Vergiftungswelle mit Grünen Knollenblätterpilzen in Kalifornien

Es gibt 38 Antworten in diesem Thema, welches 1.272 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Maronisto.

  • Hallo ihr beiden,

    Tja, da spiegeln sich die Veränderungen in der Gesellschaft wieder, Gleichgültigkeit, Egoismus, nach mir die Sintflut.


    Wenn jeder an sich selbst denkt, ist irgendwann auch an alle gedacht.


    Ich könnte es keinem PSV verübeln, wenn er sich wegen solchen Verhaltensweisen von der Liste nehmen lässt.

    Ich bin mir nicht sicher, über welche Zeiträume ihr sprecht - sooo lange bin ich ja noch nicht beim Giftnotruf, erst 16 Jahre oder so.


    Aber ich habe da noch keine signifikante Zunahme von Fällen bemerkt. Noch nicht mal eine, die dem gestiegenen Interesse an Pilzen entsprechen würde. Bessere Pilzjahre bringen natürlich mehr Fälle, aber eine andere Systematik ist mir nicht aufgefallen. Meine Vermutung wäre, dass es die ignoranten Leute schon immer gab. Aber vielleicht sah das vor 40-50 Jahren ja wirklich anders aus?


    Die meisten sind ja eh die "mein Kind hat vielleicht ein Stück Pilz gegessen".


    Und auch die angebliche Vergiftungswelle durch Massen an jungen Leuten, die Apps zur "Pilzbestimmung" benutzen, ist bei mir noch nicht angebrandet.


    Ich hatte erst einen einzigen Verdachtsfall, von einer ca. 90jährigen, und das war noch nicht mal ein Giftpilz.


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • N'abend Harald.

    Ansonsten mehren sich die Fälle, in denen erstmal gesammelt und gegessen wird und nach der Mahlzeit kommen dann die Zweifel und es wird das Pilzbuch und dann der PSV zu Rate gezogen.

    Nach meiner - wohlgemerkt - anekdotischen Beobachtung haben viele Pilzsammler nicht so sehr das Problem, beim Sammeln einen Speisepilz von einem Giftpilz zu unterscheiden, weil doch die allermeisten wohl so vernünftig sind, nur die ihnen schon lange geläufigen Speisepilze mitzunehmen. So kenne ich etliche Speisepilzjäger, die sammeln hartnäckig nur Steinis und Maronen in altbekannten Revieren und lassen alle anderen Pilzarten links liegen.


    Was ich aber schon oft erlebt habe - und dies leider ständig -, dass in manchen Körbchen viele überständige (verdorbene) Exemplare von Speisepilzen zu finden sind, wo dann selbst gutes Zureden kaum fruchtet, diese doch besser zu entsorgen, weil die Sammler oftmals stundenlang gesucht haben und die wollen dann selbst vergammelte Funde nicht wegschmeißen. Dies ist dann schon zum Verzweifeln. ?(


    Beste Grüße

    -Marcel.

  • Hallo miteinander,


    ich finde die Idee, dass es egoistisch sei, leichtfertig irgendwelche unbekannte Pilze zu sich zu nehmen, weil damit keine Rücksicht auf die Nachtruhe der PSV genommen wird, sonderbar. Als erstes und am stärksten betroffen sind zunächst die Konsumierenden. Die haben die Magen-Darm-Probleme, die Vergiftung, die Angst um ihre Leben, den Krankenhausaufenthalt, die Transplantation, die größte Schererei. Es mag eine geringere Umsicht geben, auch weniger Wissen, auch mehr Leichtsinn, vielleicht auch mehr Dummheit. Aber ist es nicht absurd anzunehmen, dass jemals das Wohlergehen der/des PSV der moralische Grund zum Verzehrverzicht eines zweifelhaften Pilzes sein könnte. Da wird wohl schon immer bei der Entscheidung das eigene Wohlergehen im Vordergrund gestanden haben. Soll sich hieran ein Wertwandel zeigen? Ich zweifle sehr.


