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letzter Beitrag von Beorn am

Amanita gemmata?

  • Hallo zusammen,


    vergangenes Wochenende habe ich folgenden Fruchtkörper gefunden. Da es der einzige Fund war und sich weit und breit nichts blicken lies, wollte ich diesen Fruchtkörper gerne stehen lassen und nicht weiter untersuchen. Die Angaben sind deswegen sehr dürftig. Der Fruchtkörper war nur wenige Zentimeter groß (~ 4cm) und stand direkt neben einer Kiefer, einige Meter entfernt waren noch Buche und Eiche. Die Farbe war tatsächlich so lebhaft wie es auf den Bildern rüberkommt. Außer dem Narzissengelben Wulstling (Amanita gemmata) fällt mir keine passende Art ein. Was meint ihr, kommen hier noch andere Arten in Frage?


    Viele Grüße

    Luca

  • Servus Luca,


    das passt sehr gut. Ich würde da auch nichts anderes sagen. Amanita amici sieht sehr ähnlich aus, wäre aber kräftiger und sehr thermophil (o.k., Südpfalz), aber dafür ist der Pilz eh zu schmächtig. Daher für mich klar Amanita gemmata s.str.


    Amanita amici wird mal synonymisiert, mal als Form gesehen, mal als Art. In einem italienischen Forum wird darüber diskutiert: Amanita amici Gillet 1898 - Funghi Non Commestibili o Sospetti - Funghi in Italia - Fiori in Italia - Forum Micologia e Botanica

    Da wird von genetischer Diversität bei Amanita gemmata s.l. gesprochen, ist aber schon 5 Jahre her. Mein Stand war, dass es nur eine Form sei oder synonym. Ich muss mal nachrecherchieren, auf welche Studie sich die Bemerkung bezieht, dass Amnita gemmata von Amanita amici genetisch abtrennbar sei.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • MoinMoin!


    Ach, dasisjaintresant!
    Also gäbe es möglicherweise eine weitere Art, die man wohl auch in der durchaus submediterranen Oberrheinebene zu beachten hätte?
    Da wäre ich natürlich auch ganz Ohr, wenn du tatsächlich über Infos stolperst, daß da zumindest genetisch eine Trennung vorstellbar wäre.
    Material gibt es hier jedenfalls genügend, mit und ohne Kiefern als Mykorrhizapartner, orangegelb bis blass, klein bis groß in allen erdenklichen Abstufungen und quasi das ganze Jahr über mit Fruchtkörperbildung beschäftigt.



    Lg; Pablo.

  • Servus Pablo,


    ich hab mal ein bisserl rumgesucht und nichts gefunden. Rod Tulloss nimmt es als Synonym zu Amanita gemmata. Es gibt asiatische Arten, die beschrieben wurde, wie z. B. Amanita orientigemmata. Leider komme ich da nicht so einfach an die neueren Paper heran, denn da könnten DNA-Stammbäume sein. Es geht ja erstmal drum, ob Amanita gemmata überhaupt genetisch heterogen ist.


    Es werden im Moment übrigens ständig neue Scheidenstreiflinge aus Europa beschrieben - 2020 meherere graue Arten und aktuell, 2021, wieder eine graue (Amanita vladimiri). Da komme ich im Moment auch nicht an die Originalbeschreibung ran, die aus 2020 habe ich (z. B. Amanita electra und weitere). Wenn die Streiflinge durch sind, sind vielleicht wieder die anderen Sektionen mehr im Fokus. Die Amanitologie hat jetzt auch tef1-alpha entdeckt - das wird wieder neue Erkenntnisse geben... Und irgendwann ist auch die Pantherina-muscaria-gemmata-Verwandtschaft dran. Und vielleicht auch mal der Graue Wulstling und der Perlpilz s.l. - bin gespannt, wie viele Arten das werden ;-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Moin, Christoph!


    Also abwarten. Bei gemmata (s.l.) ist die Variationsbreite zwar hoch, aber nach meinen Beobachtungen längst nicht so extrem wie bei excelsa s.l. oder rubescens s.l., wo man schon makroskopisch von jeweils mindestens 2 ziemlich sauber getrennten Arten ausgehen kann (alleine in Mitteleuropa). g:-)



    LG, Pablo.

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