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letzter Beitrag von Digitalpilz am

Pilzaquarelle bei ebay

  • Hallo zusammen,


    immer wieder schaue ich mir bei ebay Aquarelle (Originale) an und heute hab ich mal „Aquarelle“ und „Pilze“ eingegeben. Da kam dann auch einiges - in der Größenordnung von etwa 80% eher gewollt als gekonnt - , aber diese Bildermappe fand ich irgendwie klasse:


    15 Zeichnungen Originals Pilz 1887 Aquarelle Mushrooms | eBay


    Die Blätter sind in keinem guten Zustand, aber die Darstellungen sind gelungen, etwa auf dem Niveau von Erhard Ludwig. Die Bilder sind Ende des 19. Jhdt. entstanden.

    Hat jemand von Euch eine Idee, wer der Künstler sein könnte?


    Viele Grüße

    Ralph

  • Hallo Ralph,


    in früheren Zeiten gab es recht viele ambitionierte Pilzinteressierte, die ihre Funde mit Aquarellen auf diese Weise dokumentierten. Es gab keine Fotoapparate, kein Fernsehen, kein Internet und nicht mal ein Pilzforum.

    Heute machen das (leider!) nur noch wenige Pilzler.


    Solch alte Bilder sind nicht selten, deshalb tauchen auch immer wieder mal Fragmente davon auf.

    Die Bildqualität kann sogar richtig gut sein. Den tatsächlichen "Künstler" ausfindig zu machen ist schwer möglich, da sie fast nie signiert wurden.


    Das ebay-Angebot steht schon seit vielen Monaten zum Verkauf. Dass es keinen Käufer findet, liegt am mäßigen Zustand und nicht zuletzt auch an der total überzogenen Preisvorstellung des Anbieters.


    Gruß

    Peter

  • Danke Peter, ich halte das Angebot weiter unter „Beobachten“ . Es ist zu teuer, das stimmt. Ich hab schon gute Skizzenbücher unter 100€ gesehen, die auch nicht verkäuflich waren.

    Ich schau halt weiterhin nach einem Werk, das mich aus den Socken haut und das dürfte dann auch etwas kosten...


    Viele Grüße

    Ralph

  • Hallo Ralph!

    Interessant ist es allemal! Die Aquarellskizzen sind wirklich gelungen. Danke fürs Teilen. :)

  • [...]

    in früheren Zeiten gab es recht viele ambitionierte Pilzinteressierte, die ihre Funde mit Aquarellen auf diese Weise dokumentierten. Es gab keine Fotoapparate, kein Fernsehen, kein Internet und nicht mal ein Pilzforum.

    Heute machen das (leider!) nur noch wenige Pilzler.


    [...]

    Es ist ist phänomenal, was man beim Zeichnen lernen kann. Zeichnen können, bedingt Sehen lernen. Die Präparate, die ich z.B. im zoologisch-anatomischen Praktikum studiert und gezeichnet hatte, die hab ich immer noch abrufbar im „ Arbeitsspeicher“. Zur Zeit probiere ich noch mit Aquarellfarben und verschiedenen Papieren rum und versuche, die Angst vorm leeren Blatt abzubauen. Erhard Ludwig hatte mir vor ein paar Jahren geraten, einfach auch mal stur Bilder anderer zu kopieren und zu analysieren, wie Licht-, Oberflächeneigenschaften und Strukturen in die Sprache „Aquarell“ übersetzt wurden. Vielleicht nehm ich mir bald mal eine seiner Amanitas oder Cortinarien vor...


    Viele Grüße

    Ralph

  • Hallo,


    die Tafeln stammen von einem französischen Mykologen. Die Beschriftung ist in französisch ("jeune", "agé") und als Fundort ist z.B. Fontainebleu angegeben. Die Nomenklatur richtet sich nach Quélet (1872) und Gillet (1874), einmal aber auch nach Saccardo (1887).

    Leider sind die Tafeln farblich völlig verblichen und da sie vermutlich nicht von einem der großen Mykologen stammen, ist ihr Wert auch sehr begrenzt. 550 Euro ist ein absoluter Mondpreis, ich persönlich würde nicht mal ein Zehntel dafür bezahlen.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Ich schau halt weiterhin nach einem Werk, das mich aus den Socken haut und das dürfte dann auch etwas kosten...

    Schau dir mal an:
    Mitteleuropäische Pilze : 180 Taf. in 6 - 8 farb. / Josef Poelt ; Hermann Jahn. Offsetdr. nach Originalen von Claus Caspari.

    Fantastische Zeichnungen von Caspari.

    Gibts gerade zu einem halbwegs vertretbaren Preis bei

    Ebay-Kleinanzeigen


    Beste Grüße

    Harald

  • Danke Andreas und Harald,


    Das ist in der Tat klasse, danke für den Tipp. Ich bin ein großer Fan von Caspari.

