Spitzmorcheln am 30.04.2020

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 1.975 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Bernhard.

  • Grüß euch,


    am 30.04. gab es endlich - nach einigen Schauern in den letzten Tagen - Morcheln zu finden.

    Eigentlich waren die Esculentas das Ziel, von denen war aber nichts zu sehen.

    Auf dem Weg zum Speisemorchelplatz, im Umkreis eines Holzlagerplatzes mit viel Fichtenrinde, gabs dann einige Spitzmorcheln (Morchella conica s.l.) zu finden.



    Halb in der Rinde vergraben wuchs das größte Exemplar das ich jemals gesehen habe.

    Der Fruchtkörper durfte in der Natur bleiben...zu alt und auch unmöglich zu säubern.


    Zum Schluss kam dann einiges zusammen. :P


    Die Hoffnung auf Morchella esculenta in diesem Jahr habe ich auch noch nicht aufgegeben. Der Platz an dem nichts zu finden war liegt doch recht schattig und auf ca. 1000 m.ü.A.


    LG Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    meinen Glückwunsch zum Fund. Wenn es schon keine Wabenköpfe gibt dann eben wenigstens die Spitzköpfe. Geschmacklich nehmen die sich ja ohnehin nichts, da sie beide fast völlig geschmacklos sind. Es ist aber immer wieder schön überhaupt welche zu finden. Wenn Du Glück hast kommen noch ein paar nach. Meine späteste Spitzmorchel hatte ich einmal an einem 1. Juli.


    VG Jörg

  • da sie beide fast völlig geschmacklos sind.

    Hallo Jörg,


    dem muss ich doch deutlich widersprechen! Das kann an der falschen Zubereitung - oder an der fehlenden Geschmackswahrnehmung liegen.


    Tut mir leid, aber eine handwerklich gut hergestellte Morchelrahmsauce ist für Gourmets etwas ganz besonderes! 👌


    Grüßle.

    Peter

  • Halllo Bernhard,


    schöner Fund! Im Hinterkopf sollte man aber behalten, dass an Holzlagerplätzen oft Pestizide eingesetzt werden.


    Hallo Jörg,


    es gibt kaum ein intensiveres Aroma, als ein Wildgericht mit Morcheln (getrocknetes Material sicher noch um einiges intensiver). Aber die Aussage "geschmacklos" kann ich nicht nachvollziehen. (Meinsz Du das tatsächlich ernst?) Mir ist natürlich klar, Geschmäcker sind unterschiedlich.


    Auch gibt es Menschen mit (teil)defekten Geschmacksnerven. Aber da vom Einzelfall auf andere zu schliessen, das ist mir ein wenig überdrüber.


    Vielleicht magst ja Deine Aussage noch ein wenig begründen?


    Grüßle

    RudiS

  • Grüß euch!


    Danke für den Hinweis mit den Pestiziden, interessant! Werden diese in der Rinde angereichert?

    Ich denke mir diesbezüglich "die Dosis macht das Gift". In Massen verzehre ich sowieso keine Morcheln. Neben der angesprochenen Problematik gibt es ja auch noch das Morchella Syndrom.

    Gibt es eigentlich dazu etwas neues? Ich kenne dazu nur Vermutungen, nichts handfestes (auch im Flammer nichts stichhaltiges).


    Bezüglich des Geschmacks: Ich mag Morcheln sehr gerne und finde sie haben einen feinen, einzigartigen Geschmack!

    Aber über Geschmack lässt sich eben nicht streiten.


    LG Bernhard

  • Hallo,


    Ich kann das ebenfalls nicht nachvollziehen. Für mich sind Morcheln die schmackhaftesten Pilze überhaupt.

    Man darf das feine Aroma nur nicht mit Gewürzen oder geschmacksintensiven Beilagen "erschlagen" und sollte sie am besten auch nicht draussen im Freien essen, damit der Duft nicht verfliegt, denn der gehört m.M. zum Geschmackserlebnis dazu.

    Ich freue mich schon auf mein Schweinefilet mit Spargel und Morchelrahmsauce.


