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letzter Beitrag von Marcel am

Fichtenspargel

  • Hallo,


    Zum Vorkommen von Fichtenspargel liest man meistens von Ritterlingen oder auch Dickfussröhrlingen. Auf einem älteren Arbeitsblatt für Schulklassen welches ich gefunden habe, ist der Fichtenspargel aber sogar mit einem Fliegenpilz abgebildet. Deshalb meine Frage: Sind es nur Ritterlinge oder kann jemand das mit dem Fligenpilz bestätigen?


    mfg

  • Hallo,

    Da nehme ich an , dass der Fliegenpilz hier genommen wurde , weil ihn die Kinder wohl eher kennen.

    Da wollte man wohl mit der Analyse nicht zu tief gehen.

    Gruß

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hallo,

    ich kann mich erinnern, gelesen zu haben, dass Tricholoma der bevorzugte Pilz sei. Demnach kommen auch andere in Frage. Welche nun genau und ob z.B. der Fliegenpilz dazu gehört, ergibt sich daraus nicht.

    VG

    Thomas

  • Hallo,

    Da nehme ich an , dass der Fliegenpilz hier genommen wurde , weil ihn die Kinder wohl eher kennen.

    Da wollte man wohl mit der Analyse nicht zu tief gehen.

    Gruß

    Norbert

    Ja, aber als Pilz-Heinis wollen wir es doch genau wissen ;) . Jedes Jahr verteile ich diese Arbeitsblätter, und denke mir jedes Mal dass doch da was nicht stimmt... Falls nie jemand etwas von dieser Gemeinschaft gehört hat, kann man da etwas anders als einen Fliegenpilz einfügen.

  • Ich erinnere mich an eine bestimmt schon 25 Jahre alte Publikation, die den Nachweis einer Verbindung vom Baum über Mykorrhizapilze zu Orchideen zum Gegenstand hatte. Nachgewiesen wurde ein Stofftransport, indem man eine Kohlenstoff-haltige organische Verbindung, die mit einem radioaktiven Isotop markiert war, ins Phloem unter dem Baumrinde gespritzt hatte und einige Zeit später Radioaktivität in der Orchidee maß.

  • Hallo Kauz,

    wenn ich "Kohlenstoff-haltige organische Verbindung" lese, kräuseln sich mir die Zehennägel. Organische Verbindungen sind Stoffe, die kovalent gebundene Kohlenstoffatome enthalten.

    Für solche Tracerversuche werden dann in einer organischen Verbindung Kohlenstoffatome mit Masse 12 durch radioaktive mit Masse 14 ersetzt. Wenn man diese Stoffe am Punkt A einsetzt, kann man prüfen, ob die nach Punkt B wandern.

    Hallo Muckenpfiffer,

    ich habe ein wenig recherchiert und folgenden Artikel gefunden.

    Error - Cookies Turned Off

    "The evolutionary ecology of myco-heterotrophy"

    von Martin I. Bidartondo

    Wenn ich diesen Artikel recht verstehe, kann der Fichtenspargel nur mit Tricholoma.

    Das verwundert mich zwar ein wenig, weil ich dort, wo ich den finde, noch nie Tricholoma gefunden habe, sondern Xerocomus, aber wenn die Autoritäten das sagen ...

    Gruß,

    Marcel

  • Halllo Marcel,


    Deine Zehennägel will ich nicht belasten, aber was passt nicht an der Aussage von Kauz?

    Wäre "... kohlenstoffhaltige, organische Verbindung ..." korrekter?

    Bin kein Chemiker, deshalb bitte erklären, was Deine Hufe verkrüppeln lässt =O


    Grüßle

    RudiS

  • Hallo,


    da scheint es unterschiedliche Meinungen zu geben. Möglicherweise ist das noch nicht eindeutig geklärt.

    In meinen Pflanzenbestimmungsbüchern ist nur allgemein von Pilzen die Rede, im Netz findet man Publikationen, dass er mit Tricholoma zusammen wachsen soll. Andere schreiben: mit verschiedenen Pilzen z.B. Tricholoma. Rita Lüder wiederum schreibt in ihrem Grundkurs Pilzbestimmung, dass er Fichten und Dickfußröhrlinge benötige. Solange sich die "Gelehrten" nicht einig sind, gehe ich für mich persönlich einfach nur von einer Verbindung mit Mykorrhiza-Pilzen (allgemein) aus, ohne mich auf eine bestimmte Gattung oder Familie festzulegen.