    Das Werk kommt sogar fragmentarisch in den Handel:


    Pilze - Claus Caspari : Scharlachroter Saftling. Hygrocybe punicea (Fr.) Karst. | eBay


    Viele Grüße

    Ralph

  • Das Werk kommt sogar fragmentarisch in den Handel:


    Pilze - Claus Caspari : Scharlachroter Saftling. Hygrocybe punicea (Fr.) Karst. | eBay

    Nun auch ein stolzer Preis. Wenn man bedenkt, dass es 180 Tafeln sind...

    Bei ZVAB findet man anscheinend das komplette Werk in Einzelblättern. Offenbar alles vom selben Antiquariat:


    Caspari Pilze - ZVAB


    (Falls jemand interessiert, was da drin ist.)

  • Das Werk kommt sogar fragmentarisch in den Handel:


    Pilze - Claus Caspari : Scharlachroter Saftling. Hygrocybe punicea (Fr.) Karst. | eBay

    Nun auch ein stolzer Preis. Wenn man bedenkt, dass es 180 Tafeln sind...

    Ja schade, dass so häufig ältere Werke einfach auseinandergerissen werden um Geld zu machen.

    Mich ärgert, dass die Verkäufer keine Achtung vor den Werken unserer Altvorderen haben. Bei ebay und anderen Anbietern z.B. delcampe findet man oft solche Angebote. Wenn man die Tafeln vollständig haben möchte, müßte man einen horrenden Preis bezahlen! :cursing:


    LG Ulla

  • Ist weg 😉

  • Das war die neueste Auflage. Dafür hat einer im März 200.- € bezahlt. Ältere Auflagen bekommt man schon für etwa 80.-€..


    Kleiner Tipp: Pareys Buch der Pilze ISBN 978-3-440-13447-4 (vorletzte Auflage) sollte billiger zu haben sein, entspricht aber der letzten Auflage


    Edit: es kommt natürlich darauf an, wo man sucht:

    978-3-440-13447-4 - ZVAB

    =O

  • Hallo Ralph,


    mich hauen die Zeichnungen nicht vom Hocker. Es war früher absolut üblich, dass man zeichnete. Auch mikroskopische Beobachtungen hat man gezeichnet. Im Studium habe ich auch noch viel gezeichnet. Daher sehe ich diese Bilder weniger als Kunstwerk, sondern mehr als damals (und noch lange danach) übliche Zeichnungen. Beim Umzug hatte ich noch ein Zeichenokular in der Hand: Damit konnte man ein mikroskopisches Bild an die Wand werfen und abzeichnen.


    Zeichnungen haben ja einige Vorteile ggü Fotos. Man kann da z. B. viel leichter (unwichtige) Dinge weglassen oder hervorheben. Fotografie war früher ja auch nicht so einfach, wie heute, wie sich sicherlich noch einige erinnern können. Man hatte bei Kleinbild nur 36 Aufnahmen auf einem Film und konnte den nicht zwischendurch wechseln. Die Ergebnisse hat man erst eine Woche später gesehen, wenn die Bilder entwickelt und Abzüge gemacht wurden. Damals habe ich mich noch jedes Mal auf den feuchten Waldboden legen müssen, um durch die Kamera gucken zu können, die auf jeden Fall auf einem Stativ stehen musste. Denn einen Prismensucher hatte ich nicht, so dass ich nicht von oben in die Kamera gucken konnte. Heute ist das alles schon sehr viel einfacher mit den digitalen Kameras, wo man bequem auf einen Bildschirm gucken kann und die Ergebnisse sofort betrachten kann.


    Interessant finde ich aber, wie schnell sich der technische Fortschritt entwickelt hat. Ich habe hier eine mechanische Rechenmaschine für Additionen und Subtraktionen. Die wurde 1960 noch wie selbstverständlich in Banken etc. eingesetzt. Computer gab es noch nicht. Auch andere Errungenschaften sind noch nicht so furchtbar alt, z. B. Kühlschränke, wie wir sie heute kennen. Früher™ hat man das Eis aus tiefen Höhlen geholt und von der Eifel bis nach Köln gekarrt. Die ersten Kühlschränke waren aus Holz und wurden mit normalem Eis befüllt. Das Leben war allgemein wesentlich beschwerlicher und harte Arbeit war damals noch harte Arbeit, denn es gab kaum Maschinen, schon gar keine Roboter. Die Toilette war früher oft nicht im Haus, sondern auf dem Hof und später hatte man Toiletten auf Zwischenetagen für mehrere Mieter. Warmes Wasser auf Knopfdruck? Pustekuchen! Heute ist das alles kaum noch vorstellbar.


    Viele Grüße


    Oliver

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