    LG, Josef

  • Hallo an alle Morchelgourmets,


    zumindest haben alle meine bisherigen Morchelfunde (sind bei mir sehr selten) nur sehr geringen bei der Wildform oder gar keinen Eigengeschmack wie bei denen auf Mulch und einen Pilz ohne diesen kann ich nicht als schmackhaft bezeichenen. Vielleicht liegt das ja an den Bodenverhältnissen bei mir. Auch im getrockneten Zustand ist bei denen kaum etwas herauszulocken obwohl sie beim Trocknen einen wunderbaren Geruch entwickeln. Diese benutze ich nur zu Kalbsgerichten da ja Kalbfleisch auch keinen starken Eigengeschmack besitzt.


    Gaukler


    Zu Wildgerichten benutze ich meistens getrocknete Herbsttrompeten. Diese harmonieren sehr gut mit Wild.


    @ Peter, Bernhard und Josef


    Ich mag keine Sahne- oder Rahmsaucen aber das ist Geschmackssache.


    Mit der Morchelsuche verbringe ich trotzdem viel Zeit weil ich mich über jeden einzelnen Fund immer wieder freue.


    Es gibt übrigens noch eine von vielen geliebte Pilzart mit der ich nichts anfangen kann. Es ist das Judasohr welches ebenfalls keinen Eigengeschmack besitzt.


    VG Jörg

  • Hallo Jörg,


    die Terroirfrage hab ich natürlich oben in meiner Replik ausgeblendet. Ich gebe Dir absolut recht, auf manchem Boden schmeckt kein Wein (und womöglich auch keine Morchel?!)


    Herbsttrompeten schmecken auch wunderbar intensiv. Damit kann man sogar jede Instantbratensauce in eine Delikatesse verwandeln.


    Und ja, die Öhrchen sind speziell. Nehmen halt den Geschmack des Gerichtes auf, ohne selbst zu schmecken. Ich mag.das Kaufeeling recht gern. Gempsebrühe mit Wienerle und Ohren ist für mich ein wunderbares Gericht. Für Feinschmecker natürlich auch als Wokgemüse.


    Grüßle

    RudiS

  • Hallo Rudi

    Herbsttrompeten schmecken auch wunderbar intensiv. Damit kann man sogar jede Instantbratensauce in eine Delikatesse verwandeln.

    Für so etwas würde ich meine Trompeten nicht verschwendeng:D. Dafür finde ich die zu unregelmäßig aber wenn die mal kommen dann in großen Massen. Hast Du die schon einmal frisch nur als Gemüse probiert? Auch da gehören die bei mir zu den Top Ten.

    Gempsebrühe mit Wienerle und Ohren ist für mich ein wunderbares Gericht

    Und hier habe ich wieder einmal ein sprachliches Problem. Meine Vermutung: Gemüsebrühe. Liege ich da richtig oder hast Du dich da nur verschrieben?


    Übrigens kann ich deine Erfahrung mit dem Wein bestätigen. Ein Bewohner meines Wohngebietes hat am Gartenzaun Reben von weißen und rotem Wein gepflanzt. Die Trauben sind weder vor oder nach dem ersten Frost genießbar.


    VG Jörg

  • obwohl man aus der auch Brühe machen kann :giggle:*duck und weg

  • Hallo!

    Mit der Morchelsuche verbringe ich trotzdem viel Zeit weil ich mich über jeden einzelnen Fund immer wieder freue.

    Am meisten freue ich mich auch immer beim Finden. Die Natur im Frühling, langsam und suchend durch das Unterholz schleichen und dann Morcheln finden...einfach herrlich!


    Den Geschmack mag ich aber auch sehr. Am liebsten in einer Rahmsauce, mit wenig Rahm und nicht überwürzt, auf Nudeln um den Geschmack nicht zu überdecken.

    Zu Wild passen meiner Meinung nach auch die Totentrompeten besser.

    Mit den Judasohren kann ich auch nichts anfangen.


    Grüße von Bernhard, der diese Geschmacksdiskussionen immer wieder spannend findet.