    LG Michael

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


    Warnhinweis

  • Was ich aber schon oft erlebt habe - und dies leider ständig -, dass in manchen Körbchen viele überständige (verdorbene) Exemplare von Speisepilzen zu finden sind, wo dann selbst gutes Zureden kaum fruchtet, diese doch besser zu entsorgen, weil die Sammler oftmals stundenlang gesucht haben und die wollen dann selbst vergammelte Funde nicht wegschmeißen. Dies ist dann schon zum Verzweifeln. ?(

    DAS kann man wirklich nicht oft in die Köpfe der Sammler einbringen - man steht als Sachverständiger vor Unverständnis und bekommt dann gesagt: jaja.. die schmeiße ich zuhause weg.... Im Vogtland übersetzt: "Mei doooch ned - hau iech die weg - dees geht schonnoch!" Kann man nichts weiter tun als auf die Unverträglichkeiten/Vergiftungen - Magen-Darm- Problematik hinzuweisen...

    Mittleiweile wird ja auch erstmal "Vater" Google befragt: und das kommen wir auch zu Deiner Aussage:


    Es mag eine geringere Umsicht geben, auch weniger Wissen, auch mehr Leichtsinn, vielleicht auch mehr Dummheit.

    Das ist ja eben, finde ich nicht so zwingend - man KANN sich informieren, BEVOR der Verzehr stadtfindet.

    Also mehr Input der auch auf Gefahren hinweist. Ich muss das Pilzbuch nicht zuhause besitzen, bevor ich Infos von zB Verwechslungspartnern habe.

    Ja, da ist es gut, man setzt sich mit der Materie auseinander.

    Vielleicht steht das Jäger- Sammler - Syndrom im Vordergrund :)


    Und ich verstehe, dass es nervig ist- oft den Feierabend oder Schlaf geraubt zu bekommen für Vergiftungen, die sich hätten vermeiden lassen, siehe oben.

    Ob derjenige "egoistisch" handelt - also den PSV erst zu spät anruft - weiß ich nicht - ich denke,die Angst wächst, je später es wird, wenn man sich auch nur ein wenig einbildet "mir gehts aber jetzt komisch"... Dann ist es oft Nacht - keiner da und man denkt sich rein....

    So wie wenn beim Notdienst in der Apo nachts um 12 noch ein Nasenspray gebraucht wird - weil "man sonst keine Luft bekommt"


    Mit Vergiftungen durch Apps habe ich auch noch keine Erfahrungen gemacht. Mag daran liegen, dass die App-Generation bei uns sich nicht für Pilze interessiert... bisl schade sogar...


    LG Hilmi

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 - 10 (APR 24)- 1 (legaler Bestechungsversuch im Vorfeld des APR zugunsten GI)= 41 + 21 (Thorwulf Spende)= 62 + 38 (Hannes2 Spende) = 100 PC :gbravo: + 3 Gnolmengastfreundlich = 103-15 (APR 25) = 88+ 1 Nannettenrätsel=89 + 3 Jammerei auf hohem SchwarzhexxNiveau = 92+ 3 (Platz 20 APR25)=95

  • "Mei doooch ned - hau iech die weg - dees geht schonnoch!"

    Genau, zumindest getrocknet sind die doch noch sehr gut zu gebrauchen... :gomg:

  • Also, als wirklich älterer Pilzesser habe ich natürlich auch ein paar Anekdoten aus eigenem Erleben: Im Pilzbuch steht: ,Herzrasen kann ein Pseudosymptom der Aufregung sein, und tatsächlich, nach meiner ersten Lepista nuda-Pilzpfanne sei länger Zeit hatte ich das auch. Ich musste mich wirklich durch eine schlaflose Nacht quälen und dachte mir am beschwerdefreien, nächsten Tag: ist es das wirklich wert !? Als Sammler und Genießer natürlich ein zögerliches irgendwie doch .. :gnicken:

