Agaricus rötend

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 454 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Felli.

  • Servus,

    gestern fand ich völlig unerwartet ein paar Blutegerlinge in 3 Hexenringen im reinen Laubwald mit Hainbuche, Hasel, Eiche und Ahorn.

    Mit dem Zeugs kenn ich mich ja nicht gut aus deshalb an euch die Frage ob meine Bestimmung evtl richtig sein könnte :)

    Der Hutdurchmesser lag zwischen 8-15 cm. Hut braunfaserig,

    Stiel glatt, weiß, zylindrisch ohne verdickter Basis, unter dem Ring aber auch leicht braunschuppig - genattert und im Alter bräunend (s. erstes Bild)

    Auch der hängende, nach obenabziehbare, oberseits ungeriefte, Ring war auf der Unterseite im Alter braun.

    In der Stielrinde stark rötend. KOH-Raktion gab es keine in der Huthaut, dem Fleisch und der Stieloberfläche.

    Die Sporen wurden in Wasser gemessen, allerdings noch nicht vom Sporenabwurf.

    Dennoch maß ich freischwimmende Sporen von 6-8,5(9) x 3,5-4,5µ Größe

    Nr 1 Fundort

    2. Nahaufnahme

    Nr 3: Ring, Natterung und Rötung

    Nr.4 Schnitt junger Fruchtkörper


    Nr. 5 Ringbildung

    Nr:6 überhängende Huthaut


    Nr 7

    Lamellenschneiden Aufsicht


    Nr 8

    abgezogene Huthaut - Aufsicht


    Nr.9

    Huthaut x 200


    Nr.10

    Huthaut x400



    Nr 11

    Nun zu den Cheilozystiden

    Nr.12

    Also für mich sehen die dickkeulig bis blasig ballonförmig aus

    Nr.13

    Hier mal eine septierte Zystide

    Nr 14


    Nr. 15

    in Kongorot etwas deutlicher

    Bei den Basidien gab es 2 und 4- sporige

    Nr 16

    hier in Kongorot

    Nr 17


    und nochmal ein paar Sporen

    Nr.18


    Alles in allem würde ich nun Agaricus langei dazu sagen

    Obs stimmt ???


    Grüße

    Felli

  • Hallo Felli,

    in der sylvaticus-Sektion bist du vermutlich richtig. Aber welche Arten innerhalb dieser Sektion momentan so herumschwirren, gehen die Meinungen stark auseinander. Sowohl A. sylvaticus s. str. als auch A. langei sollen meines Wissens Nadelwaldpilze sein. Nach welchen Autor gehst du denn vor?

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo Felli,


    bei Blutegerlingen unter Laubbäumen kannst Du ja auch einmal bei Agaricus fuscofibrillosus nachschauen.


    VG Jörg

  • Den Parra aber auch mit A. langei synonymisiert.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Den Parra aber auch mit A. langei synonymisiert.


    l.g.

    Stefan

    Lieber Stefan


    Darf ich zum Thema eine Anschlussfrage stellen, über welche ich mir letzten Jahres einmal Gedanken gemacht habe?

    Wenn es um die Bestimmung für A. langei und A. sylvaticus war mir einst A. freirei als Verwechslungspartner ins Gehege gekommen, ich aber wenige Literatur dazu gefunden habe. Wird er aufgrund seines hier selten Erscheinungsradius nicht in Betracht gezogen oder hättest du oder jemand weitere Angaben für mich als Agaricus Leie?

    Herzliche Grüsse

    Corinne


    Agaricus freirei Blanco-Dios 2001
    Agaricus freirei Blanco-Dios 2001 Tassonomia Divisione Basidiomycota Classe Agaricomycetes Ordine Agaricales Famiglia Agaricaceae Genere Agaricus Sezione…
    www.funghiitaliani.it

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben. Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo Corinne,


    A. freirei gehört laut Parra in die Sect. Xanthodermatei und nicht zu den Sanguinolenti.


    Björn

    Lieber Björn

    Danke herzlich fürs Antworten. Ja das wusste ich aber mir ging es mehr darum, an welchen Merkmalen man sie makroskopisch unterscheiden könnte wenn ich ein Exemplar in den Händen hätte.

    Liebe Grüsse

    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben. Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Liebe Corinne


    Ich habe auch gerade nochmal kurz die Bücher gewälzt und das wäre die Kurzform meiner Recherche:


    A. langei

    stark blutrot anlaufend + KOH negativ + kein Phenolgeruch + Ring doppelt, Unterseite typisch zahnradartig aufbrechend


    A. sylvaticus

    stark blutrot anlaufend + KOH negativ + kein Phenolgeruch + Ring einfach oder doppelt, teils ebenfalls zahnradartig


    A. freirei

    nur rostrosa anlaufend + KOH positiv + Geruch nach Phenol/Tinte an der Stielbasis + einfacher Ring, am Rand oft mit braunem Band + braune Schuppengürtel am Stiel


    Edit: Ich habe noch A. sylvaticus ergänzt.


    LG
    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • LG
    Benjamin

    Danke auch dir Benjamin für die Auflistung und entschuldige Felli für mein Abschweifen in deinem Beitrag 🙏

    Beste Grüsse

    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben. Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Servus,


    Sowohl A. sylvaticus s. str. als auch A. langei sollen meines Wissens Nadelwaldpilze sein. Nach welchen Autor gehst du denn vor?

    Ich hab mit Mooser und Gröger geschlüsselt, hab mit E. Ludwig verglichen und in den alten Hennig-Kreisel Büchern nachgelesen.

    Nach Gröger kommt A. langei im Laubwald + Nadelwald vor

    hier ein Schlüsselauszug


    ich hab mir jetzt den Sporenabwurf angeschaut und komme auf ein Sporenmittelmass

    von 7- 8 x 3,5-4µ mit einem Qm-wert von 1,9

    was sehr gut zu A. langei passen sollte


    ei Blutegerlingen unter Laubbäumen kannst Du ja auch einmal bei Agaricus fuscofibrillosus nachschauen.


    Den Parra aber auch mit A. langei synonymisiert.

    Ob die Synonymisierung richtig ist kann ich nicht beurteilen, ich hab mir die Makorbilder im Netz von fuscofibrillosus angeschaut.

    Mir fielen dort die gegürtelten Stielbasen auf, die bei meinem Fund völlig fehlen.

    Und

    Im Zusammenhang der Mikro - Merkmale

    - Sporen größer als 7µ

    - aufgeblasene teils kugelige Cheilozystiden

    - 2 und 4 - sporige Basidien

    - Keine KOH Reaktion

    Würde ich den Pilz nun sicher als Agaricus langei (F.H. Moeller) F.H. Moeller bezeichnen.

    Bis mich Jemand vom Gegenteil überzeugt ;)


    Grüße

    Felli



    Danke und entschuldige Felli für mein Abschweifen in deinem Beitrag 🙏

    Beste Grüsse

    Corinne

    passt scho :)