Pilze Vom Wochenende

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 2.225 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Beorn.

  • Liebe Pilzfreunde,

    ein Besuch im Grenzraum zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen brachte einige Funde, die ich Euch gerne zeigen möchte. Manche Arten kann man immer wieder fotografieren auch wenn man schon zahlreiche Bilder davon hat. Dazu gehören sicher makellose Exemplare der
    Espen-Rotkappe (Leccinum leucopodium = albostipitatum s. Den Bakker)


    Das gilt auch für den Geschmückten Gürtelfuß (Cortinarius armillatus) wenn die Gürtel so schön ausgeprägt sind




    Leicht zu übersehen sind die kleinen Rüblinge, von denen nur noch wenige in der Gattung Collybia stehen. Zwei Arten besitzen im Gegensatz zu der hier vorgestellten ein Sklerotium.
    Seidiger Zwergrübling (Collybia cirrhata)


    Oft tief im Moos versteckt und häufig schon ausgeblasst und dann erst an der Stielspitze erkennbar.
    Blaustieliger Heftelnabeling (Rickenella swarzii = setipes)


    Ein Milchling mit deutlich maggiartigem Geruch und wässeriger Milch
    Filziger Milchling oder Bruchreizker (Lactarius helvus)


    Hübsch anzusehen ist immer der Weiße Polsterpilz (Oligoporus Ptychogaster)


    Persönliche Erstfunde sind natürlich immer was Besonderes wie hier der
    Üppige Büschel-Rübling (Gymnopus luxurians)


    Nur mikroskopisch bestimmbar sind fast alle Arten von Samthäubchen wie das
    Samtfüßige Samthäubchen (Conocybe velutipes)


    Einer Bestimmung widersetzte sich zunächst ein kaum 3 cm großer Champignon. Die Summe aller Merkmale ergab letztlich
    Triften-Zwergchampignon (Agaricus comtulus)


    Auch die nächste Bestimmung war nicht völlig banal, da der größere Fruchtkörper kaum 5 cm Durchmesser hatte und ich die Art wesentlich kräftiger und mit büscheligem Wachstum kannte. Röten nach vorhergehendem Gilben schränkte die mögliche Zahl aber erheblich ein und die Mikros waren eindeutig.
    Büscheliger Egerlingsschirmpilz (Leucoagaricus americanus = bresadolae




    Zum Schluss noch ein bisher selten kartierter Pilz, den ich allen Mikroskopierern ans Herz legen kann. Ein stark süßlich riechender Fälblinge, der in Fungi of Northern Europe Vol. 3 nicht enthalten ist. Zu finden aber im Ludwig Band 4 und natürlich Fungi Europaei 14.
    Milchweißer Duftfälbling (Hebeloma ischnostylum)


    LG Karl

  • Hallo Karl,


    oh Mensch, wie schön ist das denn? Balsam für meine "ausgetrocknete" Pilzseele!


    Liebe Grüße

    Rotfüßchen

    "Pilze sind erst einmal nicht anwesend, sie verstecken, verbergen, verschließen und tarnen sich, aber es gibt eine Wahrscheinlichkeit und eine Hoffnung, sie zu finden. Die Suche bedeutet Aufbruch, Verheißung, Abenteuer, und je vergeblicher und erfolgloser der letzte Pilzgang war, desto mehr Spannung, Erfüllung, Belohnung verspricht der nächste." (Hans Helmut Hillrichs: Pilze sammeln)


    Pilzmärchen

  • Hallo Karl,


    dein Cortinarius armillatus hat mich auf die Spur bei einem meiner Funde gebracht, könnte der gezeigte auch C. armillatus sein? Birken waren da sicher auch und das Spagnum als Feuchtezeiger ist ja noch auf dem Bild zu sehen!


    LG, Chris


    ...........................:snail:

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    • Offizieller Beitrag

    MoinMoin!


    Schön in Szene gesetzt.

    Und ist schon immerhin beruhigend, daß es noch Gegenden gibt, wo Pilze wachsen können, und das sogar in mehreren Fruchtkörpern.


    Vager Gedanke bei den Rotkappen (wirklich vage, weil Monitore und Farbdarstellungen usw.): Hat der Fruchtkörper rechts im Hintergrund wirklich eine blassere, gelbockerliche Hutfarbe und schwarzgraue Stielschuppen? Nicht, daß sich da eine Brikenrotkappe mit reingeschummelt hat. :)



    LG, Pablo.

  • Nicht, daß sich da eine Brikenrotkappe mit reingeschummelt hat. :)

    Hallo Pablo,

    der Gedanke war mir auch schon gekomen. In dem Gebiet tritt die Weißstielige Rotkappe seit Jahren an mehreren Stellen zuverlässig auf und gestern wurde dann diese Nachricht in FB gepostet
    "Ein paar der üblichen Röhrenpilze aus meinem Lieblingsgebiet. Allerdings habe ich heute, neben der sonst häufigen Weißstieligen Rotkappe, endlich eine Birken-Rotkappe zu Gesicht bekommen. Nicht das schönste Exemplar, aber ein persönlicher Erstfund"


    Könnte durchaus schon der Zeitfund gewesen sein ;)

    LG Karl

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Karl!


    Bei mir ist die Birkenrotkappe deutlich häufiger als die Weißstielige - so unterschiedlich kann es sein.

    Von dem Eingangsbild von dir kann man ja im Original mal die Stielschuppen rausvergrößern, vielleicht kann das noch etwas Aufschluss bringen.

    Wobei sie Schuppen ja auch bei L. leucopodium bräunlich werden können, aber meines Wissens nicht schwarz oder dunkel rußgrau wie bei versipelle.



    LG, Pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Karl!


    Erscheint jetzt auf meinem Monitor graubräunlich, und auf dem Bild die Hutfarbe doch schon wieder zu knallig für Leccinum versipelle.
    Aber Bilder sind eben... Naja, wem erzähle ich das. g:-)

    Wenn es nicht leucopodium ist, wirst du sie bezeiten am Fundort wieder entdecken und dann besser einordnen können, als ich nach Bild.

    Wenn allerdings ein Mycel von Leccinum leucopodium sowohl rein weiß stielige Fruchtkörper, als auch solche mit bräunlich pigmentierten Stielschuppen hervorbringen kann, dann ist meine vage Idee, daß es da zwei verschiedene Arten geben könnte, natürlich vom Tisch.



    LG, Pablo.