  • Ich musste mich wirklich durch eine schlaflose Nacht quälen und dachte mir am beschwerdefreien, nächsten Tag: ist es das wirklich wert !? Als Sammler und Genießer natürlich ein zögerliches irgendwie doch .. :gnicken:

    Servus Maronisto,


    als "Sammler und Genießer" sollte man die Pilze, die man isst, so gut kennen, dass man nachträglich kein Herzrasen bekommt, weil man sich dann doch unsicher ist. Dann ist man Sammler, aber kaum Genießer. Sammeln kann man alles, genießen nur sicher als Speisepilze erkannte Arten. Wenn man nicht zu 100% sicher ist, dann Finger weg! Und wenn man eine schlaflose Nacht aus Sorge hatte, war man eben nicht zu 100% sicher.

    Man kann nach der Mahlzeit auch wegen zu großer Portion, der Zubereitungsart (zu viel Sahne?) und auch völlig unabhängig davon durch andere Einflüsse eine schlaflose Nacht haben. Da stellt sich aber nicht die Frage, ob das einem das wert war, denn es hatte ja nichts mit den Pilzen zu tun.


    Ich empfehle die Zögerlichkeit dann doch beim Sammeln und Verzehren, ohne vorher einen Pilzberater aufgesucht zu haben.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Ne, das war einfach die Aufregung ... nach so langer Zeit wieder: Der ,klassische Violetten Roetelritterling ist ja schon einigermaßen sicher zu erkennen, noch dazu aus einem ,echten Laubmischwald. Schwieriger ist es eben mit fast immer (bei Roetelritterling und Verwandten) schon dokumentierten ,Unverträglichkeiten. Der Pilzberater ist sicher anfänglich und vllt auch prinzipiell eine gute Idee. Es gibt aber auch weniger erfreuliche Erfahrungen im Nachhinein, da hatte dieser alle (eigentlich essbaren) Schleierlinge und Wulstlinge unter großem Mahnauftritt einfach aussortiert. Es sei verziehen.

  • Meine sehr beschränkten persönlichen Erfahrungen bestätigen das bisher nicht (bin aber daran interessiert, wenn jemand das weiß, vielleicht du): Ich war mit einer russischen Bekannten häufiger Pilze sammeln, die zwar die Gerüchte um die silierten scharfen Milchlinge bestätigt hat, nicht aber das vom Gelben Knollenblätterpilz. Den fand auch sie vom Geruch her unappetitlich und hatte wohl auch niemanden im Verwandten- und Bekanntenkreis, der/die den aß. Aber das ist natürlich nur eine Stichprobe von einer Person (aus dem Raum Moskau).

    Servus Sabine,


    zunaächst zur Verbreitung: hierist ein interessanter Artikel dazu (nicht mehr ganz aktuell): https://www.researchgate.net/p…oides_Vaill_ex_Fr_Fr_Link

    Da ist auch eine Verbreitungskarte enthalten. Im Raum Moskau kommt Amanita phalloides sicherlich vor, auch wenn die Karte etwas westlich die Grenze zieht. In Sibirien hingegen kommt Amanita phalloides nicht mehr vor, die borale Nadelwaldzone ist zwar Heimat von Amanita virosa s.l., aber nicht vom Grünen Knolli.

    Silierte, scharfe Milchlinge (und Täublinge) kenne ich aus Skandinavien und auch aus Sibirien / Russland. Es werden aber regional auch andere Pilze verzehrt. Und oftmals läuft das Erlernen von Pilzen noch traditionell mündlich. Ich kann nicht sagen, wie oft in Russland Amanita citrina gegessen wird. Bei Frischzubereitung sind Rotkappen und Steinpilze beliebter. Es werden aber teils abenteuerliche Mischpilzgerichte gesammelt, wie auch hierzulande, inkl. Amanita spissa s.l. und Amanita citrina. Dass dann nach dem Übersiedeln Grüne Knollis nicht erkannt werden, ist für mich plausibel. Meist aber ist es einfach purer Leichtsinn. Nach dem Motto "da waren Tierfraßspuren dran", "er roch so gut", "es waren so viele da" als Gründe des Verzehrs. Habe ich alle drei schon selbst erlebt bei der nachträglichen Bestimmung, aber da zum Glück nicht in Bezug auf Knollis.


