Sistotrema confluens Kreiselförmiger Schütterzahn, nein ein junger Abortiporus biennis

Es gibt 32 Antworten in diesem Thema, welches 1.035 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Uwe58.

  • Hallo

    Heute gab es einen schönen Fund. Sistotrema confluens Kreiselförmiger Schütterzahn. Das sah von weitem aus, als wenn jemand etwas "ausgewürfelt" hat. Von dichtem erkannte man natürlich Pilze. Eigentlich bin ich mir bei der Bestimmung sicher! Aber wer Pilze kennt, der rechnet immer mit irgendwelchen Doppelgänger und Aggregaten........ Also, wenn jemand noch eine andere Idee hat, immer her damit!

    Aber jetzt erstmal die Bilder von den "Zähnen"!



  • Hallo allerseits, bei mir w'chst der auch an einer Espe und ist seit mindestens 6 Jahren standorttreu. Nur geknipst im Vorbeigehen ... sieht aktuell etwa so aus,

    das mit dem "ausgewürfelt" finde ich eine gute Beschreibung, abgesehen vielleicht von der Farbgebung.


    LG, Bernd

  • Hi,


    ich kenne die Art ganz gut. Für mich riecht die eher nach Xylol.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • hat er denn vanilleartig gerochen?

    Das hätte ich auch fragen wollen.

    Dadurch, das da noch viel Erde dran ist, ist es mit dem Geruch nicht einfach, aber Vanille rieche ich nicht.

    Ich würde sagen: Dann ist er das nicht. Ich habe den erst einmal (in Schweden) gefunden, aber der Gestank war abartig. Das Teil war vielleicht so groß wie ein Zahn und hat die gesamte Etage des Ferienhauses verpestet.


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Hallo Stefan

    Ich musste erstmal suchen was Xylol ist. Mein Pilzfund hat eher streng, ein wenig chemisch gerochen. Hat etwas in der Nase gekribbelt. Aber mit Gerüchen habe ich manchmal Probleme.

  • Ich finde Werners Vorschlag naheliegender,

    S. confluens ist kein häufiger Pilz, ich hab den bisher nur zweimal gefunden, hier meine Fundnotizen:


    Basidiocarp kreiselförmig - tichterig mit sich verjüngendem, teilweise exzentrischem Stielchen, Hut 30-50 mm breit flach - trichterig, weißlich - creme, teilweise mit konzentrischer Zonierung, Hymenium am Stiel herablaufend, porig - zerschlitzt bis daedaloid, weißlich. Trama weißlich, süßlicher, etwas penetranter Vanillegeruch.

  • Hallo allerseits, bei mir w'chst der auch an einer Espe und ist seit mindestens 6 Jahren standorttreu. Nur geknipst im Vorbeigehen ... sieht aktuell etwa so aus,

    das mit dem "ausgewürfelt" finde ich eine gute Beschreibung, abgesehen vielleicht von der Farbgebung.


    LG, Bernd

    Hallo Bernd,

    leider sind die Fotos etwas unscharf, aber rein so vom Eindruck würde ich das typisch für S. confluens halten, so Ästchen und Gräßer miteingewachsen. Ich weiß jetzt aus dem Stegreif nicht, welche Baumparter typisch sind, aber Zitterpappel passt gut, genauso wie Birke oder Salweide, S. confluens findet man oft auf solchen Sukzessions-Standorten der Wiederbewaldung (ehemalige Sandgruben usw).

  • Hallo Juergen,


    den hatte ich hier im Forum gezeigt (Sistotrema cf. confluens?) und seitdem ist der jedes Jahr an gleicher Stelle erschienen. Nicht immer gleich üppig. In diesem Jahr sind die Fruchtkörper recht groß. Einen Versuch zur Geruchsbestimmung habe ich bisher nie gemacht, kann ich ja morgen mit besseren Fotos (es soll eventuell mal nicht regnen!) nachholen.


    LG, Bernd

  • Hallo zusammen,


    interessant, daß der Geruch so unterschiedlich wahrgenommen wird. Ich empfinde den Geruch als unangenehm chemisch Richtung Desinfektionsmittel. Das deckt sich mit der Beschreibung von Bernicchia in den Fungi Europaei 10. Ryvarden und Melo beschreiben den Geruch als "gekochter Speck". Dörfelt und Ruske diskutieren den Geruch gar nicht. Bei Laessoe und Petersen schließlich wird der Geruch als unangenehm, würzig beschrieben.


    Am einfachsten erkennt man die Art aber natürlich unter dem Mikroskop an den urnenförmigen, 6-sporigen Basidien.



    Björn

  • Zwei weitere, weiter weg, die ich nicht nachgeprüft habe und wohl auch nicht wiederfinden würde. Allerdings besteht dafür mit einem Vorkommen 100 m weg auch kein Bedarf (gerade so weit genug weg, damit die Hühner den nicht mit umpflügen). Schon relativ selten. Den hier genannten Abortiporus biennis habe ich aber noch nie gefunden.


    LG, Bernd

  • Hallo Stefan,


    guter Geruchsvergleich! Xylol kenne ich noch als Lösungsmittel für Plastikkleber (Modellbau;-)) Es hat so was "ätherisches".

    Hi,


    genau so einen hatten wir in der DDR auch.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • S. confluens ist kein häufiger Pilz, ich hab den bisher nur zweimal gefunden, hier meine Fundnotizen:

    Hi,


    hier ist die Art häufiger, wobei ich sagen muss, dass ich dort nicht jedes Jahr FK finde. Es ist halt ne Sandkieferwaldart.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Ich finde sie nur im Sandkieferwald. Komischerweise ist die Art im Osten häufiger.


    l.g.

    Stefan


    Verbreitung Sistotrema confluens Pers. 1794

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Ich kenne die Art aus der Bergbaufolgelandschaft unter Eiche (vielleicht auch noch Pappel im Einflusskreis). Würde mich aber ohnehin Werners Einschätzung anschließen.

    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]
    93 Chibs - APR-Gebühr 2024 = 83 Chibs

  • Die Schütterzähne sind doch auffallend zerbrechlich.

    Hallo Werner

    Ja, der ist korkig bis knorpelig. Also, langsam glaube ich auch an Abortiporus biennis. Das wäre ein super Erstfund für mich.

    Ich hatte bisher zum Fundort nichts geschrieben. Leider scheinen beide Arten auf Boden wachsen zu dürfen, jedenfalls im Internet. Der Fundort war aufgeschüttet. Was darunter "versteckt" ist, kann ich nicht sagen.

    Aber wenn der weiter wächst und größer wird, müsste man doch einen Unterschied sehen. Ist Abortiporus biennis eigentlich schnell wachsend?

    Der Pilz ist für mich relativ gut erreichbar, Hauptsache der Rasenmäher kommt nicht so schnell!