat sogar schon Sporenabdrücke gesammelt!
Das erste was mir einfiel: Stäublinge! Sobald sich auf etwas herumdrücken lässt, das auch noch staubt - gut so. Dann natürlich nen Fliegenpilz - den kennt jeder und einen Hexenröhrling. Tintlinge hatte ich auch parat und ein paar Korallen sowie Perlpilze und Co.
Angekommen in der Schule - die Lautstärke spielender Kinder sollte man übrigens nicht unterschätzen
- der Unterricht beginnt, nach einer Vorstellung meinerseits fing ich an mit der Frage: "Was kennt ihr denn schon für Pilze?"
Die Resonanz hat mich wirklich überrascht: nicht nur Steinpilze, Fliegenpilze und Co , nein auch Krause Glucke, Hallimasch, Täublinge wurden gerufen!
Ich habe dann nacheinander meine Funde aus dem Korb geholt und im Zimmer rumgehen lassen - immer wieder Zwischenfragen und wirklich großes Interesse ( ich muss zugeben, dass ich anfangs besorgt war, dass keiner wirklich "dabei" ist - ein Fehler!)
Nachdem wir Rören- und auch Blätterpilze besprochen haben, legte sich das Interesse auf die Tintlinge und Baumpilze - und die Frage : "Was kann man denn noch mit Pilzen machen?" - Da hätte ich Tuppie oder Grüni/Kagi gern dabeigehabt, die so schöne Zeichnungen auf Lackporlinge zaubern können - ich habe ein S für Sandra draufge"malt" ![]()
Nach 30 min waren alle schon durch, es wurde unruhig in der Klasse aber wir kamen noch darauf zu sprechen, dass man natürlich nicht alle
Pilze essen kann und wie man denn Giftpilze erkennt, Schneckenfraß, Geruch, oder aber schon überständige Pilze. Das konnte jeder gut beantworten!
Die schwierigste Frage für mich war: "Was ist denn der giftigste Pilz der Welt?" - ja schwer, oder hättet ihr da gleich eine Antwort? Knolli, Gifthäubling, der, den man nicht kennt und trotzdem isst?
Die Glocke zur Pause kam viel zu früh, und sicher kann nicht alles angesprochen werden, was das PSV Herz bewegt. Aber ich hatte den Eindruck, dass es den Kindern Spaß gemacht hat, etwas praktisch zu erfahren und den Wissensdurst etwas gestillt zu haben.
Das hat mich heute extrem glücklich gemacht.
Ich habe nicht erwartet, dass alle so interessiert sind und wirklich hören wollen was in der Natur so ringsrum lebt und passiert - eine schöne Erfahrung die ich erleben durfte ( natürlich wollen alle anderen Klasse das jetzt auch (wann finde ich Zeit, OMG
) ...
Aber falls ihr mal so eine Anfrage habt: Macht es ! 45 min in der ich wieder das Gefühl hatte- ersthaft etwas zu erreichen - manchmal nicht mehr selbstverständlich in einer Zeit wo alles TikTok Internet/ palaver so viel überdeckt und die KI viele Bilder generiert und Fliegenpilze als toller Tee-Aufguss promotet wird!
Diese Erfahrung wollte ich heute einfach mit euch teilen,
danke dass Ihr bis hierher dabeiwart,
LG eure Schwarzhexx, die jetzt mit einem sehr zufriededenen Lächeln ins Bett geht ![]()
Hilmi