    In der Presse wird aber schnell eine Erklärung gesucht, die plausibel scheint. Mexiko ist das Artenvielfaltszentrum der Gattung Quercus. Dass sich dort Amanita phalloides wohl fühlt, ist verständlich. Und ja, dennoch kann er dort eingeschleppt sein.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Der Pilzberater ist sicher anfänglich und vllt auch prinzipiell eine gute Idee. Es gibt aber auch weniger erfreuliche Erfahrungen im Nachhinein, da hatte dieser alle (eigentlich essbaren) Schleierlinge und Wulstlinge unter großem Mahnauftritt einfach aussortiert. Es sei verziehen.

    Hallo Maronisto,

    der Pilzberater wird sicher gute Gründe zum aussortieren haben und wenn du es eh besser weisst frage ich mich warum du hingegangen bist?

    Gruss

    Matthias

  • Ne, das war einfach die Aufregung ... nach so langer Zeit wieder: Der ,klassische Violetten Roetelritterling ist ja schon einigermaßen sicher zu erkennen, noch dazu aus einem ,echten Laubmischwald.

    Du schreibste es ja selber: "einigermaßen sicher zu erkennen", das ist nicht zu 100%. Und warum sollte man aufgeregt sein, wenn man nach langer Zeit mal wieder etwas isst, was essbar ist? Wenn ich nach vielen Jahren mal was sehr ausgefallenes erneut esse, bin ich ja auch nicht im Nachhinein aufgeregt (z. B. Dachsschinken, ahbe ich seit Jahren nicht mehr gegessen). Dann die Aussage mit dem "echten Laubmischwald"...


    Der Pilzberater ist sicher anfänglich und vllt auch prinzipiell eine gute Idee. Es gibt aber auch weniger erfreuliche Erfahrungen im Nachhinein, da hatte dieser alle (eigentlich essbaren) Schleierlinge und Wulstlinge unter großem Mahnauftritt einfach aussortiert. Es sei verziehen.

    Was erwartest du denn? "Großer Mahnauftritt"? Wenn mir ein Anfänger Schleierlinge in die Beratung bringt, dann warne ich ihn auch vor den Gefahren. Und Wulstlinge... welche denn? Graue? Weil "eigentlich essbar".

    Sorry, aber wenn du in der Lage bist, diverse (eigentlich) essbare Schleierlinge zu bestimmen, dann solltest du bei einer Rötelritterlingsbestimmung keinerlei Probleme haben und keine Aufregung verspüren.


    Es ist eben nicht so einfach, Lepista nuda sicher zu erkennen. Es gibt sehr ähnliche Arten, auch Schleierlinge darunter. Aber es ist deine Gesundheit. Wenn du mehr weißt, als der Pilzberater, dann gratuliere ich (sorry für die leichte Ironie). Nur die Aufregung ist dann für mich mehr als unlogisch.


    Ich habe genügend Vergiftungen (auch nachts, trotz Arbeit am nächsten Tag) betreut und habe viel Erfahrung mit "Pilzexperten", die sich ja "so sicher" waren. Ich wünsche dir ein vergiftungsfreies Hobby,

    Christoph

  • In meinem Beitrag stand im Nachhinein... . Besserwisserei muss (wie alles andere) wohl gelernt sein. Der Ärger hilft ja manchmal, weiter zu lernen und ist damit nicht vergebens. Wahrscheinlich hätten die ,Stinker (damals ua. Blaustiel-Schleimkopf, Düster-Roehrlinge und Graue Wulstlinge) nicht besonders lecker geschmeckt. Beim ersten gab es vermutlich Naturschutzgruende. ;) Die Aufregung wird übrigens nicht immer als unprofessionell erlebt.