    @ Muckenpfiffer: Ich würde einfach das Wort "Fliegenpilz" durch "Pilz" ersetzen.


    Liebe Grüße

    Josef

  • Hallo,


    an der Uni Marburg hat Prof. Kost darüber geforscht und bei ihm ging es um die Verbindung Monotropa-Tricholoma-Baum.

    Ob auch andere Pilzgattungen/-gruppen da eine Rolle spielen (können) ist meiner Ansicht nach nicht ausgeschlossen, aber eben nicht nachgewiesen (soweit ich weiß).

    Insbesondere da die Gattung Monotropa ja mindestens aus zwei Arten besteht - Fichtenspargel und Buchenspargel - mag es durchaus sein, dass es da artspezifisch unterschiedliche Verbndungen gibt.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo RudiS (alias Gaukler),

    ich bin auch kein Chemiker, sondern Elektrotechniker und arbeite als Softwareentwickler.

    Die Zeiten, als ich mir etwas Grundwissen zur Chemie angeeignet habe, sind mehr als 40 Jahre her und die Erkenntnisse habe ich mir während meiner Schulzeit angeeignet.

    Ich meinte eigentlich schon erklärt zu haben, warum das so ein Unfug ist, aber ich mache noch mal einen Versuch:

    "kohlenstoffhaltige organische Verbindung"

    ist logisch eine ähnliche Bezeichnung wie

    "alkoholhaltiger Brennspiritus"

    Das deutet an, dass es auch nicht alkoholhaltigen Brennspiritus gibt und den gibt es genau so wenig wie nicht kohlenstoffhaltige organische Verbindungen.

    Das Vorhandensein von Kohlenstoffatomen ist eine notwendige Bedingung für eine organische Verbindung aber keine hinreichende.

    Das heißt: alle organische Verbindungen haben Kohlenstoffatome, aber nicht alle Verbindungen, die Kohlenstoffatome haben, sind auch organische Verbindungen.

    Ein typisches Beispiel für eine Kohlenstoff enthaltende Verbindung, die keine organische Verbindung ist, ist das im Rahmen der Klimadebatte viel diskutierte Gas Kohlendioxid.

    Alle bekannten Lebewesen auf dieser Erde können nur wachsen, gedeihen und sich fortpflanzen, weil sie organische Verbindungen enthalten, nämlich solche mit kovalent gebundenen Kohlenstoffatomen und deshalb kam man auf den Gedanken, diese Verbindungen in der organischen Chemie zu behandeln.

    Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3, Backsoda) ist zum Beispiel eine Verbindung, die Kohlenstoff enthält, aber ein Salz bildet, da gibt es keine kovalente Bindung."Kovalent" könnte man laienhaft als eine Verbindung beschreiben, bei der sich zwei Partner eine Elektron teilen, bei einer nicht kovalenten Bindung gibt einer sein Elektron "komplett" ab. (Alles sehr laienhaft)

    "... kohlenstoffhaltige, organische Verbindung ..."

    Da würde ich das Komma als Sprechpause interpretieren und damit als

    "... kohlenstoffhaltige und damit organische Verbindung ..." interpretieren.

    Das ist - wie oben ausgeführt - Unfug, weil es auch kohlenstoffhaltige Verbindungen gibt, die keine organischen Verbindungen sind.

    "organische, kohlenstoffhaltige Verbindung"

    wäre hingegen korrekt, aber sinnlos.

    Sinnvoll und korrekt sind die Bezeichnungen .

    "organische Verbindung"

    "kohlenstoffhaltige Verbindung"

    Wobei ich mir keine Tracerversuche vorstellen kann, bei denen einer Kohlendioxid radioaktiv markiert, denn das wird wohl eher nicht von einem Baum zum Fichtenspargel transportiert, Zucker hingegen vermutlich eher.


    Gruß,

    Marcel

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