Trompetenpfifferling?

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 2.846 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Rotfuß.

  • Hallo zusammen und frohe Weihnachten!


    Ich bin eigentlich sehr sicher, dass ich heute einen ganzen Haufen Trompeten Pfifferlinge gefunden habe. Dank der milden Witterung stehen die offenbar dieses Jahr noch sehr lange. Könnte ihr es trotzdem kurz bestätigen? Ich bin ja erst seit diesem Jahr dabei ;)


    Die Trompeten Pfifferlinge sind ja bräunlicher als die normalen Pfifferlinge, richtig? Solange sich das Fleisch fest anfühlt und sie nicht komisch riechen, sind Sie in Ordnung, oder? Einen Tag Lagerung im kühlen Keller sollten sie auch gut überstehen, richtig? Vielleicht friere ich einen Teil auch ein.


    Vielen Dank!

    Christiane


    Alle meine Bestimmungshilfen sind nur als Anregung zu verstehen. Für eine sichere Bestimmung sollten Pilze einem PSV vorgelegt werden. Eine Essensfreigabe gibt es im Forum grundsätzlich nicht.

  • Hallo Christiane,

    das sind Trompetenpfifferlinge. Auf dem zweiten Foto kannst du die typischen queradrigen Verbindungen zwischen den Leisten erkennen.

    Aber so richtig taufrisch kommen sie mir nicht mehr vor. Das kannst aber nur Du selbst beurteilen.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo Christiane,


    auch Dir nachträglich eine schönes Weihnachtsfest.

    Ich selbst habe öfter taufrische Trompetenpfifferlinge im Dezember gefunden, aber auch welche, die eben nicht mehr so taufrisch waren und danach sehen die auf Deinen Fotos aus. Vorsicht! Trompetenpfifferlinge gefrieren bei Frost, wenn es Frostfrei ist, stehen sie immer noch da - essen möchte ich sie dann aber nicht mehr. Merke Dir die Stelle und im nächsten Jahr kannst Du dann sicher sehr gut ernten (und dann kann man sie auch ohne Probleme kühl einen Tag aufbewahren) Ich selbst finde übrigens, dass die Trompetenpfifferlinge hervorragend zum Trocknen geeignet sind!

    Liebe Grüße


    Maria

  • Danke euch beiden für die Antwort!


    Mein Bruder hat mit einem (erfahrenen) Freund genau an der gleichen Stelle vor drei Tagen solche Pfifferlinge gesammelt. Er sagt, sie sahen genauso aus und die wurden schon gegessen ;) Ich nehme es aber ernst, wenn die Pilze in euren Augen nicht mehr frisch genug aussehen.


    Woran genau erkennt man das denn? Sie sind nicht matschig oder so, aber da es meine ersten Trompetenpfifferlinge sind, habe ich auch keinen Vergleich zu solchen, die früher, also mitten im Herbst gewachsen sind.


    Der letzte Frost ist hier übrigens mindestens eine Woche her.


    Naja, im Zweifel besser nicht... *schnief* Mein eigentliches Objekt der Begierde waren übrigens Austernseitlinge, aber da hatten wir keinen Erfolg ;)


    LG

    Christiane

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  • Schau mal, Christiane,

    so sahen die aus, die vor zwei Wochen noch essbar waren. So dunkel wie Deine waren sie noch nicht. Sei nicht traurig, wenn Du sie nicht mehr essen kannst.. Geh einfach im kommenden Jahr ein bisschen früher an die Stelle und such Dir frische Exemplare. Ich habe vor kurzem auch zu alte Austern gefunden. Aber abgesehen davon, dass es kein Genuss mehr ist, alte Pilze zu essen, mag sich niemand eine Magenverstimmung einfangen.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Hallo Christiane,

    ich selbst kann Dir leider nicht ganz genau sagen woran man dies erkennt - bei den von Dir gezeigten Pilzen ist es eher ein "Bauchgefühl" von mir da ich die Pilze, wie Claudia ja schon schrieb, nicht tatsächlich vor mir habe. Anhand der Fotos hätte ich persönlich jedenfalls die Pilze nicht mehr mitgenommen. Aber wie die Pilze aussehen die daneben wachsen, und es wachsen ja sicher noch mehr Trompetenpfefferlinge dort, kann ich ja überhaupt nicht beurteilen.

    Es ist nur ein Hinweis meinerseits: ja, es ist gut möglich, dass man auch noch Ende Dezember verzehrbare Trompetenpfifferlinge finden kann. Aber, häufig sind diese eben nur noch bedingt oder gar nicht mehr zum Verzehr geeignet. Und da muss man einfach unterscheiden können.

    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo noch mal,


    kurze Rückmeldung: Ich bin auf Nummer sicher gegangen und habe die Trompetenpfifferlinge nicht gegessen. Meinen Bruder und meine Eltern konnte ich allerdings nicht davon abhalten, sich nach meiner Abreise daraus einen Pilz-Gnocchi-Auflauf zu machen :huh: Die Pilze schmeckten demnach wohl sehr gut, waren auch nach einer Nacht im Keller noch recht ansehnlich und allen dreien geht es gut ;)


    Ich bitte das nicht als Kritik zu verstehen von wegen "Seht ihr, alles halb so wild", denn ich finde Sicherheit beim Pilzesammeln und -essen absolut wichtig. Aber die Info über den Verbleib der Pfiffis gehörte für mich abschließend dazu ;)


    Nachdem meine ersten Austern gestern auch nicht mehr zu den frischesten gehörten, habe ich den letzten Tagen vor allem gelernt, dass das Beurteilen der Frische je nach Pilz schwieriger sein kann als das der genauen Bestimmung... ;(


    Ich melde mich bestimmt bald mit den nächsten Funden! Und falls jemand einen Tipp für eine geführte Pilzwanderung in Nordhessen hat, dann gerne her damit :)

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  • Hallo Azalee,

    Du hast auf alle Fälle nichts falsch gemacht. Die Übergänge von gerade noch essbar bis Lebnensmittelvergiftung sind fließend. Dazu braucht man ein bisschen Erfahrung. Eine Faustregel bei Röhrlingen und einigen Lamellenpilzen ist, dass Du den Hut eindrücken kannst und er sich von selbst wieder spannt, also dass keine Delle bleiben darf.

    Es gibt auch noch die 10-Fingerregel, die jedoch nicht allzuernst genommen werden sollte==Gnolm4.

    Oft werden sogar im Einzelhandel Pilze verkauft, die schon schmierig sind und ihre beste Zeit weit hinter sich gelassen haben. Ich frage mich da manchmal, wie das wohl ausgegangen sein mag, wenn die noch jemand gekauft und gegessen hat. .

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Hi Azalee,


    gute Trompetenpfifferlinge gibt es sicher auch spät im Jahr noch. Allerdings wegen Frostschäden usw.. auch sehr wählerisch sein, gell.


    Beachte: Trompetenpfifferlinge können sehr lange stehen und halten sich auch im Alter noch optisch sehr gut. Oft bleiben die auch relativ klein (wachstumsstopp) und sehen "jung" aus.


    Jetzt nur aus meiner Erfahrung: ich finde die Sporen relativ spät aus, hat sicher auch was damit zu tun, dass sie länger durchhalten und sichs leisten können.


    Aufgrund dessen, gehe ich bei aussporenden bzw. weißlichen Lamellen Leisten von eher alten Pilzen aus. Die bleiben stehen bei mir. Die da oben kommen dem schon nahe.


    Ein weiteres Kriterium ist sicherlich der Gesamteindruck . Trompis kommen nie alleine vor. Wie ist der allgemeine Zustand der Kolonie.


    Weitere Punkte wie Geruch usw. hast du schon angesprochen, darum möchte ich da noch einen Punkt ergänzen. Die Brüchigkeit.


    Gerade die Stiele sind jung und frisch noch relativ brüchig, weniger schwammig oder gummiartig.


    Die mit farblich unschönem Stiel schau ich auch genauer an, wobei das auch bei guten jungen Pilzen oft bissl schmutzig wirkt.


    Zur Lagerung: bei mir halten die sich auch locker 2 Tage (gekühlt, Papiertüte mit angefeuchtetem Zewa) und einfrieren geht auch.


    Bei Pfifferlingen heißt es oft, die schmecken bitter nach dem einfrieren. Konnte ich bei Trompetenpfifferlingen noch nicht feststellen.


    Sind saugute und standorttreue Pilzchen !:P


    lg freasy

  • Hallo Azalee,


    gut das du auf Nummer Sicher gegangen bist.

    Ich finde es bei Trompetenpfifferlingen auch nicht so leicht zu unterscheiden, ob die noch gut sind oder schon Frost abbekommen haben. Weil sie sehr festfleischig und gummiartig sind. Aber an den Leisten sieht man es meist und man sieht auch, wenn sie schon länger standen da sich der Hut nach oben biegt.

    Bei Röhrlingen ist das etwas einfacher: Habe im Spätherbst ne Menge Maronen gefunden, die auf den ersten Blick noch frisch waren. Beim anschneiden sieht man aber dann oft die Frostschäden am Fleisch. Sieht dann so "glasig" aus.


    Viel Erfolg in diesem Herbst mit den Trompetenpfifferlingen wünscht


    Rotfuß

    "Pilze sind erst einmal nicht anwesend, sie verstecken, verbergen, verschließen und tarnen sich, aber es gibt eine Wahrscheinlichkeit und eine Hoffnung, sie zu finden. Die Suche bedeutet Aufbruch, Verheißung, Abenteuer, und je vergeblicher und erfolgloser der letzte Pilzgang war, desto mehr Spannung, Erfüllung, Belohnung verspricht der nächste." (Hans Helmut Hillrichs: Pilze sammeln)


    Pilzmärchen

    Einmal editiert, zuletzt von Rotfuß ()